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Bonhoeffers Lektüre im Gefängnis

Noch ca. 100 Sei­ten und ich wer­de Meta­xas Bon­hoe­f­­fer-Bio­­­gra­­fie been­den. Der Autor schafft es meis­ter­haft, der Per­son Bon­heof­fer sehr nahe zu kom­men. Beson­ders die Aus­wahl aus sei­ner enor­men Brief­kor­re­spon­denz fin­de ich sehr gelun­gen. Zwei Aus­zü­ge aus den Brie­fen, die Bon­hoef­fers Lese­eifer schil­dern, möch­te ich hier wei­ter­ge­ben. In einem Brief an sei­ne Eltern vom 12. Okto­ber 1943 berich­tet er über sei­nen schlich­ten aber dis­zi­pli­nier­ten All­tag: „Mor­gens nach dem Früh­stück, also ab 7 Uhr unge­fähr, trei­be ich Theo­lo­gie, dann schrei­be [ich] bis Mit­tag, nach­mit­tags lese ich, dann kommt ein Kapi­tel aus der Welt­ge­schich­te von Del­brück, etwas eng­li­sche Gram­ma­tik, aus der ich doch noch aller­lei ler­nen kann, und schließ­lich, je nach der Ver­fas­sung, schrei­be ich oder lese ich wie­der. Abends bin ich dann müde genug, um mich gern hin­zu­le­gen, wenn auch noch nicht zu schla­fen.“ (S. 571) Bon­hoef­fer wähl­te sei­ne Lek­tü­re sehr sorg­fäl­tig aus. Dass sei­ne Meß­lat­te dabei sehr hoch war, geht aus einem Brief an sei­nen engs­ten Freund Eber­hard Beth­ge her­vor: Die Genera­ti­on von Maria [Bon­hoef­fers Ver­lob­te] und Rena­te [Beth­ges Ehe­frau, bei­de deut­lich jün­ger als die bei­den Freun­de] ist …

Bilder: Bonhoeffer. Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet

Bücher­lieb­ha­ber inter­es­sie­ren sich nicht nur für den Inhalt der Bücher, son­dern auch für die äuße­re Auf­ma­chung: Umschlag, Papier, Bin­dung, For­mat, Schrift und auch Geruch. Bei der neu­en Bon­hoef­fer Bio­gra­fie habe ich den Ein­druck, der Her­stel­ler hat eine inten­si­ve Lie­be zu Büchern. Das Buch hat einen Schutz­um­schlag und ist vom For­mat her etwas grö­ßer als die gewöhn­li­chen Hard­co­ver­bü­cher. Dadurch wirkt das sowie­so volu­mi­nö­se Werk mit 750 Sei­ten edler und impo­san­ter. Jedem Kapi­tel sind eini­ge Zita­te aus dem fol­gen­den Kapi­tel vor­an­ge­stellt. Die Text­ge­stal­tung ist schlicht und ele­gant. Alles in Allem ein sehr schö­nes Buch. Ich habe eini­ge Bil­der vom Buch gemacht. Man erkennt, dass hier jemand was vom Bücher­ma­chen versteht.