Alle Artikel mit dem Schlagwort: Dostojewski

Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jah­ren nut­ze ich Audi­ble und gegen­wär­tig sind knapp knapp 110 Wer­ke Teil mei­ner Biblio­thek . In den lez­ten Jah­ren habe ich mit Freu­de wahr­ge­nom­men, dass die Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke in Audi­ble zuge­nom­men hat, was ein Argu­ment für ein Abo sein kann. Per­sön­lich höre ich Hör­bü­cher fast aus­schließ­lich bei drei Sze­na­ri­en: Bei lan­gen Auto­fahr­ten Mit den Kin­dern zusam­men Vor dem Schla­fen­ge­hen vor allem in den lan­gen Win­ter­näch­ten. Ent­spre­chend ist auch  mei­ne Hör­bi­blio­thek in einer gewis­sen Wei­se drei­ge­teilt. Das Hör-Buch der Mit­te Die gro­ße Hör­bi­bel, die die Deut­sche Bibel­ge­sell­schaft her­aus­ge­bracht hat, ist eine wirk­li­che Per­le. Durch die sze­ni­sche Lesung wird die Auf­merk­sam­keit dem Text gegen­über deut­lich erhöht. Wir hören immer wie­der  mitt­le­re und klei­ne­re Abschnit­te, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Tes­ta­ment in weni­gen Tagen voll­stän­dig durch­ge­hört habe (Zur aus­führ­li­che­ren Rezen­si­on geht es hier lang). Klas­sik In den ers­ten Jah­ren habe ich vor allem Klas­si­ker gehört. Vor allem Kurz­ge­schich­ten und Erzäh­lun­gen der Welt­li­te­ra­tur höre ich bis heu­te ger­ne: Ame­ri­ka­ni­sche Kurz­ge­schich­ten von Mark Twain bis Her­man Mel­vil­le: Eine gelun­ge­ne Aus­wahl. Ich will Irwings Legende …

Sensibilität und Dankbarkeit

Da mein Vater ein Rus­se war und mei­ne Mut­ter eine Deut­sche ist, schwin­gen in mei­ner See­le zwei Sai­ten: Eine emo­tio­na­le, ver­spiel­te, auch etwas trau­ri­ge und eine ratio­na­le, küh­le und sach­li­che. Durch­aus ent­ste­hen damit Dis­so­nan­zen, im gro­ßen und gan­zen hat es aber vie­le Vor­tei­le mul­ti­kul­tu­rell auf­zu­wach­sen. Heu­te habe ich mich ent­schie­den eini­ge rus­si­sche Dich­ter vor­zu­stel­len, die ich als Jugend­li­cher zwi­schen 17 und 19 in Maßen ver­schlang. Obwohl ich auch ger­ne Tho­mas Mann und Mark Twain las, wür­de ich rus­si­scher immer den Vor­zug geben. Auf mich haben vie­le rus­si­sche Dich­ter einen prä­gen­den Ein­druck hin­ter­las­sen: Natür­lich kann man hier nicht an Dos­to­jew­ski vor­bei­ge­hen, die­sem Genie und sicher­lich inter­na­tio­nal bekann­tes­ten rus­si­schen Schrift­stel­ler. „Schuld und Süh­ne“, bzw. wie es neu bes­ser über­setzt wur­de „Ver­bre­chen und Stra­fe“ schil­dert hier­bei einen mora­lisch an sich selbst anspruchs­vol­len aber eben auch labi­len Jugend­li­chen, der aus ver­schie­de­nen Grün­den mit der Axt eine alte und über­aus unfreund­li­che Pfand­lei­he­rin und ihre Schwes­ter ermor­det. Nun hört sich das nach einem Kri­mi an, Dos­to­jew­ski gelingt jedoch eine bril­lan­te Dar­stel­lung der uner­träg­li­chen Gewis­sens­qua­len des Mör­ders Ras­kol­ni­kov: Hier, wie über­haupt stän­dig in …