Alle Artikel mit dem Schlagwort: Anneli Klipphahn

Zehn Fragen an Anneli Klipphahn

Wie kamen Sie dazu schriftstellerisch aktiv zu werden? Schon als Kind habe ich viel gelesen und Tagebuch geschrieben. Während der DDR-Zeit studierte ich Religionspädagogik. Dabei lernten wir, Entwürfe für die Arbeit mit Kindern (damals hieß das Christenlehre, denn in der DDR gab es keinen Religionsunterricht) von Grund auf selbst zu planen und zu erarbeiten. Wir hatten nur sehr wenig Material und brauchten viel Fantasie und Kreativität, um Kinder, die einem atheistischen Umfeld aufwuchsen, für das Wort Gottes zu begeistern. Zu dieser Zeit fing ich an, kurze Geschichten zu schreiben. Mein Ziel war es, Kindern deutlich zu machen, dass die Bibel kein langweiliges Buch aus längst vergangener Zeit ist, sondern das lebendige Wort Gottes, das direkt in unser ganz persönliches Leben hineinsprechen möchte. Nach der politischen Wende wurden einige meiner Geschichten auf der Kinderseite der Zeitschrift ethos ( Schwengeler Verlag) veröffentlicht. Dann erfuhr ich, dass es in unserem damaligen Wohnort den „Verein Neustädter Autoren“ gab und wurde dort Mitglied.  Während dieser Zeit erschienen Texte von mir in verschiedenen Anthologien. Nach einer Lesung mit anderen Autoren kam …

Paolo – Der GerümpelSchatzKlau

„Paolo – Der Gerüm­pel­Schatz­Klau“ ist ein ganz aktu­el­les Buch – erschie­nen 2013 im BOAS-Verlag. Ich würde es nicht unbe­dingt als typi­sches christ­li­ches Kin­der­buch beschrei­ben. Die Haupt­per­son — Paolo – ist ein tie­f­un­glück­li­cher Junge. Nach dem Tod sei­ner gelieb­ten Oma geht es in sei­nem Leben bergab. Der Vater ver­lässt die Fami­lie und die Mut­ter ist hin– und her­ge­ris­sen zwi­schen Arbeit und Kin­dern. Paolo hat näm­lich zwei jün­gere Brü­der, die noch in den Kin­der­gar­ten gehen. Die Mut­ter ist mit der Situa­tion total über­for­dert und wälzt einen Groß­teil der Ver­ant­wor­tung und Haus­ar­beit auf Paolo ab, womit die­ser wie­derum nicht klar­kommt. Er ver­liert alle seine Freunde, wird zu einem gefürch­te­ten Schlä­ger­typ und ver­ein­samt völlig. So trau­rig es auch klingt – ich denke, dass die Auto­rin in die­sem Buch das Bild einer Fami­lie auf­zeigt, das in unse­rer heu­ti­gen Gesell­schaft keine Sel­ten­heit ist und mit dem sich so manch ein jun­ger Leser auf irgend­eine Weise iden­ti­fi­zie­ren kann. Wie­derum kann es sein, dass Kin­der, die in behü­te­ten, christ­li­chen Fami­lien auf­wach­sen, ein völ­lig ande­res Fami­li­en­bild ken­nen­ler­nen. Mög­li­cher­weise wird es für sie ein­fa­cher, nach­dem sie die­ses Buch gele­sen haben, sich in die Situa­tion und …