Biblische Lehre, Leben als Christ
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Sünder in der Hand eines zornigen Gottes

Eine Predigt von Jonathan Edwards

Jona­than Edwards

Jona­than Edwards war mir bis vor kur­zem — und eigent­lich immer noch — recht unbe­kannt. Ich den­ke neben den bei­den Kapa­zi­tä­ten White­field und Wes­ley wird die­ser letz­te der Puri­ta­ner ein­fach oft über­se­hen. Zudem war und ist sein Ein­fluss natür­lich in den USA viel grö­ßer als hier auf dem euro­päi­schen Fest­land.

Den­noch möch­te ich auf die Pre­digt auf­merk­sam machen, die R.C. Sproul als die bekann­tes­te und wich­tigs­te Pre­digt bezeich­net, die jemals auf dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent gehal­ten wur­de: Sün­der in der Hand eines zor­ni­gen Got­tes.

Hier­bei gelingt es Edwards zahl­rei­che theo­lo­gi­sche Leh­ren in kur­zer Zeit so deut­lich zu erklä­ren, dass jedem Zuhö­rer bzw. Leser klar wer­den muss, wel­che prak­ti­sche Bedeu­tung die­se Leh­ren für ihn haben. Got­tes Zorn ist gerecht­fer­tigt, denn jeder Mensch hat soviel Sün­de und Rebel­li­on auf sich gela­den, dass er nichts ande­res als die Höl­le ver­dient. Wenn er zu die­sem Zeit­punkt nur am Leben ist, so ist dies nichts ande­rem zu ver­dan­ken als der Lang­mut und dem Wil­len Got­tes.

Edwards zeigt die tota­le Unge­nüg­sam­keit und Ver­derbt­heit des Men­schen auf, die nichts ande­res ver­dient hat, als den vol­len und gro­ßen Zorn Got­tes.

Nichts kann die unbe­kehr­ten Men­schen in irgend­ei­nem Augen­blick vor der Höl­le bewah­ren als allein der Wil­le Got­tes. Damit mei­ne ich jenen sou­ve­rä­nen, erha­be­nen Wil­len, der durch kei­ne Ver­pflich­tung und durch kei­ne Schwie­rig­kei­ten, über­haupt durch nichts gehin­dert oder zurück­ge­hal­ten wird als durch sich selbst; nichts ande­res ist nur im gerings­ten und in jeder Hin­sicht an der Bewah­rung der Unbe­kehr­ten in einem bestimm­ten Augen­blick betei­ligt. (…) Das Gerichts­ur­teil, die Ver­damm­nis zur Höl­le, ist schon gefällt. Die Sün­der haben es nicht nur ver­dient, dort­hin zu gelan­gen; gegen sie steht der Rechts­spruch im Gesetz Got­tes, jene ewi­ge und unum­stöß­li­che Rechts­ord­nung, die Gott zwi­schen sich und der Mensch­heit auf­ge­stellt hat; schon des­halb sind die Sün­der jetzt schon für die Höl­le bestimmt. (Joh. 3,18: „Wer nicht glaubt, der ist schon ver­dammt.“ ) (…) Der Teu­fel steht bereit, über sie her­zu­fal­len und sie als sei­ne Beu­te zu ergrei­fen, sobald Gott es ihm erlau­ben wird. Sie gehö­ren ihm; denn ihre See­len sind schon in sei­nem Besitz und in sei­ner Gewalt. Die Hei­li­ge Schrift zeigt sie uns als sei­ne Habe (Lk 11,21).

Weil die­ser Zorn Got­tes auf kei­ne Wei­se umgäng­lich ist, stellt sich die Fra­ge, war­um wir als Men­schen und Zuhö­rer oft so trä­ge sind, Gott gehor­sam zu sein, uns zu bekeh­ren. War­um wir nicht zu Chris­tus flie­hen, der den Zorn Got­tes auf sich nahm?

Möch­ten doch erweck­te, aber noch nicht bekehr­te Men­schen durch die­se Tat­sa­chen sich über­zeu­gen las­sen, in welch gro­ßer Gefahr sie schwe­ben. Was du hier ver­nom­men hast, trifft für jeden zu, der noch nicht in Chris­tus ist. Jene Welt des Jam­mers, der See aus bren­nen­dem Schwe­fel ist auch unter dir aus­ge­brei­tet. Sieh den schreck­li­chen Abgrund mit den glü­hen­den Flam­men des gött­li­chen Zorns, den weit geöff­ne­ten Schlund der Höl­le! Du hast nichts Siche­res unter dei­nen Füs­sen, nichts, das dich hal­ten könn­te; zwi­schen dir und der Höl­le ist nichts als Luft; nur die Kraft Got­tes und sein Wil­le kön­nen dich schüt­zen. Wahr­schein­lich siehst du all das noch nicht ein; du glaubst, du seist sicher vor der Höl­le; aber siehst du nicht Got­tes Hand in alle­dem? Du schaust auf alles ande­re, auf das Wohl­be­fin­den dei­nes Lei­bes, auf dei­ne Sor­gen um dein Leben und auf die Mit­tel, die du zu dei­ner Bewah­rung gebrauchst. Aber all das bedeu­tet in Wirk­lich­keit nichts, wenn Gott sei­ne Hand von dir zurück zieht; es wird eben sowe­nig dei­nen Fall auf­hal­ten wie die Luft, in der du schwebst. Dei­ne Sünd­haf­tig­keit macht dich sozu­sa­gen so schwer wie Blei, so dass sie dich mit ihrem gewal­ti­gen Gewicht und ihrem star­ken Druck zur Höl­le trei­ben wird. Wenn Gott dich fal­len lie­ße, wür­dest du den Boden unter dir ver­lie­ren, im Nu hin­un­ter sin­ken und im boden­lo­sen Abgrund unter­tau­chen.

Eine her­vor­ra­gen­de Pre­digt, die aber eini­ges an Bauch­schmer­zen berei­ten kann und eine har­te Spei­se ist, aber umso mehr wich­tig und in unse­rer ober­fläch­li­chen Zeit, wo Heu­che­lei ohne Ende sprießt, not­wen­dig ist. Es ist bes­ser auf die­ser Erde ein­mal mehr eine Depres­si­on zu bekom­men und sich ein­mal zu viel zu prü­fen, als für alle Ewig­keit in die Höl­le gewor­fen zu wer­den. Schließ­lich macht die Pre­digt auch so bedeu­tend, in wel­cher Gefahr all die zahl­rei­chen nicht geret­te­ten Freun­de und Ver­wand­ten von uns sind. Wie müss­ten wir als Chris­ten wach wer­den und für die Erret­tung der uns Anver­trau­ten kämp­fen.

Zu fin­den auf soulsaver.de (Ein Blog, der wirk­lich lesens­wert ist). Als PDF ver­füg­bar ist die­se Pre­digt z. B. hier, vor­ge­le­sen wird die Pre­digt auch auf You­tube. (So bin auch ich auf die­se kost­ba­re Per­le auf­merk­sam gewor­den.)

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