Leserunde: Lernen, zu beten
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Leserunde: Lernen, zu beten (8)

Letz­te Woche konn­te ich aus zeit­li­chen Grün­den kei­nen Arti­kel zur Leserun­de schrei­ben. Doch heu­te möch­te ich naht­los mit Kapi­tel 8 wei­ter­ma­chen. Wir lesen gemein­sam das Buch  „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Dar­in unter­sucht der Autor eini­ge Gebe­te des Apos­tels Pau­lus. Im 8. Kapi­tel beschäf­tigt er sich mit einem recht kur­zen Gebet aus Phil­ip­per 1,9 – 11:

„Und um das bete ich, dass eure Lie­be noch mehr und mehr über­strö­me in Erkennt­nis und allem Urteils­ver­mö­gen, damit ihr prü­fen könnt, wor­auf es ankommt [Luther 1984: „was das Bes­te sei“], sodass ihr lau­ter und ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Chris­tus, erfüllt mit Früch­ten der Gerech­tig­keit, die durch Jesus Chris­tus gewirkt wer­den zur Ehre und zum Lob Got­tes.“

Car­son legt sei­nen Schwer­punkt in die­sem Kapi­tel auf zwei Wor­te, die sei­ner Mei­nung nach auch den Kern­ge­dan­ken die­ser Ver­se ent­hal­ten: Das Bes­te. Ich möch­te in die­sem Bei­trag das Kapi­tel zusam­men­fas­sen, in dem ich erläu­te­re, wie wir uns für das Bes­te ent­schei­den kön­nen und war­um das Bes­te nicht unser Göt­ze wer­den darf.

1. Pau­lus betet für das Bes­te.

Das Bes­te fällt einem nicht in den Schoss und ist auch nicht in jeder Situa­ti­on auf den ers­ten Blick ersicht­lich. Das Bes­te muss erkannt, gesucht, erforscht und beur­teilt wer­den. Mal ehr­lich, wer möch­te  schon immer nur Ware 2. Wahl kau­fen? Wenn wir schon in vie­len Berei­chen Wert auf Qua­li­tät legen, soll­ten wir das nicht auch in geist­li­chen Berei­chen tun? Pau­lus beauf­tragt uns mit geist­li­chem Qua­li­täts­ma­nage­ment. Die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen dafür sind gege­ben, wenn die „Lie­be noch mehr und mehr über­strömt in Erkennt­nis und allem Urteils­ver­mö­gen.

„Ganz klar kön­nen Erkennt­nis und Urteils­ver­mö­gen ohne Lie­be leicht her­ab­las­send, anma­ßend und kasu­is­tisch wir­ken. Doch Lie­be ohne Erkennt­nis und Urteils­ver­mö­gen wird rasch zu einer Kari­ka­tur ihrer selbst.“ (S. 179)

Nach­dem Car­son den 9. und 10. Vers aus­führ­lich erklärt hat, gibt er eini­ge prak­ti­sche Bei­spie­le, in denen er Hin­wei­se gibt, wie man jeweils das Bes­te her­aus­fin­den kann. Ich grei­fe exem­pla­risch den Bereich her­aus, der ins­be­son­de­re Bücher­lieb­ha­ber betrifft:

„Was haben Sie in den letz­ten sechs Mona­ten gele­sen? Wenn Sie Zeit gefun­den haben, um Zei­tun­gen, Zeit­schrif­ten [heu­te müss­te man hin­zu­fü­gen: Blogs, Nach­rich­ten­por­ta­le, Inter­net­fo­ren usw.], ein paar Kri­mis, einen Roman oder zwei oder viel­leicht noch ein Wirt­schafts­ma­ga­zin zu lesen: haben Sie dann auch die Zeit gefun­den, um einen Bibel­kom­men­tar oder ande­re christ­li­che Lite­ra­tur zu lesen, die Ihnen hel­fen wird, die Bibel bes­ser zu ver­ste­hen oder Ihr geist­li­ches Leben zu ver­bes­sern und Ihren Hori­zont zu erwei­tern? Sind sie in Ihren Lese­ge­wohn­hei­ten dem ver­pflich­tet, was das Bes­te ist?“ (S. 182)

Es gibt unzäh­li­ge Berei­che, in denen wir uns stets für das Bes­te ent­schei­den soll­ten. Lie­be gepaart mit Erkennt­nis und Urteils­ver­mö­gen wird uns hel­fen, vie­le Fra­gen zu beant­wor­ten. Was ist das Bes­te für mich? Was ist das Bes­te für mei­ne Frau? Was ist das Bes­te für mei­ne Fami­lie? Was ist das Bes­te für mei­ne Gemein­de?

2. War­nung vor dem Per­fek­tio­nis­mus

Doch lei­der kann das Stre­ben nach dem Bes­ten, ver­bun­den mit zwei­fel­haf­ten oder sogar sün­di­gen Beweg­grün­den, zum Göt­zen­dienst wer­den.

„In all unse­rem Stre­ben nach dem Bes­ten dür­fen wir nie das Bes­te anbe­ten. Das wäre schlicht Göt­zen­dienst.“ (S. 197)

Die Nei­gung zum Per­fek­tio­nis­mus kann dann zur Gefahr wer­den, wenn wir nach dem Bes­ten stre­ben, nur um unser Ego zu befrie­di­gen. Das wer­den wir nie laut sagen, aber einer Selbst­prü­fung soll­te sich jeder unter­zie­hen. Wenn Pau­lus dafür betet, dass Chris­ten sich stets für das Bes­te ent­schei­den, dann ver­folgt er nur ein Ziel: die Ehre und das Lob Got­tes.

„Hier kommt nun ein prak­ti­scher Test, ob das Bes­te, nach dem ich stre­be, wirk­lich zur Ehre und zum Lob Got­tes ist oder nur für mein eige­nes Selbst­bild. Wenn mir die Din­ge, die ich wirk­lich wert­schät­ze, genom­men wer­den, ist mei­ne Freu­de im Herrn dann noch genau­so groß? Oder bin ich so an mei­ne Träu­me gebun­den, dass die Zer­stö­rung die­ser Träu­me gleich­zei­tig mei­ne Zer­stö­rung bedeu­tet?“ (S. 201)

Und jetzt bist du dran! Wie wür­dest du die Fra­gen zur Ver­tie­fung am Ende des Kapi­tels beant­wor­ten? Was ist dir beson­ders wich­tig gewor­den? Ich freue mich auf dei­nen Kom­men­tar. Bis nächs­te Woche Mitt­woch wol­len wir das 9. Kapi­tel lesen. Ich wün­sche dir dabei Got­tes Segen!

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