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Im Gespräch mit Wilhelm Pahls 13

Der Evan­ge­list Wil­helm Pahls gab in einem Inter­view einen Ein­blick in sei­ne Gedan­ken über wie­der­holte Bekeh­run­gen von Teens, radi­kale Nach­folge und das enor­me Poten­tial der jun­gen Gene­ra­tion. Ein per­sön­li­ches Gespräch in drei Tei­len.

Vie­le christ­lich erzo­ge­ne Jugend­li­che haben Zwei­fel an ihrer Erret­tung, weil sie kei­ne „schwarz/weiß”-Umkehr erlebt haben. Oft sieht es dann so aus, dass die­se Jugend­li­chen schon in der Gemein­de sind und trotz­dem gehen sie bei der nächs­ten Evan­ge­li­sa­ti­on wie­der nach vor­ne und bei der nächs­ten wie­der… Was ist die Lösung?

Wil­helm Pahls: Oft hört man Men­schen sagen, und zwar aus einer tie­fen Not her­aus: „Ich habe immer wie­der Pro­ble­me mit der Heils­ge­wiss­heit.“ Und jedes Mal, wenn sie eine erns­te Pre­digt hören, kommt wie­der die Fra­ge: „Bin ich wirk­lich wie­der­ge­bo­ren?“ Was ist über­haupt Heils­ge­wiss­heit? In dem Wort steckt das Wört­chen „Gewiss­heit“, das bedeu­tet auch Über­zeu­gung. Das Wort bedeu­tet ganz ein­fach: Ich bin davon über­zeugt, dass ich bekehrt und wie­der­ge­bo­ren bin! Das ist alles. Heils­ge­wiss­heit hat nichts mit Gefüh­len zu tun.

Und war­um bin ich über­zeugt? Weil ich das sel­ber erlebt hab. Das kann mir ja kei­ner aus­re­den. Das hat ja nicht die Oma oder die Tan­te für mich gemacht. Auch nicht die Eltern. Ich habe mich bekehrt und Jesus auf­ge­nom­men und das weiß ich ganz genau. Ich war sel­ber dabei.

Ich hab es in die­ser Evan­ge­li­sa­ti­on schon mal so erklärt: Da ist ein Paar, das ver­liebt oder ver­lobt ist. Die bei­den haben sich jeden­falls gern und sind schon jah­re­lang zusam­men. Wenn es unbe­kehr­te Leu­te sind, leben sie viel­leicht sogar zusam­men und leben wie Ehe­leu­te; aber in Wirk­lich­keit sind sie kei­ne. Wenn es ums Erben gin­ge – ange­nom­men, er wäre sehr reich und sie nor­mal begü­tert, und der Mann wür­de plötz­lich ster­ben-, was wür­de sie dann krie­gen? Kei­nen Cent! Sie hat über­haupt kei­ne Rech­te.

Aber ange­nom­men sie hei­ra­ten bei­de – der ent­schei­den­de und recht­li­che Akt pas­siert ja nicht in der Kir­che son­dern beim Stan­des­amt-, bei­de sagen ja, die bei­den und die Trau­zeu­gen geben ihre Unterschrift.Der Stan­des­be­am­te unter­schreibt die Hei­rats­ur­kun­de und ver­sieht sie mit einem Sie­gel. Jetzt gehen die Jung­ver­hei­ra­te­ten aus dem Stan­des­amt und da geschieht ein Unglück: Der Mann wird von einem Auto ange­fah­ren. Er fällt unglück­lich, bricht sich das Genick und ist tot.

Wer kriegt sein gan­zes Ver­mö­gen? Sei­ne Frau! Die Brü­der krie­gen kei­nen Cent. Die Ehe­frau bekommt alles! War­um? Weil die bei­den einen Bund gemacht haben! Aber der Bund hat nichts mit dem Gefühl zu tun. Sie haben eine Ent­schei­dung getrof­fen und haben in Gegen­wart der Trau­zeu­gen und in Gegen­wart der zustän­di­gen Behör­de „Ja“ gesagt. Es hängt unheim­lich viel von die­sem Bund ab, von die­sem Augen­blick der Ent­schei­dung.

So ist es auch auf der geist­li­chen Ebe­ne. Ich habe mit mei­nem Herrn einen Bund gemacht! War­um bin ich so sicher? Weil ich es selbst gemacht habe. Das kann mir doch kei­ner aus­re­den.

Älte­re Leu­te haben öfters das Pro­blem, dass ihre Gewiss­heit vom Gefühl abhängt. Obwohl jemand wirk­lich bekehrt ist, bekommt er plötz­lich ein bedrü­cken­des Gefühl und fragt sich, ob sie wirk­lich rich­tig bekehrt hat. Und dann wird ein ent­schei­den­der Feh­ler gemacht. Er bit­tet Gott wie­der um Ver­ge­bung für Sün­den, die Gott ihm schon lan­ge ver­ge­ben hat!

Aber hier gilt: Bit­te nie mehr um Ver­ge­bung einer Sün­de die vor der Bekeh­rung geschah. Denn die­se Sün­de gibt es nicht mehr. Wenn wir es immer wie­der tun, dann machen wir Jesus sehr trau­rig damit! Wir zei­gen damit, dass wir ihm gar nicht ver­trau­en.

Nach der Bekeh­rung geht das Leben wei­ter. Am Tag nach der Bekeh­rung stellt jemand fest: „Das Fahr­rad, mit dem ich gera­de zur Schu­le fah­re, gehört mir ja gar nicht. Das habe ich vor eini­gen Mona­ten mal auf dem Bahn­hof mit­ge­hen las­sen.“ Dann wird wahr­schein­lich der Teu­fel sofort kom­men und sagen: „Duu willst bekehrt sein und fährst mit einem gestoh­le­nen Fahr­rad durch die Gegend!?“ Und dann kom­men schon wie­der eini­ge ins Schwim­men und den­ken: „Ich glau­be, ich bin wohl doch nicht wirk­lich bekehrt! Ich fah­re ja mit einem gestoh­le­nen Fahr­rad durch die Stadt.“

Jesus hat aber die Sün­de ver­ge­ben und hat dein Herz gerei­nigt! Doch der Herr Jesus will nicht nur dein Herz rei­ni­gen, er will auch dei­ne Gara­ge rei­ni­gen, (dei­nen Com­pu­ter, dein Bücher­re­gal und dei­ne Bezie­hun­gen zu ande­ren Men­schen.) Jetzt muss alles geord­net wer­den. Das Fahr­rad muss also wie­der zurück.

Und wenn einem dann wie­der eine Sün­de ein­fällt, die man vor der Bekeh­rung getan hat, dann bit­tet man Gott nicht erneut um Ver­ge­bung. Sün­de ist ja ver­ge­ben. Aber viel­leicht muss man bei einer Per­son – an der man damals schul­dig gewor­den ist – anru­fen und rei­nen Tisch machen. Aber zwi­schen dem Bekehr­ten und Gott ist seit der Bekeh­rung alles in Ord­nung.

Aber ange­nom­men, jemand war schon lan­ge bekehrt. Viel­leicht hat er sich, wie die meis­ten Jugend­li­chen in christ­li­chen Gemein­den, schon als Kind mal irgend­wie für Jesus ent­schie­den. Die­se Jugend­li­chen haben in ihrem Leben nie eine „kras­se“ Ände­rung erlebt, da sie schon von Kind auf alles hör­ten und von „gro­ben“ Sün­den bewahrt geblie­ben sind…

…sie haben es sozu­sa­gen mit der Mut­ter­milch ein­ge­so­gen. Aber trotz­dem haben sie hof­fent­lich einen Punkt, wo sie einen ent­schei­den­den Schritt gemacht haben.

Wenn ich an unse­re ältes­te Toch­ter den­ke, Kari­na – sie war so eine lie­bes Kind. Von klein auf immer dabei. Sie hat gebe­tet, war immer in der Kin­der­stun­de und, und, und. Dann kam ein Sonn­tag­mor­gen, an dem der Evan­ge­list Sig­mund Schmidt pre­dig­te – und an die­sem Tag hat Kari­na zum ers­ten Mal begrif­fen: „Ein Kind Got­tes wird man, wenn man in einer per­sön­li­chen Ent­schei­dung Jesus ins Herz auf­nimmt. Jesus war schon immer bei mir, aber er war nicht in mir. Wie­der­ge­bo­ren wird man, wenn man Jesus auf­nimmt.“

Und dann ist sie zu Onkel Sig­mund gegan­gen. Er hat es ihr genau erklärt, dann haben sich bei­de hin­ge­kniet und Kari­na hat sich bekehrt, zum ers­ten Mal rich­tig bekehrt. Dann ist sie zu Mut­ti gelau­fen, um ihr mit Freu­den alles zu erzäh­len.

Ich war zwar gera­de nicht zu Hau­se, aber Kari­na wuss­te, wann ich heim­kom­men woll­te, sie hat sich dann an die Stra­ße gestellt und gewar­tet, bis ich kam. Als ich dann kam, hat sie dort Anhal­ter gespielt. Und dann hab ich ange­hal­ten; Kari­na sprang zu mir ins Auto und über­schlug sich bei­na­he mit ihren Wor­ten: „Vati, Vati, ich bin jetzt auch bekehrt, jetzt bin ich ein Got­tes­kind. Onkel Sieg­mund hat mir dabei gehol­fen.“

Es geht dar­um dass man die­se Ent­schei­dung ein­mal ganz bewusst trifft. Es ist in die­sem Fall egal, ob ich ein schlim­mes Leben geführt habe oder meis­tens lieb war. Wir sind ver­lo­ren, von Adam her und müs­sen wie­der­ge­bo­ren wer­den. Und die Kin­der von Evan­ge­lis­ten sind genau­so ver­lo­ren wie die Kin­der von Schwer­ver­bre­chern. Wir müs­sen uns bekeh­ren. Und wenn jemand das erlebt, dann ist es jedes Mal ein gewal­ti­ges Ereig­nis! Der gan­ze Him­mel nimmt dar­an teil.

Hier geht es zu Teil 23.
Und hier zu Teil 33.

3 Kommentare

  1. alex sagt

    Hal­lo Joschie,
    auf was beziehst du dich beim Kom­men­tar?
    Gruß
    alex

  2. Joschie sagt

    Hal­lo Alex,
    auf Wolf­gang Küh­ne – ein ehe­ma­li­ger “Zeu­ge Jeho­vas”
    Gruß Joschie

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