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Das ausgetauschte Leben
Ein Brief von Hudson Taylor an seine Schwester

In einem sehr per­sön­li­chen Brief schil­dert Hud­son Tay­lor, wie er im Kampf um die Hei­li­gung Chris­tus neu als Erret­ter erlebt hat (Voll­stän­dig hier zu fin­den):

„Ich fühl­te, dass ich für mich per­sön­lich wie für die gan­ze Mis­si­on mehr Hei­lig­keit, mehr Leben,
mehr Kraft bedür­fe. Ich emp­fand, wel­che Undank­bar­keit, Gefahr und Sün­de dar­in lag, dass ich nicht ganz nahe bei Gott leb­te. Ich bete­te, fas­te­te, rang, fass­te Ent­schlüs­se, las das Wort Got­tes flei­ßi­ger, such­te mir mehr Stil­le zu neh­men, um über die gött­li­chen Din­ge nach­zu­den­ken? alles war wir­kungs­los. Jeden Tag, ja jede Stun­de stand ich unter dem Druck der Sün­de. Ich wuss­te, dass alles gut sein wür­de, wenn ich nur in Jesus blie­be; aber ich konn­te nicht. Ich begann den Tag mit Gebet und war ent­schlos­sen, mei­ne Augen nicht einen Augen­blick von ihm abzuwenden.“

Tay­lor fühlt sich als Ver­sa­ger, weil das nicht gelingt:

„Dann kam die Fra­ge: „Gibt es wirk­lich kei­ne Ret­tung? Muss es so bis zum Ende blei­ben bestän­di­ger Kampf und anstatt Sieg oft Nie­der­la­ge?“ Auch konn­te ich doch nicht mit Auf-rich­tig­keit ver­kün­di­gen, dass Jesus allen denen, die ihn auf­neh­men, Kraft gibt, Got­tes Kin­der zu wer­den (d. h. Got­tes Art tra­gend), wenn das nicht mei­ne Erfah­rung war. Anstatt stär­ker zu wer­den, schien es, als ob ich immer schwä­cher wür­de und weni­ger Kraft gegen die Sün­de hät­te. Das war ja auch kein Wun­der; denn Glau­ben und Hoff­nung waren sehr gering. Ich ver­ab­scheu­te mich; ich hass­te mei­ne Sün­de, und doch gewann ich kei­ne Kraft zur Über­win­dung der­sel­ben. Ich war mir bewusst, dass ich ein Kind Got­tes sei; sein Geist rief in mei­nem Her­zen trotz allem: „Abba, lie­ber Vater!“ Aber auf­zu­ste­hen und mein Kin­des­recht in Anspruch zu neh­men, dazu war ich nicht imstande.“

Ech­ten Trost erfährt Tay­lor, als er aufs neue die Reich­wei­te des­sen erfasst, was die Ver­ei­ni­gung mit Chris­tus mit einschließt:

„Aber dies war nicht alles, was er mir zeig­te, nicht ein­mal die Hälf­te. Als ich an den Wein­stock und die Reben dach­te, da ström­te der wer­te Hei­li­ge Geist kost­ba­res Licht in mei­ne See­le. Wie groß erschien mir der Feh­ler, den ich began­gen hat­te, indem ich wünsch­te, dass ich den Saft, die Fül­le aus ihm her­aus durch mei­ne Anstren­gun­gen bekom­men möch­te. Ich erkann­te nicht nur, dass Jesus mich nie ver­las­sen wür­de, son­dern auch, dass ich ein Glied an sei­nem Lei­be bin, von sei­nem Fleisch und sei­nem Gebein. Ich sah auch, dass der Wein­stock nicht nur die Wur­zel ist, son­dern alles: Wur­zel, Stamm, Reben, Ran­ken, Blät­ter, Blü­ten, Früch­te. Und Jesus ist nicht nur das, er ist auch Erd­bo­den und Son­nen­schein, Luft und Regen und zehn­tau­send­mal mehr als alles, was wir geträumt, gewünscht und ver­langt haben. O die Freu­de, die­se Wahr­heit zu verstehen! “

In Chris­tus sein gibt Ruhe. Hud­son fand Chris­tus und erfreu­te sich an sei­nen Seg­nun­gen: „Das Lieb­lichs­te ‒ wenn man auf die­sem Gebiet davon spre­chen darf, dass eine Sache lieb­li­cher sei als die ande­re ‒ ist die Ruhe, wel­che das völ­li­ge Wis­sen um das Eins­sein mit Jesus bringt. Wenn ich dies erfasst habe, so bin ich nicht län­ger ängst­lich über irgend­et­was; denn ich weiß, er kann sei­nen Wil­len aus­füh­ren, und sein Wil­le ist ist auch mein Wil­le.„
auch mein Wille

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