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Buchrezension: … und er schweigt nicht

Fran­cis Scha­ef­fer. … und er schweigt nicht. R. Brock­haus Ver­lag: Wup­per­tal, 1991 (1. Taschen­buch­auf­la­ge). 95 Sei­ten. Anti­qua­risch. Vor­sicht mit einem for­­mal-phi­­lo­­so­­phi­­schen Ansatz Es ist ange­bracht dar­an zu erin­nern, dass Fran­cis Scha­ef­fer kein Phi­lo­soph war. Also gilt es weder auf einem gewis­sen Vor­ge­hen oder Ter­mi­no­lo­gie zu behar­ren noch Scha­ef­fer nach stren­gen phi­lo­so­phi­schen Vor­ga­ben zu qua­li­fi­zie­ren. Scha­ef­fer war Evan­ge­list mit Leib und See­le; sein Erfah­rungs­schatz aus Tau­sen­den von Gesprä­chen ist nicht zu unter­schät­zen. Unter die­sen Vor­zei­chen gehe ich an die­ses Buch – Teil der berühm­ten Tri­lo­gie von Scha­ef­fer – her­an. Scha­ef­fer hat sich im Vor­wort zum Zusam­men­hang der Tri­lo­gie geäus­sert. „Gott ist kei­ne Illu­si­on“ bil­det die Grund­la­ge, die in „Preis­ga­be der Ver­nunft“ ins­be­son­de­re „auf die phi­lo­so­phi­sche von Natur und Gna­de über­tra­gen“ wird. Die inhalt­li­che „Ver­klam­me­rung“ von „The God Who Is The­re“ und „He Is The­re and He Is Not Silent“ (engl. Ori­gi­nal­ti­tel) ist wich­tig zu erken­nen. Die zen­tra­le Fra­ge des vor­lie­gen­den Buches lau­tet: “Wie kön­nen wir etwas wis­sen, und wie kön­nen wir wis­sen, dass wir etwas wis­sen?” Es geht also um die Erkenntnistheorie.

Ich liebe Bücher!

Schon als Kind ging ich regel­mä­ßig in die Stadt­bü­che­rei. „Die fünf Freun­de“ und „Die Schwar­ze Sie­ben“ von Enid Bly­ton habe ich eben­so ver­schlun­gen wie „Die drei Fra­ge­zei­chen“ von Alfred Hitch­cock. In der Zeit der Ober­stu­fe kam die Aus­ein­an­der­set­zung mit der Lite­ra­tur dazu. Es fas­zi­nier­te mich, wenn Autoren wie Hein­rich Böll, Max Frisch oder Fried­rich Dür­ren­matt grund­sätz­li­che Fra­gen des Mensch­seins stell­ten. Wir — die Chris­ten — hat­ten die Ant­wor­ten. Lei­der kann­ten wir häu­fig die Fra­gen nicht mehr. Ich war damals schon Christ. So wur­de der Deutsch­un­ter­richt zur Platt­form fürs Zeug­nis­ge­ben. Ganz unge­plant und ohne Krampf. Das konn­te sogar schrift­lich — in Auf­sät­zen — gesche­hen. Mein Leh­rer war Sozi­al­de­mo­krat und über­zeug­ter Athe­ist. Aber er war fair. Ich kann mich an man­che Stun­de erin­nern, wo wir minu­ten­lang zu zweit dis­ku­tier­ten. Die Klas­se hör­te gespannt zu.