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Martin Luther: Ob man vor dem Sterben fliehen möge

1525 wüte­te in Bres­lau die Pest. Wer konn­te, floh vor der Seu­che und ver­ließ die Stadt. So ent­stand auch bei evan­ge­li­schen Pfar­rern das Pro­blem, ob man vor die­sem Ster­ben flie­hen dür­fe? Man stell­te die­se Fra­ge Luther zur Klä­rung, und er ver­fass­te die­se Schrift. Als die Pest zwei Jah­re spä­ter auch in Wit­ten­berg aus­brach, blieb Luther und ver­sorg­te als Seel­sor­ger die Bedürf­ti­gen. H.C. Knuth schreibt dazu: „Die Schrift zeigt klar, wie der Glau­be die Frei­heit zum Han­deln, die Lie­be aber die Frei­heit zum Lei­den gibt. Luther geht einen Weg, der Feig­heit genau­so wie Fata­lis­mus ver­mei­det.“ Dies ist ein äußerst inter­es­san­tes Werk, dass ich vor län­ge­rer Zeit eigent­lich nur des inter­es­san­ten Titels hal­ber gele­sen habe.  Für unser Jubi­lä­ums­jahr möch­te ich das Buch jeder­mann ans Herz legen, gelingt es doch Luther aus die­ser äußerst spe­zi­fi­schen Fra­ge, einen wich­ti­gen Grund­satz her­zu­lei­ten: Hat ein Mensch Ver­ant­wor­tung zu sei­nem nächs­ten, da er z. B. Bür­ger­meis­ter oder Pfar­rer ist, so darf er sei­ne Schäf­chen nicht ver­las­sen, denn er wür­de Ihnen scha­den und nicht nach der Lie­be handeln.