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Rezension zu „Liebevoll Grenzen setzen“

Bei einem christ­li­chen Erzie­hungs­rat­ge­ber, ver­su­che ich immer zuerst das Men­schen­bild der Autoren her­aus­zu­fin­den. Manch­mal ist es offen­sicht­lich, doch meis­tens wird erst nach voll­stän­di­ger Lek­tü­re des Buches klar, woher die Autoren ihre Rat­schlä­ge bezie­hen und wohin die Erzie­hung zielt. Bei dem Buch „Lie­be­voll Gren­zen set­zen“ fin­det man ziem­lich am Anfang auf S. 38 (ich bezie­he mich auf die 1. Auf­la­ge von 2001) eine kla­re Posi­tio­nie­rung: „Als Chris­ten und Psy­cho­lo­gen leben wir in zwei total unter­schied lie­hen Wel­ten. Die reli­giö­se Welt schiebt Pro­ble­me oft­mals auf die sün­di­ge Natur des Kin­des. Die psy­cho­lo­gi­sche Welt dage­gen beschul­digt immer die Eltern und begrün­det jedes schlech­te Ver­hal­ten des Kin­des mit dem, was in sei­ner Kind­heit alles falsch gelau­fen ist. In bei­den Fäl­len gibt es jeweils einen klar iden­ti­fi­zier­ba­ren Bösen und Guten. Doch kei­ne die­ser Sicht­wei­sen ist kom­plett rich­tig. Eigent­lich ist es viel schlim­mer: Wer wir heu­te sind, ist im Grun­de das Ergeb­nis von zwei Ein­flüs­sen — unse­rem Umfeld und unse­rer Reak­ti­on hier­auf. Unse­re Erzie­hung, unse­re Bezie­hun­gen und die Umstän­de for­men auf macht­vol­le Wei­se unse­ren Cha­rak­ter und unser Ver­hal­ten. Doch wie wir auf die­se Beziehungen …