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Lesestapel im Sommer 2022

Ein Blick auf Bücher, die mei­ne Som­mer­fe­ri­en beglei­tet haben. „Die zwei Bücher an sei­ne Frau“ von Ter­tul­li­an. Eine ver­rück­te Schrift, die eigent­lich die radi­ka­le Aus­rich­tung Ter­tul­li­ans bezeugt. Er emp­fiehlt, ein wei­ses Vor­ge­hen für den Fall, dass er stirbt und sie als Wit­we da bleibt: Am bes­ten nicht wie­der­hei­ra­ten! Zitat Ter­tul­li­an: “ Man kann sagen: wofür man erst einer Erlaub­nis bedarf, das ist nicht gut. Wie­so denn? Für das, was erst erlaubt wird, gibt es immer eine Ver­an­las­sung zur Ertei­lung der Erlaub­nis, wel­che ver­däch­tig ist. Das Vor­züg­li­che­re aber braucht nicht erst von jemand erlaubt zu wer­den — weil es unbe­denk­lich und wegen sei­ner Ein­fach­heit an sich klar ist.“ Man erahnt in die­sem Buch den auf­kei­men­den Monas­ti­zis­mus der frü­hen Kir­che „Grie­che sucht Grie­chin“ von Fried­rich Dür­ren­matt. Ein ele­gan­ter Anfang, ein viel­ver­spre­chen­der Mit­tel­teil, und wie so oft bei Dür­ren­matt ein eher schwa­cher Abgang. Tat­säch­lich wur­de das Werk nie been­det, und hat nur eine vom Autor bei­gefüg­te Schluß­skiz­ze. Ein gro­tes­kes Werk, dass den Men­schen immer das Cha­os vor Augen stellt. Da es um die Ver­mäh­lung eines streng­gläu­bi­gen Grie­chen (er ist tat­säch­lich „Alt­neu­pres­by­te­ra­ner“) mit …