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Wie können wir denn lesen?

Eine Skizze

Wenn ich von der Ethik des Lesens spre­chen soll, kann ich das nur als Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Wort Got­tes ver­ste­hen. Das bedeu­tet nicht, dass man nicht auch einen Roman oder ein Sach­buch lesen kann. Es bedeu­tet viel mehr, dass die Offen­ba­rung Got­tes in der Bibel die Grund­la­ge für das Ver­ständ­nis eines Sach­bu­ches oder eben eines Romans ist. Wenn ich mit den zahl­rei­chen aus­ge­feil­ten Per­so­nen­stu­di­en Dos­to­jew­skis in sei­nen Wer­ken kon­fron­tiert wer­de, dann ist die Bibel Grund­la­ge dafür, um die ein­zel­nen Cha­rak­te­re zu qua­li­fi­zie­ren, sie als gut und böse zu ver­ste­hen oder eben wie die Wahr­heit so oft ist: Als ein Gemisch von Gut und Böse. Ohne den abso­lu­ten Maß­stab des Wor­tes Got­tes besä­ße ich kei­ne ande­re Grund­la­ge für eine Qua­li­fi­zie­rung.

Im  Fol­gen­den möch­te ich aus­ge­hend von Eph. 5,16 eini­ge Über­le­gun­gen über eine christ­li­che Kul­tur des Lesens ent­wi­ckeln:

Fang jetzt an!

Ich bin kein Idea­list. Ich weiß, dass vie­le Men­schen über­haupt nichts ande­res lesen, als Face­book-Kom­men­ta­re und ihre Whats­App-Nach­rich­ten. Und das Jahr­ein, jahr­aus. Eine Buch­emp­feh­lung bekommt dabei stets das glei­che Urteil: „Gera­de habe ich kei­ne Zeit! Viel­leicht spä­ter mal!“ Natür­lich weiß ich schon jetzt, wie dei­ne Ant­wort „spä­ter mal“ sein wird. Mach dir nichts vor, die pas­sen­de Zeit wird nie­mals kom­men. Ich kann mich auf zehn Jah­re zurück­bli­ckend viel­leicht an zwei oder drei Momen­te von völ­lig unbe­schwer­tem Lesen erin­nern. Ande­re Ver­pflich­tun­gen waren immer da, genau­so wie beun­ru­hi­gen­de Gedan­ken auf dem Her­zen und Augen voll Schlafs! „Spä­ter mal“ wir das genau­so blei­ben. „Kauf­et die Zeit aus“, erin­nert uns dar­an, dass ein Invest benö­tigt wird. Lesen kos­tet!

Vergiss die Mär von den unbegrenzten Ressourcen!

Stän­dig tref­fe ich auf 35 und 40-Jäh­ri­ge die sich beneh­men wie 17-Jäh­ri­ge. Damit mei­ne ich weder Out­fit noch Rei­fe, son­dern vor allem die Mei­nung, dass das gan­ze Leben noch vor einem liegt. Mach dir nichts vor. Ein 40 Jäh­ri­ger hat höchst wahr­schein­lich schon mehr als die Hälf­te hin­ter sich. Wie sag­te schon Ril­ke: Wer jetzt kein Haus hat, baut sich kei­nes mehr! Jetzt eine genaue Aus­ein­an­der­set­zung mit der Bibel noch wei­ter in die Zukunft zu ver­schie­ben, ist im bes­ten Fal­le hoch­mü­tig und im schlimms­ten wahn­sin­nig! Dei­ne Res­sour­cen sind nicht unbe­grenzt! Sonst wür­de Eph. 5,16 uns nicht dar­an erin­nern, wei­se zu inves­tie­ren!

Finde den Kompromiss zwischen weit und tief

Es soll wohl mög­lich sein Men­schen in zwei Grup­pen zu unter­tei­len, näm­lich in Spe­zia­lis­ten und Gene­ra­lis­ten. Wenn das so ist, dann bin ich ein Gene­ra­list. Ich nei­ge stän­dig dazu, von allem etwas, und von nichts etwas Anstän­di­ges zu wis­sen. Ich fürch­te, auch das hat Züge von hoch­mü­ti­gem Wahn.  70 oder 80 Lebens­jah­re wer­den dir nie­mals die Mög­lich­keit geben, „alles zu wer­den und zu tun, was du möch­test“. Prä­fe­ren­zen sind gefragt. Inves­tie­re wei­se, Bru­der. Arbei­te hart, Schwes­ter. Für mich bedeu­tet das, dass ich mich gezielt (ent­ge­gen bren­nen­dem Inter­es­se) gegen bestimm­te The­men ent­schei­de. So sehr mich z.B. Astro­no­mie inter­es­siert, ich besit­ze dafür ein­fach kei­ne Res­sour­cen. Ich erin­ne­re mich in einer der Sher­lock-Hol­mes-Erzäh­lun­gen gele­sen zu haben, dass Sher­lock um Res­sour­cen für sei­ne Deduk­ti­on zu besit­zen, Infor­ma­tio­nen lösch­te, die er für unwich­tig hielt. So konn­te er die Fra­ge nicht beant­wor­ten, ob sich die Son­ne um die Erde dreht oder umge­kehrt (ich glau­be es war in „Das Zei­chen der Vier“). Aber schnell wird klar, auch ein Exper­te der gan­zen Bibel zu wer­den, ist eher eine Mam­mut­auf­ga­be, der die gan­ze Gemein­de in 2000 Jah­ren kaum nach­ge­kom­men ist. Ich glau­be es lohnt sich, Schwer­punk­te zu wäh­len. So sehr mich z.B. Fra­gen der Gemein­de­or­ga­ni­sa­ti­on inter­es­sie­ren wür­den, ist es ein­fach nicht ein The­ma, das für mich irgend­wie hilf­reich sein könn­te. Jedes Mal wenn ich mit einem Gemein­de­ver­ant­wort­li­chen mal dar­über spre­che, erschei­nen mir die als „got­tes­fürch­ti­ge, wei­se und bibel­treu, sau­ber aus­ge­leg­te Orga­ni­sa­ti­ons­for­men“, die mir erläu­tert wer­den, zwar eher als Hokus-Pokus, aber es hat mich ein­fach nicht zu inter­es­sie­ren. Ich wer­de mich dafür am letz­ten Gericht nicht ver­ant­wor­ten müs­sen. Die ande­re Mög­lich­keit wäre hier, hun­der­te von Stun­den zu inves­tie­ren, und dabei aller­lei täg­li­che Anlie­gen mei­nes Lebens zu igno­rie­ren. Was sich hier bizarr anhört, ist manch­mal ein teu­rer Preis. So ste­he ich immer wie­der vor der Her­aus­for­de­rung, ob ich eher pres­by­te­ria­ni­sche Lite­ra­tur oder bap­tis­ti­sche Lite­ra­tur ver­fol­gen soll­te. Berk­hof zitiert in sei­ner Dog­ma­tik nahe­zu voll­stän­dig ande­re Refe­ren­zen als C.F. Hen­ry. Res­sour­cen sind aber nur für einen Weg vor­han­den.

Klar kann man von bei­den Sei­ten vom Roß fal­len. Auch eine „Spe­zia­li­sie­rung“ endet dann plötz­lich so, dass man Lite­ra­tur nur als Selbst­be­stä­ti­gung benutzt. Das bringt mich zu mei­ner Ein­lei­tung zurück: Wel­chen schlim­me­ren Miss­brauch könn­ten wir dem wun­der­ba­ren Geschenk Got­tes, der Bibel antun, als das wir sie nur als Mit­tel der Selbst­be­stä­ti­gung lesen. Statt Spe­zia­li­sie­rung und Gene­ra­li­sie­rung, erscheint mir eine Wahl von The­men­schwer­punk­ten mit Trans­fer­fel­dern sinn­voll.

Investiere weise

Bei 20 Büchern, die ich pro Jahr in etwa zu lesen schaf­fe, kann man eine recht kla­re Pro­gno­se fäl­len, wie man sei­ne Zie­le zu tref­fen hat. Für die nächs­ten zehn Jah­re wären ca. 200 Bücher drin. Das heißt mei­ne Biblio­thek beinhal­tet deut­lich mehr Bän­de, als ich jemals lesen wer­de.

Statt dann 200 Bio­gra­phi­en quer­beet durch die gan­ze Kir­chen­ge­schich­te zu lesen, dürf­te es sinn­vol­ler sein, meh­re­re umfang­rei­che­re zu wäh­len und hier­bei kon­zen­trisch wei­ter­zu­wach­sen. Neh­men wir ein von mir aus­pro­bier­tes Bei­spiel: Mar­tin Luther

Als ich die Bio­gra­phie Luthers von Frie­den­thal las, kann­te ich kaum ein Werk von Luther per­sön­lich. Zu die­sem einen Zugang zu fin­den, war gar nicht so ein­fach: Als ers­tes griff ich zu den 95 The­sen und fand sie furcht­bar ver­wir­rend. Die­se völ­lig lang­wei­li­gen Aus­sa­gen sol­len eine tau­send Jah­re alte Struk­tur ins Wan­ken gebracht haben? Vor allem die Bio­gra­phie von Fausel ermög­lich­te dann end­lich den lang­ersehn­ten Ein­tritt in Luthers Werk. Schnell ent­deck­te ich sei­ne zahl­rei­chen Kampf­schrif­ten, ob nun „Frei­heit eines Chris­ten­men­schen“ oder „Von den guten Wer­ken“ oder „von der baby­lo­ni­schen Gefan­gen­schaft der Kir­che“. Der Humor Luthers macht die meis­ten sei­ner Bücher zu einer sehr leicht les­ba­ren Kost. Doch mir wur­de hier schnell deut­lich, dass Pole­mik und Kir­chen­kampf ja nicht sein täg­li­ches Arbeits­le­ben war. Luther war kein bezahl­ter Revo­lu­ti­ö­ner, son­dern Pro­fes­sor und Pre­di­ger. Tag­aus, tag­ein bis zu sei­nem Tod! In nahe­zu allen vor­han­de­nen Popu­lär­aus­ga­ben von Luthers Wer­ken geht die­ses Zen­trum sei­ner Tätig­keit unter. Das wäre mir nie bewusst gewor­den, wenn ich mich nur auf die Popu­lär­aus­ga­ben sei­ner Wer­ke kon­zen­triert und die Bio­gra­phi­en aus­sen vor gelas­sen hät­te. Von die­ser Basis aus, ging ich zu wei­te­ren Beu­te­zü­gen. So wag­te ich mich endlch an die Refor­ma­ti­ons­ge­schich­te von Mac­Culloch, aber auch an die Rezep­ti­ons Luthers durch sei­ne Zeit­ge­nos­sen, z.B. die Zusam­men­stel­lung von Zahn: „Cal­vins Urtei­le über Luther“.  Not­wen­dig wur­de plötz­lich auch die Lek­tü­re des Mit­tel­al­ters, bzw. der Renais­sance. Ist Luther jetzt der letz­te Mensch des Mit­tel­al­ters oder der ers­te der Moder­ne?  Zum Bei­spiel das Buch „Four Prin­ces“ von Nor­wich kann dabei hilf­reich wer­den, die Luft, die Luther ein­at­me­te, bes­ser zu ver­ste­hen. Natür­lich war ich auch an Luthers Nach­kom­men, den Luthe­ra­nern inter­es­siert, die mich aber durch Ihre Beto­nung des Para­do­xen bis­her nur irri­tiert haben. Offen­sicht­lich war der letz­te gro­ße Luthe­ra­ner Luther selbst (man ver­zei­he mir). Den­noch konn­te ich mit Luthers Situa­ti­on im Blick die kon­fes­sio­nel­len Schrif­ten des Luther­tums (Kon­kor­di­en­for­mel, Augs­bur­ger Bekennt­nis) bes­ser ver­ste­he. Eine gewis­se Hagio­gra­phie Luthers, der ich ger­ne frön­te, muss­te aber ziem­lich schnell ster­ben. Luther selbst ist doch das geblie­ben, womit er sich trös­te­te: simul jus­tus et pec­ca­tor! Kon­zen­trisch kann ich mich nun an eher außer­ge­wöhn­li­che Wer­ke wagen, z.B. besit­ze ich in mei­ner Logos-Biblio­thek das Buch „the Tri­ni­ty and Mar­tin Luther“, ein Werk, dass nun auf mei­ner Lese­lis­te steht.

Die­ses zuge­ge­ben aus­führ­li­che Bei­spiel hal­te ich für nötig, um zu illus­trie­ren, dass mein Lese­bud­get von 200 Büchern in 10 Jah­ren bereits 20 Bücher allei­ne für Mar­tin Luther gekos­tet hat. Sich inten­siv mit einem zeit­ge­nös­si­schen Autor zu beschäf­ti­gen, habe ich an einer ande­ren Stel­le bereits aus­führ­lich vor­ge­stellt. Die Res­sour­cen rei­chen also im bes­ten Fall für ein Dut­zend The­men. Damit waren mei­ne The­men­be­rei­che schnell fest­ge­legt: Um eini­ge Kern­punk­te zu nen­nen: Drei­ei­nig­keit, Heils­ge­wiss­heit, Bun­des­theo­lo­gie. Als nächs­tes Feld habe ich schon län­ger ange­fan­gen, mich mit bestimm­ten Bibel­bü­chern aus­führ­li­cher zu beschäf­ti­gen. In den letz­ten Jah­ren bin ich so durch den Jako­bubs­brief, den ers­ten Petrus­brief, die Apos­tel­ge­schich­te, das Buch der Rich­ter und den Pro­phe­ten Jona gekom­men. Aktu­ell ste­cke ich ganz schön im Mat­thä­us-Evan­ge­li­um fest und wag­te mich neu­er­dingt an Haba­kuk. Aber von Schwer­punkt zu Schwer­punkt wer­den zuneh­mend Trans­fer­li­ni­en zwi­schen die­sen deut­lich. Zum Bei­spiel fällt das Buch  „The Tri­ni­ty and Mar­tin Luther“ ja in zwei The­men­fel­der. Natür­lich ent­deckt man the­ma­ti­sche Ver­bin­dun­gen zwi­schen Jona und Rich­ter (Isra­el und die Hei­den). Ein neu ent­stan­de­nes und inten­si­ves Lese­feld zu Fra­gen der Lebens­be­ra­tung, dass ich so nie vor­her­ge­sagt hät­te, ließ mich zudem schnell erken­nen, wie über­ra­schend frucht­bar mei­ne Vor­ar­beit am Jako­bus-Brief plötz­lich gewor­den ist. Es lohnt sich also, nicht alle Res­sour­cen fix zu ver­pla­nen

Hör auf ständig zu optimieren!

Man kann sich vor­stel­len, an wie vie­len groß­ar­ti­gen Büchern ich vor­bei­ge­hen muss, weil sie ein­fach kräf­te­tech­nisch nicht drin sind. Was ich eben­falls häu­fig beob­ach­te, ist die Ver­su­chung, die Metho­de des Lesens stän­dig anzu­pas­sen, bis man letzt­lich völ­lig ver­wirrt ist. Nach papier­nen Büchern wer­den es digi­ta­le, dann wie­der (auf­grund eines Revi­val-Erleb­nis­ses?) wie­der papier­ne. Erst ist es ein digi­ta­les Notiz­buch, dann ein Papier­nes und dann wie­der ein Digi­ta­les, dies­mal aber ein ande­res, natür­lich bes­se­res. Erst mar­kiert man sim­pel in 4 Far­ben, wech­selt aber plötz­lich auf die induk­ti­ve Metho­den. Ich beob­ach­te, wie Ver­bes­se­rungs­pro­zes­se in Unter­neh­men nie ein Ende neh­men, und bevor sich eine neue Metho­de über­haupt eta­bliert und  gefes­tigt hat, wird sie wie­der ver­wor­fen. So ein Quatsch! Nimm und Lies sage ich dir, Nimm und Lies!

Rechne mit Irritationen

Da es böse Zeit ist, wird es furcht­ba­re, kaum zu ertra­gen­de Momen­te geben. Autoren, die groß­ar­ti­ge Bücher über Ethik geschrie­ben haben, wer­den lie­ber mit dem Papst Kaf­fee trin­ken gehen. Ande­re, die die Schöp­fung ver­tei­dig­ten, wer­den lie­ber über Seks in de Kerk schrei­ben. Als schlim­mer emp­fin­de ich jedoch eine gewis­se Arro­ganz, die ich zumin­dest in den Wer­ken, die ich lese, beob­ach­ten kann. Wie oft, liest man z.B. dass Bibli­sche Theo­lo­gie ihren Anfang mit einem Werk von Gaeb­ler (spä­tes 18tes Jahr­hun­dert) ihren Anfang, bzw. sogar erst mit der Arbeit von Vos (Ab 1940) ihren Anfang nahm. Jedes mal wenn ich das lese, bin ich über die dahin­ter ste­hen­de aka­de­mi­sche Arro­ganz ent­setzt. Wie sonst, ohne biblisch-theo­lo­gisch zu den­ken, wäre man über­haupt auf das Kon­zept der Bun­des­theo­lo­gie gesto­ßen. Ohne wei­te­res kann ich bibli­sche Stu­di­en des 19ten Jahr­hun­derts aus rus­si­schen Evan­ge­li­ums-Chris­ten Krei­sen auf­füh­ren, die sehr wohl die pro­gres­si­ve Offen­ba­rung des Wor­tes Got­tes berück­sich­ti­gen, ohne dabei etwas von Gaeb­ler oder Vos gehört zu haben.

Ich füh­re die­sen Punkt auch aus, weil ich weiß, wie vie­le Res­sour­cen drauf gehen kön­nen, weil man abso­lut zweit­ran­gi­ges Zeug liest, ob nun Bücher, die rein fik­ti­ven und theo­re­ti­schen Pro­ble­men nach­ge­hen oder ein­fach einen Markt besit­zen, weil sie „als kon­ser­va­tiv“ gel­ten. Um ehr­lich zu sein, hal­te ich min­des­tens 34 des kon­ser­va­ti­ven evan­ge­li­ka­len Mark­tes mit sol­chen Büchern geflu­tet. Vie­le ver­ste­hen das Label „Bibel­treue“ als Frei­schein für Ober­fläch­lich­keit, Lan­ge­wei­le und gleich­gül­ti­ge Exege­se von Slo­gans.

Suche die Gemeinschaft

Auch Eph. 5,16 rich­tet sich an die Kom­mu­ne nicht an Indi­vi­du­en, wie so oft in den Brie­fen! Die Gemein­de ist gemeint! Ich ermu­ti­ge dich, das Wort Got­tes in Gemein­schaft zu lesen, ob es nun dein Haus­kreis ist, dei­ne Fami­lie oder ein­fach Freun­de. Ich wünsch­te ich könn­te hier erzäh­len, wie vie­le Erkennt­nis­se ich dar­aus gewon­nen habe, dass ich das Wort Got­tes mit Men­schen gele­sen habe, die mir eigent­lich über­haupt nicht zuge­sagt haben. Wir haben das Wort Got­tes gele­sen, haben Gott bes­ser ken­nen­ge­lernt und sind dabei sel­ber Freun­de gewor­den.

Sei kreativ

Ein­mal bin ich auf Chris­ten gesto­ßen, die der Ansicht waren, dass Audi­ble nichts für Chris­ten sei! Klingt für mich töricht, da man zuneh­mend sinn­vol­le Hör­bü­cher, ja gan­ze Dog­ma­ti­ken für 9,95EUR erwer­ben kann. Audio-Bücher sind ein gutes, aber nicht ganz so „tief sit­zen­des“, Mit­tel um mit engen Res­sour­cen umge­hen zu kön­nen. Wie wird so plötz­lich aus einem öden Arbeits­weg (mit all den Ampeln und Sonn­tags­fah­rern da vor­ne!) plötz­lich eine hal­be Stun­de Erbau­ung!

Nimm dich nicht zu ernst!

Das dürf­te irri­tie­rend erschei­nen. Die Zeit aus­zu­kau­fen, bedeu­te ja wohl, um so inten­si­ver auf sich selbst zu bli­cken, oder?. Aber das deckt sich nicht mit dem bibli­schen Befund.  Die­ser sieht in der Kür­ze des mensch­li­chen Lebens vor allem sei­ne Nich­tig­keit (Vgl. z.b. Ps. 8,5; 103,15 144,3 Pred. 6,10 Sir. 10,9 Jes. 51,12 und vor allem Jak.1,9 – 11). Das Men­schen Leben ist wie Gras. Auf die Gefahr hin, ein Ultra-Pie­tist zu sein: „Wer heut’ gesund und frisch und rot, Ist mor­gen krank – viel­leicht schon tot!“ Es geht ein­fach nicht um uns. Ich emp­fin­de das zuneh­mend als befrei­end: Nicht mit jedem Buch, jedem Chris­ten und jedem his­to­ri­schen Ereig­nis muss ich mich per­sön­lich iden­ti­fi­zie­ren. Die paar Stun­den, die uns gege­ben sind, kön­nen wir hier ein­fach mög­lichst sinn­voll nut­zen.

Es lohnt sich!

Es ist ein offe­nes Geheim­nis, dass mei­ne ers­te Begeg­nung mit Han­ni­el Stre­bel mei­ne kom­plet­te Lese­kul­tur auf den Kopf gestellt hat. Das war vor etwas mehr als 3 Jah­ren. Kurz dar­auf, habe ich ver­sucht, oben dar­ge­stell­te Skiz­zen umzu­set­zen. Im ers­ten Jahr gab es kei­ner­lei Frucht, hier wur­de nur gebud­delt und gesät. Ich glau­be, ich muss­te noch nie­mals in mei­nem Leben so gedul­dig sein. So vie­le Irri­ta­tio­nen, bei so wenig Fort­schritt! Erst nach ca. zwei Jah­ren habe ich Pro­fit ein­ge­fah­ren. Ich merk­te, wie ich z.B. die Abend­an­dach­ten mit der Fami­lie mit mehr Tief­gang gestal­ten konn­te, oder mei­ne Arbeits­kol­le­gen in ihren Nöten erns­ter genom­men habe.  Die­se ers­te Frü­hern­te moti­viert natür­lich zum wei­te­ren Invest. Mit Got­tes Güte wird sich auch die­ser loh­nen!

 

 

 

 

 

 

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