Zitate aus De Dono Perseverantiae
Augustinus über die Gabe des Ausharrens bis zum Schluss

Lesezeit: 31 Minuten

Ein Tag im Zeichen des Augustinus - einBLICK - Online-Magazin der Universität Würzburg

Das Werk Augustins De Dono Perservantiae“ ist eigentlich ein Brief Augustins an Hillarius, und kann als zweites Buch über die Vorherbestimmung verstanden werden, denn es baut in weiten Teilen darauf an. Inhaltlich lassen sich beide Werke dennoch gut unabhängig von einander lesen. Tatsächlich war dieses Werk, eines der ersten von mir, dass ich von Augustinus gelesen habe. Die praktischen Implikationen aus der Überlegung, dass die Errettung eine Gnadengabe Gottes sind, sind bei Augustinus an der Frage nach dem Ausharren bis zum Schluss ausgerichtet. Eine Anwendung, wie man sie in der Reformation vor allem für die Glaubensgewissheit gezogen hat, wird man aber nur angedeutet finden. Auch die Frage nach der Identität ist hier weniger vorhanden, wenn auch Augustinus darauf in anderen Werken eingeht.

Das Werk ist im Mittelalter auch unter dem Titel “Die Vorzüge  des Geschenkes der Beharrlichkeit” bekannt gewesen. Mir war es nicht möglich eine deutsche Version des Buches zu finden, so dass ich es auf Englisch gelesen habe. Eine doppelte Übersetzung will ich meiden, und habe deswegen diesmal die Zitate auf Englisch belassen. Ich verweise gerne auf deepl.

Im Grunde genommen habe ich beim Lesen immer wieder ein Deja-Vu erlebt: „Ach Augustinus hat ja dieses Beispiel auch schon erwähnt“, deswegen bespreche ich dieses Werk sehr ausführlich mit sehr vielen Zitaten direkt und ungekürzt aus dem Werk. Entsprechend versuche ich im Folgenden über alle 69 Kapitel des Werkes einen Überblick zu geben. Die englische Übersetzung des Werkes findet sich übrigens auch kostenfrei im Web.

Zu Anfang seines Werkes definiert Augustinus, dass er “nicht über Worte streiten möchte”, aber er Ausharren  als die Gabe definiert, im Glauben bis zum Schluß auszuharren: “And the believer of one year, or of a period as much shorter as may be conceived of, if he has lived faithfully until he died, has rather had this perseverance than the believer of many years’ standing, if a little time before his death he has fallen away from the stedfastness of his faith.”

 

Im zweiten Kapitel betrachtet Augustinus die Herausforderungen eines Glaubensleben, dass immer von Versuchungen und Anfechtungen umgeben ist, aber selbst im Angesicht des Todes und des Märtyriums doch das Ausharren von dem erhofft, “dem nichts zu schwer ist, der gibt sie gerne”. Augustinus verweist auf Jeremia 32,40 “Und ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht ablassen will, ihnen Gutes zu tun, und will ihnen Furcht vor mir ins Herz geben, dass sie nicht von mir weichen.”

 

Ab dem dritten Kapitel führt Augustinus seine zentrale These ein: “But why is that perseverance asked for from God if it is not given by God?”  Wir bitten Gott so oft darum, dass wir bewahrt werden,  und dass wir bis zum Schluss ausharren, sollen aber denken, dass es doch unsere eigene Gabe ist? Augustinus bewertet eine solche Bitte, die nur um der “Demut willen geführt wird” als Heuchelei: “Abstain from honouring Him with your lips and extolling yourself over Him in your heart, by believing that you have from yourself what you are pretending to beseech from Him.” Die These, dass man Gott nur um das bitten kann, was er auch schenken kann, führt Augustinus in diesem antipelagianischen Werk in den folgenden Kapiteln (Kap. 4- 12)weiter aus. Er verweist z.B. auf das Vater Unser, dass alle Gemeinden beten: Bitten wir in diesen Gebeten nicht auch um Bewahrung? Dabei behandelt Augustinus alle Bitten dieses Gebetes  und verweist  darauf, wie weit diese Bitten gehen. Wenn wir “Geheiligt sei dein Name”, beten, flehen wir dann nicht darum, Gott nicht zu verunehren? “What, when we say, “Thy kingdom come,” do we ask else, but that that should also come to us which we do not doubt will come to all saints? And therefore here also, what do they who are already holy pray for, save that they may persevere in that holiness which has been given them? For no otherwise will the kingdom of God come to them; which it is certain will come not to others, but to those who persevere to the end.”

 

So auch im neunten Kapitel, als Augustinus die fünfte Bitte bespricht: “Führe uns nicht in Versuchung, sondern bewahre uns vor dem Bösen”. “If, therefore, it be granted to him according to his prayer that he may not be led, certainly by the gift of God he persists in that sanctification which by the gift of God he has received.”

 

Wer besitzt nun die Gabe des Ausharrens (Kap. 10)? Nur die, die bis zum Schluss ausharren!  “But since no one has perseverance to the end except he who does persevere to the end, many people may have it, but none can lose it”

Im elften Kapitel wiederholt Augustinus die Zentralität dessen, dass Gott das geben will, wofür er uns zu Bitten auffordert. “Let any one who dares, tell me whether God cannot give what He has commanded to be asked from Him. Certainly he who affirms this, I say not is a fool, but he is mad”

Damit leugnet Augustinus keineswegs, dass der Wille des Menschen in der Lage ist, von Gott abzuweichen. Eben weil unser Fleisch der Ursprung unserer Anfechtungen sind, kann Augustinus (Kap.13) davon sprechen, dass die “Versuchung der Zustand des Menschen ist”. Die Freiheit ohne Gott in Versuchungen zu bestehen ist seit dem Sündenfall nicht mehr gegeben, “But, after the fall of man, God willed it to pertain only to His grace that man should approach to Him; nor did He will it to pertain to aught but His grace that man should not depart from Him.” – Somit ist es sowohl Gottes Gnade, dass der Mensch zu Ihm kommt und nicht von Ihm weicht, wofür Augustinus Eph. 1,11, Ps. 80,17-18 und Jer. 32,40 als Beweistexte aufführt. Vor allem die letzte Stelle zeigt, das Augustinus die gnädige Wiedergeburt als Gabe des Neuen Bundes sah.

Wer Augustinus liest, ist immer wieder über seine vielschichtigen Fragestellungen überrascht. So geht er in Kap. 15 der Frage nach, warum Gott möchte, dass wir ihn um etwas bitten, dass er uns auch ohne Gebet geben könnte. Im sechszehnten Kapitel gibt Augustinus eine exzellente Frage darauf, warum die Gnade, wenn sie nicht aufgrund von  Verdiensten gegeben wird, nicht einfach allen Menschen zuteilwird.  Ich fand dieses kurze Kapitel so stark, dass ich es hier vollständig einfügen möchte: ““But “why,” says one, “is not the grace of God given according to men’s merits?” I answer, Because God is merciful. “Why, then,” it is asked, “is it not given to all?” And here I reply, Because God is a Judge. And thus grace is given by Him freely; and by His righteous judgment it is shown in some what grace confers on those to whom it is given. Let us not then be ungrateful, that according to the good pleasure of His will a merciful God delivers so many to the praise of the glory of His grace from such deserved perdition; as, if He should deliver no one therefrom, He would not be unrighteous. Let him, therefore, who is delivered love His grace. Let him who is not delivered acknowledge his due. If, in remitting a debt, goodness is perceived, in requiring it, justice—unrighteousness is never found to be with God.”

Kann Gnade dann noch gerecht bleiben, fragt das 17 Kapitel, wenn zum Beispiel den beiden Zwillingen ein vollständig unterschiedliches Urteil widerfährt? Augustinus weist darauf hin, dass auch die Arbeiter im Weinberg den gnädigen Lohn des Arbeitgebers als unfair empfanden.  Im 18 Kapitel betrachtet Augustinus die gleiche Frage umgekehrt. Ist es dann von Gott fair, wenn er den einen härter bestraft, als einen anderen? Augustinus antwortet: ““But if,” it is said, “it was necessary that, although all were not condemned, He should still show what was due to all, and so He should commend His grace more freely to the vessels of mercy; why in the same case will He punish me more than another, or deliver him more than me?” I say not this. If you ask wherefore; because I confess that I can find no answer to make. And if you further ask why is this, it is because in this matter, even as His anger is righteous and as His mercy is great, so His judgments are unsearchable”

Im 19. Kapitel geht Augustinus dann der Frage nach, warum in der Gemeinde Auserwählte mit Verworfenen vermischt sind. Augustinus sieht darin eine Ermahnung von Gott, nicht zu selbstsicher zu werden: “But God has judged it to be better to mingle some who would not persevere with a certain number of His saints, so that those for whom security from temptation in this life is not desirable may not be secure. For that which the apostle says, checks many from mischievous elation: “Wherefore let him who seems to stand take heed lest he fall.” But he who falls, falls by his own will, and he who stands, stands by God’s will. “For God is able to make him stand;” therefore he is not able to make himself stand, but God. Nevertheless, it is good not to be high-minded, but to fear”

 

Ab dem zwanzigsten Kapitel verweist Augustinus immer wieder auf andere Kirchenväter, z.B. auf Ambrosius, Die Flucht vor der Welt. Hier schreibt Ambrosius darüber, das niemand ohne Gottes Hilfe vor der Welt flieht. Augustinus kommentiert: “Therefore it is not in the power of men, but in that of God, that men have power to become sons of God.”, womit er sich auf Joh. 1,12 beruft. Später, In Kapitel  48-49 verweist Augustinus dann noch auf Cyprian. Mit beiden meint er, seine Gnadenlehre zu teilen.

Im 21. Kapitel betrachtet Augustinus 1. Joh. 2,19:  Nur, die von uns waren, werden auch bei uns bleiben. Uns sie waren nicht von uns, weil sie nicht berufen waren und nicht in Christus vor Grundlegung der Welt erwählt waren.

Kapitel 22-24 ist ein Einschub, in dem Augustinus die interessante Frage untersucht, ob Gott Menschen nicht danach richtet, wie sie handeln würden, wenn sie in einer bestimmten Situation wären. Werden Tyros und Sidon nun nach ihrem tatsächlichen Verhalten gerichtet, oder berücksichtigt Gott auch die Tatsache, dass sie das Evangelium empfangen hätten, wenn Jesus es ihnen gebracht hätte? Diese Frage hat zahlreiche Folgerungen: So kann man auch fragen, ob Gott verstorbene Kinder nach seinem Wissen darüber richtet, wie sie handeln würden, wenn sie gelebt hätten. Augustinus verneint beides: “It is therefore false that the dead are judged in respect also of those things which they would have done if the gospel had reached them when they were alive. And if this is false, there is no ground for saying, concerning infants who perish because they die without baptism, that this happens in their case deservedly, because God foreknew that if they should live and the gospel should be preached to them, they would hear it with unbelief.”(Kap.23) Auf die Frage, wie Gott verstorbene Kinder richtet, kehrt Augustinus nocheinmal in Kap. 31 zurück. Insgesamt macht er hier als das wesentliche Unterscheidungszeichen die Taufe aus, was dieses Kapitel vielleicht zu den wenigen eher schwachen Kapiteln des Buches macht.

Im weiteren Verlauf des Buches geht Augustinus auf Lehrpositionen der Manichäer (Kap. 26) oder der Pelagianer (Kap. 29, auf die er in Kap. 52 zurückkehrt) ein, blickt aber auch auf seine Retraktationen (Kap. 27), also auf seine von ihm veröffentlichten Korrekturen seiner Werke. Hier analysiert Augustinus die Frage, ob seine Lehre der Vorherbestimmung sich seit den Bekenntnissen weiterentwickelt hat. Obwohl Augustinus eine Weiterentwicklung und Ausformulierung seiner Thesen eingesteht, beharrt er darauf, dass sein Festhalten an der Gnadenlehre unverändert bestand. Überhaupt ist ihm Wachstum in der Erkenntnis wichtig, ein Thema, zu dem er in Kapitel 30 wiederkehrt: “For if, when I began my books concerning Free Will as a layman, and finished them as a presbyter, I still doubted of the condemnation of infants not born again, and of the deliverance of infants that were born again, no one, as I think, would be so unfair and envious as to hinder my progress, and judge that I must continue in that uncertainty.” Im 53. Kapitel kehrt Augustinus zu seinen Bekenntnissen zurück und erinnert daran, dass er schon in diesem Werk festhält: “Gib was du befiehlst” .  Ich fand es bezeichnend, dass Augustinus selbst diese monergistische Deutung dieses augustinischen Mottos vorschlägt. Wiederholt hält Augustinus fest, das Gnade nicht aufgrund von Verdienst zuteil wird (Insbesondere Kap. 55).

Zentral für Augustinus ist aber, dass wir dabei den gnädigen Gott der Liebe nicht aus dem Blick verlieren dürfen (Kap. 28): “It is therefore settled that God’s grace is not given according to the deserts of the recipients, but according to the good pleasure of His will, to the praise and glory of His own grace; so that he who glorieth may by no means glory in himself, but in the Lord, who gives to those men to whom He will, because He is merciful, what if, however, He does not give, He is righteous: and He does not give to whom He will not, that He may make known the riches of His glory to the vessels of mercy. For by giving to some what they do not deserve, He has certainly willed that His grace should be gratuitous, and thus genuine grace; by not giving to all, He has shown what all deserve. Good in His goodness to some, righteous in the punishment of others; both good in respect of all, because it is good when that which is due is rendered, and righteous in respect of all, since that which is not due is given without wrong to any one.”

In Kapitel 32 und 33 betrachtet Augustinus die Perspektive, dass es notwendig ist, an der freien Gnade festzuhalten, um Gottes Freien Willen aufrecht zu erhalten.

Ab Kapitel 34 beschäftigt sich Augustinus mit der Frage, wie man über die Prädestination predigen kann: “But they say that the “definition of predestination is opposed to the advantage of preaching,”—as if, indeed, it were opposed to the preaching of the apostle! Did not that teacher of the heathen so often, in faith and truth, both commend predestination, and not cease to preach the word of God? Because he said, “It is God that worketh in you both to will and to do for His good pleasure,” did he not also exhort that we should both will and do what is pleasing to God? or because he said, “He who hath begun a good work in you shall carry it on even unto the day of Christ Jesus,” did he on that account cease to persuade men to begin and to persevere unto the end?” (Kap. 34)

Können Menschen nicht die Prädestinationslehre missbrauchen, als Ausrede für Ihre Sünden? Sicherlich, meint Augustinus und erinnnert sich an seine Zeit im Kloster: “There was a man in our monastery, who, when the brethren rebuked him for doing some things that ought not to be done, and for not doing some things that ought to be done, replied, “Whatever I may now be, I shall be such as God has foreknown that I shall be.” And this man certainly both said what was true, and was not profilted by this truth for good, but so far made way in evil as to desert the society of the monastery, and become a dog returned to his vomit; and, nevertheless, it is uncertain what he is yet to become. For the sake of souls of this kind, then, is the truth which is spoken about God’s foreknowledge either to be denied or to be kept back,—at such times, for instance, when, if it is not spoken, other errors are incurred?” (Kap. 38)

Das gleiche kann auch den Betern erfahren, dass sie nur noch kalt und lau beten, weil sie aus Gottes Wort erfahren haben, dass Gott schon weiß, was sie nötig haben, bevor sie beten (Kap. 39). “Must the truth of this declaration be given up, or shall we think that it should be erased from the gospel because of such people? Nay, since it is manifest that God has prepared some things to be given even to those who do not pray for them, such as the beginning of faith, and other things not to be given except to those who pray for them, such as perseverance even unto the end, certainly he who thinks that he has this latter from himself does not pray to have it.”

Augustinus gesteht ein, dass es Gelegenheiten gibt, wo man die Wahrheit zurückhalten muss, aber er ist nicht der Meinung, dass die Lehre von der Gnade eine Lehre ist, die z.B. Kinder nicht verstehen können. “Es ist eine Sache, eine Wahrheit zurückzuhalten, die Notwendigkeit darüber zusprechen jedoch ist eine andere Sache.” (Kap. 40) – “For either predestination must be preached, in the way and degree in which the Holy Scripture plainly declares it, so that in the predestinated the gifts and calling of God may be without repentance; or it must be avowed that God’s grace is given according to our merits,—which is the opinion of the Pelagians” (Kap. 41) Später im Werk kehrt Augustinus noch einmal auf diese Fragen zurück (Kap. 57-62). Er spricht sich aber dafür aus, Ärgernis und Anstoß in der Verkündigung zu meiden, dabei ist er der Meinung, dass sich vieles durch geeignete Formulierungen erreichen lässt. So empfiehlt er die Verwendung der dritten (“so jemand gehorcht”) statt der zweiten Person (“So ihr gehorcht”) vor (Kap. 61). Predigt man über das Ausharren, steht für ihn das Gebet im Zentrum (Kap. 62): “You, therefore, ought also to hope for that perseverance in obedience from the Father of Lights, from whom cometh down every excellent gift and every perfect gift, and to ask for it in your daily prayers; and in doing this ought to trust that you are not aliens from the predestination of His people, because it is He Himself who bestows even the power of doing this. And far be it from you to despair of yourselves, because you are bidden to have your hope in Him, not in yourselves. For cursed is every one who has hope in man; and it is good rather to trust in the Lord than to trust in man, because blessed are all they that put their trust in Him.”

Ab dem 42ten Kapitel werden seine Ausführungen apologetischer. Welche Gabe ist nicht Gottes Gabe, fragt Augustinus wiederholt. Wir bitten bei Gott ja nicht nur um Ausharren, sondern auch um Glaube, Frömmigkeit, Liebe und alle anderen Tugenden, von denen Augustinus in besonderer Weise die Weisheit hervorhebt (Kap. 43 und 44). Kommen nicht alle guten Gaben vom Vater des Lichts (Jak. 3,17)? Warum zieht Gott  dann aber in der Predigt die Sünder zur Verantwortung und fordert, dass sie gute Gaben wirken? “As, therefore, the restless are to be rebuked, both by the testimony of the divine declarations, and by those very impulses of ours which they have in common with ourselves; and is it no argument against this rebuke that we declare the peaceful wisdom, whereby the contentions are corrected and healed, to be the gift of God; unbelievers are in such wise to be rebuked, as those who do not abide in the faith, without any hindrance to that rebuke from the preaching of God’s grace, although that preaching commends that very grace and the continuance in it as the gifts of God.” –

Versagt aber nicht einer aufgrund eigener Schuld, wenn er nicht bis zum Schluss ausharrt (Kap. 46)?  Eines der schönsten Kapitel des Buches, wo Augustinus diese Frage so beantwortet: “Who denies it? But because of this, perseverance in the faith is not to be said not to be a gift of God. For it is this that a man daily asks for when he says, “Lead us not into temptation;” and if he is heard, it is this that he receives. And thus as he daily asks for perseverance, he assuredly places the hope of his perseverance not in himself, but in God. I, however, am loth to exaggerate the case with my words, but I rather leave it to them to consider, and see what it is of which they have persuaded themselves—to wit, “that by the preaching of predestination, more of despair than of exhortation is impressed upon the hearers.” For this is to say that a man then despairs of his salvation when he has learned to place his hope not in himself, but in God, although the prophet cries, “Cursed is he who has his hope in man.”

Im 47. Kapitel ist eine Analyse zu finden, in der Augustinus die Begriffe Vorherbestimmung und Vorherwissen als Synonyme identifiziert. Bezugnehmend auf den geretteten Überrest Israels, hält Augustinus fest: “Therefore, in the election, and in this remnant which were made so by the election of grace, he wished to be understood the people which God did not reject, because He foreknew them. This is that election by which He elected those, whom He willed, in Christ before the foundation of the world, that they should be holy and without spot in His sight, in love, predestinating them unto the adoption of sons”.

Weil die Vorherbestimmung den Gehorsam nicht mindert (Kap. 50), gibt es keine Gründe, nicht über Vorherbestimmung zu predigen (Kap. 51).

Ab dem 54. Kapitel führt Augustinus seine Thesen zusammen: Somit ist für Augustinus sowohl der Anfang wie das Ende des Glaubens eine Gabe Gottes. Viele, manchmal selbst Pelagianer, sind bereit einzugestehen, dass der Glaube eine Gabe Gottes ist. Ist aber nicht die Vollendung einer Sache größer als ihr Anfang? “But if both are God’s gifts, and God foreknew that He would give these His gifts (and who can deny this?), predestination must be preached,—that God’s true grace, that is, the grace which is not given according to our merits, may be maintained with insuperable defence.” Darum ist es Gott, der sowohl Mittel wie Ziele schenkt (Kap. 56).

Das vor allem das Gebet der Gemeinde offenbart, dass sie ihre Hoffnung nur auf Gott wirft, ist offensichtlich, ob es nun um die Rettung der Verlorenen, oder um das Ausharren geht: “For, certainly, the Church would not pray that faith should be given to unbelievers, unless it believed that God converts to Himself both the averse and adverse wills of men. Nor would the Church pray that it might persevere in the faith of Christ, not deceived nor overcome by the temptations of the world, unless it believed that the Lord has our heart in His power” (Kap. 63). Dieses Zeugnis sieht Augustinus auch im Gebet der Gemeinde (Kap. 65). “These things, therefore, which the Church asks from the Lord, and always has asked from the time she began to exist, God so foreknew that He would give to His called, that He has already given them in predestination itself; as the apostle declares without any ambiguity”

Dieser Ausblick ist ein würdiger Abschluss für ein gelungenes Buch. So schließt auch Augustinus mit einem Blick auf Gottes Ehre (Kap. 66): “As, therefore, other things must be preached so that he who preaches them may be heard with obedience, so predestination must be preached so that he who hears these things with obedience may glory not in man, and therefore not in himself, but in the Lord; for this also is God’s precept, and to hear this precept with obedience—to wit, that he who glories should glory in the Lord—in like manner as the rest, is God’s gift. And he who has not this gift,—I shrink not from saying it,—whatever others he has, has them in vain”

Halt! – Da wäre noch Kap. 67. In diesem vorletzten Kapitel seines Werkes verweist er darauf, dass das herrlichste Beispiel der Vorherbestimmung, Jesus Christus selbst ist. Kein Wunder sprach Calvin darüber, dass Augustinus totus noster (komplett unser) sei: “Therefore He predestinated both Him and us, because both in Him that He might be our head, and in us that we should be His body, He foreknew that our merits would not precede, but that His doings should.”

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