Erbauliches, Medien
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Wie ich zum Bücherlesen kam

Ich bin sehr dank­bar, in einem Eltern­haus auf­ge­wach­sen zu sein, in dem Lesen und Bücher kei­ne Fremd­wör­ter waren. Wir waren kei­ne beson­ders intel­lek­tu­el­le Fami­lie. Wir rede­ten sel­ten über das Lesen und das Gele­se­ne. Wir haben auch nicht klas­si­sche Wer­ke gele­sen, also die Lite­ra­tur, die man gele­sen haben muss, weil die gan­ze Welt sie gele­sen hat. Aber wir haben ein­fach gele­sen. Wir lasen was uns zwi­schen die Hän­de kam. Mein Vater las in sei­ner Jun­gend­zeit sehr viel, beson­ders nach sei­ner Bekeh­rung. Ja, er hat Bücher ver­schlun­gen. Nach unse­rem Umzug von Kasach­stan nach Deutsch­land – ich war damals 9 Jah­re alt –, hat er recht früh damit ange­fan­gen, eine Biblio­thek mit deut­schen Büchern auf­zu­bau­en.

Als er nach weni­gen Jah­ren den Bücher­tisch in der Gemein­de lei­te­te, befan­den wir uns direkt an der Quel­le. Herr­lich! Auch wenn unse­re Eltern stets spar­sam mit dem Geld umge­hen muss­ten, wur­de unse­re Bücher­samm­lung mit der Zeit immer grö­ßer. Wir hat­ten dabei kei­ne Sys­te­ma­tik. Dazu kam, dass mei­ne Geschwis­ter jeweils in ihren Zim­mern eige­ne Samm­lung pfleg­ten. Wir hat­ten nicht vie­le Bücher, aber wir hat­ten immer etwas zu lesen. Und wenn die Eltern mal ein Buch nicht kau­fen woll­ten oder konn­ten, habe ich heim­lich und vor­sich­tig Bücher vom Bücher­tisch gele­sen und sie anschlie­ßend im äußer­lich „neu­en“ Zustand in die Bücher­kis­ten zurück­ge­legt. Was tut man nicht alles, um sei­nen Lese­hun­ger zu stil­len.

Der Bücher­tisch mei­nes Vaters, die christ­li­che Buch­hand­lung und auch ver­schie­de­ne Biblio­the­ken waren wah­re Anzie­hungs­punk­te. Auch 20 Kilo­me­ter mit Fahr­rad waren schnell zurück­ge­legt, um die Bücher­re­ga­le der Biblio­thek in der Nach­bar­stadt zu durch­fors­ten. Die eine Biblio­thek in mei­nem Wohn­ort war mir zu wenig. Ich hat­te zusätz­lich in drei wei­te­ren Biblio­the­ken einen Benut­zer­aus­weis. Wäh­rend ande­re in mei­nem Alter Nin­ten­do spiel­ten, las ich Bücher.

Mit ca. 16 Jah­ren begann ich mit gro­ßem Inter­es­se theo­lo­gi­sche Lite­ra­tur mei­nes Vaters zu lesen: Pre­digt­bän­de von Spur­ge­on, Kom­men­ta­re zur Bibel und Rien­eckers Bibel­le­xi­kon.  An Erzäh­lun­gen und Roma­nen ver­lor ich immer mehr das Inter­es­se. Seit­dem ich mit 16 oder 17 Jah­ren aktiv in der Jugend­ar­beit ein­ge­setzt wur­de, ver­la­ger­te sich mein Schwer­punkt mit der Zeit auf Bio­gra­phi­en, Kir­chen­ge­schich­te und theo­lo­gi­sche Lite­ra­tur zu grund­le­gen­den und diver­sen spe­zi­fi­schen The­men.

Lesen war für mich immer ein Genuss. Kei­ner hat mich zu Lesen gezwun­gen, kei­ner muss­te mich über­re­den. Aber es gab min­des­tens ein Vor­bild. Es war mein Vater, der mich still­schwei­gend durch sein Vor­bild zum Lesen ani­mier­te (Stich­wort Lese­so­zia­li­sa­ti­on). Übri­gens gilt die Fami­lie als stärks­ter Fak­tor, der die Lese­fä­hig­keit und das Lesein­ter­es­se beein­flusst. Zum ande­ren war es mein Wis­sen­durst, der mich stän­dig in die Nähe von Büchern und Biblio­thek führ­te. Obwohl bei mir beim Lesen kei­ne Kon­ti­nui­tät bestand, habe ich nach den Lese­pau­sen wie­der ger­ne zu Büchern gegrif­fen. Mitt­ler­wei­le ver­geht kaum ein Tag, an dem ich nicht lese, und sei es, dass ich nur eini­ge Zei­len vor dem Schla­fen­ge­hen lese.

War­um ich das Lesen im All­ge­mei­nen und vor allem auch für Chris­ten für sehr wich­tig hal­te, möch­te ich in eini­gen Bei­trä­gen in den nächs­ten Wochen erläu­tern. Denn oft begeg­ne­te ich Mit­ar­bei­tern in Gemein­den, die seit Mona­ten kein Buch mehr gele­sen haben. Ande­rer­seits höre ich oft die Aus­sa­ge: „Ich wür­de ja ger­ne lesen, aber ich habe kei­ne Zeit dafür!“ Die­ses kann und soll sich ändern. Ich möch­te dir ger­ne dabei hel­fen.

Übri­gens, mei­ne Eltern lesen immer noch und las­sen ger­ne vor­le­sen. Ab und zu bekommt man von ihnen Emp­feh­lun­gen für die eige­ne Lek­tü­re. Das beweist mir, dass der König Salo­mon recht hat, wenn er sagt: „Gewöh­ne den Kna­ben an den Weg, den er gehen soll, so wird er nicht davon wei­chen, wenn er alt wird“ (Spr 22,6)!

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NIMM UND LIES - dieser Aufforderung möchte ich selbst nachkommen und andere dazu motivieren und anleiten. NIMM UND LIES zuerst die Bibel und dann gute christliche Literatur. Denn beim Lesen lässt sich vortrefflich denken (nach Leo Tolstoi). Ich lebe mit meiner Frau und unseren vier Kindern in Baden-Württemberg.

5 Kommentare

  1. inter­es­san­ter Arti­kel 🙂

    „War­um ich das Lesen im All­ge­mei­nen und vor allem auch für Chris­ten für sehr wich­tig hal­te, möch­te ich in eini­gen Bei­trä­gen in den nächs­ten Wochen erläu­tern.“
    dar­auf bin ich gespannt… Ich lese grund­sätz­lich kei­ne Bücher und wenn dann eher welt­li­che. Denn bei einem welt­li­chen Buch weiß ich von vorn­her­ein das es nur mist ent­hält, bei den christ­li­chen Büchern habe ich Angst davor durch den geschick­ten Schreib­stil Satans einer mög­li­chen Irr­leh­re zu ver­fal­len. Sieh „Die Hüt­te“ wur­de von eini­gen Chris­ten als DAS Stan­dard­werk und als MUSS für jeden Chris­ten ange­se­hen, ich ken­ne Gemein­den wo es allen Täuf­lin­gen geschenkt wird.
    Naja und die eher Kon­ser­va­ti­ven Chris­ten sehen das Buch als Got­tes­läs­te­rung an und sagen es schafft ein ver­fälsch­tes Bild von Gott.
    Ich habe es nicht gele­sen…

    Wir leben in der End­zeit und die ver­füh­rung durch Irr­leh­ren oder leich­te Abwei­chun­gen ist mir per­sön­lich zu groß aldas ich etwas ande­res als die Bibel in die Hand neh­me. Ich habe Respekt vor jedem der sich die­ser Auf­ga­be stellt und die Gefahr ein­geht.
    🙂

  2. eddi sagt

    inter­es­san­te Ant­wort 🙂

    Ich hof­fe, dass wir hier im Blog auf Bücher hin­wei­sen, die sich im Gro­ßen und Gan­zen an der Bibel ori­en­tie­ren. Ganz klar ist, dass alle Auto­ren in ihrer Erkennt­nis begrenzt sind und feh­len kön­nen. Die glei­chen Eigen­schaf­ten wei­sen wir beim Bibel­le­sen und Ver­ste­hen auch auf. Und die Pre­di­ger in der Gemein­de sind auch nur Men­schen. Und doch hören wir hin, prü­fen und behal­ten das Gute. Pre­di­gern, denen wir ver­trau­en, muten wir zu, dass sie uns zur Wahr­heit füh­ren und wol­len auf sie nicht ver­zich­ten, wenn sie Feh­ler machen. Eben­so hand­ha­be ich das mit Büchern. Aber dazu spä­ter mehr…

  3. Joschie sagt

    Bei mir zu Hau­se spiel­ten Bücher eigent­lich kei­ne Rolle.Bücher beglei­te­ten mich seit mei­ner Schul­zeit eigent­lich immer.Zu den eig­nen kamen die Bücher aus der Biblio­thek hin­zu dich ich gele­sen habe.Die Bücher die einen wirk­lich inter­es­siert haben gab es ja nicht jeder­zeit ein­fach zu kau­fen wenn man sie behaupt kau­fen konn­te behaupt.In bin in der DDR auf­ge­wach­sen und da gab es für alles einen Plan so auch für Bücher, die erschei­nen durf­ten und in wel­cher Auflage.So ­lern­te ich gute Bücher wirk­lich wertzuschätzen.Nach mei­ner Bekeh­rung ver­scho­ben sich ganz logisch die Schwer­punk­te, wel­che Bücher ich ab die­sen Zeit­punkt am meis­ten gele­sen habe.Es gab nicht viel christ­li­che Bücher in der DDR aber sie gab es.Bei Fin­den die­ser Bücher muss ich so etwas wie ein ein­ge­bau­tes Radar gehabt haben ich habe öfter wel­che gefunden.Ich lese heu­te noch vie­le Bücher beson­ders mit den Schwer­punk­ten Kirchen/Dogmengeschichte und Refor­mier­te Theologie.Eine klei­ne christ­li­che Biblio­thek habe ich mir mit der Zeit auf­ge­baut.

  4. eddi sagt

    @joschie Dan­ke für dei­ne Sto­ry.
    Sicher hat jeder sei­ne eige­ne inter­es­san­te Bio­gra­phie und Zugang zu Büchern. Über wei­te­re Berich­te wür­de ich mich sehr freu­en.

  5. Hal­lo zusam­men,

    wenn ich lese (und ich beschrän­ke mich dabei fast aus­schließ­lich auf christ­li­che Lite­ra­tur), dann tue ich das mit dem Vor­satz, etwas zu ler­nen. Der Autor eines (guten, biblisch fun­dier­ten) Buches hat eine Erkennt­nis erlangt und möch­te dies der Welt (min­des­tens sei­nen Geschwis­tern im Herrn) mit­tei­len. Dabei ver­su­che ich, mich zuerst nicht der Mei­nung des Autors anzu­schlie­ßen, son­dern prü­fe sei­ne Wor­te mit mei­nem Ver­ständ­nis der Schrift. Manch­mal freue ich mich, wenn ich der glei­chen Mei­nung wie der Autor bin, manch­mal bin ich über­rascht, dass so mache eigent­lich simp­le Sache mir nicht selbst auf­ge­fal­len ist.
    Die Welt in der wir leben ver­sucht stän­dig, uns zu ver­füh­ren und mit ihrer Laut­heit auf allen Kanä­len (Sin­nen) unse­re eige­nen Gedan­ken zu über­tö­nen. Für mich ist es da eine ech­te Hil­fe, wenn christ­li­che Auto­ren sich die Mühe machen, ihre Erkennt­nis­se zu ver­öf­fent­li­chen (sei es in Buch­form oder digi­tal), nicht um ande­ren das Den­ken abzu­neh­men, son­dern sie von manch fehl­lei­ten­der Grü­be­lei abzu­hal­ten und einen Sach­ver­halt auf den Punkt zu brin­gen. Vie­le Chris­ten irren in Gemein­den umher und wis­sen­gar­nicht so recht,w as sie eigent­lich glau­ben sol­len. Wenn von der ‚Kan­zel‘ nicht die rech­te Leh­re kommt, so soll­te sie zumin­dest Bücher­markt kom­men.
    Ich den­ke, Gott nutzt alle Medi­en, um Sein Wort ‚unter die Leu­te‘ zu brin­gen. Dass es hier wie da schwar­ze Scha­fe gibt, ist der Macht Satans zuzu­spre­chen.
    Daher emp­feh­le ich auch Andre­as H. es viel­leicht so zu hal­ten und Bücher zu lesen. Er kann sie dann an der Bibel prü­fen und sei­ne Erkennt­nis­se über die Bücher z.B. hier allen zur Ver­fü­gung stel­len. So kann er dazu bei­tra­gen, das Irr­leh­ren nicht wei­ter ihren Weg in die Gemein­den fin­den.

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