Erbauliches
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Was ist rettender Glaube?

Ein herausforderndes Werk von Arthur W. Pink

pink-was-ist-rettender-glaube-67fBei mir unbe­kann­ten Auto­ren bin ich immer sehr skep­tisch. So ging es mir mit die­sem Buch, denn ich habe vor­her von Pink kaum etwas gehört. So begann ich zu lesen und tat das Buch nach ein paar Sei­ten zur Sei­te. Ich war empört dar­über, wer dem Autor das Recht gab, der­art har­te For­de­run­gen zu stel­len. Er sol­le sich doch erst­mal selbst prü­fen. Aber nach eini­gen Tagen dach­te ich, dass ich mich doch ver­su­chen wer­de, mich durch die­ses Werk zu kämp­fen, um end­lich zu wis­sen, wie ich die­sen Autor ein­ord­nen kann.

Ich kann nur sagen, die­ses Buch haben wir heu­te nöti­ger als je. Ich den­ke in einer Zeit, in der ober­fläch­li­che Theo­lo­gie das wich­tigs­te Kenn­zei­chen einer evan­ge­li­ka­len Gemein­de gewor­den ist und man gera­de­zu davor warnt, bibli­sche Leh­ren all­zu ernst, all­zu genau oder all­zu dog­ma­tisch zu neh­men, brau­chen wir so einen fes­ten Schlag auf unse­re tau­ben Ohren, um mög­li­cher­wei­se eine Chan­ce zu bekom­men, auf­zu­wa­chen.

Für Pink ist klar, wenn dein Glau­be echt ist, wird er sicht­bar wer­den. Und ret­ten­der, also ech­ter Glau­be ist nicht ein­fach nur das „Kom­men nach vor­ne“ oder „das Heben einer Hand“ oder das „Ein­tra­gen in eine Lis­te“. Irr­sin­nig ist es, zu mei­nen, man kön­ne Jesus als Erret­ter, aber nicht als Herrn anneh­men. Ein etwas län­ge­res Zitat, dass den Tenor des Buches deut­lich wer­den lässt (mit Aus­las­sun­gen) (S. 45 f.):

Als der rei­che Jüng­ling trau­rig von Jesus weg ging, sag­te Jesus: „Wie schwer ist es, in das Reich Got­tes hin­ein­zu­kom­men! Es ist leich­ter, dass ein Kamel durch das Öhr der Nadel geht, als dass ein Rei­cher in das Reich Got­tes hin­ein­kommt“. Wel­chen Stel­len­wert bil­ligt man die­ser Aus­sa­ge in der heu­ti­gen „Theo­lo­gie“ zu — sofern man sie über­haupt als Theo­lo­gie bezeich­nen kann — , die heu­te an Bibel­schu­len und theo­lo­gi­schen Aus­bil­dungs­stät­ten gelehrt wird, wo Evan­ge­lis­ten und Seel­sor­ger her­an­ge­bil­det wer­den sol­len? So gut wie kei­nen. Der gän­gi­gen Ansicht nach kann ein Mil­lio­när genau­so ein­fach geret­tet wer­den wie ein Bett­ler, da ja nichts ande­res zu tun übrig bleibt, „als auf das voll­brach­te Werk Jesu zu ver­trau­en“.

Pink erar­bei­tet die Bedeu­tung des Begrif­fes „zu Chris­tus kom­men“. Zu Chris­tus kom­men kann man nur als gan­zer Mensch, mit Leib, See­le und Geist. Mit Ver­stand, Gefühl und Wil­le. Abge­schlos­sen wird das Buch mit dem The­ma Heils­ge­wiss­heit. Dem Autor ist es wich­tig, dass der beken­nen­de Christ in der Lage ist, sein Herz zu prü­fen und fest­zu­stel­len, ob der eige­ne Glau­be echt ist. Dies ist jedoch nicht so leicht, da das mensch­li­che Herz bekann­ter­wei­se außer­or­dent­lich trü­ge­risch ist.

Etwas weni­ger gut gelun­gen fand ich die vier Dia­lo­ge am Schluss des Buches. Die­se sol­len eine Art Reflek­ti­on über das Gele­se­ne dar­stel­len, fand ich aber etwas müh­sam zu ver­ste­hen.

Titel: Was ist ret­ten­der Glau­be?
Autor: Arthur W. Pink
Sei­ten: 190
For­mat: 14 cm x 21 cm
Ein­band: Taschen­buch
Jahr: 4. Auf­la­ge 2012
Ver­lag: Beta­ni­en Ver­lag
ISBN: 9783935558518
Preis: 4,90 EUR
erhält­lich bei: cbuch.de

4 Kommentare

  1. Aron Dering sagt

    Dan­ke für den Bei­trag, hat mich zum Nach­den­ken gebracht. Es ist die Tak­tik des Satans uns in letz­ter Zeit nur ober­fläch­lich mit der Bibel zu beschäf­ti­gen. Nur ja nicht zu tief gra­ben, sonst besteht die Gefahr in eine Irr­leh­re zu fal­len, wur­de mir auch schon von Pre­di­gern gesagt.

  2. Inter­es­sant! Gera­de die Dia­lo­ge am Ende des Buches sind das Bes­te am Buch. Das ande­re ent­mu­tigt und stürzt in Ver­zweif­lung, denn Pink kennt zwar den gerech­ten und hei­li­gen Gott, von des­sen Gna­de aller­dings weiß er nichts zu sagen.

  3. Ernst sagt

    @Hape
    Stim­me zu, und zwar voll und ganz.
    Pink weiß, was Hei­li­gung ist, was Gna­de ist, ist ihm fremd.

  4. Aus dem Vor­wort des deut­schen Her­aus­ge­bers:

    „Aber hät­te er statt die­ses Buches nicht lie­ber eines schrei­ben
    sol­len mit dem Titel: »Was ist ret­ten­de Gna­de?«, um den Blick von
    der mensch­li­chen Sei­te weg- und auf Gott hin­zu­len­ken? Nein, denn
    ers­tens stellt er her­aus, dass ech­ter Glau­be gera­de eine Gna­den­ga­be
    von Gott und ein über­na­tür­li­ches Werk Got­tes an der See­le ist, und
    zwei­tens erfüll­te er mit die­sem Buch sei­nen Auf­trag, in einer
    not­vol­len Zeit zu war­nen und zu kor­ri­gie­ren.“

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