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Von Prinzessinnen, Prinzen und ihren Untertanen

- Gewinnspiel beendet -(30.08.2020)

Was für ein her­aus­for­dern­der Titel! Ich besit­ze das Vor­recht, Beat Tan­ner per­sön­lich zu ken­nen, einen Men­schen, der sich vor allem durch Freund­lich­keit und Mit­ge­fühl aus­zeich­net. Das er aber auch kla­re Töne fin­den kann, hat er nun mit die­sem hand­li­chen Rat­ge­ber bewie­sen. Gibt es aber nicht Erzie­hungs­rat­ge­ber, auch christ­li­che, in Hül­le und Fül­le? Sind wir nicht schon müs­sig gewor­den, die nächs­te neue Erzie­hungs­me­tho­de aus­zu­pro­bie­ren? Tan­ners Büch­lein erweist sich vor allem des­we­gen als erfri­schend, weil es wie­der ganz zurück, an den Anfang und Ursprung der Schrift führt. Die Lösung, die das Buch für das Gesell­schafts­phä­no­men Macht­um­kehr (zwi­schen Eltern und Kin­dern) anbie­tet, liegt in einer aus­führ­li­chen Bespre­chung von Eph. 6,1−4. Krei­send ent­wi­ckelt der Autor einen neu­en Zugang zu die­sen so alt­be­kann­ten aber wenig beach­te­ten Ver­sen. Wie oft hält man die­se Stel­le für ver­al­tet, und meint im gren­zen­lo­sen Wün­scheer­fül­len und Ver­wöh­nen der Kin­der einen bes­se­ren (und ein­fa­che­ren) Weg für die Erzie­hung gefun­den zu haben? Ich muss­te mich beim Lesen so oft an die eige­ne Nase packen, dass sie rot wur­de. Was bei den Kleins­ten noch als kon­trol­lier­bar erscheint, nimmt schnell uner­war­te­te For­men an. Der Autor berichtet:

„Eltern erzäh­len mir von ihren erst acht­jäh­ri­gen Kin­dern, die sie mit Sui­zi­d­an­dro­hun­gen erpres­sen. Ich erin­ne­re mich an einen elf­jäh­ri­gen Jun­gen, der sich ein Mes­ser an den Hals setz­te und sei­ne Mut­ter anschrie: „Du machst nicht, was ich will! Dar­um brin­ge ich mich um! (S. 12 f.)“

Neben der fein­füh­li­gen Betrach­tung der Bibel­tex­te, die von einer lang­jäh­ri­gen und bewähr­ten Pra­xis­er­fah­rung zeu­gen, zeich­net sich das Werk durch aus­führ­li­che Bespre­chung meh­re­rer Pra­xis­bei­spie­le aus. Ja, ein abschlie­ßen­des Bei­spiel wird sogar in einem eige­nen Kapi­tel dis­ku­tiert. Umfas­send wer­den mög­li­che Schrit­te zurück zu einer gött­li­chen Ord­nung eines Fami­li­en­le­bens dar­ge­stellt. Buße und Glau­be neh­men dann kon­kre­te Form an. Der Autor begnügt sich nicht mit „from­men fünf Schrit­ten“, son­dern deckt genau auf, dass es uns vor allem an Jesus Chris­tus mangelt.

Der Autor setzt sich auch mit vie­len aktu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en zum The­ma Fami­lie und Erzie­hung aus­ein­an­der und bezieht die­se in sei­ne Beob­ach­tun­gen mit ein. Schließ­lich aber hat mich B. Tan­ner durch sei­ne Kennt­nis­se der Schrif­ten von Luther und Augus­ti­nus beein­druckt, durch die deut­lich wird, das wir als Chris­ten seit zwei Tau­send Jah­ren den sel­ben Kampf kämp­fen. Die Ein­bet­tung in einen grö­ße­ren Rah­men der Erfah­rung der Kir­che und des Wor­tes Got­tes, macht deut­lich, dass auch das The­ma Erzie­hung einem grö­ße­ren Ziel unter­ge­ord­net ist. Es geht um nichts weni­ger als um die Ehre Got­tes und die Jagd nach ech­ter Freu­de. Zum Schluss möch­te ich noch den Autor zu Wort kom­men lassen:

„Ich hof­fe, dass ich die Ernst­haf­tig­keit des The­mas deut­lich genug dar­le­gen konn­te; aber auch die Hoff­nung, die wir durch das Evan­ge­li­um „in Jesus Chris­tus“ haben. Die einen wür­den viel­leicht von einem Erzie­hungs­not­stand spre­chen. Mei­ne Mei­nung ist, dass die Wur­zeln der Not tie­fer – in der feh­len­den Got­tes­furcht — lie­gen. Sind wir bereit, zu einem got­tes­fürch­ti­gen Leben zurück­zu­keh­ren? Damit mei­ne ich nicht ein gesetz­li­ches Abschot­ten von der soge­nann­ten Welt und freud­lo­ses und aske­ti­sches Leben. Nein, ich mei­ne nur ehr­lich zu prü­fen, ob mei­ne Selbst­er­kennt­nis und Got­tes­er­kennt­nis für ein Leben in der Furcht Got­tes aus­rei­chen. Dies erfor­dert Demut und das Erken­nen der eige­nen Sünd­haf­tig­keit. Es bedeu­tet immer wie­der das Ster­ben des eige­nen „Ichs“, damit Chris­tus in uns wach­sen kann.

Wil­helm Busch schrieb ein­mal, dass es ein „Reich-Got­tes Gesetz“ gibt: „Es geht durchs Ster­ben nur.“ Nur wenn der Samen in den Boden fällt und stirbt, kann Frucht ent­ste­hen. Nur wenn Umkehr geschieht, kann die Rea­li­tät der Erlö­sung und des Lebens erkannt wer­den. Andern­falls tap­pen wir im Dun­keln. (S. 123)“

Buch­in­fos kom­pakt: Paper­back, 140 S., edi­ti­on baruch. Erhält­lich für 9,90EUR bei cbuch.de

Nun zum Gewinn­spiel: Ich ver­lo­se 3x  je 1 Exem­plar die­ses Buches. Teil­neh­men kann jeder, der in der Kom­men­tar­funk­ti­on bis zum 29.08.2020 (urlaubs­be­dingt etwas lan­ger Zeit­rah­men) min­des­tens eine der fol­gen­den vier Fra­gen beantwortet:

a) Seit wann kennst du NIMM-LIES?
b) Was soll­te sich auf unse­rer Sei­te ändern?
c) Was emp­fan­dest du in der Ver­gan­gen­heit (oder aktu­ell) als eher störend?
d) Was soll­te bei­be­hal­ten, oder gar aus­ge­baut werden?

Die Gewin­ner wer­den per Zufall ermit­telt, hier am 30.08 genannt und erhal­ten das Buch dann per Post.

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