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Tipp: Was lernen unsere Kinder? (Axel Volk)

Schulsysteme und ihre Erziehungsziele - Gefahren für unsere Kinder?!

Axel Volk ist Leh­rer an einer christ­li­chen Bekennt­nis­schu­le und hat auf einer christ­li­chen Fami­li­en­kon­fe­renz Vor­trä­ge gehal­ten. Aus die­sen Vor­trä­gen ist das Buch Was ler­nen unse­re Kin­der? ent­stan­den.

Aber wir müs­sen im Auge behal­ten, dass die­se uns umge­ben­de Kul­tur nicht etwas Wert­neu­tra­les ist (wo wir hin­ein­ge­stellt sind, ohne etwas dage­gen tun zu müs­sen), son­dern etwas Feind­li­ches! Und das Schul­sys­tem, in dem unse­re Kin­der groß wer­den, ist dazu da, sie für die­se Kul­tur pas­send zu machen. S. 13

Unse­re Schul­sys­te­me sind Teil einer nach-christ­li­chen Kul­tur, einer Kul­tur, die sich end­gül­tig von ihren christ­li­chen Wur­zeln lösen möch­te bzw. größ­ten­teils gelöst hat und die gera­de­wegs auf den mora­li­schen Zustand von Sodom und Gomor­ra zusteu­ert, auf völ­li­ge Gott­lo­sig­ket und Zügel­lo­sig­keit. S. 13

Er merkt an, dass in vie­len der Lan­des­schul­ge­set­ze gute und wohl­klin­gen­de For­mu­lie­run­gen ent­hal­ten sind. Dem Schul­ge­setz von NRW gemäß sol­len die Schü­ler in „Ehr­furcht vor Gott“ unter­rich­tet wer­den. Der All­tag an deut­schen Schu­len klingt weni­ger schön. Gewalt­pro­ble­me, Dro­gen­pro­ble­me, Medi­en­kon­sum­pro­ble­me, Leis­tungs­pro­ble­me domi­nie­ren an vie­len Schu­len in Deutsch­land.

Volk stellt daher die Fra­ge:

Sind unse­re Schul­sys­te­me ein­fach nur zu kraft­los, um ihre gute Zie­le zu errei­chen, oder tra­gen sie eine Mit­ver­ant­wor­tung an der nega­ti­ven Gesamt­ent­wick­lung unse­rer Jugend? S. 19

Und noch­mal:

Sind unse­re Schul­sys­te­me mit schuld an die­sen Din­gen oder ein­fach nur ohn­mäch­tig, dage­gen anzu­ge­hen? S. 20

Volk skiz­ziert wei­ter die Fun­da­men­te unse­rer Kul­tur und stellt fest, dass die Schul­po­li­tik im Wesent­li­chen vom Huma­nis­mus, von der Auf­klä­rung und von der Eman­zi­pa­ti­on domi­niert ist.

Huma­nis­mus:

Es ist die Leh­re, die den Men­schen in den Mit­tel­punkt stellt. Der Mensch und sei­ne Leis­tun­gen rücken ins Zen­trum;  durch geis­ti­ge Bil­dung soll der Mensch alle in ihm ruhen­den Fähig­kei­ten ent­wi­ckeln. S. 23

Auf­klä­rung:

Beleh­rung allein führt zur geis­ti­gen Mün­dig­keit und lässt einen bes­se­ren Men­schen ent­ste­hen. … Die Grund­idee heißt: Der Mensch ist von Natur aus gut und die­ses Gute muss durch Auf­klä­rung, Infor­ma­ti­on und Beleh­rung geför­dert wer­den. S. 24

Eman­zi­pa­ti­on:

Alle Wer­te, Nor­men, Erzie­hungs­zie­le, Auto­ri­tä­ten, Erzie­hungs­mit­tel und — metho­den wer­den kri­tisch hin­ter­fragt.  S. 30

Der Autor beant­wor­tet in Fol­ge sei­ne zuvor gestellt Fra­ge, ob die Schu­le schuld an den mise­ra­blen Zustän­den an deut­schen Schu­len ist oder nicht:

Die oben auf­ge­zähl­ten Pro­blem­fel­der (Gewalt, Dro­gen, Kon­sum abar­ti­ger Medi­en­in­hal­te, man­gel­haf­te Berufs­taug­lich­keit) sind also nicht bedau­er­li­che „Pan­nen“ eines eigent­lich posi­tiv aus­ge­rich­te­ten Schul­sys­tem, son­dern es sind — aus bibli­scher Sicht — letzt­lich die logi­schen Früch­te von ganz fal­schen, ver­derb­li­chen Denk­strö­mun­gen. S. 38

Volk kri­ti­siert die Puber­tät in Form eines auf­säs­si­gen, respekt­lo­sen Ver­hal­tens gegen­über älte­ren Gene­ra­tio­nen, wie sie vor­wie­gend in west­li­chen Kul­tu­ren ver­stan­den wird:

Die „Puber­tät“ ist nicht von Natur aus gege­ben (sonst gäbe es sie auch in ande­ren Gesell­schafts­for­men auf der Erde), son­dern sie ist ein nega­ti­ve Pro­dukt unse­rer Kul­tur! S. 49

Par­al­lel zur kör­per­li­chen und geis­ti­gen Ent­wick­lung soll­te sich auch die sozia­le Ver­ant­wort­lich­keit eines jun­gen Men­schen mit­ent­wi­ckeln, sein Ver­ant­wor­tungs­be­reich. Zuneh­mend soll­ten ihm Auf­ga­ben, Ver­ant­wor­tung und Pflich­ten über­tra­gen wer­den, die sei­ner Ent­wick­lungs­stu­fe ent­spre­chen. S. 50

Und weil die­se drit­te Stand­bein in der Ent­wick­lung fehlt, so kommt es, nach mei­ner Über­zeu­gung zur soge­nann­ten Puber­tät. Man weiß gar nicht, wohin mit den Kräf­ten, die man auf ein­mal hat. S. 51

Wenn die drei Säu­len par­al­lel lau­fen, die kör­per­li­che und geis­ti­ge Ent­wick­lung sowie das Über­tra­gen von all­täg­li­chen Pflich­ten und Ver­ant­wor­tung, dann ent­wi­ckelt sich recht bald ein erwach­se­ner Mensch. S. 53

Zuletzt führt der Autor Aus­we­ge an, wie christ­li­che Eltern mit der Situa­ti­on grund­sätz­lich umge­hen könn­ten: Die Unter­rich­tung der Kin­der zu Hau­se in Form Home­schoo­ling, der Besuch von christ­li­chen Bekennt­nis­schu­len, der Besuch alter­na­ti­ver Schu­len, die inten­si­ve Beglei­tung der Kin­der.

Mein per­sön­li­ches Ide­al wäre eigent­lich eine Misch­form aus Home­schoo­ling und christ­li­chen Schu­len, wo man frei­wil­lig hin­kom­men könn­te, weil man bestimm­te Din­ge ein­fach bes­ser gemein­sam und unter Anlei­tung von Exper­ten ler­nen kann. Aber die deut­schen Schul­ge­set­ze las­sen dies momen­tan lei­der nicht zu. S. 69

Die letz­te Alter­na­ti­ve für uns als christ­li­che Eltern, wenn kei­ne christ­li­che Schu­le in der Nähe ist, besteht dar­in, dass wir unse­re Kin­der inten­siv beglei­ten und das, was sie in der Schu­le hören, was sie dort erle­ben, zu Hau­se auf­ar­bei­ten, und zwar vor­her wie nach­her. S. 74

Unser Leben zu Hau­se muss davon geprägt sein, bibli­sches VEr­hal­ten ein­zu­üben, weil wir wis­sen: Unse­re Kin­der sind täg­lich fünf bis sechs Stun­den in einem Ein­fluss­be­reich, wo das nicht pas­siert. Wie wich­tig sind dann die Stun­den, wo sie zu Hau­se sind und von uns die Prä­gung bekom­men. Ganz wich­tig ist der offe­ne Aus­tausch, dass die Kin­der früh leren, über Din­ge zu regen, die sie drau­ßen erle­ben. S. 76

Wir kön­nen da nicht irgend­et­was lau­fen las­sen und mei­nen, wir könn­ten so neben­bei ein paar fal­sche Ein­flüs­se wie­der gera­de­bie­gen. Ich muss das als eine Lebens­auf­ga­be begrei­fen: christ­li­cher Vater zu sein, mit mei­nen Kin­dern im Gespräch zu blei­ben dar­über, was sie drau­ßen in der Schu­le erle­ben; un dich muss alles an Kraft, was mir zur Ver­fü­gung steht, ein­set­zen, um gegen­zu­steu­ern gegen die bösen Ein­flüs­se von „drau­ßen“. S. 78

Das Buch ist im Dani­el-Ver­lag erschie­nen und kos­tet 3,95 EUR.

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