Allgemein
Schreibe einen Kommentar

Tal der Liebe

"ein Nichts bist du, nichts weiter als ein Nichts"

Tal der Liebe Gün­ther wird mit gro­ßen kör­per­li­chen Pro­ble­men in der Zeit des ers­ten Welt­krie­ges gebo­ren. Das ist eine Zeit, in der man kaum Zeit und Muße für die Schwächs­ten der Gesell­schaft besitzt. Das Urteil der Mit­men­schen, auch derer, die ihm hel­fen soll­ten, steht somit fest: „Der taugt zu nichts“. Die Mut­ter ist mit ihm über­for­dert und der Vater hat für ihn kei­ne Zeit. Die Oma „küm­mert“ sich um sei­ne Betreu­ung. Aber sie schämt sich sei­ner der­art, dass sie ihn in ein Zim­mer sperrt. Somit kann Gün­ther auch mit 6 Jah­ren noch kei­nen Laut von sich geben. Man schreibt ihn, nicht nur als kör­per­li­chen Krüp­pel, ab.  Als es Oma zu viel wird, lan­det der Jun­ge in Bethel. Hier erfährt Gün­ther zum ers­ten Mal Zuwen­dung, die uner­war­tet und zügig Früch­te bringt. Bald schon stellt sich her­aus, dass er ‚im Kopf“ völ­lig gesund ist, ja gera­de zu über­eif­rig dabei ist, etwas Neu­es zu ler­nen. Zunächst im Heim für Geis­tig-Behin­der­te unter­ge­bracht, hört Gün­ther zum ers­ten Mal das Evan­ge­li­um. Bodel­schwingh und sei­ne Mit­ar­bei­ter schä­men sich nicht der vie­len kör­per­lich und geis­tig Behin­der­ten und ver­kün­di­gen die­sen das Evan­ge­li­um auf eine Wei­se, dass es auch die „dumpfs­ten Geis­ter erreicht“. Der wache Geist Gün­thers ist schnell erreicht. Ers­te Fra­gen tau­chen auf. Woher kommt die­ses gan­ze Elend? War­um hat „alles einen Knacks“. Zum Glück erfährt er die Nähe des Wer­kes Chris­ti am Kreuz, das Bodel­schwingh so erklärt, dass selbst „hoff­nungs­lo­se“ Fäl­le das Evan­ge­li­um ver­ste­hen. Behin­der­te und Krüp­pel loben Gott und erle­ben eine tie­fe Freu­de, die vie­len ver­bor­gen bleibt, die nicht „zu die­sem Abschaum“ gehö­ren. Berech­tigt weißt die Autorin dar­auf hin, dass unklar bleibt, wer denn nun die wirk­lich Ver­rück­ten sind: Die im Heim, oder die außer­halb ?

Doch bald zie­hen ers­te Schat­ten auf: Nach der Knapp­heit der galop­pie­ren­den Revo­lu­ti­on und den wir­ren poli­ti­schen Ide­en sind es vor allem Hit­ler und sei­ne Scher­gen, die dem Unwer­ten Leben einen Gna­den­tod „ermög­li­chen wol­len“. Obwohl streng geheim, ver­brei­ten sich in ganz Bethel zügig scho­ckie­ren­de Gerüch­te: Die Angst, wie ein Tier getö­tet zu wer­den schleicht umher. Das ein Aus­weg mög­lich sein soll­te, wagt kei­ner zu glau­ben, wäre da nicht der mäch­ti­ge Gott, der zu sei­nem Wort und Volk treu bleibt!

Das Buch ist unfass­bar berüh­rend, man braucht also eine Packung Taschen­tü­cher zum Lesen. Hoch­ak­tu­ell blei­ben auch in die­ser Neu­auf­la­ge nach vie­len Jah­ren die The­men Euge­nik und Umgang mit „unschö­nen Din­gen und Men­schen“. Was nützt es, Akti­on T4 zu ver­dam­men, aber Abtrei­bung gut zu hei­ßen. Irgend­wo habe ich gele­sen, dass heu­te bereits 95% aller Down­syn­drom-Kran­ken nicht mehr bis zur Geburt aus­ge­tra­gen wer­den, und getö­tet wer­den. Selbst wenn die­ser Pro­zent­wert klei­ner sein soll­te, ist klar, dass Behin­der­te Men­schen in Zukunft immer mehr nur noch in christ­li­chen Krei­sen zu fin­den sein wer­den. Ich emp­feh­le das Buch somit wärms­tens für Dia­ko­ne und Ord­ner in Christ­li­chen Gemein­den. Gemein­den müs­sen Plät­ze der Annah­me sein, für Leu­te, die man sonst nir­gend­wo auf­neh­men möch­te. Das hier in kon­ser­va­ti­ven Gemein­den z.B. die Wir­kung und Not­wen­dig­keit für Men­schen mit dem Down-Syn­drom abge­spro­chen wird, hal­te ich für einen tra­gi­schen Feh­ler und ein Miss­ver­ständ­nis des Evan­ge­li­ums.

Zu erwer­ben für 8,90EUR beim CLV.

Kategorie: Allgemein

von

Hallo, ich bin Sergej und lese vor allem Bücher aus vergangenen Zeiten und Biographien. Als Familie wohnen wir im Südschwarzwald!

Hinterlasse einen Kommentar!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.