Alle Artikel mit dem Schlagwort: Zitate

„Lasset eure Bitte im Gebet vor Gott kundwerden“

In mei­ner Biblio­thek fin­det sich schon län­ger ein Band mit dem Titel „Seel­sor­ge“ vom bekann­ten Lie­der­dich­ter und Pfar­rer der würt­tem­ber­gi­schen Erwe­ckungs­be­we­gung Johann Chris­toph Blum­hardt. Tat­säch­lich habe ich mich bis­her gescheut zu die­sem Band zu grei­fen, weil ich eine „infla­tio­nä­re Ver­wen­dung schön­fär­be­ri­scher Adjek­ti­ve“, Sen­ti­men­ta­le Nost­al­gie oder über­schweng­li­che Begeis­te­rung fürch­te­te. Aber Blum­hardt redet Klar­text, ist super ver­ständ­lich und behält doch eine gewis­se Poe­sie in sei­nem Schreib­stil bei. Ein Aus­zug aus vie­len sehr guten Gedan­ken zum The­ma Gebet: „Nun heißt es aber wei­ter: Las­set eure Bit­te im Gebet und Fle­hen mit Dank­sa­gung vor Gott kund­wer­den. Das ist ein schö­nes Wort. Es gibt oft Leu­te, die beten so, als ob der lie­be Gott doch nichts nach ihnen fra­ge und sie im Stich lie­ße, daher mögen sie kei­ne beson­de­ren Bit­ten mehr aus­spre­chen und noch viel weni­ger eine Dank­sa­gung kund­wer­den las­sen. Das ist aber eine böse Sache, wenn der Herr nie hören darf, Er habe einem auch schon viel Gutes getan und wun­der­bar gehol­fen. Wenn die Wohl­ta­ten Got­tes über­se­hen wer­den vor lau­ter Bit­ten und Seuf­zen und Schrei­en, so gefällt das dem Heiland …

„Zur Pestzeit kannst du vor Furcht nichts beginnen…“

Die Pest gras­sier­te noch regel­mä­ßig zur Zeit Luthers. Im April 1517 lockt der neue Ablaß von Papst Leo X. die von der Pest heim­ge­such­ten Bür­ger von Wit­ten­berg über die Gren­ze, was eine Ver­brei­tung befeu­ert [1]. 1527 und 1528 ging in Wit­ten­berg erneut die Pest umher. Dies­mal war die Stadt durch aus­län­di­sche Stu­den­ten deut­lich gewach­sen. Dies­mal kos­te­te die Pest auch Luthers Toch­ter Eli­sa­beth das Leben [2]. In Wit­ten­berg kommt das öffent­li­che Leben zum Erlie­gen. Die Uni­ver­si­tät z.B. wird kur­zer­hand ver­legt. Luthers Erfah­run­gen mit die­ser Zeit präg­ten selbt sei­ne Aus­füh­run­gen im gro­ßen Kate­chis­mus, der 1529 erscheint. Zum zwei­ten Gebot führt er aus: „Dar­um haben wir auch zu Lohn, was wir suchen und ver­die­nen: Pesti­lenz, Krieg, Teu­rung, Feu­er, Was­ser, unge­ra­ten Weib, Kin­der, Gesin­de und aller­lei Unrat. Wo soll­te sonst des Jam­mers so viel her­kom­men? Es ist noch gro­ße Gna­de, daß uns die Erde trägt und näh­ret.“ 1527, als die Pest am anschwel­len ist, besteht für vie­le Pfar­rer und sons­ti­ge Bür­ger aus der sozia­len Ober­schicht die Mög­lich­keit in eher siche­re Qua­ran­­tä­­ne-Zustän­­de zu flie­hen. Da Luther hier mehr­fach um Rat gefragt …

Spurgeon über das Lesen (Teil 1)

Mein Vater zeig­te mir ges­tern eine Post­kar­te mit dem unten ste­hen­den Zitat von Spur­ge­on. Ich fand es recht pas­send für Bücher­wür­mer: Legen wir nicht zu viel Koh­le auf das Feu­er, dass es davon erstickt wird. Wir kön­nen unser Gehirn mit so vie­len Büchern füt­tern, dass es dar­un­ter begra­ben wird; wir kön­nen unse­ren Kin­dern so vie­les leh­ren, dass sie nichts ler­nen und so lan­ge pre­di­gen, dass die Leu­te alles ver­ges­sen, was gesagt wur­de. Charles Had­don Spur­ge­on Lei­der weiß ich nicht die Quel­le die­ses Zita­tes. Viel­leicht kann mir ja jemand hel­fen. Außer­dem las ich ges­tern „Lec­tures to my Stu­dents“  (deutsch: Rat­schlä­ge für Pre­di­ger) von Spur­ge­on. Im 13. Kapi­tel gibt Spur­ge­on wei­se Rat­schlä­ge für den Umgang mit Büchern, von denen ich eini­ge nach und nach ver­öf­fent­li­chen wer­den. Er schreibt unter ande­rem: Wenn sich ein Mann nur sehr weni­ge Bücher kau­fen kann, so ist mei­ne ers­te Mah­nung: Er kau­fe sich nur die aller­bes­ten. Kann er wenig Geld aus­ge­ben so gebe er es wenigs­tens für gute Ware aus. Das Bes­te ist nun in die­sem Fall das Bil­ligs­te [bes­ser: Das Beste …