Alle Artikel mit dem Schlagwort: Vom unfreien Willen

Können so viele irren?

Eine Argu­men­ta­ti­on Luthers gegen die Ein­wän­de des Eras­mus haben wir hier bereits bespro­chen. Im spä­te­ren Ver­lauf sei­nes Buches, Vom unfrei­en Wil­len, wider­spricht Luther die­sem Ein­wand: Denn es bewegt dich doch gewal­tig, „die sehr lan­ge Rei­he höchst gelehr­ter Män­ner, die man jahr­hun­der­te­lan­ge ein­stim­mig aner­kannt hat; und­ter ihnen waren die bes­ten Ken­ner der Schrift, eben­so die hei­ligs­ten Män­ner, eini­ge davon Mär­ty­rer, vie­le berühm­te Wun­der­tä­ter“ (S. 74) Luther und sei­ne Genos­sen sind wie­der­um nur eini­ge Eigen­bröt­ler, die „weder so hoch gebil­det sind, noch so hoch begabt, zahl­reich oder bedeu­tend, weder so hei­lig noch sol­che Wun­der­tä­ter, „dass sie nicht ein­mal ein lah­mes Pferd hei­len kön­nen““ (S.75). Hat sich nun die Kir­che geirrt? Luther argu­men­tiert mit der ver­bor­ge­nen Kir­che, die nicht irren kann. Zuerst ein­mal sagen wir nicht, Gott hät­te die­sen Irr­tum in sei­ner Kir­che oder bei irgen­ei­nem sei­ner Hei­li­gen zuge­las­sen; denn die Kir­che wird durch Got­tes Geist regiert, die Hei­li­gen von Got­tes Geist getrie­ben, und Chris­tus bleibt bis ans Ende der Welt bei sei­ner Kir­che. (…) Denn so steht es auch in dem uns allen gemein­sa­men Glau­bens­be­kennt­nis: „Ich glau­be, dass es …