Alle Artikel mit dem Schlagwort: Theologie

Mein lieber Markus! (Ein Brief von Paul Geyser)

Mit schwe­rem Her­zen habe ich gele­sen, dass du dich für die Theo­lo­gie ent­schie­den hast, und auch dei­ne wür­di­ge Mut­ter hat erklärt, es sei das eine bedenk­li­che­re Wahl, als wenn du den Rock aus zwei­er­lei Tuch anzie­hen oder dein Glück auf dem Welt­meer suchen woll­test. Indes­sen, wie ich dir nie zure­de­te und dir ganz freie Wahl ließ, so will ich nun auch nicht wider­re­den, son­dern dir nur zuru­fen: Der Gott, vor dem mei­ne Väter Abra­ham und Isaak wan­del­ten, der Gott, der mich mein Leben lang ernähr­te bis auf die­sen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, der sei mit dir! (1Mo 48,15) Oh, mein Sohn Mar­kus, mei­nes Her­zens Hoff­nung und Freu­de, ich woll­te lie­ber, du wärst auf mei­nen Knien gestor­ben, als dass du her­an­ge­wach­sen wärst, um des Teu­fels Nar­ren­kap­pe zu tra­gen, ein Die­ner der Kir­che zu hei­ßen und ein Baals­pfaf­fe zu sein. Weißt du, dass nach Got­tes Gesetz der Mann, der das Hei­li­ge Salb­öl nach­mach­te, ver­flucht und ver­ma­le­deit war in Ewig­keit? (2Mo 30,31 – 33) Wird denn eine gerin­ge­re Stra­fe den­je­ni­gen tref­fen, der das Heilige …

Standpunkt: Wie viele Bücher gehören in die Bibliothek eines Theologen?

Wie­vie­le Bücher gehö­ren in die Biblio­thek eines Theo­lo­gen? Roger Nico­le (1915−2010), Sys­te­ma­ti­scher Theo­lo­ge, Edi­tor der New Gene­va Stu­dy Bible und Mit­über­set­zer der NIV,Mit­in­itia­tor und ‑ver­fas­ser der Chi­ca­go­er Erklä­run­gen 1978 – 82, war lei­den­schaft­li­cher Samm­ler von theo­lo­gi­schen Wer­ken, Detek­tiv­ro­ma­nen und Brief­mar­ken, befand die Gesamt­an­zahl von 1000 – 1200 Wer­ken als hin­läng­lich. Hier geht es zu mei­nem ein­füh­ren­den Auf­satz. Hier sind eini­ge Über­le­gun­gen eines begeis­ter­ten Lesers mit laten­ter Sam­mel­lei­den­schaft: … wei­ter­le­sen bei hanniel.ch

Kapitel 2: Die ihren Gott kennen

Heu­te wol­len wir gemein­sam Kapi­tel zwei des Buches Gott erken­nen von James I. Packer betrach­ten. Kapi­tel zwei fängt mit einer inter­es­san­ten Bege­ben­heit aus dem Leben des Autors an: Es war ein herr­li­cher Som­mer­tag, und ich mach­te einen Spa­zier­gang mit einem Stu­den­ten. Die­ser hat­te soeben sei­ne Chan­cen für eine aka­de­mi­sche Lauf­bahn durch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den kirch­li­chen Wür­den­trä­gern über die Leh­re vom Evan­ge­li­um der Gna­de prak­tisch ver­wirkt. „Aber das spielt kei­ne Rol­le“, sag­te er nach einer Wei­le, „denn ich habe Gott erkannt und sie nicht.“ Was in Kapi­tel eins bereits ange­deu­tet wur­de, führt der Autor wei­ter aus. Es geht um Erkennt­nis Got­tes und nicht um blo­ßes Wis­sen über Gott: Wir mögen so viel über Gott in Erfah­rung brin­gen wie Cal­vin — und das wer­den wir frü­her oder spä­ter, wenn wir Cal­vins Wer­ke sorg­fäl­tig stu­die­ren -, und doch wer­den wir dadurch kaum zu wah­rer Got­tes­er­kennt­nis gelan­gen. Man kann also nicht nur ein brei­tes theo­lo­gi­sches Wis­sen ansam­meln, son­dern auch zahl­rei­che prak­ti­sche und seel­sor­ger­li­che Erfah­run­gen, ohne dabei Gott tat­säch­lich zu kennen.

Keine Angst vor Theologie!

Angst ist ein schlech­ter Beglei­ter! Erst recht Angst vor Theo­lo­gie. Denn die Beschäf­ti­gung mit der Leh­re über Gott — nichts ande­res ist Theo­lo­gie — und mit der bibli­schen Leh­re im All­ge­mei­nen ist zwar für den Ungläu­bi­gen ein Affront, doch für die bibel­gläu­bi­gen Chris­ten eine Beschäf­ti­gung mit dem bes­ten Buch der Welt. Ein Christ, der bekennt, dass Jesus Chris­tus ihm die Sün­den ver­ge­ben und ein neu­es Leben geschenkt hat, soll­te bei die­ser befrei­ends­ten und ein­fachs­ten Bot­schaft der Welt nicht ste­hen blei­ben. Als Christ musst du theo­lo­gi­sche Kennt­nis­se haben, weil Theo­lo­gie, die Leh­re über Gott, die Welt und dich selbst ist. Kein Gläu­bi­ger soll­te unwis­send sein, was Gott über all die­se Din­ge offen­bart hat. (S. 8) Die Zeit, als bibli­sche Grund­kennt­nis­se den meis­ten noch in der Schu­le ver­mit­telt wur­den, sind längst vor­bei. Vie­le müs­sen heu­te nach ihrer Bekeh­rung ganz von vor­ne anfan­gen. Doch bevor man sich in Ein­zel­hei­ten ver­strickt, ist es rat­sam, sich einen Über­blick der bibli­schen Leh­re zu ver­schaf­fen. Das Buch Kei­ne Angst vor Theo­lo­gie! von Jay E. Adams ist her­vor­ra­gend dafür geeignet.

Roland Scharfenberg: THEOLOGIE — Warum? Was? Wie?

Die­ser Ein­füh­rungs­kurs zur Sys­te­ma­ti­schen Theo­lo­gie, behan­delt die Fra­ge: „War­um und wozu ist Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie nötig?“ Für den Autor „gehört die gedank­li­che Welt der Dog­ma­tik zum geist­li­chen Leben eines Chris­ten dazu. Sie ist ein Bin­de­glied zwi­schen dem Reden Got­tes in sei­ner Offen­ba­rung und unse­rer Ant­wort in der Anbe­tung und im Dienst. Des­we­gen bemüht sich Roland Schar­fen­berg ger­ne dar­um, Ver­ständ­nis, Ein­sicht und ein Stück Begeis­te­rung für die Theo­lo­gie zu wecken.“ (S. 7) Gelun­gen, wie ich fin­de. Auf die­sem Gebiet herrscht oft auch im frei­kirch­li­chen Raum, wo man doch beson­de­ren Wert auf die Schrift­of­fen­ba­rung der Bibel legen möch­te, lei­der (zu) viel Unkennt­nis und Des­in­ter­es­se. Zu unse­rem eige­nen Scha­den. Dabei geht es hier um grund­le­gen­de Din­ge, die rich­tig inter­pre­tiert und ein­ge­ord­net wer­den wol­len, um die Bibel, sich selbst und die (geis­ti­ge und geist­li­che) Umwelt, aus­ge­wo­gen und nüch­tern beur­tei­len zu kön­nen, ohne in sek­tie­re­ri­sche Ein­sei­tig­kei­ten zu ver­fal­len. Wie jemand ein­mal tref­fend for­mu­liert hat:  „Gott­lo­se Kon­tro­ver­sen ent­ste­hen oft nicht, weil die Strei­ten­den zu viel von Theo­lo­gie ver­ste­hen, son­dern weil sie zu wenig davon ver­ste­hen. Sie schei­tern dar­an, den Unter­schied nicht aus­ma­chen zu können …