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Was die Reformatoren nicht zu Ende dachten

Die Fünf­­hun­­­dert-Jahr-Fei­er zur Refor­ma­ti­on habe ich per­sön­lich genutzt, um mich aus­führ­li­cher mit ver­schie­de­nen Posi­tio­nen Luthers und auch ande­rer Refor­ma­to­ren zu befas­sen. Luther ist in der Tat in vie­len Fra­gen als Pio­nier zu sehen, ande­rer­seits jedoch sind von ande­ren Streit­ge­nos­sen noch weni­ger Schrif­ten ver­füg­bar. Gene­rell will unse­re Zeit sich nicht all­zu viel von den Refor­ma­to­ren rein­re­den las­sen. Nun habe ich mich auch lan­ge genug vor einer inten­si­ven Befas­sung mit der Refor­ma­ti­on gescheut, da man tief in sei­nem Inne­ren eine Angst spürt, Ant­wor­ten zu hören, die einem nicht gefal­len könn­ten. Posi­tio­nen, die einem nicht gefal­len könn­ten, hat man ja an Luther genug, der (angeb­li­che) Anti­se­mi­tis­mus Luthers wur­de ja in den Medi­en pas­send zur Jahr­hun­d­er­fei­er oft genug erwähnt. Viel­leicht ist auch eine typisch frei­kirch­li­che Hal­tung in mir tief schlum­mernd, die gene­rell sich hütet, all­zu vie­len Fra­gen nach­zu­ge­hen. Eine Hal­tung übri­gens, die ich natür­lich immer ver­wer­fen wür­de, die aber doch im Stil­len mit­klingt, auch in Gesprä­chen mit ande­ren. Jedoch hal­te ich an einem fest, näm­lich dem, dass es kei­ne Fra­ge geben kann, die nicht in einen Bezug oder Zusammenhang …