Alle Artikel mit dem Schlagwort: Reformation

Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Arti­kel „Mei­ne per­sön­li­che „Top-Ten“ Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke“ benö­tigt drin­gend eine Aktua­li­sie­rung. Heu­te kann ich sie end­lich lie­fern: Zunächst möch­te ich auf­zei­gen, wo die Gren­zen mei­nes bis­he­ri­gen Arti­kels lie­gen.  Anschlie­ßend erläu­te­re ich das Kon­zept, dass ich als „Per­len­ket­ten“ bezeich­ne: Das Kon­zept ermög­licht mir, sich mit zen­tra­len The­men aus­führ­lich zu befas­sen und doch unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven ein­zu­bin­den. Die Fra­ge, die ich dabei bespre­che, ist, wie man eine hilf­rei­che Ket­te mit einem pas­sen­den „Anfangs­kno­ten“ knüpft. Schließ­lich gewäh­re ich einen Blick in eine grö­ße­re Aus­wahl an Per­len­ket­ten. Was an mei­ner bis­he­ri­gen Lis­te pro­ble­ma­tisch ist Im Wesent­li­chen drei Din­ge: 1) Es fehl­te Struk­tur: Vor allem „hei­li­ge from­me“ Titel präg­ten mich, häu­fig ohne Fol­gen für das all­täg­li­che Leben. 2) Fehlt Sub­stanz: Vor 9 Jah­ren war ich ein­fach kein erfah­re­ner Leser: So kann­te ich außer Cal­vins Bibel­kom­men­ta­ren kaum einen ande­ren Kom­men­tar. Und obwohl ich die­se wei­ter­hin für exzel­lent hal­te, den­ke ich, dass man wei­ser mit Kom­men­ta­ren umge­hen kann. 3) Ich kon­zen­trie­re mich aus­schließ­lich auf christ­li­che Wer­ke. Ein Schwer­punkt, der mein Leben auch wei­ter­hin prägt, aber ich habe immer auch ger­ne Klas­si­ker gele­sen, die ich nun mit …

„Ruhm dem Luther! Ewiger Ruhm dem teuren Manne…“

Durch Hei­ko A. Ober­mans Bio­gra­phie über Mar­tin Luther bin ich auf ein unge­wöhn­li­ches Werk Hein­rich Hei­nes auf­merk­sam gewor­den: Zur Geschich­te der Reli­gi­on und Phi­lo­so­phie in Deutsch­land. Das Werk ist in drei Tei­le auf­ge­teilt, des­sen ers­ter Teil die Reli­gi­ons­ge­schich­te in Deutsch­land bis ein­schließ­lich Luther beschreibt. Hier schil­dert Hei­ne Luther als einen Natio­nal­held, der das Chris­ten­tum über­haupt nach Deutsch­land brach­te. Gleich­zei­tig möch­te er (da er der­zeit als Flücht­ling in Frank­reich lebt) zei­gen, dass die radi­ka­len ratio­na­lis­ti­schen Frei­heits-bewe­­gun­­­gen Frank­reichs bei wei­tem nicht so viel „Frei­heit“ errei­chen wer­den, weil sie nur alter Katho­li­zis­mus im säku­la­ren Gewand blei­ben: „Jene Per­si­fla­ge aber, nament­lich die Vol­taire­sche,  hat in Frank­reich ihre Mis­si­on erfüllt, und wer sie  wei­ter fort­set­zen woll­te, han­del­te eben­so unzeit­ge­mäß wie unklug. Denn wenn man die letz­ten sicht­ba­ren Res­te des Katho­li­zis­mus ver­til­gen wür­de, könn­te es  sich leicht ereig­nen, daß die Idee des­sel­ben sich in  eine neue Form, gleich­sam in einen neu­en Leib flüch­tet und, sogar den Namen Chris­ten­tum able­gend, in  die­ser Umwand­lung uns noch weit ver­drieß­li­cher beläs­ti­gen könn­te als in ihrer jet­zi­gen gebro­che­nen, rui­nier­ten und all­ge­mein dis­kre­di­tier­ten Gestalt. Ja, es hat …

„Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet“

Sum­ma sum­ma­rum: pre­di­gen will ichs, sagen will ichs, schrei­ben will ichs. Aber zwin­gen, mit Gewalt drin­gen will ich nie­mand, denn der Glau­be will wil­lig, unge­nö­tigt ange­nom­men wer­den. Nehmt (Euch) ein Bei­spiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papis­ten ent­ge­gen gewe­sen, aber mit kei­ner Gewalt, ich habe allein Got­tes Wort getrie­ben, gepre­digt und geschrie­ben, sonst habe ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschla­fen habe, wenn ich Wit­ten­ber­gisch Bier mit mei­nem Phil­ipp (Melan­chthon) und Ams­dorff getrun­ken habe, so viel getan, daß das Papst­tum so schwach gewor­den ist, daß ihm noch nie ein Fürst noch Kai­ser so viel Abbruch getan hat. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles gewirkt und aus­ge­rich­tet. [Mar­tin Luther: Acht Ser­mo­ne gepre­digt zu Wit­ten­berg in der Fas­ten­zeit. Mar­tin Luther: Gesam­mel­te Wer­ke, S. 2474 (vgl. Luther‑W Bd. 4, S. 69) © Van­den­hoeck und Ruprecht http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]

Ist es nützlich, bestimmte Wahrheiten zu unterdrücken?

Für die Ver­öf­fent­li­chung vom „Vom unfrei­en Wil­len“ bin ich dem Beta­ni­en Ver­lag sehr dank­bar. Dies ist die Ant­wort Luthers auf unter­schied­li­che Argu­men­te des Eras­mus von Rot­ter­dam, der (ent­ge­gen der dama­li­gen offi­zi­el­len katho­li­schen Mei­nung) für den Frei­en Wil­len schrieb, vor allem aber die Gele­gen­heit nutz­te, Luther und Kon­sor­ten zu denun­zie­ren. In sei­ner Argu­men­ta­ti­on führt Eras­mus unter ande­rem aus: „Es gibt eini­ge Din­ge, die von sol­cher Art sind, dass es nicht rat­sam wäre, sie den Ohren des gemei­nen Vol­kes preis­zu­ge­ben – selbst wenn sie wahr wären und man sie wis­sen könn­te.“  Luther erwi­dert: Doch auch die­ses Bei­spiel behan­delst du nicht recht und ver­dammst es als unnütz, dar­über öffent­lich zu dis­pu­tie­ren – ob Gott in einer Höh­le oder in einer Kloa­ke sei; denn du denkst zu mensch­lich von Gott. Ich geste­he zwar, dass es eini­ge leicht­fer­ti­ge Pre­di­ger gibt, die ohne Got­tes­furcht und Fröm­mig­keit höchst leicht­fer­tig schwat­zen oder scher­zen – sei es aus Ruhm­sucht oder dem Bestre­ben, etwas Neu­es her­vor­zu­brin­gen, oder weil sie schlicht den Mund nicht hal­ten kön­nen. Sol­che Leu­te aber gefal­len weder Gott noch Men­schen, selbst wenn …

Tipp: Simon und der geheimnisvolle Mönch

Das Buch Simon und der geheim­nis­vol­le Mönch ist ganz aktu­ell 2016 erschie­nen. Das Leben des Refor­ma­tors Mar­tin Luther wird in Form eines his­to­ri­schen, nicht zu umfang­rei­chen Romans Kin­dern im Alter zwi­schen 10 und 13 Jah­ren nahe gebracht. Die Geschich­te spielt sich im Deutsch­land des Jah­res 1521 ab. Die Haupt­per­son ist der 11-jäh­­ri­­ge Simon, des­sen Mut­ter an der zu der Zeit gras­sie­ren­den Pest stirbt. Der Tod sei­ner Mut­ter stürzt den Jun­gen in Ver­zweif­lung. Er macht sich rie­si­ge Sor­gen um sie. Sei­ne Gedan­ken krei­sen um die Fra­ge: Wo ist sie wohl jetzt? Im Him­mel bei Gott oder in der Höl­le? Er setzt sich zum Ziel, Geld zu ver­die­nen und für sei­ne Mut­ter einen teu­ren Ablass­brief zu kau­fen, um ihre Zeit im Fege­feu­er zu ver­kür­zen und ihr ein Leben im Him­mel zu ermög­li­chen. Die Sor­gen des Jun­gen spie­geln die dama­li­ge Leh­re der Kir­che wider. Es zeigt deut­lich auf, wie unsi­cher die Men­schen bezüg­lich der Ewig­keit waren. Da die meis­ten weder schrei­ben noch lesen konn­ten, waren sie den Leh­ren der Kir­che hilf­los ausgeliefert.

Tipp: Außer Thesen nichts gewesen?

Der Ver­lag CLV, bekannt für kos­ten­güns­ti­ge evan­ge­lis­ti­sche Medi­en, hat zum Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um ein sehr schö­nes Ver­teil­heft her­aus­ge­ge­ben. Der Autor Jan Klein for­mu­liert in gut ver­ständ­li­chen Sät­zen die Wie­der­ent­de­ckung Mar­tin Luthers: Die Sün­den­ver­ge­bung allein aus Gna­de durch Glau­ben an Jesus Chris­tus. Zen­tra­le Begrif­fe sind im Text farb­lich her­vor­ge­ho­ben. Der Text ver­wen­det den per­sön­li­chen „Du“-Stil und ist leben­­dig-zei­t­­ge­­mäß geschrie­ben, ver­mei­det es aber, fla­p­­sig-cool zu klin­gen. Es eig­net sich also für nahe­zu jedes Erwach­­se­­nen-Alter. Jede zwei­te Sei­te ist gra­fisch sehr attrak­tiv gestal­tet, das gan­ze Heft macht einen hoch­wer­ti­gen Ein­druck. Das Heft hat ein hand­li­ches For­mat (12 x 12 cm), 32 Sei­ten und kos­tet ein­zeln 1,50 EUR. Die Men­gen­prei­se begin­nen mit 0,50 EUR/Stück.

CD: Der Meister ist da und ruft dich

Im Gegen­satz zum Refor­ma­tor Mar­tin Luther sind Ver­öf­fent­li­chun­gen zu den Ver­tre­tern der Täu­fer­be­we­gung eher spär­lich gesät. Daher bin ich dem Ver­lag Hir­ten­stim­me dank­bar, der die vor­lie­gen­de Erzäh­lung über die prä­gen­de Gestalt Men­no Simons ver­öf­fent­licht hat. Als Bap­tist und somit kon­fes­si­ons­ver­wandt mit Men­no­ni­ten, inter­es­siert mich das Leben Men­no Simons mehr als ober­fläch­lich und so bestell­te ich die CD bald nach Erschei­nen. Eine Bekann­te war die ers­te Höre­rin und ich war etwas über­rascht über ihre Reak­ti­on. Sie hört ger­ne und vie­le Hör­bü­cher, been­de­te die­ses jedoch nach weni­gen Minu­ten und gab es mir zurück. Ich konn­te ihre Reak­ti­on nach­voll­zie­hen. Der Spre­cher Ger­hard Wölk – ein geschätz­ter Gemein­de­die­ner – hat einen star­ken rus­­sisch-plat­t­­deu­t­­schen Akzent, an den man sich gewöh­nen muss. Wenn man sich die Mühe macht, den Epi­log kon­zen­triert durch­zu­hö­ren, und die an eini­gen Stel­len etwas umständ­li­chen For­mu­lie­run­gen meis­tert, eig­net sich die­ses Hör­buch sehr schön, um eini­ge Epi­so­den aus dem Leben Men­no Simons und der Geschich­te der Täu­fer­be­we­gung zu erfah­ren. Simons wird nicht als unfehl­bar dar­ge­stellt, eine Beweih­räu­che­rung liegt dem Autor des Hör­buchs merk­lich fern. Sehr wohl­tu­end ist, dass es …

Wie Gott einen Reformator beruft

  Wenn mir der Herr in sei­nem Wort begeg­net, Wenn ich die gro­ßen Gna­den­ta­ten seh, Wie er das Volk des Eigen­tums geseg­net. Wie er’s geliebt, begna­digt je und je, Dann jauchzt mein Herz dir, gro­ßer Herr­scher zu Wie groß bist du, wie groß bist du! Dann jauchzt mein Herz dir, gro­ßer Herr­scher zu Wie groß bist du, wie groß bist du! Carl Gus­taf Boberg Als der schwe­di­sche Pas­tor Carl Gus­taf Boberg (1859−1940) auf einem Spa­zier­gang war, brach jäh­lings ein Gewit­ter los, beglei­tet von hef­ti­gen Win­den und Don­ner­grol­len. Nach­dem sich das Gewit­ter gelegt hat­te und Ruhe ein­ge­kehrt war, hör­te Boberg in der Fer­ne die Glo­cken sei­ner Kir­che läu­ten. Die Wor­te „Wie groß bist Du“ wur­den in sein Herz gelegt, und dar­aus ent­stand das Lied Du gro­ßer Gott, wenn ich die Welt betrach­te. Gott benutz­te ein Unwet­ter, um das Herz eines Pas­tors zu bewe­gen, ein Kir­chen­lied zu dich­ten, das bis heu­te gesun­gen wird. Dass Gus­taf Boberg die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums der Gna­de im Her­zen er- und begrif­fen hat­te, bewei­sen sei­ne Wor­te: „Wenn mir der Herr in sei­nem Wort begeg­net … “ Boberg gehör­te der Svenska …

NIMM UND LIES Verlosung 06/2013 *BEENDET*

UPDATE: Die Gewin­ner ste­hen fest und wer­den benach­rich­tigt: Hel­mut und Kon­stan­tin. Herz­li­chen Glück­wunsch! In eini­gen Bun­des­län­dern haben die Som­mer­fe­ri­en bereits begon­nen. Ger­ne ver­sor­gen wir euch mit Urlaubs­lek­tü­re. Dazu ver­lo­sen wir zwei Exem­pla­re von Der Puri­ta­nis­mus von Joseph Cham­bon. Der Her­aus­ge­ber schreibt zu die­sem Buch: Die­ser ein­ma­lig wich­ti­ge Bei­trag zur Kir­chen­ge­schich­te zeich­net aus­führ­lich die eng­li­sche und schot­ti­sche Refor­ma­ti­on nach und beleuch­tet das Wesen der puri­ta­ni­schen Bewe­gung, deren Weg er, ange­fan­gen bei John Knox, über den Pil­ger­vä­tern, dem Pres­by­te­ria­nis­mus, John Mil­ton, John Bun­y­an, Oli­ver Crom­well und Richard Bax­ter bis hin zu John Wes­ley ver­folgt. Wei­te­re Infos zum Buch und eine Ein­kaufs­mög­lich­keit: cbuch.de. Wir wol­len von Dir wis­sen: Hast Du bereits ein Buch von den Puri­ta­nern gele­sen? JA/NEIN. Wenn JA, wel­ches? Teil­nah­me­be­din­gun­gen: Beant­worte die oben genann­te Fra­gen im Kom­men­tar­be­reich. Unter allen Ant­wor­ten wer­den zwei Bücher ver­lost. Teil­nah­me­schluss: 28. Juni 2013, 23.59 Uhr Ver­sand kann nur an deut­sche Adres­sen erfol­gen. Los geht’s! Die Ver­lo­sung hat hier­mit begonnen!

Projekt Piscator-Bibel

Über den 3L-Ver­­lag bin ich auf eine bis dato mir völ­lig unbe­kann­te Bibel­über­set­zung auf­merk­sam gewor­den. Es han­delt sich um die Pis­­ca­­tor-Bibel, die in Deutsch­land nahe­zu unbe­kannt ist. Die domi­nie­ren­de Luther-Über­­­se­t­­zung kennt jeder. Die Pis­­ca­­tor-Bibel kaum. Über­set­zer die­ser refor­mier­ten Bibel­über­set­zung war der Gelehr­te und Theo­lo­ge Johan­nes Pis­ca­tor. 1602 erschien erst­mals die kom­men­tier­te Bibel. Ein Pro­jekt wur­de ins Leben geru­fen, die­se refor­mier­te Bibel­über­set­zung durch Fak­­si­­mi­­le-Nach­­­dru­­cke wie­der zugäng­lich zu machen. Das Neue Tes­ta­ment und auch Tei­le des Alten Teta­ments sind bereits als Nach­dru­cke beim Sepher-Ver­­lag erhält­lich. Die Bibel ist wegen ihrer sprach­li­chen Qua­li­tät und ihrer Text­ge­nau­ig­keit als ein Vor­läu­fer der Elber­fel­der wie auch ande­rer text­ge­nau­er Über­set­zun­gen unse­rer Zeit anzu­se­hen. Sie hat in Deutsch­land, in den Nie­der­lan­den, in der Schweiz und auch in den refor­mier­ten Gemein­den Nord­ame­ri­kas das kirch­li­che Leben ent­schei­dend geprägt. Quel­le: Sepher-Ver­lag Wei­te­re Infor­ma­tio­nen beim Sepher-Verlag.