Alle Artikel mit dem Schlagwort: Rechtfertigung

Die verändernde Macht der Rechtfertigung aus Gnaden

„Vor kur­zem ging ich durch die Stra­ßen von Sand­town. Es fühl­te sich für mich wie das vom Krieg zer­stör­te Vuko­var an, nur dass die­se Zer­stö­rung nicht durch Krieg, son­dern durch ras­si­sche Span­nun­gen, Ver­bre­chen und wirt­schaft­li­chen Nie­der­gang ver­ur­sacht wur­den. Es gab aber auch einen wei­te­ren wich­ti­gen Unter­schied. Zwölf Blö­cke der Stadt wur­den durch die New Song Com­mu­ni­ty zu einem Bereich der Lie­be Got­tes her­aus­ge­schnitzt. Tote Stra­ßen aufs neue mit Leben erfüllt. Mark Gor­nik, Pas­tor der Gemein­de mach­te die Bemer­kung bei­na­he bei­läu­fig. Als er die Ver­nich­tung der Wohn­ge­bie­te erklär­te, mein­te er, dass die Leh­re von der Recht­fer­ti­gung aus Gna­den die not­wen­di­gen Res­sour­cen für Hei­lung ent­hält. Er muss es wohl wis­sen, dach­te ich, schließ­lich lebt und arbei­tet er hier in Sand­town schon seit mehr als zehn Jah­ren (…). Doch für die meis­ten Theo­lo­gen ist die Recht­fer­ti­gung aus Gna­den eine lee­re Dok­trin. Man­che haben sie ver­las­sen und las­sen sie auf dem theo­lo­gi­schen Mist­hau­fen dahin­ros­ten; sie hal­ten sie im All­ge­mei­nen für nutz­los, ja selbst für deut­lich gerin­ge­re sozia­le Patho­lo­gien als wenig hilf­reich, geschwei­ge denn in Fra­gen von Armut, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. …

“ Welch süsser Tausch, welch unerforschliches Walten, welch unverhoffte Wohltat…“

Ich höre der­zeit mit Genuss Tho­mas R. Schrei­ners Werk (von ihm selbst vor­ge­le­sen übri­gens): Faith Alo­ne, wel­ches ich via Audi­ble erwer­ben konn­te. Schrei­ner fängt sein Werk mit einer Betrach­tung der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Leh­re von der Recht­fer­ti­gung durch den Glau­ben an. Für einen Pro­tes­tan­ten ist es hier­bei immer span­nend, wie die Kir­chen­vä­ter zu die­sem The­ma stan­den. Fas­zi­niert hat mich die­se Aus­sa­ge aus dem Brief des Mathe­tes an Dio­gne­tus. Der Ver­weis auf den süßen (oder fröh­li­chen) Tausch erin­nert an Mar­tin Luther. Hier fin­det sich die­ses Werk in der Biblio­thek der Kir­chen­vä­ter. Ins­ge­samt ist die­ses Schrei­ben als eine sehr frü­he christ­li­che Schrift­des 2 Jh. zu wer­ten. Die Idee die­ses Zitat zu struk­tu­rie­ren habe ich von Jus­tin Tay­lor von TGC. Als aber das Mass unse­rer Unge­rech­tig­keit voll und es völ­lig klar gewor­den war, dass als ihr Lohn Stra­fe und Tod uns erwar­te, und als der Zeit­punkt gekom­men war, den Gott vor­aus­be­stimmt hat­te, um fort­an sei­ne Güte und Macht zu offen­ba­ren, — o über­schweng­li­che Men­schen­freund­lich­keit und Lie­be Got­tes — da hass­te und ver­stiess er uns nicht und gedach­te nicht des Bösen, son­dern war lang­mü­tig und geduldig …