Alle Artikel mit dem Schlagwort: Perelandra

Lesestapel im Sommer 2022

Ein Blick auf Bücher, die mei­ne Som­mer­fe­ri­en beglei­tet haben. „Die zwei Bücher an sei­ne Frau“ von Ter­tul­li­an. Eine ver­rück­te Schrift, die eigent­lich die radi­ka­le Aus­rich­tung Ter­tul­li­ans bezeugt. Er emp­fiehlt, ein wei­ses Vor­ge­hen für den Fall, dass er stirbt und sie als Wit­we da bleibt: Am bes­ten nicht wie­der­hei­ra­ten! Zitat Ter­tul­li­an: “ Man kann sagen: wofür man erst einer Erlaub­nis bedarf, das ist nicht gut. Wie­so denn? Für das, was erst erlaubt wird, gibt es immer eine Ver­an­las­sung zur Ertei­lung der Erlaub­nis, wel­che ver­däch­tig ist. Das Vor­züg­li­che­re aber braucht nicht erst von jemand erlaubt zu wer­den — weil es unbe­denk­lich und wegen sei­ner Ein­fach­heit an sich klar ist.“ Man erahnt in die­sem Buch den auf­kei­men­den Monas­ti­zis­mus der frü­hen Kir­che „Grie­che sucht Grie­chin“ von Fried­rich Dür­ren­matt. Ein ele­gan­ter Anfang, ein viel­ver­spre­chen­der Mit­tel­teil, und wie so oft bei Dür­ren­matt ein eher schwa­cher Abgang. Tat­säch­lich wur­de das Werk nie been­det, und hat nur eine vom Autor bei­gefüg­te Schluß­skiz­ze. Ein gro­tes­kes Werk, dass den Men­schen immer das Cha­os vor Augen stellt. Da es um die Ver­mäh­lung eines streng­gläu­bi­gen Grie­chen (er ist tat­säch­lich „Alt­neu­pres­by­te­ra­ner“) mit …

Wie auf Perelandra über Gottes Willen im Bösen diskutiert wurde
„O felix culpa“ auf der Venus

End­lich habe ich mich gewagt die Sci­ence-Fic­­ti­on Tri­lo­gie von C.S.Lewis zu lesen. Sie ist als Gegen­ent­wurf zu der zu sei­ner Zeit auf­kei­men­den Sci­ence-Fic­­ti­on-Lite­ra­­tur zu ver­ste­hen. Ent­ge­gen den zahl­rei­chen Wer­ken von H.G.Wells (auch heu­te noch durch Krieg der Wel­ten bekannt) geht in C.S.Lewis Space-Tri­­lo­­gie die Gefahr nicht vom Außer­ir­di­schen Leben, son­dern vom Men­schen aus. Im ers­ten Band wird der Lin­gu­ist Ran­som von zwei Wis­sen­schaft­lern auf den Mars (im Buch Mala­kan­dra genannt) ent­führt, die hof­fen, die gro­ßen Gold­vor­kom­men dort im Aus­tausch für ein Men­schen­op­fer Ran­soms erwer­ben und aus­beu­ten zu kön­nen. Nur durch das Ein­grei­fen der Eldi­la, einer Art Boten Got­tes (auf einem Pla­net ohne Sün­den­fall leben alle ein Leben vor Gott), kann die schlimms­te Kata­stro­phe ver­hin­dert wer­den, und die Mensch­lin­ge wer­den wie­der zurück­ge­schickt. Ran­soms Blick auf das Leben wird durch die­se Begeg­nung ver­än­dert und er wird von den Eldi­la auf eine wei­te­re Mis­si­on nun auf den Pla­ne­ten Venus (von den Bewoh­nern dort Pere­lan­dra genannt) geschickt. Er weiß nur, dass er eine gro­ße Gefahr unter­bin­den soll, aber nicht genau wel­che. Bald begeg­net er einer Köni­gin auf die­sem Planeten, …