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J. Gresham Machen

Mein Herz jubel­te, als ich im Buch „Chris­ten­tum und Libe­ra­lis­mus“ die­se Zei­len fand. Ich bewun­de­re Machens Fähig­keit kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge zu erken­nen und ein­fach zusam­men­zu­fas­sen: Eine zwei­te Mei­nungs­ver­schie­den­heit, die inmit­ten der christ­li­chen Gemein­schaft exis­tie­ren kann, betrifft die Wirk­sam­keit der Sakra­men­te. Die hier bestehen­den Unter­schie­de sind tat­säch­lich von erns­ter Natur, und die Wich­tig­keit die­ses Pro­blems zu leug­nen, wäre weit schlim­mer, als die fal­sche Sei­te in die­ser Debat­te ein­zu­neh­men. Es wird oft gesagt, dass der geteil­te Zustand der Chris­ten­heit ein Übel dar­stellt, und das stimmt auch. Das Übel besteht jedoch in der Exis­tenz der Irr­tü­mer, die die­se Tren­nung her­vor­ru­fen, nicht etwa in der Wahr­neh­mung die­ser Irr­tü­mer. Es war tra­gisch, dass Luther wäh­rend des Mar­bur­ger Reli­gi­ons­ge­sprächs zwi­schen ihm und dem Schwei­zer Zweig der Refor­ma­ti­on im Zusam­men­hang mit dem Abend­mahl auf einen Tisch „Das ist mein Leib“ schrieb und zu Zwing­li und Oeko­lam­pad sag­te: „Ihr habt einen ande­ren Geist.“ Die­se Dif­fe­renz führ­te zur end­gül­ti­gen Tren­nung zwi­schen dem luthe­ri­schen und dem refor­mier­ten Zweig der Kir­che und war dafür ver­ant­wort­lich, dass der Pro­tes­tan­tis­mus viel an Boden ver­lor, den er sonst hät­te halten …

J. Gresham Machen: The New Testament

Hier im Blog haben wir bereits einen Text von J. Gres­ham Machen ver­öf­fent­licht, der die Intel­li­genz und Sprach­be­ga­bung des Autors zeigt: Ihr seid das Salz der Welt! Machen ist ein Autor, der in der Lage ist ein The­ma kom­pakt und doch umfas­send dar­zu­stel­len und dabei ein­fa­che For­mu­lie­run­gen für kom­pli­zier­te Sach­ver­hal­te fin­det. Dies zeigt die tie­fe Aus­ein­an­der­set­zung des Autors mit den bespro­che­nen The­men. Hier hat man es nicht nur mit einem Autor, son­dern mit einem über­zeug­ten Chris­ten zu tun. Machen selbst ist in Deutsch­land so gut wie unbe­kannt, und ich bin eher durch einen Zufall auf das Werk, das ich an die­ser Stel­le bespre­chen möch­te, gesto­ßen. Wer etwas mehr über den Autor erfah­ren möch­te, fin­det eine freund­lich gesinn­te Zusam­men­fas­sung sei­nes Lebens in Wiki­pe­dia. Ein Bru­der hat mir vor Jah­ren gesagt, am sinn­volls­ten zum Ver­ständ­nis der Hei­li­gen Schrift fin­det er diver­se „Ein­füh­run­gen in die Bibel“. Ich konn­te dies damals nicht ver­ste­hen, mit dem Vor­be­halt, dass man für die Bibel ja kei­ne Bücher zum Ver­ständ­nis braucht, und der Hei­li­ge Geist uns alles erklärt.