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Unterm Rad von Hermann Hesse
Eine Erzählung über ein vernachlässigtes Thema

„Unterm Rad“, einer frü­hen Erzäh­lung von Her­mann Hes­se ist es zu ver­dan­ken, dass ich ein wenn auch gespal­te­ner Fan von Hes­se bin.  Die Novel­le han­delt von Hans Gie­ben­rath, einem begab­ten Jugend­li­chen, der an den Ansprü­chen der Päd­ago­gik an ihn schließ­lich end­gül­tig schei­tert. Natür­lich ist hier auch eine Abrech­nung Hes­ses mit der preu­ßi­schen Inter­nats­kul­tur zu fin­den. Doch die­se loka­le Inter­pre­ta­ti­on hat den glo­ba­len Gedan­ken,  dass es eine DER Urängs­te des Men­schen ist, unter die Räder zu kom­men: Ob nun die Räder der Umstän­de, oder der eige­nen Ansprü­che, die Gefahr einer voll­stän­di­gen Kata­stro­phe beglei­tet den Men­schen bereits bei den ers­ten (erfolg­rei­chen?) Schrit­ten einer schu­li­schen Lauf­bahn. Ich glau­be „Unterm Rad“ lie­fert eini­ge gute Ana­ly­sen dafür, dass z.B. auch wohl­wol­len­de Nächs­te, den schau­ri­gen, von Beginn vor­han­de­nen Pro­zess des Unter­ge­hens nicht wahr­neh­men kön­nen: Hans, als ein­zi­ger aus sei­ner Stadt, erreicht die Teil­nah­me an einem Lan­des­examen in Stutt­gart. Ent­spre­chend bekommt er zwar einer­seits Extra­un­ter­richt, aber auch Angel­ver­bot und eine Ein­schrän­kung des Umgangs mit sei­nen Freun­den. Jeder blick­te auf eine zukünf­ti­ge herr­li­che Kar­rie­re von Hans, aber nicht auf die ver­küm­mern­de See­le des …