Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gebet

Das Gebet eines Arminianers
polemische Apologetik von C.H. Spurgeon

In sei­ner Pre­digt „Free Will — a slave“ denkt Spur­ge­on dar­über nach, wie wohl ein armi­nia­ni­sches Gebet klin­gen wür­de: „Ihr habt bestimmt schon vie­le armi­nia­ni­sche Pre­dig­ten gehört, aber ihr habt noch nie ein armi­nia­ni­sches Gebet gehört — denn im Gebet sind die Hei­li­gen eins in Wort, Tat und Geist.Ein Armi­nia­ner wür­de auf den Knien ver­zwei­felt beten wie ein Cal­vi­nist. Er kann nicht über den frei­en Wil­len beten: das ist schlicht­weg unmög­lich. Stellt euch vor, er wür­de beten: „Herr, ich dan­ke dir, dass ich nicht wie die­se armen, anma­ßen­den Cal­vi­nis­ten bin. Herr, ich wur­de mit einem herr­li­chen frei­en Wil­len gebo­ren; ich wur­de mit einer Kraft gebo­ren, durch die ich mich dir von selbst zuwen­den kann; ich habe mei­ne Gna­de ver­bes­sert. Wenn jeder mit sei­ner Gna­de das­sel­be getan hät­te wie ich, wären sie alle geret­tet wor­den. Herr, ich weiß, du machst uns nicht wil­lig, wenn wir nicht selbst wil­lig sind. Du gibst jedem Men­schen Gna­de; man­che ver­bes­sern sie nicht, aber ich schon. Es gibt vie­le, die in die Höl­le gehen wer­den, die genau­so mit dem Blut Chris­ti erkauft wur­den wie ich; sie hat­ten genauso …

Bis zum Bodensatz

Auf Sieg­fried Kett­ling bin ich durch Vik­tor von Christusallein.com gesto­ßen. Kett­ling, luthe­ri­scher Theo­lo­ge, besitzt eine unge­wöhn­li­che Aus­drucks­wei­se, wahr­schein­lich wohl etwas, das Luthe­ra­ner häu­fig aus­zeich­net. Hilf­reich emp­fand ich sei­ne Aus­füh­run­gen zum Beten. Es ist ein grö­ße­rer Abschnitt, denn ich unver­än­dert wie­der­ge­ben möch­te. Gefun­den in: „Und der sag­te ja“, ein nur noch anti­qua­risch erhält­li­ches Werk: Kürz­lich habe ich ein Gebet gele­sen. Es lau­te­te etwa so: “ Gott, ich will dir sagen, wer du bist und wie du dich mir gegen­über benom­men hast. Ich sage es dir mit­ten ins Gesicht, neh­me kein Blatt vor den Mund. Mit glat­ten Wor­ten bist du auf mich zuge­kom­men wie ein jun­ger Mann, der schön tut, wenn er ein ahnungs­lo­ses Mäd­chen beschwat­zen will. Schließ­lich habe ich mich betö­ren las­sen, bin mir dir gegan­gen. Übel hast du mein Ver­trau­en miss­braucht, mich bru­tal ver­ge­wal­tigt und anschlie­ßend sit­zen­ge­las­sen. Nun ste­hen die Leu­te rings­um, hal­ten sich den Bauch vor Lachen: „Schön dumm von Dir, auf den rein­zu­fal­len.“ Gott, ich sage es dir ins Gesicht — ein Ver­füh­rer bist du!“ Ist das — ein Gebet? Nicht eher eine Gotteslästerung?‚Sollten wir nicht nach der …

„Lasset eure Bitte im Gebet vor Gott kundwerden“

In mei­ner Biblio­thek fin­det sich schon län­ger ein Band mit dem Titel „Seel­sor­ge“ vom bekann­ten Lie­der­dich­ter und Pfar­rer der würt­tem­ber­gi­schen Erwe­ckungs­be­we­gung Johann Chris­toph Blum­hardt. Tat­säch­lich habe ich mich bis­her gescheut zu die­sem Band zu grei­fen, weil ich eine „infla­tio­nä­re Ver­wen­dung schön­fär­be­ri­scher Adjek­ti­ve“, Sen­ti­men­ta­le Nost­al­gie oder über­schweng­li­che Begeis­te­rung fürch­te­te. Aber Blum­hardt redet Klar­text, ist super ver­ständ­lich und behält doch eine gewis­se Poe­sie in sei­nem Schreib­stil bei. Ein Aus­zug aus vie­len sehr guten Gedan­ken zum The­ma Gebet: „Nun heißt es aber wei­ter: Las­set eure Bit­te im Gebet und Fle­hen mit Dank­sa­gung vor Gott kund­wer­den. Das ist ein schö­nes Wort. Es gibt oft Leu­te, die beten so, als ob der lie­be Gott doch nichts nach ihnen fra­ge und sie im Stich lie­ße, daher mögen sie kei­ne beson­de­ren Bit­ten mehr aus­spre­chen und noch viel weni­ger eine Dank­sa­gung kund­wer­den las­sen. Das ist aber eine böse Sache, wenn der Herr nie hören darf, Er habe einem auch schon viel Gutes getan und wun­der­bar gehol­fen. Wenn die Wohl­ta­ten Got­tes über­se­hen wer­den vor lau­ter Bit­ten und Seuf­zen und Schrei­en, so gefällt das dem Heiland …

„Deshalb könnt ihr kühn zum Vater treten und getrost bitten“

„Es gibt außer­dem noch eini­ges ande­re, das anschei­nend zu den Sakra­men­ten gerech­net wer­den könn­te, näm­lich all das, dem eine Ver­hei­ßung Got­tes zuteil gewor­den ist: dazu gehö­ren das Gebet, das Wort, das Kreuz. Denn Chris­tus hat den Beten­den an vie­len Stel­len (der Schrift) Erhö­rung zuge­sagt, beson­ders Luk. 11, 5 ff., wo er uns mit vie­len Gleich­nis­sen zum Beten ein­lädt.“(Von der baby­lo­ni­schen Gefan­gen­schaft der Kir­che 1520). War­um sol­len wir beten? Weil Gott es befoh­len hat. So führt es Luther in sei­nem gro­ßen Kate­chis­mus in der Bespre­chung des Vater Unsers aus: „Dar­um bit­ten wir und ver­mah­nen aufs flei­ßigs­te jeder­mann, daß man sol­ches zu Her­zen neh­me und auf kei­ne Wei­se unse­re Gebe­te ver­ach­te. Denn man hat bis­her ins Teu­fels Namen so geleh­ret, daß nie­mand sol­ches geach­tet und gemei­net hat, es wäre genug, daß das Werk getan wäre, Gott erhö­rets oder höret es nicht. Das heißt das Gebet auf gut Glück ver­sucht und ins Blaue hin­ein gemur­ret; dar­um ist es ein ver­lo­re­nes Gebet. Denn wir las­sen uns durch sol­che Gedan­ken beir­ren und abschre­cken: ich bin nicht hei­lig noch wür­dig genug; wenn ich …

Luther: Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund

Die­ses Werk ist äußerst ori­gi­nell, schrieb doch der berühm­tes­te Pro­fes­sor Euro­pas ein Buch für sei­nen Bar­bier. An die­ser Stel­le möch­te ich einen Aus­schnitt aus einer Buch­be­spre­chung von Pierre Büh­ler hin­zu­fü­gen: „Meis­ter Peter Bes­ken­dorf war Bar­bier und zum Teil wohl auch Arzt. Er gehör­te zu den bes­ten und ältes­ten Freun­den Luthers und sprach gern mit die­sem über theo­lo­gi­sche und reli­giö­se The­men. Es ist anzu­neh­men, dass er von Luther eine Anwei­sung zum Beten begehrt hat­te und Luther sei­nen Wunsch ent­sprach mit die­ser Dar­le­gung „einer ein­fa­chen Wei­se zu beten.“ Die Schrift erschien erst­mals 1535 in Wit­ten­berg, aller Wahr­schein­lich­keit nach in den ers­ten Mona­ten des Jah­res. Auf jeden Fall wird nicht auf das Unglück Bes­ken­dorfs Bezug genom­men: Er erstach am Oster­sams­tag 1535 — wahr­schein­lich im Rausch — sei­nen Schwie­ger­sohn Diet­rich und wur­de dann, von allen bedau­ert, am 30. Juli 1435 zwar begna­digt, aber des Lan­des ver­wie­sen. Die ein­fa­che Wei­se zu beten wird am Leit­fa­den der Bit­ten des Vater­un­sers und der zehn Gebo­te ent­fal­tet. Noch im sel­ben Jahr erschien eine erwei­ter­te Aus­ga­be: Hin­zu­ge­fügt wur­de das Beten der Haupt­stü­cke des Glau­bens­be­kennt­nis­ses. Die­se Schrift lie­fert wich­ti­ge Aspek­te von …

Buchbesprechung: Aus der Tiefe rufe ich HERR, zu DIR!

Luther war ein Mann des Gebets. Er soll auf die Fra­ge, wie sein Plan für den nächs­ten Arbeits­tag aus­se­he, geant­wor­tet haben: »Arbeit, Arbeit von früh bis spät. Und in der Tat habe ich so viel zu tun, dass ich die ers­ten drei Stun­den im Gebet ver­brin­gen wer­de.« Wer für das Jahr 2015 noch nach einem pas­sen­den Andachts­buch Aus­schau hält, dem sei die­se Zusam­men­stel­lung zum The­ma Gebet emp­foh­len, die 2014 im Ver­lag CLV erschie­nen ist. Zuerst war ich etwas skep­tisch: Alle 365 Tage nur das The­ma Gebet? Wird dies mit der Dau­er nicht ein­tö­nig?  Ich soll­te mich irren: Die­ses Andachts­buch gefällt mir noch etwas bes­ser, als das, wel­ches wir mit der Fami­lie bis­her lasen:

Leserunde: Lernen, zu beten (12) – ENDE

Heu­te erscheint der letz­te Arti­kel zu dem Buch „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Vor gut 13. Wochen habe ich ange­fan­gen, die ein­zel­nen Kapi­tel zu bespre­chen, indem ich Inhal­te, die mir wich­tig gewor­den sind, auf­ge­grif­fen und näher erläu­tert habe. Das Buch in einer Grup­pe zu lesen und zu bespre­chen, wäre effek­ti­ver gewe­sen, als Arti­kel zu schrei­ben oder sie zu lesen. Beim gemein­sa­men Bibel­stu­di­um und Gebet lernt man nicht nur die Gebe­te des Pau­lus ken­nen, son­dern man lernt auch von­ein­an­der in bibli­scher Wei­se zu beten. Die­se Vor­ge­hens­wei­se möch­te ich jedem emp­feh­len. Viel­leicht geben mei­ne Bei­trä­ge Impul­se für das Grup­pen­ge­spräch. Es gibt Fach­bü­cher, die man in der vor­ge­ge­be­nen Kapi­tel­rei­hen­fol­ge, also vom Anfang bis zum Ende lesen soll­te. Das Buch von Car­son könn­te man auch mit dem letz­ten Kapi­tel begin­nen und sich zum Anfang vor­ar­bei­ten. Doch weil der Autor im letz­ten Kapi­tel ein Gebet unter­sucht, das so ganz anders ist als die ande­ren, ist es emp­feh­lens­wert, nicht mit dem letz­ten Kapi­tel zu begin­nen. Das Gebet aus Römer 15 ist eines, das von Gott nicht so erhört wur­de, wie Paulus …

Leserunde: Lernen, zu beten (5)

Wir lesen jede Woche ein Kapi­tel aus dem Buch „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Für manch einen mag es eine Her­aus­for­de­rung sein, jede Woche 20 – 30 Sei­ten eines theo­lo­gi­schen Buches zu lesen. Ande­re lesen das Drei- bis Vier­fa­che davon. Ganz gleich wie dei­ne Lese­ge­wohn­heit ist, ich wür­de mich freu­en, wenn du dir wöchent­lich Zeit neh­men wür­dest, die­ses äußerst wert­vol­le Buch von D.A. Car­son zu lesen.  Für mich ist der wöchent­li­che Rhyth­mus ein Vor­teil, weil ich es auf die­se Wei­se schaf­fe, jedes Kapi­tel 2 – 3 Mal zu lesen. Beim ers­ten Lesen lese ich zur eige­nen Erbau­ung. Beim zwei­ten und evtl. drit­ten Mal ver­tie­fe ich eini­ge Gedan­ken und über­le­ge mir, wel­che Aspek­te ich für den Arti­kel im Blog auf­grei­fe. Lie­ber Bru­der Car­son, ganz ehr­lich, ich bin Gott sehr dank­bar für die­ses Buch! In Kapi­tel 5 sehen wir, wie Pau­lus‘ Lei­den­schaft für Men­schen sei­nen gan­zen Dienst für den Herrn und sei­ne Gebe­te prägte. 

Leserunde: Lernen, zu beten (1)

Wir begin­nen heu­te mit der Leserun­de „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Das wird so ablau­fen, dass wir ab heu­te pro Woche ein Kapi­tel lesen wer­den. Bis heu­te soll­te man die Ein­lei­tung und das ers­te Kapi­tel gele­sen haben. Ich gehe in die­sem Teil kurz dar­auf ein. Jeder Teil­neh­mer kann mit­hil­fe der Kom­men­tar­funk­ti­on an der Dis­kus­si­on teil­neh­men. Auch wer das Buch schon frü­her gele­sen hat, ist ger­ne will­kom­men. Nor­ma­ler­wei­se beginnt ein Sach­buch mit einer theo­re­ti­schen Ein­füh­rung in das The­ma des Buches und geht danach zum prak­ti­schen Teil über. Das scheint bei die­sem Buch auf den ers­ten Blick anders zu sein. Nach der Ein­lei­tung gibt Car­son im ers­ten Kapi­tel gleich acht prak­ti­sche Lek­tio­nen über das Gebet. Er berich­tet aus sei­nem Leben, kommt aber nicht umhin, den Lesen zum Nach­ma­chen zu moti­vie­ren. Auch wenn der Anfang des Buches uns sofort in die Pra­xis ver­setzt, haben wir bis­her nur die Ein­füh­rung gele­sen. Car­son legt in sei­nem Buch einen ganz ande­ren, aber eben­so prak­ti­schen Schwerpunkt.

Neue Leserunde beginnt: Lernen, zu beten (D.A. Carson)

Vor einem Monat konn­ten wir hier im Blog das Buch „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son ver­lo­sen. Damals kün­dig­te ich bereits an, dass wir das Buch gemein­sam lesen wol­len. Ich habe bereits gro­ße Tei­le des Buches gele­sen und bin davon über­zeugt, dass die­ses bewähr­te Buch für jeden Chris­ten eine loh­nen­de Lek­tü­re ist. Es gibt kei­nen ech­ten Chris­ten, der das Beten nicht ler­nen möch­te. Viel­leicht batest du auch schon bei Jesus, wie es die Jün­ger taten: „Herr, leh­re uns beten!“ Und in der Tat kön­nen wir von Jesus und sei­nen Apos­teln, die ja von ihm gelernt haben, das Beten aus ers­ter Hand ler­nen. Viel­leicht hast du auch schon dar­über gestaunt, wie inten­siv Pau­lus bete­te. Die meis­ten Gebe­te im Neu­en Tes­ta­ment sind uns von Pau­lus über­lie­fert. Und weil alle Gebe­te von Pau­lus immer auch von Gott inspi­riert sind, wird ein inten­si­ves Stu­di­um die­ser Tex­te uns leh­ren, nach dem Wil­len Got­tes zu beten. Genau die­ses Ziel ver­folgt D.A. Car­son in sei­nem bereits vor 20 Jah­ren ver­öf­fent­lich­ten Buch. Jetzt ist es in Deutsch erschie­nen, wofür ich sehr dank­bar bin. Wir beginnen …