Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gebet

Ein Zitat aus „Der verborgene Umgang mit Gott“ von Jakob Kroeker
Denn Gemeinschaft mit Gott ist unabhängig von jedem Gericht und jeder Prüfung.

In Jakob Kroekers neu aufgelegtem und sehr lesenswertem Buch „Der verborgene Umgang mit Gott“ (gegenwärtig reduziert erhältlich) habe ich dieses Zitat gefunden. Er bespricht hierbei 1. Mo 6,16 und überlegt sich dabei, wie es wohl für Noah aussah, nur einen Blick nach oben zu haben. Mitten in seiner Zwangsquarantäne hatte Noah Gemeinschaft mit Gott: „So groß und köstlich es aber auch war, dass Noah mit seiner Familie zusammen durch die Nöte seiner Zeit hindurchgerettet werden sollte, so bedeutete die Gemeinschaft mit Gott für ihn jedoch noch weit mehr. Wurde ihm durch die hereinbrechende Flut auch vieles genommen, brach auch alles unter den Stürmen und Gerichtswogen der Zeit zusammen, wurde er auch für Wochen und Monate in seiner Freiheit und Bewegung auf seine Arche beschränkt -die Gemeinschaft mit Gott konnte ihm durch kein Gericht über das für den Untergang ausgereifte Leben genommen werden. Denn Gemeinschaft mit Gott ist unabhängig von jedem Gericht und jeder Prüfung. Mag auch Bestehendes wanken, die Werte entwertet und die zartesten Bande der Liebe zerrissen werden, nichts vermag die Fenster nach oben …

Bis zum Bodensatz

Auf Siegfried Kettling bin ich durch Viktor von Christusallein.com gestoßen. Kettling, lutherischer Theologe, besitzt eine ungewöhnliche Ausdrucksweise, wahrscheinlich wohl etwas, das Lutheraner häufig auszeichnet. Hilfreich empfand ich seine Ausführungen zum Beten. Es ist ein größerer Abschnitt, denn ich unverändert wiedergeben möchte. Gefunden in: „Und der sagte ja“, ein nur noch antiquarisch erhältliches Werk: Kürzlich habe ich ein Gebet gelesen. Es lautete etwa so: “ Gott, ich will dir sagen, wer du bist und wie du dich mir gegenüber benommen hast. Ich sage es dir mitten ins Gesicht, nehme kein Blatt vor den Mund. Mit glatten Worten bist du auf mich zugekommen wie ein junger Mann, der schön tut, wenn er ein ahnungsloses Mädchen beschwatzen will. Schließlich habe ich mich betören lassen, bin mir dir gegangen. Übel hast du mein Vertrauen missbraucht, mich brutal vergewaltigt und anschließend sitzengelassen. Nun stehen die Leute ringsum, halten sich den Bauch vor Lachen: „Schön dumm von Dir, auf den reinzufallen.“ Gott, ich sage es dir ins Gesicht – ein Verführer bist du!“ Ist das – ein Gebet? Nicht eher eine …

„Lasset eure Bitte im Gebet vor Gott kundwerden“

In meiner Bibliothek findet sich schon länger ein Band mit dem Titel „Seelsorge“ vom bekannten Liederdichter und Pfarrer der württembergischen Erweckungsbewegung Johann Christoph Blumhardt. Tatsächlich habe ich mich bisher gescheut zu diesem Band zu greifen, weil ich eine „inflationäre Verwendung schönfärberischer Adjektive“, Sentimentale Nostalgie oder überschwengliche Begeisterung fürchtete. Aber Blumhardt redet Klartext, ist super verständlich und behält doch eine gewisse Poesie in seinem Schreibstil bei. Ein Auszug aus vielen sehr guten Gedanken zum Thema Gebet: „Nun heißt es aber weiter: Lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Das ist ein schönes Wort. Es gibt oft Leute, die beten so, als ob der liebe Gott doch nichts nach ihnen frage und sie im Stich ließe, daher mögen sie keine besonderen Bitten mehr aussprechen und noch viel weniger eine Danksagung kundwerden lassen. Das ist aber eine böse Sache, wenn der Herr nie hören darf, Er habe einem auch schon viel Gutes getan und wunderbar geholfen. Wenn die Wohltaten Gottes übersehen werden vor lauter Bitten und Seufzen und Schreien, so gefällt das dem …

„Deshalb könnt ihr kühn zum Vater treten und getrost bitten“

„Es gibt außerdem noch einiges andere, das anscheinend zu den Sakramenten gerechnet werden könnte, nämlich all das, dem eine Verheißung Gottes zuteil geworden ist: dazu gehören das Gebet, das Wort, das Kreuz. Denn Christus hat den Betenden an vielen Stellen (der Schrift) Erhörung zugesagt, besonders Luk. 11, 5 ff., wo er uns mit vielen Gleichnissen zum Beten einlädt.“(Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche 1520). Warum sollen wir beten? Weil Gott es befohlen hat. So führt es Luther in seinem großen Katechismus in der Besprechung des Vater Unsers aus: „Darum bitten wir und vermahnen aufs fleißigste jedermann, daß man solches zu Herzen nehme und auf keine Weise unsere Gebete verachte. Denn man hat bisher ins Teufels Namen so gelehret, daß niemand solches geachtet und gemeinet hat, es wäre genug, daß das Werk getan wäre, Gott erhörets oder höret es nicht. Das heißt das Gebet auf gut Glück versucht und ins Blaue hinein gemurret; darum ist es ein verlorenes Gebet. Denn wir lassen uns durch solche Gedanken beirren und abschrecken: ich bin nicht heilig noch würdig genug; …

Luther: Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund

Dieses Werk ist äußerst originell, schrieb doch der berühmteste Professor Europas ein Buch für seinen Barbier. An dieser Stelle möchte ich einen Ausschnitt aus einer Buchbesprechung von Pierre Bühler hinzufügen: „Meister Peter Beskendorf war Barbier und zum Teil wohl auch Arzt. Er gehörte zu den besten und ältesten Freunden Luthers und sprach gern mit diesem über theologische und religiöse Themen. Es ist anzunehmen, dass er von Luther eine Anweisung zum Beten begehrt hatte und Luther seinen Wunsch entsprach mit dieser Darlegung „einer einfachen Weise zu beten.“ Die Schrift erschien erstmals 1535 in Wittenberg, aller Wahrscheinlichkeit nach in den ersten Monaten des Jahres. Auf jeden Fall wird nicht auf das Unglück Beskendorfs Bezug genommen: Er erstach am Ostersamstag 1535 – wahrscheinlich im Rausch – seinen Schwiegersohn Dietrich und wurde dann, von allen bedauert, am 30. Juli 1435 zwar begnadigt, aber des Landes verwiesen. Die einfache Weise zu beten wird am Leitfaden der Bitten des Vaterunsers und der zehn Gebote entfaltet. Noch im selben Jahr erschien eine erweiterte Ausgabe: Hinzugefügt wurde das Beten der Hauptstücke des Glaubensbekenntnisses. Diese …

Buchbesprechung: Aus der Tiefe rufe ich HERR, zu DIR!

Luther war ein Mann des Gebets. Er soll auf die Frage, wie sein Plan für den nächsten Arbeitstag aussehe, geantwortet haben: »Arbeit, Arbeit von früh bis spät. Und in der Tat habe ich so viel zu tun, dass ich die ersten drei Stunden im Gebet verbringen werde.« Wer für das Jahr 2015 noch nach einem passenden Andachtsbuch Ausschau hält, dem sei diese Zusammenstellung zum Thema Gebet empfohlen, die 2014 im Verlag CLV erschienen ist. Zuerst war ich etwas skeptisch: Alle 365 Tage nur das Thema Gebet? Wird dies mit der Dauer nicht eintönig?  Ich sollte mich irren: Dieses Andachtsbuch gefällt mir noch etwas besser, als das, welches wir mit der Familie bisher lasen:

Leserunde: Lernen, zu beten (12) – ENDE

Heute erscheint der letzte Artikel zu dem Buch „Lernen, zu beten“ von D.A. Carson. Vor gut 13. Wochen habe ich angefangen, die einzelnen Kapitel zu besprechen, indem ich Inhalte, die mir wichtig geworden sind, aufgegriffen und näher erläutert habe. Das Buch in einer Gruppe zu lesen und zu besprechen, wäre effektiver gewesen, als Artikel zu schreiben oder sie zu lesen. Beim gemeinsamen Bibelstudium und Gebet lernt man nicht nur die Gebete des Paulus kennen, sondern man lernt auch voneinander in biblischer Weise zu beten. Diese Vorgehensweise möchte ich jedem empfehlen. Vielleicht geben meine Beiträge Impulse für das Gruppengespräch. Es gibt Fachbücher, die man in der vorgegebenen Kapitelreihenfolge, also vom Anfang bis zum Ende lesen sollte. Das Buch von Carson könnte man auch mit dem letzten Kapitel beginnen und sich zum Anfang vorarbeiten. Doch weil der Autor im letzten Kapitel ein Gebet untersucht, das so ganz anders ist als die anderen, ist es empfehlenswert, nicht mit dem letzten Kapitel zu beginnen. Das Gebet aus Römer 15 ist eines, das von Gott nicht so erhört wurde, wie Paulus …

Leserunde: Lernen, zu beten (5)

Wir lesen jede Woche ein Kapi­tel aus dem Buch „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Für manch einen mag es eine Herausforderung sein, jede Woche 20-30 Seiten eines theologischen Buches zu lesen. Andere lesen das Drei- bis Vierfache davon. Ganz gleich wie deine Lesegewohnheit ist, ich würde mich freuen, wenn du dir wöchentlich Zeit nehmen würdest, dieses äußerst wertvolle Buch von D.A. Carson zu lesen.  Für mich ist der wöchentliche Rhythmus ein Vorteil, weil ich es auf diese Weise schaffe, jedes Kapitel 2-3 Mal zu lesen. Beim ersten Lesen lese ich zur eigenen Erbauung. Beim zweiten und evtl. dritten Mal vertiefe ich einige Gedanken und überlege mir, welche Aspekte ich für den Artikel im Blog aufgreife. Lieber Bruder Carson, ganz ehrlich, ich bin Gott sehr dankbar für dieses Buch! In Kapitel 5 sehen wir, wie Paulus‘ Leidenschaft für Menschen seinen ganzen Dienst für den Herrn und seine Gebete prägte.

Leserunde: Lernen, zu beten (1)

Wir beginnen heute mit der Leserunde „Lernen, zu beten“ von D.A. Carson. Das wird so ablaufen, dass wir ab heute pro Woche ein Kapitel lesen werden. Bis heute sollte man die Einleitung und das erste Kapitel gelesen haben. Ich gehe in diesem Teil kurz darauf ein. Jeder Teilnehmer kann mithilfe der Kommentarfunktion an der Diskussion teilnehmen. Auch wer das Buch schon früher gelesen hat, ist gerne willkommen. Normalerweise beginnt ein Sachbuch mit einer theoretischen Einführung in das Thema des Buches und geht danach zum praktischen Teil über. Das scheint bei diesem Buch auf den ersten Blick anders zu sein. Nach der Einleitung gibt Carson im ersten Kapitel gleich acht praktische Lektionen über das Gebet. Er berichtet aus seinem Leben, kommt aber nicht umhin, den Lesen zum Nachmachen zu motivieren. Auch wenn der Anfang des Buches uns sofort in die Praxis versetzt, haben wir bisher nur die Einführung gelesen. Carson legt in seinem Buch einen ganz anderen, aber ebenso praktischen Schwerpunkt.