Alle Artikel mit dem Schlagwort: Fritz Binde

Ein aufrichtiger Zweifler

Bei der Glau­bens­stim­me fand ich die­se Pre­digt Fritz Bin­des zu Joh 1,43−51, der ers­ten Begeg­nung Jesu mit sei­nen spä­te­ren Jün­gern Phil­ip­pus und Natha­na­el. Mit der Über­schrift hat Bin­de bereits sein Anlie­gen die­ser Pre­digt umris­sen: Die Wand­lung des Natha­na­el vom Zwei­fel zum Glau­ben. Bin­de arbei­tet gut den inne­ren Kon­flikt Natha­na­els her­aus, der ja durch­aus auf „Argu­men­ten“ baut: Sei­ne Zwei­fel sind ihm nie wert­vol­ler Besitz, des­sen er sich freut und rühmt. Nim­mer­mehr schei­nen sie ihm Ziel sei­nes Den­kens und Suchens, son­dern immer nur bedau­er­li­ches Hin­der­nis auf dem Wege (Kind­le Posi­ti­on 69) Nein, nein, der auf­rich­ti­ge Zweif­ler zwei­felt nicht, um zu zwei­feln! Es geht ihm nicht um sei­ne Zwei­fel, son­dern um die zu fin­den­de Wahr­heit! (87) Und kühl ant­wor­tet der auf­rich­ti­ge Zweif­ler Natha­na­el: „Was kann von Naza­reth Gutes kom­men?“ Mag sein, daß Natha­na­el damit sagen woll­te: „Was kann aus solch einem ver­bor­ge­nen, klei­nen Nest kom­men?“ Siche­rer aber ist, daß er kühl in Schrift­nüch­tern­heit mein­te: „Naza­reth besitzt kei­ne Ver­hei­ßung, uns den Mes­si­as zu brin­gen!“ Die­ser Ein­wand war völ­lig berech­tigt, die­ser Zwei­fel biblisch begrün­det. Naza­reth wird im Alten Tes­ta­ment nicht ein­mal dem …

Fritz Binde — Biografie

Wie­der habe ich eine Bio­gra­fie zu Ende gele­sen. Demut und Weh­mut beschlei­chen mich nach der Lek­tü­re. Aber auch Mut und Ent­schlos­sen­heit dem Herrn von gan­zem Her­zen zu die­nen. Die meis­ten Bio­gra­fien von Chris­ten haben fol­gen­de Drei­tei­lung: 1. Kind­heit und Jugend­zeit bis zur Bekeh­rung, 2. Akti­ve Lebens­pha­se im Wir­ken für Gott, 3. (Alter,) Tod und Heim­gang. Und um ehr­lich zu sein, bin ich am Ende einer guten Bio­gra­fie trau­rig. Der Tod der beschrie­be­nen Per­son nimmt mich emo­tio­nal stark mit. Am liebs­ten wür­de ich der Per­son noch ein­mal begeg­nen, ihr Fra­gen stel­len, um noch viel von ihr zu ler­nen. Viel­leicht wird es in der Ewig­keit dazu eine Gele­gen­heit geben. Ande­rer­seits den­ke ich bei den letz­ten Zei­len einer Bio­gra­fie immer an eine Aus­sa­ge im Hebrä­er­brief: „Schaut das Ende ihres Wan­dels an und ahmt ihrem Glau­ben nach“ (Hebr 13,7). Fritz Bin­des Leben und Glau­bens­weg sind es wert, genau­er ange­schaut zu wer­den. Fritz Bin­de (1867−1921) wuchs in einer bür­ger­li­chen Fami­lie auf. Gott und Kir­che waren immer wie­der The­ma in der Fami­lie, jedoch nicht in ehr­furchts­vol­ler Wei­se. Der Pfar­rer, die Kirche …

NIMM UND LIES verlost Fritz Binde-Biografien — November 2012 *BEENDET*

UPDATE: Die Gewin­ner ste­hen fest und wer­den im Lau­fe des Tages per E‑Mail benach­rich­tigt: Fried­rich, Sven und Fred. Herz­li­chen Glück­wunsch!!! Ihr lie­ben Leser des NIMM UND LIES-Blogs. Es geht wei­ter mit den monat­li­chen Ver­lo­sun­gen. Der Ver­lag Linea hat uns freund­li­cher­wei­se drei Exem­pla­re der eben im Ver­lag erschie­ne­nen Fritz Bin­­de-Bio­­­gra­­fie zur Ver­fü­gung gestellt.   Der inner­lich von Unru­he getrie­be­ne Uhr­ma­cher Fritz Bin­de (1867 – 1921) schloss sich frei­den­ke­ri­schen Krei­sen an und hoff­te, hier sei­ne Idea­le vom Guten und Schö­nen zu ver­wirk­li­chen. Doch mehr und mehr ent­wi­ckel­te er sich zum kri­ti­schen Den­ker und Zweif­ler. Dann fei­er­te er Erfol­ge in der Arbei­ter­be­we­gung – als Schrift­stel­ler und Red­ner. Doch letzt­lich blieb er unzu­frie­den und uner­füllt. Schließ­lich wird gera­de ein per­sön­li­cher Zusam­men­bruch zu einem neu­en Anfang: Fritz Bin­de fin­det zum Glau­ben an den ver­bor­ge­nen und doch leben­di­gen Gott. Die­ses Mal machen wir es nicht so leicht, an ein Exem­plar zu kom­men. Ein sinn­frei­er Kom­men­tar reicht nicht aus ;). Wir möch­ten von Dir wis­sen: Hast Du einen E‑Book-Rea­­der oder planst Du dem­nächst einen Rea­der zu erwer­ben? Oder nutzt du dein Tablet um E‑Books zu lesen?

Fritz Binde über das Wissen der Welt und das Wissen über Gott

„Ich hat­te einen Plan gemacht. Stre­ben woll­te ich, stre­ben jede Stun­de und mit allen Kräf­ten. Aber nach was? Maler woll­te ich wer­den. Aber malen konn­te ich nur am Sonn­tag. Soll­ten die Aben­de der Woche ver­lo­ren gehen mit dem Geschwätz der soge­nann­ten Freun­de? Das muss­te auf­hö­ren. Da sah ich im Schau­fens­ter einer Buch­hand­lung eine Rei­he blau­grau­er Bücher ste­hen. „Wis­sen der Gegen­wart“ stand dar­über und jeder Band kos­te­te eine Mark. Auf ein­mal wuss­te ich, wonach ich stre­ben woll­te,  näm­lich nach mehr Wis­sen als mir die Schu­le und Vaters Biblio­thek gege­ben haben, näm­lich nach dem gesam­ten Wis­sen der Gegen­wart — über alles in der Welt. Auch über Gott. Ja, auch über Gott. Und da wuss­te ich auch, wo von jetzt an die Mark blei­ben soll­te, die mir Vater jede Woche als Taschen­geld gab. Einen solch blau­grau­en Band wür­de ich mir dafür kau­fen, jede Woche einen, und an den Aben­den jeder Woche wür­de ich ihn durch­le­sen. So fing ich an und führ­te es aus, Woche um Woche. Ich las vom Licht, vom Schall, von der Wär­me und Elek­tri­zi­tät, von Fix­ster­nen und Kometen, …