Alle Artikel mit dem Schlagwort: Evangelikale

Handbook of Evangelical Theologians

Was bedeu­tet eigent­lich „evan­ge­li­kal“? Hier ein­fach auf die (ehe­mals) ein­heit­li­che Hal­tung zur Unfehl­bar­keit der Hei­li­gen Schrift zu ver­wei­sen, trifft nicht zu, da auch Zeu­gen Jeho­vas und Adven­tis­ten in die­ser Hin­sicht „bibel­treu“ sind. Es gibt auch die Mög­lich­keit „Evan­ge­li­kal“ als Syn­onym für den gan­zen Pro­tes­tan­tis­mus zu sehen, so wie es immer­hin nie­mand Gerin­ge­res als der Oxfor­der His­to­ri­ker Diar­maid Mac­Culloch in sei­ner Refor­ma­ti­ons­ge­schich­te tut. Hier tut die Spra­che ihr Übri­ges. Evan­ge­lisch ist im Eng­li­schen bekannt­lich auch „evan­ge­li­cal“. Doch wäre der gro­ße Vor­sit­zen­de des Rates der EKD Herr Bed­­ford-Strohm, so den­ke ich, alles ande­re als glück­lich dar­über, wenn man ihn als evan­ge­li­kal bezeich­nen wür­de.… In Deutsch­land ver­bin­det man Evan­ge­li­ka­lis­mus wie­der­um häu­fig mit einer bap­tis­ti­schen Tauf­pra­xis, dass wie­der­um vor allem dem angel­säch­si­schen kon­ser­va­ti­ven Evan­ge­li­ka­lis­mus, ja selbst dem Fun­da­men­ta­lis­mus nicht gerecht wird, wenn man hier an die Bedeu­tung des Pres­by­te­ria­nis­mus denkt. Ist es viel­leicht das Fest­hal­ten an einem Kurz-Zeit-Crea­­ti­o­­nis­­mus? Auch hier wür­de dann min­des­tens War­field, Packer und wahr­schein­lich auch Kel­ler aus dem Rah­men fal­len. So muss auch Elwell, der Her­aus­ge­ber des „Hand­books of Evan­ge­li­cal Theo­lo­gi­ans“ zuge­ben: „Was ist eigent­lich Evangelikalismus? (…) …

Bühne: Roms herzlicher Hardliner

„Wir sind Papst“ – so titel­te die Zei­tung mit den gro­ßen Buch­sta­ben bei der Wahl von Kar­di­nal Josef Ratz­in­ger zum Papst. Seit­dem sind eini­ge Jah­re ins Land gezo­gen und Papst Bene­dikt der XVI. beweg­te aber­mals vie­le Gemü­ter in Deutsch­land. Besuch­te er doch sein Hei­mat­land und durf­te als ers­ter Papst über­haupt im Deut­schen Bun­des­tag zu Wort kom­men. Pünkt­lich zum Papst­be­such erschien bei der Christ­li­chen Buch­hand­lung Wolf­gang Büh­ne eine Give-Away-CD mit Vor­trag über den deut­schen Papst. Ich habe rein­ge­hört um einen bes­se­ren Ein­druck von „Roms herz­li­chem Hard­li­ner“ zu gewin­nen. Unter die­sem Titel hielt Wolf­gang Büh­ne die­sen Vor­trag und gab einen Ein­blick in den Wer­de­gang und die Theo­lo­gie von Josef Ratz­in­ger, Papst Bene­dikt XVI.

Russlanddeutsche Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland

Grund­li­ni­en ihrer Geschich­te, ihrer Ent­wick­lung und Theo­lo­gie. So heißt das 452 Sei­ten star­ke Werk des Dozen­ten John N. Klas­sen. Ich möch­te heu­te ein Buch vor­stel­len, das ich mit viel Genuss, aber auch Weh­mut gele­sen habe. Nach­dem ich es bestellt hat­te, stand es zuerst eine Zeit im Regal, da ich mich nicht trau­te, mit dem Lesen zu begin­nen. Es gibt man­che Bücher, die mit einem Rutsch durch­ge­le­sen wer­den kön­nen ohne den Leser son­der­lich zu bewe­gen. Ande­re grei­fen das Gemüt an und erzeu­gen Emo­tio­nen. Russ­land­deut­sche Frei­kir­chen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist ein Buch, dass mich nicht unbe­rührt gelas­sen hat. Es ist eine sorg­fäl­ti­ge Aus­ar­bei­tung und wur­de ursprüng­lich als Dis­ser­ta­ti­on geschrie­ben. Gegen­stand des Buches ist die russ­land­deut­sche Geschich­te, die Ent­wick­lung der Russ­land­deut­schen in der neu­en, alten Hei­mat Deutsch­land und deren Theo­lo­gie. Mich hat das Buch nicht kalt gelas­sen, da ich mich als Russ­land­deut­scher in vie­len Berei­chen sel­ber ange­spro­chen fühle.

DEA geht auf konservative Bibeltreue zu

Die Deut­sche evan­ge­li­sche Alli­anz (DEA) hat für Ende März 2012 über 230 füh­ren­de deut­sche Evan­ge­li­ka­le zu einer Begeg­nungs­ta­gung ins Alli­anz-Haus nach Bad Blan­ken­burg ein­ge­la­den. Wie es in dem Ein­la­dungs­schrei­ben heißt, stün­den „Chris­ten und Kir­chen in unse­rem Land vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen: Fort­schrei­ten­de Säku­la­ri­sie­rung [Ver­welt­li­chung], zuneh­mend aggres­si­ver Athe­is­mus, neue reli­giö­se und mul­ti­kul­tu­rel­le Expan­si­on [Aus­deh­nung], Demo­gra­phie [Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung] Migra­ti­on (Bevöl­ke­rungs­wan­de­rung), Her­aus­for­de­run­gen durch die Welt­re­li­gio­nen Islam, Hin­du­is­mus und Bud­dhis­mus.“ Ange­sichts die­ser Situa­ti­on wol­le die DEA Chris­ten mit unter­schied­li­cher geist­li­cher Prä­gung zusam­men­brin­gen, um sich ein­mal dar­über aus­zu­tau­schen, was man gemein­sam gegen die­se Her­aus­for­de­run­gen unter­neh­men kön­ne. Auf der Lis­te der Ein­ge­la­den ste­hen extre­me Cha­ris­ma­ti­ker und Pfingst­ler, Ver­tre­ter aus den Lan­des­kir­chen und vie­le Frei­kirch­ler. Erst­mals hat die DEA zu einem sol­chen Groß­tref­fen auch Per­so­nen aus dem kon­ser­va­ti­ven bibel­treu­en Lager ein­ge­la­den. Dazu gehö­ren Ver­tre­ter des Bibel­bun­des und des Maleachi-Krei­­ses. Eine sol­che Ein­la­dung bedeu­tet nicht, dass die Ein­ge­la­de­nen auch das Anlie­gen der DEA tei­len und nach Blan­ken­burg fah­ren wer­den. Den­noch ist dies ein ers­tes kon­kre­tes Signal, auch kon­ser­va­ti­ve Bibel­treue ins DEA-Boot zu holen.

Buchempfehlung: Gefährliche Stille!

Das Jahr der Stil­le geht sei­nem Ende ent­ge­gen. Noch knap­pe drei Mona­te und dann darf es wie­der lau­ter wer­den. Nun ja, viel­leicht nicht lau­ter, aber zumin­dest wird das The­ma in der evan­ge­li­ka­len Öffent­lich­keit nicht mehr so breit behan­delt. Wer sich auf der Sei­te des Medi­en­kon­zerns SCM umschaut, ent­deckt dut­zen­de neue Bücher und Acces­soire zur Stil­le. Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang, dass das ein­zi­ge Buch, wel­ches sich kri­tisch mit dem The­ma befasst, von SCM boy­kot­tiert wird. Grund genug, dass Buch näher anzu­schau­en … Das Buch besteht aus 7 eigent­li­chen Kapi­tel und zwei Anhän­gen. Ver­fasst haben die Bei­trä­ge ver­schie­de­ne Autoren des Maleachi-Krei­ses. Ein­lei­tend beginnt Ulrich Skam­braks mit der Fest­stel­lung, wie akut not­wen­dig Stil­le in unse­rem Leben gewor­den ist. Unser Leben läuft immer schnel­ler an uns vor­bei. Ruhe­pau­sen sind „unpro­duk­ti­ve“ Zeit­die­be und haben wenig Chan­cen in unse­rem täg­li­chen Dasein. Des­halb raten Psy­cho­the­ra­peu­ten dazu, das Leben zu „ent­schleu­ni­gen“, also zu verlangsamen.