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Wo ist Kirche?
Artikel 27 des niederländischen Bekenntnisses

Im 27ten Arti­kel des nie­der­län­di­schen Glau­bens­be­kennt­nis­ses fin­det sich ein bemer­kens­wer­ter Satz, umge­ben in einer gelun­ge­nen Zusam­men­fas­sung: „Wir glau­ben und beken­nen eine katho­li­sche oder all­ge­mei­ne Kir­che, wel­che ist eine hei­li­ge Ver­ei­ni­gung oder Gemein­schaft aller gläu­bi­gen Chris­ten, wel­che ihr gan­zes Heil von dem einen Jesus Chris­tus erwar­ten, gerei­nigt durch sein Blut und durch sei­nen Geist gehei­ligt und ver­sie­gelt. Die­se Kir­che fer­ner war vom Anfang der Welt und wird bis zu ihrem Ende blei­ben, wie dies auch dar­aus erhellt, dass Chris­tus ein ewi­ger König ist, der nie­mals ohne Unter­ta­nen sein kann. Übri­gens schützt Gott die­se hei­li­ge Kir­che gegen alle Wut und Angrif­fe der Welt, wenn sie auch für eini­ge Zeit nur sehr klein und fast ver­löscht in den Augen der Men­schen erscheint, wie Gott in jener sehr gefähr­li­chen Zeit des Ahab sich sie­ben­tau­send Män­ner bewahrt haben soll, die ihre Knie nicht vor dem Baal beug­ten. End­lich ist die­se hei­li­ge Kir­che an kei­nem bestimm­ten Ort gele­gen oder beschränkt oder irgend an bestimm­te Per­so­nen gebun­den oder geket­tet, son­dern sie ist über den gan­zen Erd­kreis zer­streut und ver­brei­tet, obgleich sie in …

„Nicht den Gegenstand, der mir zum Falle wurde, nein, den Fall selbst liebte ich“

Auf die­sen Aus­zug aus den Bekennt­nis­sen von Augus­ti­nus bin ich durch eine sehr gelun­gen Pre­digt von Paul Koch aus der St. Mar­ti­ni Kir­che in Bre­men auf­merk­sam gewor­den. Die­ser Text fin­det sich im Vier­ten Kapi­tel des zwei­ten Buches. Die deut­sche Über­set­zung der Con­fes­sio­nes  fin­det man lizenz­frei im Inter­net. „Bekannt ist, dass dein Gesetz, o Herr, den Dieb­stahl bestraft, und zwar sogar das in die Her­zen der Men­schen ein­ge­gra­be­ne Natur­ge­setz, das nicht ein­mal ihre Bos­heit aus­zu­lö­schen ver­mag. Denn wel­cher Dieb ertrü­ge, auch wenn er begü­tert ist, gleich­mü­tig den Dieb­stahl eines, den Not dazu treibt? Ich aber woll­te einen Dieb­stahl bege­hen und habe ihn auch began­gen, nicht durch irgend­wel­che Not­wen­dig­keit ver­an­lasst: an Gerech­tig­keit fehl­te es mir, ja ich hat­te Ekel vor ihr, und vor Bos­heit erstick­te ich. Denn ich stahl, was ich im Über­fluß, ja noch viel bes­ser besaß. Auch woll­te ich nicht, was der Dieb­stahl mir ver­schaff­te, genie­ßen, son­dern den Dieb­stahl selbst und die Sün­de.  Nahe unserm Wein­berg stand ein Birn­baum mit zwar zahl­rei­chen, jedoch häß­li­chen und unschmack­haf­ten Früch­ten. Die­se abzu­schüt­teln und hin­weg­zu­schlep­pen, mach­ten wir jun­gen Leu­te uns ohne …