Leben als Christ, Sachbücher
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Politik — ein schmutziges Geschäft?

von Michael Kotsch

politik_ein_schmutziges_geschaft-kotschDurch den Wahl­kampf in den ver­gan­ge­nen Wochen und Mona­ten, sowie der aktu­el­len Regie­rungs­bil­dung, ist ein The­ma wie­der stär­ker in unse­re Wahr­neh­mung gerückt: Poli­tik.

Die Mei­nung der Men­schen über Poli­tik und Poli­ti­kern ist nicht beson­ders gut. Vie­le haben den Ein­druck, dass die Par­tei­en ihre eige­nen Inter­es­sen ver­tre­ten und nicht die der Bür­ger. Immer wie­der erlebt man, dass Poli­ti­ker Wahl­ver­spre­chen bre­chen. Es ent­steht ein Gefühl der Ohn­macht gegen­über der Poli­tik, die oft in Resi­gna­ti­on vor „denen da oben“ endet. Poli­tik erscheint lang­wei­lig und lebens­fern.

Was wir aber nicht über­se­hen dür­fen: Poli­tik ist wich­tig. Poli­tik hat einen gro­ßen Ein­fluss auf unser Leben, denn im Bun­des­tag wer­den Geset­ze beschlos­sen, wel­che die Rah­men­be­din­gun­gen für unse­ren All­tag dar­stel­len. Wir als Chris­ten ste­hen vor der beson­de­ren Her­aus­for­de­rung ein Ver­hält­nis zur Poli­tik fest­zu­le­gen. Es geht um die Fra­ge: Wie soll ich als Christ zur Poli­tik ste­hen?

Um die­ser Fra­ge auf den Grund zu gehen habe ich das Buch Poli­tik – ein schmut­zi­ges Geschäft? gele­sen. Ich war gespannt, was der Autor zu die­sem The­ma zu sagen hat und wie er das Ver­hält­nis zwi­schen Chris­ten und Poli­tik sieht. Nach dem Lesen ist bei mir ein gemisch­ter Ein­druck geblie­ben.

Gut gefal­len hat mir, dass in dem Buch ein aktu­el­les The­ma auf­ge­grif­fen wird, das zwar vie­le Chris­ten inter­es­siert, das vie­len aber zu kom­plex erscheint um sich damit aus­ein­an­der zu set­zen. Es wer­den gute Denk­an­stö­ße und Gedan­ken wei­ter­ge­ge­ben, wie z.B., dass es kei­ne christ­li­che Par­tei, son­dern nur christ­li­che Poli­tik gibt.

In dem Buch wer­den die wich­tigs­ten deut­schen Par­tei­en mit ihren, aus christ­li­cher Sicht, Vor- und Nach­tei­len vor­ge­stellt, ohne dabei eine direk­te Wahl­emp­feh­lung aus­zu­spre­chen. Die­se Wahl soll der Leser selbst tref­fen. Es wird auf­ge­zeigt, dass wir als Chris­ten Salz und Licht der Erde sein sol­len. Um die­ser Auf­ga­be nach­zu­kom­men haben wir in unse­rem Land ver­schie­de­ne For­men des poli­ti­schen Enga­ge­ments, die vor­ge­stellt wer­den.

Eini­ges hat mir an dem Buch nicht gefal­len. Der Titel ist mei­ner Mei­nung nach nicht pas­send gewählt und führt in die Irre. In dem Buch geht es um das poli­ti­sche Sys­tem und wie wir als Chris­ten dazu ste­hen sol­len, und nicht um unsau­be­re Machen­schaf­ten.

Der Eins­tig in das Buch war für mich sehr abrupt. Das kann auch Geschmacks­sa­che sein, mir hät­te eine Hin­füh­rung zu dem The­ma bes­ser gefal­len. All­ge­mein fin­de ich, dass die Struk­tur des Buches nicht klar ist. Das Buch ließt sich nicht flüs­sig, son­dern erscheint wie ein Fli­cken­tep­pich (trotz­dem gibt es auch gute Gedan­ken).

Die letz­ten bei­den Kapi­tel sind mei­ner Mei­nung nach über­flüs­sig. Im vor­letz­ten Kapi­tel wer­den Begrif­fe aus dem poli­ti­schen All­tag erläu­tert, die aber den meis­ten bekannt sein soll­ten. Das letz­te Kapi­tel ist eine Zita­te­samm­lung zum The­ma Poli­tik. Die Zita­te sind dabei sehr unter­schied­lich, eini­ge unter­strei­chen die Wich­tig­keit der Poli­tik, ande­re haben einen poli­tik-kri­ti­schen Inhalt.

Die bibli­sche Per­spek­ti­ve auf die­ses The­ma war mir zu knapp. Ich hät­te mir gewünscht, dass viel deut­li­cher her­aus­ge­ar­bei­tet wird, wie Chris­ten aus Sicht der Bibel zur Poli­tik ste­hen sol­len. In der Bibel fin­den wir an ver­schie­de­nen Stel­len deut­li­che Aus­sa­gen zu die­sem The­ma, die in dem Buch aber nur spär­lich auf­ge­führt wer­den. Beim Lesen des Buches ent­steht der Ein­druck, der Autor möch­te Chris­ten zu mehr poli­ti­schem Enga­ge­ment drän­gen.

Das Buch hat mei­nen Erwar­tun­gen teil­wei­se ent­spro­chen, mich aber dazu ange­regt, mich mit dem The­ma näher aus­ein­an­der zu set­zen. Für alle die das Buch inter­es­siert kann ich fol­gen­de Emp­feh­lung abge­ben:

Wenn jemand ein Buch lesen möch­te, in dem die Intri­gen der Poli­tik, sowie die schmut­zi­gen Geschäf­te beschrie­ben wer­den, rate ich von dem Buch ab. Das ist nicht das The­ma.

Wenn jemand nach einem Buch sucht, in dem schnör­kel­los beschrie­ben wird, wel­che Mei­nung man zur Poli­tik haben soll und wel­che Par­tei bei der nächs­ten Wahl ein Kreuz­chen ver­dient, der soll wei­ter suchen, denn die­ses Buch bie­tet dies nicht.

Wenn aber jemand Inter­es­se an Poli­tik hat und sich dafür inter­es­siert, wie wir als Chris­ten dazu ste­hen sol­len, für den ist die­ses Buch ein guter Anfang. Es ist ein Buch in dem vie­le Gedan­ken­an­stö­ße gege­ben wer­den und die im per­sön­li­chen Nach­den­ken aus­ge­führt wer­den kön­nen. In einem sol­chen Fall kann man das Buch auch nach einer Bun­des­tags­wahl bestel­len, denn das Wäh­len ist nur ein Aspekt, der in dem Buch beschrie­ben wird.

David Pen­ner

Titel: Poli­tik — Ein schmut­zi­ges Geschäft?
Autor: Micha­el Kotsch
Sei­ten: 140
For­mat: 11 x 18 cm
Ein­band: Taschen­buch
Jahr: 2010
Ver­lag: Licht­zei­chen
ISBN: 978−3−86954−015−3
Preis: 6,95 EUR
erhält­lich bei: Licht­zei­chen, leseplatz.de
als eBook für 5,49 EUR bei: ceBooks.de

2 Kommentare

  1. Michael Kotsch sagt

    Die Bespre­chung mei­nes Buches zum The­men­be­reich „Christ und Poli­tik“ habe ich mit Inter­es­se gele­sen. Sie haben sich auf­merk­sam und dif­fe­ren­ziert damit aus­ein­an­der­ge­setzt. Ger­ne neh­me ich für eine Über­ar­bei­tung eini­ge Gedan­ken auf.

    Auch wenn ich nicht mit jedem der hie genann­ten Kri­tik­punkt über­ein­stim­me, gefällt mir der Titel eben­falls nicht. Und doch hof­fe ich, mit die­ser Schrift Chris­ten zu moti­vie­ren, sich mehr mit dem poli­ti­schen Sys­tem aus­ein­an­der­zu­set­zen in dem sie leben.

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