Leserunde: Lernen, zu beten
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Leserunde: Lernen, zu beten (11)

Heu­te folgt der vor­letz­te Arti­kel zu dem Buch „Ler­nen, zu beten“ von D.A. Car­son. Der Pro­fes­sor für Neu­es Tes­ta­ment hat uns anhand der Gebe­te des Apos­tel Pau­lus das Beten gelehrt. Wenn man es genau nimmt, kann uns nur der Hei­li­ge Geist wirk­lich beim Beten hel­fen. Wer bereit ist, sich dar­auf ein­zu­las­sen und Zeit inves­tiert, die Gebe­te des Pau­lus‘ zu stu­die­ren, wird eine unge­ahn­te Tie­fe in sei­nem Gebets­le­ben erfah­ren. Im Gebet kön­nen wir die innigs­te Gemein­schaft mit dem leben­di­gen Gott pfle­gen, die wir auf die­ser Erde je haben kön­nen. Näher kön­nen wir Gott nicht kom­men als im Gebet. Doch Beten will gelernt wer­den.

Bild­quel­le: www.3lverlag.de

Wenn unse­re Gene­ra­ti­on nicht vie­le Gebets­kämp­fer her­vor­bringt, deren Gebets­ge­wohn­hei­ten die Nor­men der Schrift ange­mes­sen wie­der­ge­ben, dann müs­sen wir umso drin­gen­der zur ursprüng­li­chen Quel­le zurück­keh­ren. Dann wer­den wir von Neu­em ler­nen, wofür wir beten sol­len, wel­che Argu­men­te wir ver­wen­den und auf wel­che The­men wir uns kon­zen­trie­ren sol­len, wel­che Lei­den­schaft sich gehört, wie die­se Gebe­te in eine grö­ße­re christ­li­che Visi­on pas­sen und wie die zen­tra­le Stel­lung Got­tes in unse­ren Gebe­ten wah­ren.

Im 11. Kapi­tel wen­det sich Car­son einem wei­te­ren Gebet aus dem Ephe­ser­brief zu: Ephe­ser 3,14 – 21. Bibel­ken­ner rei­ben sich die Hän­de bei die­sem prä­gnan­ten Text von Pau­lus. Doch bleibt bei aller Lie­be zu die­sem Text die Fra­ge: Wann haben wir das letz­te Mal so gebe­tet, wie Pau­lus es hier tut.

Der Abschnitt ent­hält zwei zen­tra­le Bit­ten. Pau­lus betet um Kraft für den inne­ren Men­schen und um Kraft die unend­lich gro­ße Lie­be Chris­ti zu erfas­sen. Der inne­re Mensch, das ist der Teil von uns, der auch dann noch vital blei­ben muss, wenn der äuße­re zer­fällt (2Kor 4,16 – 18). Damit dies der Fall ist, wird die Auf­er­ste­hungs­kraft benö­tigt, also die stärks­te Kraft, die Gott anwen­det. Das ist enorm. Dafür soll­te man wirk­lich beten. Das Ziel die­ser Kraft­an­wen­dung ist, dass Chris­tus in uns woh­nen kann. Chris­tus möch­te sich in uns dau­er­haft nie­der­las­sen und uns sei­nen Stem­pel auf­drü­cken. Chris­tus möch­te in den Gläu­bi­gen Gestalt gewin­nen.

Es braucht eine Men­ge Kraft, um uns zu ver­än­dern, und des­halb betet Pau­lus um Kraft. Er bit­ten Gott, dass er uns mit Kraft am inne­ren Men­schen stär­ken möge, damit Chris­tus ganz auf­rich­tig in uns Woh­nung neh­men und uns in ein Zuhau­se umwan­deln möge, das durch und durch sei­nen eige­nen Cha­rak­ter wider­spie­gelt.

In der zwei­ten Bit­te äußert Pau­lus den Wunsch, die Dimen­sio­nen der Lie­be Chris­ti im Erle­ben zu erfas­sen. Damit wer­den wir ein Leben lang nicht fer­tig. Die pri­mä­re Quel­le,  die­se Lie­be zu erfah­ren, ist die Beschäf­ti­gung mit dem Wort Got­tes. „Eine ech­te und tie­fe Wahr­neh­mung der Lie­be Chris­ti ergreift nur sel­ten jeman­den, der nicht viel Zeit mit der Bibel ver­bringt.“ Doch die Ein­sam­keit oder das „stil­le Käm­mer­lein“ ist nicht der ein­zi­ge Ort, die Lie­be Chris­ti zu erfah­ren. In der Gemein­schaft „mit allen Hei­li­gen“ (Vers 18) wer­den wir fähig die Brei­te, die Län­ge, die Tie­fe und die Höhe die­ser Lie­be zu erken­nen. D.A. Car­son zitiert John Stott: „Um die gan­ze Lie­be Got­tes zu begrei­fen, braucht es das gan­ze Volk Got­tes.“ In und mit der Gemein­de Got­tes sol­len wir die Lie­be Chris­ti erfah­ren.

Kön­nen Sie nicht die­se Art der Bit­te für das nächs­te hal­be Jahr in Ihre täg­li­che Gebets­zeit auf­neh­men? Hören wir hier etwas Gott flüs­tern: „… ihr habt es nicht, weil ihr nicht bit­tet“ (Jak 4,2)?

Pau­lus schließt die­sen Abschnitt und damit auch den ers­ten Teil des Ephe­ser­brie­fes mit einem Lob Got­tes. Jede Für­bit­te und Bit­te, die wir an Gott rich­ten, dient letzt­end­lich der Ver­herr­li­chung Got­tes. Jeg­li­che Art der Selbst­be­zo­gen­heit, hat im Gebet und auch in der Gebets­er­hö­rung kei­nen Platz.

Und jetzt bist du dran! Wie wür­dest du die Fra­gen zur Ver­tie­fung am Ende des Kapi­tels beant­wor­ten? Was ist dir beson­ders wich­tig gewor­den? Ich freue mich auf dei­nen Kom­men­tar. Bis Mitt­woch wol­len wir das 12. Kapi­tel und letz­te Kapi­tel lesen. Ich wün­sche dir dabei Got­tes Segen!

Hin­weis: Auf der letz­ten Evan­ge­li­um­21-Kon­fe­renz hat D.A. Car­son über die­sen Abschnitt aus dem Ephe­ser­brief gepre­digt. Es lohnt sich die­se Pre­digt anzu­hö­ren:

Mit Pau­lus beten: Ein Test­fall für bibel­ge­mä­ßes Beten / Pray­ing with Paul: A Test Case in Pray­ing Accord­ing to Scrip­tu­re – Eph 3,14 – 21 (D.A. Car­son)

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