Leserunde: Westminster Bekenntnis
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Leserunde: Das Westminster Bekenntnis

Aus zwei Gründen, möchte ich Kapitel fünf, welches lesenswert ist, überspringen.

Erstens muss ich  zugeben, dass einige Dinge mir darin einfach zu hoch sind, und ich in der Gefahr stünde, beim Vornehmen einer Beschreibung den Inhalt nicht weiter zu erhellen, sondern nur zusätzlich zu verdunkeln.

Des Weiteren wundert mich etwas, warum das Westminster Bekenntnis Kapitel drei und fünf nicht gemeinsam bespricht, und dazwischen das Kapitel vier über die Schöpfung einschiebt. Aber eine solche Frage, wird uns nur ein Fachmann ausreichend beantworten können. Vielleicht aber möchte einer unserer Leser dazu etwas schreiben. Dem sei es hiermit freigegeben. Das wäre doch mal was: eine Gastkolumne für eine Leserunde!

Die ersten vier Artikel beschreiben das, was als Erbsünde bezeichnet wird. Mir ist das Ausmaß dieses Themas erst in jüngster Zeit bewusst geworden: Das Christentum ist einerseits voller Optimismus, hat aber gleichzeitig ein negatives Menschenbild. Chesterton hat dies wunderbar in seinem Buch „Orthodoxie“ dargestellt. Das Christentum steht damit im Kontrast, z. B. zum Islam, welches von einem guten Menschen ausgeht. Die Bibel jedoch kennt den durch und durch verdorbenen Menschen:

(1.Mo 8:21) Und der HErr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.

Die völlige Verderbtheit des Menschen macht klar, aus eigener Kraft kann dieser Gottes Gebote nicht halten. So führt Paulus in Einleitung seiner Evangeliumsverkündigung aus:

(Röm 3:9) Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, dass beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind,

(Röm 3:10) wie denn geschrieben steht: „Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer.

(Röm 3:11) Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage.

Der Bibel geht es nicht nur um die Sünde als Tat sondern um den Sünd-Zustand des Menschen. Wie oben ausgeführt: Juden und Griechen haben nicht nur gesündigt und sind nicht nur gerade am sündigen, sondern sie sind unter der Sünde.

Nur wie soll man als Sklave der Sünde überhaupt die Möglichkeit haben, Gottes Gebote zu erfüllen? Natürlich hat man diese Möglichkeit nicht, unabhängig davon, wie gut ich Gottes Gebote kenne:

(Röm 3:20) darum dass kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Somit führt das Westminster Bekenntnis in Artikel 6,4 aus:

Aus dieser ursprünglichen Verdorbenheit, durch die wir zu allem Guten völlig unfähig, und geschickt und im Gegensatz zu ihm stehend wurden und völlig  zu allem Bösen hingeneigt sind, gehen alle tatsächlichen Übertretungen hervor.

Auch im Neuen Leben wird diese alte sklavische Natur nie völlig überwunden werden, aber eine geistliche wurde  zum Leben erweckt, die gegen dieses Fleisch nun ankämpfen kann, und nicht nur Gesetzes Werke erfüllt, sondern sogar Frucht für Gott wirken kann.

(Gal 5:16) Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.

(Gal 5:17) Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt.

(Gal 5:18) Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.

Diesen schmerzlichen Kampf, mit vielen Rückschlägen, Niederlagen kann sicher jeder Christ gut nachempfinden. Wie oft gewinnt das Fleisch und doch loben wir Gott, der uns Sieg scheint, der uns vor (und in) Versuchungen bewahrt und uns vor dem Bösen rettet!

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