Lesen?

Lesen (Alltag aus christlicher Weltsicht, Band 3)Jeder, der etwas über das Thema „Lesen“ lernen möchte, hat man mit Hanniel Strebel einen geeigneten Lehrmeister gefunden. Bereits fast 700 Rezensionen finden sich von ihm auf Amazon.de, zumeist über Bücher! Entsprechend passend wurde nun in der Reihe „Alltag aus christlicher Weltsicht“ das Thema Lesen vom langjährigen Blogger besprochen.  Nun, bereits der Untertitel ist Programm: Ist Lesen wirklich noch Alltag? Hat Lesen gegen die Dauer-Berieselung „beweglicher Medien“ noch eine Chance. Der Autor setzt dem entgegen, dass wir mehrfach aufgerufen werden, Gott auch mit dem Verstand zu lieben!

Ich gehe von einem persönlich-unendlichen Gott aus. Das heißt: Er ist Person und sucht die Beziehung zu mir als Mensch. Und er ist gleichzeitig unendlich erhaben.Unser Denken ist kein Selbstzweck, sondern Mittel, um Gott und Menschen zu lieben. Gott mit dem Verstand zu lieben bedeutet, die Fülle des von Gott geschenkten Reichtums wahrzunehmen und auszudrücken. Eine wichtige Art um zu denken geschieht durch Lesen. Wer liest, muss denken. (Kap.2)

Dabei geht es nie darum, bloße Daten zu sammeln, sondern, wie es der Autor nennt, darum „ein Buch zu erobern“ und in „einem Buch leben“. Das erfordert Selbstdisziplin. Hanniel führt nun zahlreiche Hinweise auf, wie er Zugänge auch zu schwierigen Werken findet – so nimmt er z.B. zunächst Inhaltsverzeichnis, Einleitung und Literaturverzeichnisse ins Blickfeld und beharrt konsistent an einem persönlichen Markierungssystem. Notizen werden zentral in einem Notizblock gesammelt.

Ich teile die Meinung des Autors, dass auch Hören eine Art des Lesens darstellt. Hörbücher bieten eine wunderbare Möglichkeit, sich z.B. beim Autofahren zu erbauen. Durch E-Reader ergibt sich zu dem die Möglichkeit entweder vergünstigt oder gar vollständig kostenfrei an gute Literatur zu gelangen. Insgesamt wird klar: Lesen ist an vielen Orten und mit unterschiedlichsten Mitteln möglich.

Nicht jedes Buch muss zu Ende gelesen werden. Ich teile die Beobachtung des Autors:

Einige Bücher lese ich ohne bestimmte zeitliche Vorgaben. Nach einer gewissen Anzahl Seiten (oftmals sind es 100 bis 150) lässt mein Interesse plötzlich nach. Ich kenne nur zwei Gründe ein Buch ganz zu lesen: Ich will den ganzen Inhalt unbedingt erfassen und/oder es packt mich einfach. Viele Autoren beginnen sich zu wiederholen. Da muss ich nicht jede Wendung mitmachen bis zum Ende.

Rezensiert man ein gutes Werk profitiert man auch als Leser dadurch, dass man geradezu gezwungen ist, den Inhalt zu wiederholen.  – Liest man viel, drängt es sich bereits von alleine an, sich an ein Gesamtwerk zu wagen. Hier hat Hanniel hilfreiche Hinweise gesammelt:

Lies die 1 – 3 wichtigsten Werke jährlich. Besorge dir dafür jeweils ein neues Exemplar, in dem du wichtige Erkenntnisse und Stellen markierst.

  1. Kehre immer wieder zu wichtigen Passagen zurück. Lies sie langsam, lies sie laut. Gehe dazu an schöne Orte, wo sich die Dinge besser einprägen.

  2. Lies alle Biografien, derer du habhaft werden kannst. Stelle mit Informationen, die dir wichtig erscheinen, ein Dokument zusammen, das du fortlaufend erweiterst.

  3. Notiere dir alle Namen, die sich mit der Person intensiv auseinandergesetzt haben. Suche nach Sekundärwerken und Artikeln in Zeitschriften. Oftmals sind sie irgendwo online erhältlich (archive.org).

  4. Sammle Dissertationen, die über die Jahrzehnte entstanden sind. Einige wirst du nur in Bibliotheken oder über die Bibliothekare bekommen (die sie evtl. eingescannt haben).

  5. Lege dir eine Ablage mit Zitaten an. Vergiss nicht die genaue Quellenangabe.

  6. Lege dir eine Ablage mit Ideen für Aufsätze an.

  7. Lege dir eine Liste mit interessanten Auslegungen von Bibelstellen an.

  8. Lege dir eine Liste mit umstrittenen Thesen/Aussagen an. (…)

Fast automatisch entsteht nebenbei eine Bibliothek. Klar ist, die Bibliothek sollte in die Breite (thematisch) gehen, aber auch in die Tiefe. Nicht von allem etwas haben, sondern wichtige Kernpunkte, die man solide immer weiter ausbaut. Hanniel führt zahlreiche Autoren auf, die ihn persönlich prägten.

Besonders dankbar bin ich schließlich für das mutige und nötige Thema: „Die Bibel lesen„. Was für das Lesen von Literatur gilt, gilt umso mehr für das Lesen der Bibel. Hier ist nicht nur Spaß angesagt, sondern oftmals harte Arbeit! Keinesfalls sollte man aufhören oder die Aufgabe an die Gemeinde delegieren.

Wozu sollen wir die Bibel lesen? (…) Die plakative Antwort lautet: Ohne Erkenntnis Gottes verfällt eine Familie.

Abgeschlossen wird das Werk mit zahlreichen Hinweisen wie man Kinder (Jungs) an das Thema Lesen heranführt

Dem Autor bin ich persönlich zu Dank verpflichtet, ermutigte er mich doch vielfach zum Lesen von anspruchsvoller Literatur! Das Buch ist für 3,99EUR als e-Book bei ceBooks.de erhältlich und ist Teil eines Fünfteilers: „Alltag aus christlicher Weltsicht„.

Auch lesenswert: 10+1 Fragen an Hanniel Strebel.

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