Leserunde: Gott erkennen
Schreibe einen Kommentar

Kapitel 5: Der inkarnierte Gott

Leserunde: Gott erkennen

5029_0

Heu­te sind wir bereits beim fünf­ten Kapi­tel des Buches „Gott erken­nen“ von James I. Packer. In die­sem Kapi­tel beschäf­tigt sich der Autor mit der Inkar­na­ti­on Got­tes: Der Flei­sch­wer­dung bzw. Mensch­wer­dung Got­tes. Als Ein­stieg in das The­ma wählt der Autor die Schwie­rig­kei­ten der Men­schen an die Wun­der der Bibel zu glau­ben. Dabei muss man nur von einem ein­zi­gen Wun­der über­zeugt sein, dann wird man als Schluss­fol­ge­rung alle ande­ren Wun­der anneh­men. Wer ver­ste­hen kann, dass die „zwei­te Per­son der Gott­heit zum zwei­ten Adam wur­de“ (S. 60), bei dem lösen sich alle ande­ren Schwie­rig­kei­ten auf.

Im wei­te­ren Ver­lauf des Kapi­tels geht Packer auf ver­schie­de­ne Aspek­te der Mensch­wer­dung ein. Beson­ders gelun­gen fand ich die Aus­le­gung zu Johan­nes 1,1 – 18 (S. 63 — 65). Packer zeigt auf, dass Johan­nes eine ganz kla­re Beweis­füh­rung führt, dass Jesus Chris­tus wah­rer Gott ist:

Das Geheim­nis der Inkar­na­ti­on ist uner­gründ­lich. Wir kön­nen es nicht erklä­ren; wir kön­nen es nur in Wor­te fas­sen. Ver­mut­lich hat es nie eine bes­se­re For­mu­lie­rung als die im Atha­na­sia­num gege­ben (…): „Unser Herr Jesus Chris­tus, der Sohn Got­tes, ist sowohl Gott als auch in glei­cher Wei­se Mensch… voll­kom­me­ner Gott und voll­kom­me­ner Mensch… obwohl er Gott ist und Mensch, ist er den­noch nicht zwei, son­dern ein Chris­tus; einer aber ist Er nicht auf­grund einer Ver­wand­lung sei­ner Gott­heit in Fleisch, son­dern auf­grund der Auf­nah­me der Mensch­heit in Gott.“ Hier gelan­gen wir an die Gren­ze unse­res Ver­ste­hens. Das Geheim­nis der Krip­pe ist ein­fach unbe­greif­lich.

Was wir ver­ste­hen dür­fen, ist jedoch, dass als Kon­se­quenz auf Weih­nach­ten Gol­ga­tha folgt. Erst durch das Süh­ne­op­fer ver­ste­hen wir nicht nur die Tat­sa­che der Inkar­na­ti­on, son­dern auch ihre Bedeu­tung: Die Mensch­wer­dung Chris­ti ist ein Wun­der der Gna­de.

Im wei­te­ren Ver­lauf des Kapi­tels geht der Autor auf die „Keno­sis-Theo­rie“ ein: Die­se läuft im gan­zen dar­auf hin­aus, dass Jesus zu his­to­ri­schen Fak­ten kei­ne gött­li­che Auto­ri­tät hat­te. Die Theo­rie läuft dar­auf hin­aus Bibel­kri­tik und die Unfehl­bar­keit Jesu auf eine recht selt­sa­me Wei­se zusam­men­zu­füh­ren. Mir per­sön­lich war die­ser Abschnitt des Kapi­tels etwas zu kom­pli­ziert, aber soviel kann ich sagen:

Wir dür­fen weder so tun, als hät­te Jesus sich auf der Erden­zeit so sehr ernied­rigt, dass er fehl­bar wur­de noch dür­fen wir so tun, als wäre Jesus nur „sym­bo­lisch“ oder „vir­tu­ell“ auf die­ser Erde: Das heißt, wir dür­fen nicht der Annah­me ver­fal­len, Jesus als Gott kann nicht ver­sucht wer­den (Jak.1.12ff), somit war sein Ver­hal­ten gegen­über Satan (Matth. Kap 4) nur ein Sym­bol um sei­nen Nach­fol­gern zu zei­gen, wie man sich in Ver­su­chun­gen ver­hal­ten soll. Die­se Denk­wei­se, die ver­mei­den will, dass man das gött­li­che in Jesus über­sieht, geht mir zu weit. Denn dann wür­de der Kampf in Geth­se­ma­ne, die Lei­den am Kreuz, die lan­gen Gebets­näch­te und vie­les mehr im Leben Jesus sei­ne Bedeu­tung ver­lie­ren. Das wäre auch mei­ne Ant­wort auf Fra­ge 8 des Autors: Was bedeu­tet die Aus­sa­ge: „Wir gewin­nen eher den Ein­druck, dass er sei­ne gött­li­chen Fähig­kei­ten und sei­ne gött­li­che Macht zurück­hielt, statt hier eine Ein­schrän­kung der Gott­heit zu ver­mu­ten“? Wie kön­nen wir die­se Zurück­hal­tung begrün­den?

Als Text für die­sen Abschnitt wäh­le ich Phil. 2.7−8: Er ernied­rig­te sich und wur­de gehor­sam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Des­halb hat Gott ihn auch über alles erhöht und ihm den Namen ver­lie­hen, der über allen Namen ist.

Hinterlasse einen Kommentar!