Leserunde: Gott erkennen
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Kapitel 3: Erkennen und Erkannt sein

Leserunde: Gott erkennen

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Teil 3 der Leserun­de: Wir bespre­chen jede Woche ein Kapi­tel im Buch „Gott erken­nen“ von James I. Packer.

Kapi­tel drei gefällt mir bis­her am bes­ten. Es fängt schon sehr span­nend mit einer Kate­che­se an:

Wozu sind wir erschaf­fen wor­den? Um Gott zu erken­nen.

Was soll unser Lebens­ziel sein? Gott zu erken­nen.

Was ist das „ewi­ge Leben“, das Jesus schenkt? Die Erkennt­nis Got­tes.

Was ist das Bes­te im Leben, was bringt uns mehr Freu­de, Glück­se­lig­keit und Zufrie­den­heit als alles ande­re? Die Got­tes­er­kennt­nis.

Mir ist bis­her nicht die lehr­mä­ßi­ge Bedeu­tung von Joh.17,3 bewusst gewe­sen: Das ist aber das ewi­ge Leben, dass sie dich, den allein wah­ren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Chris­tus, erken­nen. Wer Gott erkennt, hat also das ewi­ge Leben, oder noch bes­ser: Für Jesus ist die Erkennt­nis Got­tes das­sel­be, wie das ewi­ge Leben.

Chris­ten haben einen leben­di­gen Gott, des­we­gen sind Sie immun gegen das Gefühl der Sinn­lo­sig­keit und der Absur­di­tät des Lebens. Was ist jedoch Got­tes­er­kennt­nis? Zuerst muss uns bewusst wer­den, welch hohe Ehre es ist, dass wir klei­ne Men­schen über­haupt Gott erken­nen dür­fen. Man stel­le sich vor,  eine wich­ti­ge Per­sön­lich­keit, z.B. der Bun­des­prä­si­dent, zöge uns ins Ver­trau­en. Wel­che Ehre und Aner­ken­nung! Wel­che Ehre ist es jedoch, dass Gott der Schöp­fer sich dem Geschöpf offen­bart.

Offen­bart hat sich Gott in der Geschich­te vor allem in sei­nem Sohn Jesus Chris­tus. Jeder, der behaup­tet, Jesus zu ken­nen und zu erken­nen, wird Chris­ti Stim­me gehor­sam sein. Wie sonst kann man behaup­ten jeman­den zu ken­nen, wenn man sein Rufen ignoriert?Schließlich ist Got­tes­er­kennt­nis eine per­sön­li­che Sache. Hier­bei geht es um per­sön­li­che Gemein­schaft, um per­sön­li­ches Enga­ge­ment. Ps. 34,8: „Schme­cket und sehet, wie freund­lich der Herr ist“.

Wir dür­fen dabei nicht ver­ges­sen, dass Got­tes­er­kennt­nis auch eine Sache der Gna­de ist: Gott kennt sei­ne Scha­fe und uns bei Namen:

Wor­auf es vor allem ankommt, ist also letz­ten Endes nicht die Tat­sa­che, dass ich Gott ken­ne, son­dern die weit grö­ße­re Tat­sa­che, die ihr zugrun­de liegt — die Tat­sa­che, dass er mich kennt.

Die­ses Kapi­tel soll uns hel­fen zu ver­ste­hen, was es bedeu­tet, wenn man Gott erkennt. Als Bibel­vers für die­ses Kapi­tel wäh­le ich Jer.9,22 – 23:

So spricht der HERR: Wer wei­se ist, rüh­me sich nicht sei­ner Weis­heit, und der Star­ke rüh­me sich nicht sei­ner Stär­ke, wer reich ist, rüh­me sich nicht sei­nes Reich­tums.

Son­dern des­sen rüh­me sich, wer sich rühmt: ein­sich­tig zu sein und mich zu erken­nen, dass ich, der HERR es bin, der Gna­de, Recht und Gerech­tig­keit übt auf Erden, denn dar­an habe ich Gefal­len.

Zusam­men betrach­ten wir Fra­ge 4: Was bedeu­tet es, jeman­den zu ken­nen?

Die­se Fra­ge regt an, unse­re Bezie­hung zu Gott, mit den all­täg­li­chen Bezie­hun­gen zu ver­glei­chen. Wenn ich jeman­den auch nur halb­wegs gut ken­ne, ist es bereits eine Men­ge: Ich ken­ne sei­ne Vor­lie­ben und sei­ne Abnei­gun­gen, was z.B. Essen, Bücher, Hob­bies, Gesprächs­the­men, Glau­bens­fra­gen angeht. Da wäre es natür­lich ver­kehrt, einen Vege­ta­ri­er zum Schasch­lik ein­zu­la­den. Eben weil ich die Per­son ken­ne, soll­te das ein abso­lu­tes No-Go sein und wür­de nur von mei­ner Ver­ach­tung gegen die­se Per­son zeu­gen (Wenn ich nicht wüss­te, dass ich ein Vege­ta­ri­er zum Schasch­lik ein­la­de, wür­de man mich mit Nach­sicht behan­deln). So soll­te ich immer dann, wenn ich behaup­te, dass ich Gott ken­ne, z.B. beim evan­ge­li­sie­ren, mich auch immer wie­der prü­fen, ob mein Leben von der Erkennt­nis Got­tes geprägt ist. Will ich Gott wirk­lich wohl­ge­fal­len, ach­te ich auf sei­nen Wil­len…?

Wor­an erkennst du, dass du jeman­den gut kennst?

3 Kommentare

  1. Leser85 sagt

    Der Ver­gleich im Kapi­tel mit einer pro­mi­nen­ten Per­son, über die wir u.U. viel wis­sen kön­nen ohne sie zu ken­nen, gefällt mir sehr gut. Er zeigt näm­lich, dass wir manch­mal sehr vie­le Din­ge und auch sogar vie­le Details vom Leben einer bestimm­ten Per­son ken­nen kön­nen (gera­de über die Medi­en). Das heißt aber noch lan­ge nicht, dass die­se Per­son UNS kennt.

    Men­schen, die ich gut ken­ne, sind Men­schen, von denen ich die (auch gehei­men) Wün­sche und Absich­ten, die Schwä­chen und Nöte ken­ne. Sol­che Infor­ma­tio­nen könn­te ein guter Spit­zel (z.B. von der NSA) ja auch her­aus­be­kom­men. Daher ist es ein ent­schei­den­des Kri­te­ri­um, mit der Per­son offen über die­se Din­ge (Wün­sche, Zie­le, Nöte und Schwä­chen) direkt zu kom­mu­ni­zie­ren.

    Bezo­gen auf Gott heißt es nicht nur sei­ne Absich­ten und Zie­le durch die Bibel zu erfah­ren, son­dern sich auch im Gebet auf sei­ne Ver­hei­ßun­gen und Zie­le zu beru­fen. Das mache ich lei­der viel, viel zu sel­ten. (Aber das war ja auch schon beim letz­ten Kapi­tel das The­ma.)

  2. Sergej Pauli sagt

    @Leser85, dan­ke für die­sen Kom­men­tar, das Bei­spiel mit dem Spit­zel gefällt mir gut! Übri­gens lohnt es sich durch­zu­hal­ten, da mei­nes Erach­tens dass Buch erst ab Kapi­tel vier rich­tig ins Rol­len kommt

  3. Lie­ber Ser­gej, Lie­ber Leser85,

    herz­li­chen Dank für eure Gedan­ken. Mei­ne (geist­li­che) Schwes­ter und ich haben uns heu­te über das Buch und ins­be­son­de­re das 3. Kapi­tel unter­hal­ten, wobei wir uns u.a. an den vor­for­mu­lier­ten Fra­gen ori­en­tiert haben.

    Lei­der ist es schwie­rig, neben dem Dis­ku­tie­ren auch noch Zeit für das Kom­men­tie­ren hier im Blog zu fin­den… Und jetzt ist es ja auch schon spät…
    Viel­leicht trotz­dem eine Mini-Ant­wort zur gestell­ten Fra­ge:

    Zunächst wür­de ich Leser85 bei­pflich­ten: Beim Erken­nen geht es um weit­aus mehr, als um Infor­ma­tio­nen über eine bestimm­te Per­son. Es geht um Bezie­hung. Auf der zwi­schen­mensch­li­chen Ebe­ne die­nen mei­ne Freundin/Schwester und ich wohl als tref­fen­des Bei­spiel für eine beson­ders tie­fe Erkennt­nis eines Gegen­über. Seit min­des­tens 15 Jah­ren kön­nen wir uns bes­te Freun­de nen­nen und seit wir fast zeit­gleich vom Herrn erret­tet wur­den, hat unse­re Freund­schaft eine neue Tie­fe erfah­ren dür­fen. Uns bei­den ist beson­ders die Sei­te 45 auf­ge­fal­len, mit dem Begriff des „Schmeckens“/„Kostens“ des Herrn (Ps 34,9), der sich auch auf zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hun­gen anwen­den lässt. Haben wir erst ein Bewusst­sein für den „Wohl­ge­schmack“ (S. 45) einer Per­son, so wol­len wir nicht mehr von ihr ablas­sen. Got­tes Wort, sei­ne Weis­heit, Zeit in sei­ner Gegen­wart, muss für uns, wie für jeden Chris­ten, immer mehr zum höchs­ten Wohl­ge­schmack wer­den. Unse­re Alarm­glo­cken müs­sen läu­ten, wenn wir mehr Geschmack an Din­gen der Welt fin­den, als an Chris­tus und sei­ner Wahr­heit. Dar­auf gibt es viel­leicht nur eine kor­rek­te Reak­ti­on: Wei­ter kos­ten, bis wir wie­der auf den rich­ti­gen Geschmack kom­men.

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