Andachtsbücher
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Licht für den Weg

von William MacDonald

In mei­ner Biblio­thek ste­hen cir­ka 30 Andachts­bü­cher. Nach der Hei­rat mit mei­ner Frau Jen­ny haben wir mit dem Buch „Licht für den Weg“ begon­nen. Nun sind wir durch, und ich möch­te euch mit­tei­len, wie die­ses Andachts­buch ist.

Ein gutes Andachts­buch muss vor allem aus­ge­wo­gen und ver­ständ­lich sein. Das sind für mich die Haupt­kri­te­ri­en. Mac­Do­nald schreibt über sehr vie­le The­men. Man­che The­men wie­der­ho­len sich ein­deu­tig. Vie­le Gedan­ken sind mir aus ande­ren Büchern von ihm bekannt.

Etwa 23 der Tage behan­deln Ver­se aus dem Neu­en Tes­ta­ment. Der Rest aus dem Alten Tes­ta­ment. Es sind meist sehr prak­ti­sche Aus­le­gun­gen zu kur­zen Ver­sen.

Hier eine Kost­pro­be:

25. Mai „… so gehe hin, über­füh­re ihn zwi­schen dir und ihm allein.“ Mat­thä­us 18,15b

Jemand hat etwas getan oder gesagt, das uns auf irgend­ei­ne Wei­se ver­letzt oder gestört hat. Die Bibel gebie­tet uns, zu dem Betref­fen­den zu gehen und ihn auf sei­nen Feh­ler hin­zu­wei­sen, aber das möch­ten wir nicht tun, es fällt uns zu schwer. So fan­gen wir an, dar­über zu brü­ten. Wir den­ken immer wie­der dar­über nach, was er getan hat, wie er so völ­lig im Unrecht war. Wenn wir arbei­ten soll­ten, beschäf­tigt sich unser Den­ken statt­des­sen mit den Details die­ses Pro­blems, und unse­re Magen­säf­te begin­nen zu „kochen“.

Wenn wir schla­fen soll­ten, füh­ren wir uns den uner­freu­li­chen Vor­fall erneut vor Augen, und unser Groll erhöht sich noch mehr. Die Bibel sagt uns, wir sol­len hin­ge­hen und ihm sei­nen Feh­ler sagen, aber wir sind zu fei­ge dazu. Wir den­ken nach, wie wir ihm die Sache viel­leicht anonym klar machen kön­nen. Oder wir hof­fen, dass etwas geschieht, was ihn für sein fal­sches Ver­hal­ten beschämt. Aber es geschieht nichts. Wir wis­sen, was wir zu tun haben, aber wir fürch­ten die Kon­fron­ta­ti­on von Ange­sicht zu Ange­sicht.

Inzwi­schen scha­det die gan­ze Sache uns schon weit mehr als ihm. Die Men­schen kön­nen an unse­rem mür­ri­schen Auf­tre­ten able­sen, dass uns irgend­et­was ärgert. Wenn sie mit uns reden, sind wir mit dem Kopf auf der ande­ren Sei­te des Erd­balls. Unse­re Arbeit lei­det, weil wir inner­lich abge­lenkt sind. Wir sind ganz ein­fach zu zer­streut, um irgend­et­was effek­tiv anpa­cken zu kön­nen. Und immer noch sagt die Bibel: „Gehe hin, über­füh­re ihn zwi­schen dir und ihm allein.“ Mit einem gewal­ti­gen Auf­wand an Wil­lens­kraft haben wir es bis jetzt ver­mie­den, mit jemand ande­rem dar­über zu spre­chen, aber schließ­lich wird der Druck uner­träg­lich.

Wir bre­chen dar­un­ter zusam­men und erzäh­len die Geschich­te jemand anders – natür­lich nur als gemein­sa­mes Gebets­an­lie­gen. Aber anstatt uns – wie erwar­tet – zu bemit­lei­den, sagt der ande­re ein­fach: „War­um gehst du nicht hin und redest mit ihm, weil er dir weh­ge­tan hat?“ Das gibt uns den Rest! Wir beschlie­ßen, in den sau­ren Apfel zu bei­ßen. Wir legen uns die Wor­te zurecht und gehor­chen dann dem Wort Got­tes, indem wir ihm sei­nen Feh­ler sagen.

Er nimmt die Sache über­ra­schend gut­mü­tig auf, es tut ihm Leid, dass es pas­siert ist, und bit­tet uns um Ver­ge­bung. Das Gespräch endet mit Gebet. Wenn wir gehen, ist eine gro­ße Last von unse­ren Schul­tern genom­men. Unser Magen flat­tert nicht mehr, und unser Stoff­wech­sel schal­tet auf „nor­mal“. Wir sind nur irgend­wie böse auf uns selbst, weil wir nicht ver­nünf­tig genug gewe­sen sind, der Schrift sofort und unmit­tel­bar zu gehor­chen.

Auf den letz­ten Sei­ten befin­det sich ein Bibel­stel­len­ver­zeich­nis. Das fin­de ich ganz prak­tisch, denn so ist es mög­lich zu bestimm­ten Bibel­tex­ten nach­zu­schla­gen.

Form und Spra­che

Das Buch gab es als Taschen­buch und mit Hard­co­ver. Im Moment ist nur die „fes­te“ Ver­si­on erhält­lich. Gefällt mir so auch wesent­lich mehr. Ein Jahr täg­li­che Lese haben nur weni­ge Spu­ren (am Buch) hin­ter­las­sen. Auch die­ses Buch von Wil­liam Mac­Do­nald ist sprach­lich ange­nehm geschrie­ben. Nur sel­ten kom­pli­ziert und undurch­sich­tig. Das ist mir gera­de beim mor­gend­li­chen Lesen wich­tig :).

Autor

Wil­liam Mac­Do­nald gehört zu mei­nen Lieb­lings­au­to­ren. Er wuchs in Schott­land in einer streng reli­giö­sen Fami­lie auf. Als jun­ger Mann ent­schied er sich für ein Stu­di­um auf der Har­vard-Uni­ver­si­tät. Sein Ziel war schnell reich zu wer­den um sich zur Ruhe zu set­zen. Doch es kam anders. Durch die Bio­gra­fie von C.T. Studd änder­te sich sei­ne Sicht­wei­se und er kün­dig­te sei­ne Arbeits­stel­le. Dies war der Beginn eines Lebens vol­ler Hin­ga­be. Bis zu sei­nem Tod am 25.12 2007 blieb er ledig und im Dienst für Gott. durch sei­ne vie­len Bücher hat er ein wahr­haft gewich­ti­ges Erbe den Gene­ra­tio­nen nach ihm hin­ter­las­sen.

Wer­tung

Ich fas­se mich kurz. Ein sehr nütz­li­ches Andachts­buch. Wer es noch nicht kennt, bit­te kau­fen und sel­ber lesen :).

Titel: Licht für den Weg
Autor: Wil­liam Mac­Do­nald
Sei­ten: 380
Ein­band: Hard­co­ver
For­mat: 14 cm x 21 cm
Ver­lag: CLV
Jahr: 6. Auf­la­ge 2006
Preis: 9,90 EUR
erhält­lich bei: CLV

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