Biblische Lehre, evangelistische Medien
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Buchrezension: Wie wird es in der Hölle sein?

von Hans-Werner Deppe

wie_wird_es_in_der_h_lle_sein-deppeDie Höl­le als Gesprächs­the­ma oder als Inhalt in christ­li­chen Zeit­schrif­ten ist wahr­lich alles ande­re als aus­ge­reizt. Und auch die christ­li­chen Ver­le­ger hal­ten sich bei die­sem unan­ge­neh­men The­ma eher zurück. Die­ser Ein­druck ent­steht zumin­dest wenn man nach Lite­ra­tur zur Höl­le sucht. Aktu­ell sind mei­nes Wis­sen im Wesent­li­chen nur zwei Titel erhält­lich. „Die Wirk­lich­keit der Höl­le“ mit David Hil­born als Her­aus­ge­ber und ein Buch von Hans-Wer­ner Dep­pe, wel­ches ich hier vor­stel­len möch­te.

Wie wird es in der Höl­le sein? ist im Jah­re 2005 erschie­nen und ist jetzt in der vier­ten, über­ar­bei­te­ten Auf­la­ge erhält­lich. In sei­nem gera­de ein­mal 94 Sei­ten dün­nen Büch­lein wen­det sich der Autor gleich­sam an Chris­ten und Nicht­chris­ten. Dabei stellt er zuerst fest, wie wenig die Wahr­heit der Höl­le in der Gesell­schaft und unter vie­len Chris­ten prä­sent ist. Dar­über wird nicht ger­ne gespro­chen. Es passt schein­bar nicht zum „lie­ben Gott“. Der natür­li­che Mensch hört lie­ber, dass Gott unend­lich gut und lieb ist. So fürch­ten sich nicht weni­ge Pre­di­ger und Pas­to­ren im Land  von einem Gott zu reden, der sei­nen Zorn über die Sün­der aus­schüt­ten wird.

Im zwei­ten Kapi­tel räumt Hans-Wer­ner Dep­pe mit fal­schen Vor­stel­lun­gen von der Höl­le auf. Dazu gehö­ren die mit­tel­al­ter­li­chen Phan­ta­si­en, die beson­ders von der römisch-katho­li­schen Kir­che ver­brei­tet wur­den. Im Gegen­satz dazu aber auch „modern-theo­lo­gi­sche Leug­nun­gen, Abschwä­chun­gen oder Umdeu­tun­gen“ aus aktu­el­ler Zeit.

Vie­le Men­schen haben den Ein­druck, dass der Gott des Alten Tes­ta­ments nichts oder wenig mit dem Gott des Neu­en Tes­ta­ments zu tun hat. Im AT wirkt Gott für vie­le grau­sam und voll Zorn. Im NT wird er in der Gestalt Jesu als ein Gott der Lie­be ein­ge­schätzt. Wei­ter scheint die Höl­le eine Erfin­dung des Neu­en Tes­ta­ments zu sein, da im AT rela­tiv wenig dar­über steht. Der Autor zeigt des­halb auf, dass bereits im AT Hin­wei­se auf eine Auf­er­ste­hung der Toten fest­zu­stel­len sind.

Erst ab der Mit­te des Buches geht es um die eigent­li­che Fra­ge des Buches. Wie wird es in der Höl­le sein? Jesus hat­te rela­tiv oft dar­über gespro­chen. In Gleich­nis­sen und ande­ren Reden. Dabei hat er oft sehr dras­tisch und deut­lich gespro­chen. Sei­ne Voka­beln zur Höl­le zeich­nen ein düs­te­res Bild. „Wei­nen und Zäh­ne­knir­schen“, „unaus­lösch­li­ches Feu­er“, „ewi­ges Feu­er“, „äuße­re Fins­ter­nis“, ein Ort, an dem „ihr Wurm nicht stirbt und das Feu­er nicht erlischt“.

Hans-Wer­ner Dep­pe stellt sich ent­ge­gen der weit ver­brei­te­ten Ansicht, dass ledig­lich das „Getrennt-Sein von Gott“ die Höl­le defi­niert. Jesus Chris­tus spricht von Schwe­fel und Feu­er und lässt wenig Frei­raum zu Vor­stel­lun­gen, es han­de­le sich hier ledig­lich um sym­bo­li­sche Reden.

Mit sei­nem prak­ti­schen und gut ver­ständ­li­chen Schreib­stil macht Hans-Wer­ner Dep­pe es dem Leser leicht, sich mit den wesent­li­chen Aus­sa­gen der Bibel zur Höl­le aus­ein­an­der zu set­zen. Es ist ver­ständ­lich, dass auf knapp 100 Sei­ten kei­ne aus­führ­li­che Arbeit über die Leh­re der Höl­le zu erwar­ten ist. Aber die­se 100 Sei­ten rei­chen aus, um sich einen guten Ein­druck von Got­tes Gedan­ken über die ewi­ge Stra­fe zu ver­schaf­fen. Und das haben die Evan­ge­li­ka­len nötig. Denn aktu­ell ist es gera­de die Leh­re der Höl­le, die durch „Das letz­te Wort hat die Lie­be“ von Rob Bell bei vie­len Chris­ten mäch­tig unter Druck gera­ten ist.

Das Buch ist auch als Hör­buch im MP3-For­mat erschie­nen.

Daten
Titel: Wie wird es in Höl­le sein?
Autor/Herausgeber: Hans-Wer­ner Dep­pe
Sei­ten: 94
For­mat: 11 x 18 cm
Ein­band: Taschen­buch
Jahr: 4. Auf­la­ge 2011
Ver­lag: Beta­ni­en Ver­lag
Preis: 1,90 €
erhält­lich bei: cbuch.de
als eBook für 1,50 EUR bei: ceBooks.de

1 Kommentare

  1. Es freut mich, dass es auch Bücher gibt, die vom Gericht Got­tes schrei­ben. Die meis­ten Men­schen glau­ben nicht an eine Höl­le glau­ben. Des­halb leben sie unbe­küm­mert ihr eige­nes Leben und hof­fen auf einen lie­ben Gott der alle zu sich nimmt.

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