Biografien
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Fünf Märtyrer — Treu bis in den Tod

von J. C. Ryle

Es gibt gewis­se geschicht­li­che Tat­sa­chen, die die Welt mit aller Kraft zu ver­ges­sen und zu ver­drän­gen sucht. Die­se Fak­ten kol­li­die­ren mit eini­gen Lieb­lings­theo­ri­en die­ser Welt und sind dar­um höchst uner­wünscht. Die Kon­se­quenz ist dann, dass die Welt die Augen vor ihnen ver­schließt… In gewis­sen Krei­sen ist es Mode gewor­den, ein­fach zu leug­nen, dass es so etwas gibt wie die Gewiss­heit über reli­giö­se Wahr­hei­ten oder Über­zeu­gun­gen, für die man sich ver­bren­nen zu las­sen bereit wäre.

Eine Dar­stel­lung, die die Ver­bren­nung der Bischö­fe Hugh Lati­mer und Nicho­las Rid­ley zeigt

Dies sind Wor­te des angli­ka­ni­schen Bischofs John Charles Ryle. Tat­säch­lich ist er einer der weni­gen Angli­ka­ner, der bei der evan­ge­li­ka­len Chris­ten­heit bekannt und beliebt ist. Selbst Spur­ge­on, obwohl sonst nicht so gut auf die angli­ka­ni­sche Kir­che zu spre­chen, bezeich­ne­te ihn als einen außer­ge­wöhn­lich begab­ten Aus­le­ger. Die­ses Buch beschreibt die Bio­gra­phie der fünf eng­li­schen Refor­ma­to­ren und Mär­ty­rer Hooper, Tay­lor, Lati­mer, Brad­ford und Rid­ley. Vor­her jedoch gibt der Autor einen sehr inter­es­san­ten Ein­blick zu den Ursa­chen der Ver­bren­nun­gen der Refor­ma­to­ren in einem umfang­rei­chen Vor­wort. Aus­führ­lich erläu­tert er die Ver­fol­gun­gen der Köni­gin Maria die Ers­te (nicht umsonst „die Blu­ti­ge“ genannt ). Als Katho­li­sche Köni­gin ver­brann­te sie jede Woche in den letz­ten vier Jah­ren ihrer Herr­schaft min­des­tens einen Pro­tes­tan­ten. Hier klagt der Autor:

Zum ande­ren möch­te ich mei­ne Leser dar­an erin­nern, dass die Ver­bren­nung der Maria­ni­schen Mär­ty­rer ein Akt ist, für den die römi­sche Kir­che die Schuld auf sich genom­men, sich nie ent­schul­digt oder Buße dafür getan hat bis zum heu­ti­gen Tag. Sie klebt als rie­si­ger Fleck auf ihrer wei­ßen Wes­te und dane­ben steht die unge­heu­re Tat­sa­che, dass sie nie ver­sucht hat, ihn weg­zu­wa­schen. Nie hat sie Buße getan für ihren Umgang mit den Vau­dois und den Albi­gen­sern, nie hat sie die mas­sen­haf­ten Mor­de der spa­ni­schen Inqui­si­ti­on bereut, nie hat sie für die Bar­tho­lo­mä­us­nacht Buße getan und nie für die Ver­bren­nung der eng­li­schen Mär­ty­rer. Wir soll­ten die­se Tat­sa­che auf uns wir­ken las­sen und sie tief in unser Bewußt­sein auf­neh­men. Rom ver­än­dert sich nie. Rom wird nie zuge­ben, Feh­ler gemacht zu haben. Die Papst­kir­che ver­brann­te unse­re Refor­ma­to­ren vor 300 Jah­ren. Sie ver­such­te mit allen Mit­teln der Gewalt den Pro­tes­tan­tis­mus aus­zu­lö­schen, weil sie ihn mit Argu­men­ten nicht an der Aus­brei­tung hin­dern konn­te. Ich glau­be, Rom wür­de, wenn es nur die Macht dazu hät­te, heu­te das­sel­be Spiel wie­der­ho­len.

Mit sol­chen Wor­ten geht der Autor ins Gericht mit der Römisch-Katho­li­schen Kir­che. Was hart klingt, wird ver­ständ­li­cher, wenn man dann zu den zu den Lebens­be­rich­ten über­geht. Um hier die Lust am Lesen nicht zu rau­ben, wird hier mit den letz­ten Wor­ten Hugh Lati­mers, an sei­nen Freund Nicho­las Rid­ley ein Vor­ge­schmack vom Mut der Refor­ma­to­ren gege­ben. Schon auf dem Schei­ter­hau­fen sprach er:

Seid guten Mutes, Mas­ter Rid­ley, und zeigt Euch als Mann. Wir wer­den heu­te durch Got­tes Gna­de ein sol­ches Licht in Eng­land anzün­den, das — dar­auf ver­traue ich — nie aus­ge­löscht wer­den wird!“

Die­ser Satz wur­de zu einer gro­ßen Hoff­nung für vie­le Gene­ra­tio­nen eng­li­scher Chris­ten!

Titel: Fünf Mär­ty­rer
Unter­ti­tel: Treu bis in den Tod
Autor: J.C. Ryle
Sei­ten: 191
For­mat: 14 x 21 cm
Ein­band: Hard­co­ver
Jahr: 1. Auf­la­ge 1995
Ver­lag: CLV
ISBN: 3 −89397−352−4
Preis: anti­qua­risch
als PDF-Down­load: CLV

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