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From Paradise to the Promised Land

From Paradise to the Promised Land: An Introduction to the ...Aufmerksam auf dieses Werk von T. Desmond Alexander wurde ich, als ich Tom Schreiners biblische Theologie „The King in his Beauty“ las. Bei der Besprechung des Pentateuchs fanden sich regelmäßig Referenzen zu Alexander. Das machte mich neugierig und ich wurde nicht enttäuscht. Das Werk, das bereits vor 20 Jahren erschien dürfte zum Standardrepertoire jener gehören, die sich näher mit den 5 Büchern Mose auseinander setzten wollen.

Das Buch teilt sich dabei in zwei Kapitel auf. Im ersten Teil setzt sich der Autor mit der kritischen Methode und Interpretation des Pentateuchs auseinander. Besonders spannend ist, wie Alexander einen „Testfall“, nämlich die Sinai-Begebenheit untersucht. Da die Bibelkritik mir persönlich aber knorke ist, konzentriere ich mich auch in meiner Rezension auf den zweiten Teil.

In 15 Kapiteln untersucht Alexander dabei zentrale Themen des Pentateuchs. Hilreich ist, dass der Aufbau immer identisch bleibt. Auf eine Zusammenfassung folgt  eine detaillierte Besprechung, die in einer Schlussfolgerung mündet, die Bezüge zu den anderen Kapiteln herstellt. Abschließend folgt die Betrachtung der Neutestamentlichen Verbindungen. Die Kapitel entwickeln dabei kreisend die Entwicklung des Pentateuchs: Angefangen von der königlichen Linie in Genesis, über das verlorene Paradies geht es weiter zur Frage: Wer Gott ist, wie Abraham glaubte, wie zentral der Bund am Sinai ist,etc.

Dabei werden Details sauber ausgearbeitet: Alexander weist auf den Unterschied zwischen linearen und segmentierten Genealogien hin. Die Genealogien begründen in Genesis nicht nur neue Abschnitte, es sind nur  die lineare Stammbäume, die die Linie des „erwählten Samens“ dokumentieren. Erst bei den Kindern Jakobs verbreitet sich dieser Segen auf 12 Stämme. Der Same der Verheißung wird so an vielen Stellen unterstrichen. Im Leben Jakobs: Geboren als der Listige, der die Ferse des Bruders festhält, ist er ganz klar Schlangenbrut, die bekanntlich in die Ferse beißt. Doch durch Gottes Gnade wird aus einem Jakob Israel, der Same der Verheißung.

Was wurde überhaupt verheißen? Segen, Land und Nachkommen! Erst dem aufmerksamen Leser fallen zahlreiche Details auf. Zwei Beispiele: Gott erscheint Jakob  zweimal. Einmal beim Verlassen des Landes und dann wieder, als Jakob das Land wieder betritt. Alexander schreibt: „Indem diese Theophanien an die Grenze Kanaans platziert werden, unterstreicht die Erzählung die Bedeutung des Landes.“ Ähnlich sind die Hungersnöte zu verstehen: „Im ganzen 1. Buch Mose werden Hungerzeiten mit Gottes Fluch über die Erde verknüpft. Sie reflektieren die Abwesenheit des göttlichen Segens und unterstreichen den Mangel der Harmonie, der zwischen den Menschen und der Erde existiert.“

Das man den Pentateuch nur aufmerksam lesen kann, wurde mir spätestens bei der Betrachtung des Opfersystems des dritten Buches Mose deutlich. Die fünf verschiedenen Opfertypen werden zweimal dargestellt. Jedoch in einer anderen Reihenfolge für die Laien, als für die Priester. Das aber in bewusster Absicht. Denn das Friedensopfer (3. Mo. 3,1-17) spielt aufgrund der daran möglichen Teilhabe für den Opfernden für diesen eine wichtigere Rolle, als für den Priester. Ähnlich ist die Konstruktion der Stiftshütte dargestellt. Während die ursprünglichen Göttlichen Anweisungen (2.Mo. 25,1-1,11) die wichtigsten Objekte zuerst erwähnen, reflektiert die Beschreibung ihres Aufbaus (2.Mo 31,1-40,33) die Reihenfolge, in der die Objekte erstellt wurden, als die Stiftshütte aufgerichtet wurde.

Ähnlich genau arbeitet Alexander mit den Neutestamentlichen Verbindungen. Regelmäßig weist der Autor darauf hin, dass Jesus die Erlebnisse und Prüfungen Israels entweder ähnlich erlebt (so bei seiner Führung in die Wüste um versucht zu werden) oder „rückgängig macht“. So reflektieren die von Johannes dargestellten sieben Wunder Jesu die Umkehr der Strafen, die Ägypten erlebte: Als erstes Wunder wird aus Wasser Wein, statt aus Wasser Blut. Als letztes Wunder wird Lazarus, der einzige Sohn seiner Familie von den Toten auferweckt.

Insgesamt fühlt man sich bei diesem Buch, als lese man ein Lexikon zum Pentateuch, da das Buch durch mehrere Illustrationen und Tabellen ergänzt wird. Kein Wunder, dass Alexander auch Mitherausgeber des New Dictionary of Biblical Theology ist. Dieses Buch ist erleuchtend und vertiefend für das Verständnis der 5 Bücher Mose und ihrer Einbindung in den christlichen Kanon. Hilfreich ist das Buch für jeden, der das alte Testament z.B. in seinen Predigten deutlicher und klarer einbinden möchte.

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