Medien, Verlagswelt
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Ein Pamphlet gegen Verlagswesen und Buchhandel

7 Gründe, warum das Verlagswesen und der Buchhandel mit Hochgeschwindigkeit in die Krise schlittern

Einen pro­vo­zie­ren­den Bei­trag zur gegen­wär­ti­gen Ent­wick­lung im Ver­lags­we­sen und Buch­han­del hat Dani­el Brock­mei­er geschrie­ben. An man­chen Stel­len etwas über­trie­ben, ins­ge­samt aber gut erkannt. Er nennt sie­ben Grün­de für das Schlit­tern in die Kri­se.

Das Bücher­ver­le­gen, so wie wir es jetzt ken­nen, ist eine sehr alte Kul­tur­tech­nik, die in Anschluss an den Buch­druck ent­stand. Der Bücher­ver­trieb basiert größ­ten­teils auf Not­wen­dig­kei­ten die im Zuge der Ent­ste­hung libe­ra­ler Märk­te im 18. und 19. Jahr­hun­dert erga­ben. Doch jetzt steht die­ser Bran­che eine Umwäl­zung ins Haus, die sie noch immer nicht begrif­fen hat. Ein schmerz­haf­ter Wan­del, den die Musik­bran­che schon vor zehn Jah­ren zu spü­ren bekam und in dem sich auch die Film­in­dus­trie gera­de befin­det. Und obwohl der rela­ti­ve Nie­der­gang der Musik­bran­che – gemes­sen an den Ver­kaufs­zah­len der 90er Jah­re – der Bücher­welt als mah­nen­des Bei­spiel vor Augen steht. Macht sie sich nicht dar­an, aus den Feh­lern der ande­ren zu ler­nen, son­dern rennt laut schrei­end und mit auf­ge­ris­se­nen Augen dem Abgrund ent­ge­gen. Dabei könn­ten Ver­la­ge und Buch­han­del es viel bes­ser machen und am Ende als gro­ße Gewin­ner aus dem Spiel her­vor­ge­hen, wenn sie nur auf die Zei­chen der Zeit erken­nen wür­den.

 Ich möch­te hier mal die sie­ben wich­tigs­ten Feh­ler zusam­men­fas­sen, die ihr, lie­bes Ver­lags­we­sen und lie­ber Buch­han­del fast uni­so­no macht.

…wei­ter­le­sen auf www.privatsprache.wordpress.com

4 Kommentare

  1. Ein Pam­phlet oder eine Schmäh­schrift ist eine Schrift, in der sich jemand enga­giert, über­spitzt und pole­misch zu einem wis­sen­schaft­li­chen, reli­giö­sen oder poli­ti­schen The­ma äußert. Die sach­li­che Argu­men­ta­ti­on tritt dabei in den Hin­ter­grund; die lei­den­schaft­li­che Par­tei­nah­me gegen eine Sache hin­ge­gen über­wiegt bei der Argu­men­ta­ti­on. Genau die­se Beschrei­bung past auf die­ses Schrei­ben von . Hier wer­den die Agu­men­te einer Techik ver­spiel­ten Gene­ra­ti­on als das All­heil­mit­tel für die Pro­ble­me des Buch­han­del gebracht. Vie­le Men­schen heu­te kön­nen oder wol­len kei­ne län­ge­ren Tex­te mehr lesen, weil sie oft nicht mehr in der Lage sind die­ses zu erfas­sen. Ich stau­ne immer wie­der in wie weit die „Geiz ist Geil­men­ta­li­tät auch bei Chris­ten sich ver­brei­tet hat. Das durch gute christ­li­cher Lite­ra­tur Auto­ren, Ver­le­ger und Buch­händ­ler ihr Lebens­un­ter­halt bestrei­ten schei­nen vie­len nicht auf ihr Radar zuha­ben.

  2. Alexander Rempel sagt

    Hal­lo Joschie,

    du schreibst, dass die Saturn-Men­ta­li­tät sich auch bei Chris­ten „ver­brei­tet hat“.

    Ist es nicht eher anders her­um? Ich mache die Erfah­rung, dass sich in mei­nem Umfeld das Bewusst­sein für den Wert von gut gemach­ten Büchern eher zunimmt. Sicher kommt es nicht von selbst. Ich ver­su­che immer wie­der den Men­schen, mit denen ich zu tun habe, zu erklä­ren, was alles dahin­ter steckt, ein gutes Buch her­aus­zu­ge­ben.

    Gruß
    alex

    Ich stau­ne immer wie­der in wie weit die „Geiz ist Geil­men­ta­li­tät auch bei Chris­ten sich ver­brei­tet hat.

  3. Suse sagt

    Ich bin in Face­book auf eine App namens „lchoice“ auf­merk­sam gewor­den, hier kann der Kun­de sei­ne Bücher per App über den Buch­händ­ler ums Eck bestel­len oder schein­bar auch lie­fern las­sen. Klingt plau­si­bel.

    Viel­leicht ist das eine Mög­lich­keit für die Buch­händ­ler gegen Ama­zon anzu­ge­hen. War­ten wir es mal ab.

  4. @Alex: Ja die Saturn Men­ta­li­tät macht sich auch in christ­li­chen Krei­sen immer mehr breit. Sie bekommt bei eini­gen eben einen from­men Man­tel, so nach dem Mot­to christ­li­che Bücher haben halt bil­lig zu sein, da sie ja für das Reich Got­tes sind. In einem Gespräch hat mir ein christ­li­cher Buch­händ­ler erzählt bei ihm geht öfter zu wie auf einen ori­en­ta­li­schen Basar, eini­ge sei­ner Kun­den sind der Mei­nung es ist ihr gutes Recht wegen der Buch­prei­se stän­dig zu feil­schen. In eini­gen christ­li­chen Ver­la­gen sieht die Situa­ti­on nicht bes­ser aus.

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