Allgemein

E. S. Williams: Wer sind die „Neuen Calvinisten?“

Vie­le kön­nen mit dem Cal­vi­nis­mus nichts anfan­gen. Ande­re freu­en sich dar­über, dass der Cal­vi­nis­mus in Deutsch­land immer mehr an Akzep­tanz gewinnt. Was aber ist der „Neue Cal­vi­nis­mus“ und wel­che füh­ren­den Per­so­nen sind damit gemeint? Muss davor gewarnt wer­den? Oder soll­te man sich dar­über freu­en?

Bild­quelle: www.cbuch.de

E.S. Wil­liams hielt auf der dies­jäh­ri­gen School of Theo­lo­gy im Metro­po­li­tan Taber­na­cle in Lon­don zwei Vor­trä­ge über die Neu­en Cal­vi­nis­ten. Die­se Vor­trä­ge hat der Beta­ni­en Ver­lag vor Kur­zem als Bro­schü­re her­aus­ge­ge­ben. Dies ist ein muti­ger Schritt, weil in die­ser Schrift zwei berühm­te ame­ri­ka­ni­sche Pas­to­ren und Auto­ren kri­ti­siert wer­den, die in den letz­ten zwei Jah­ren Deutsch­land mit ihren Vor­trä­gen besuch­ten. Die Rede ist von Tim Kel­ler der 2011 Vor­trä­ge in Ber­lin hielt und John Piper, der die­ses Jahr in Ham­burg auf der Evan­ge­li­um­21-Kon­fe­renz sprach. Bei­de Per­so­nen wer­den in Deutsch­land durch ihre Bücher  immer popu­lä­rer. Bei­de sind neben Mark Discroll und Albert Moh­ler die füh­ren­den Per­so­nen der neu­en Cal­vi­nis­ten in den USA. Doch längst nicht nur dort ist ihr Ein­fluss auf die Chris­ten­heit enorm. Wer deren Web­sei­ten unter­sucht, stellt fest, dass sie welt­weit aktiv sind.

Bild­quelle: www.cbuch.de

Wenn die­se füh­ren­den Per­so­nen sich auf den Cal­vi­nis­mus beru­fen, so füh­len sie sich u.a. mit John Cal­vin, Jona­than Edwards, Charles Spur­ge­on und mit den Puri­ta­nern ver­bun­den. Und gera­de hier setzt die Kri­tik von Wil­liams ein. Er erklärt in die­ser kur­zen Schrift, dass die Neu­en Cal­vi­nis­ten sich sowohl von der Leh­re als auch vom Lebens­wan­del der Puri­ta­ner immer wei­ter ent­fer­nen. Wenn das stimmt, dann muss man beim Lesen ihrer Bücher und Blogs und beim Hören ihrer Vor­trä­ge, die Augen offen hal­ten und wach­sam sein, um nicht einem Irr­tum zu ver­fal­len.

Wo lie­gen die Gefah­ren beim Neu­en Cal­vi­nis­mus und sei­nen Ver­tre­tern? Wil­liams nennt vier Eigen­schaf­ten die­ser Bewe­gung:

  1. Ein leicht­fer­ti­ger und ehr­furchts­lo­ser Umgang mit der Hei­li­gen Schrift.
  2. Ein öku­me­ni­scher und offe­ner Umgang mit fal­schen Leh­ren, Gemein­den und Orga­ni­sa­tio­nen.
  3. Ein Ver­lan­gen nach welt­li­cher Aner­ken­nung und Kul­tur­rele­vanz.
  4. Ein sozia­ler Akti­vis­mus wird geför­dert.

Wil­liams hat die­se Eigen­schaf­ten bei den meis­ten füh­ren­den Neo-Cal­vi­nis­ten gefun­den und belegt sie mit öffent­lich ein­seh­ba­ren Quel­len. Sei­ne Argu­men­te sind nicht aus der Luft gegrif­fen. Lei­der muss der Autor in die­sem Zusam­men­hang auch vor der Gos­pel Coali­ti­on und ähn­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen war­nen. Und ich muss beto­nen, dass die wich­tigs­ten Kri­tik­punk­te nicht Gewis­sens­fra­gen betref­fen (nach Röm 14), son­dern die Grund­la­gen bibli­scher Leh­re. Wil­liam wun­dert sich, dass die Neu­en Cal­vi­nis­ten ger­ne Edwards, Spur­ge­on und die Puri­ta­ner zitie­ren, aber kaum einer sich zum West­mins­ter oder dem Bap­tis­ti­schen Glau­bens­be­kennt­nis von 1689 bekennt. Doch nicht die­se Per­so­nen und auch nicht die Glau­bens­be­kennt­nis­se sind die Mess­lat­te für Glau­ben und Leben, son­dern die Hei­li­gen Schrift allein. Jede neue Bewe­gung und ihre Ver­tre­ter müs­sen sich an der Schrift über­prü­fen las­sen. Am wenigs­ten braucht die Gemein­de unse­res Herrn Jesus Chris­tus Men­schen die das Hei­li­ge mit dem Pro­fa­nen ver­bin­den.

„Wenn die­se Art von Cal­vi­nis­mus Ver­brei­tung fin­det, dann wird wahr­haf­ti­ge bibli­sche Fröm­mig­keit Angrif­fen aus­ge­setzt sein wie nie zuvor. […] Aber es bahnt sich Unheil an, wenn die­se Form von Cal­vi­nis­mus Ver­brei­tung fin­det.“

Im Bücher­shop des Metro­po­li­tan Taber­na­cle in Lon­don wird man kei­ne Lite­ra­tur von den Neu­en Cal­vi­nis­ten fin­den. Im eng­lisch­spra­chi­gen Raum gibt es aber auch genü­gend Bücher von Auto­ren aus Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart, die in Leh­re und Leben gesund und aus­ge­wo­gen sind. Das trifft auf den deut­schen christ­li­chen Bücher­markt so nicht zu. Des­we­gen ist die­ser Hin­weis des Beta­ni­en Ver­la­ges zu beach­ten:

„Mit die­ser Bro­schü­re möch­ten wir dazu anre­gen, eini­ge lehr­mä­ßi­ge Inhal­te und Prak­ti­ken der so genann­ten New Cal­vi­nists zu hin­ter­fra­gen, aber kei­nes­wegs alle erwähn­ten Per­so­nen, Auto­ren oder ihre Bücher in Bausch und Bogen ver­ur­tei­len. Man­che Auto­ren wie John Piper sind u.E. durch­aus ambi­va­lent zu betrach­ten und das Gute aus ihrer Feder soll­te nicht in Abre­de gestellt wer­den. Wir trau­en unse­ren Lesern so viel Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­mö­gen zu, um zu ver­ste­hen, dass hier weder Feind­bil­der auf­ge­baut noch Schwarz-weiß-Den­ken in Bezug auf Per­so­nen oder Orga­ni­sa­tio­nen geför­dert wer­den soll (es geht nicht um Per­so­nen, son­dern um Inhal­te). Wir haben auch sol­che Chris­ten lieb, die die erwähn­ten Per­so­nen durch­weg posi­tiv ein­schät­zen und füh­len uns mit vie­len von ihnen auf­grund des gemein­sa­men refor­ma­to­ri­schen Anlie­gens wei­ter­hin beson­ders ver­bun­den. Den­noch möch­ten wir die­se u.E. wich­ti­ge Ana­ly­se zur Dis­kus­si­on stel­len.“

 

Daten

Titel: Wer sind die „Neu­en Cal­vi­nis­ten“?
Autor: E.S. Wil­liams
Sei­ten: 38
For­mat: A5
Ein­band: gehef­tet
Jahr: 2012
Ver­lag: Beta­ni­en Ver­lag
Preis: 1,90 EUR
erhält­lich bei: cbuch.de (auf Anfra­ge)
Lese­pro­be: issuu.com

21 Kommentare

  1. Arthur W. sagt

    Sehr inter­es­san­ter Bericht.
    In letz­ter Zeit habe ich eini­ges vom „neu­en Cal­vi­nis­mus“ gehört. Ich fin­de es gut das lehr­mä­ßi­ge The­ma so klar ange­spro­chen wer­den.

    Jedoch ist es mei­ner Mei­nung nach schwer jede Leh­re in fes­ten Kate­go­ri­en wie Cal­vi­nis­ten, Puri­ta­ner, Evan­ge­li­ka­le usw. ein­zu­tei­len. Häu­fig begeg­net man Men­schen die eine Mischung aus ver­schie­de­nen Büchern und Zeit­schrif­ten an gele­sen haben.

    Dann soll­te man nicht mit dem Kate­go­ri­sie­ren anfan­gen son­der der Prü­fung der Leh­re.

  2. Dan­ke, Arthur. Das ist auch mein gro­ßer Auf­ruf, nicht zu schub­la­di­sie­ren. Der Zusatz vom Ver­lag ist auf jeden Fall begrü­ßens­wert. Noch zwei Punk­te von mir:

    (1) Mir fehlt das Kon­kre­te — ist das sogar beab­sich­tigt, damit ich mir das Buch kau­fe? Ansons­ten fin­de ich solch vage Aus­sa­gen nicht gut: „…in dem Zusam­men­hang… und ähn­li­che Orga­ni­sa­tio­nen… betref­fen die Grund­la­gen bibli­scher Leh­re.“ Wer sich nicht wei­ter mit dem The­ma beschäf­tigt und das auch nicht will, wird hier pau­schal ver­un­si­chert.

    (2) Ich erin­ne­re mich noch ger­ne an euren Arti­kel „Wir sind nicht Ame­ri­ka“. Was inter­es­sie­ren uns die Pro­ble­me von drü­ben? Wir haben hier unse­re eige­nen Pro­ble­me, ande­re und zT grö­ße­re als in Ame­ri­ka. Aber dazu gibt es eben kei­ne Bücher. Bis vor kur­zem kann­ten die meis­ten Chris­ten die „New Cal­vi­nists“ noch gar nicht…

    Gibt es unbi­bli­sche Lehr­aus­sa­gen in Büchern auf dem deut­schen Markt, dann wer­den am ehes­ten kri­ti­sche Rezen­sio­nen hel­fen, die dar­auf ganz kon­kret und fair ein­ge­hen.

  3. Hal­lo Ihr!
    Auf Seit.37 der Bro­schü­re steht:
    Nach­be­mer­kung des deut­schen Her­aus­ge­bers.
    „Im deutsch­spra­chi­gen Raum hat die Initia­ti­ve Evan­ge­li­um 21 eini­ge Ver­bin­dun­gen zu den in die­ser Bro­schü­re kri­ti­sier­ten Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen und hat sich z.T. an der Gos­pel Coali­ti­on als Leit­bild ori­en­tiert. Man soll die geüb­te Kri­tik jedoch nicht direkt auf Evan­ge­li­um 21 über­tra­gen, da vie­le die erwähn­ten Kri­tik­punk­te nicht auf Evan­ge­li­um 21 zutref­fen“!

  4. Ich selbst bin refor­miert und habe zugleich eini­ge Vor­be­hal­te gegen­über dem NC (sie­he dazu z.B. Ron Kubsch, „Neu­er Cal­vi­nis­mus – Ein­bli­cke in eine jun­ge refor­mier­te Bewe­gung“, Jahr­buch für Frei­kirch­li­che For­schung, 20/2011). Nichts gegen sach­li­che Kri­tik! Was aber Wil­liams schreibt, ist naï­ve, teil­wei­se (wohl gegen bes­se­res Wis­sen) ent­stel­lend und ver­fes­tigt weit­ver­brei­te­te Vor­ur­tei­le. Das Niveau die­ses Tex­tes ist so tief, dass er bes­ser nicht gedruckt wor­den wäre.

    Lie­be Grü­ße, Ron

  5. Daniel sagt

    Men­schen, die sich Nach­fol­ger von irgend­ei­nem ande­ren Men­schen nen­nen, sind geist­lich gese­hen Kin­der die noch Milch brau­chen.

    1. Korin­ther 3,1 – 8

    Des­we­gen ist die Dis­kus­si­on unnö­tig ob man den „New-Cal­vi­nists“ trau­en darf oder nicht. Es gilt das Prü­fungs­prin­zip aus 1. Thes­sa­lo­ni­cher 5,21, alles zu prü­fen und das Gute zu behal­ten. Und es gibt nicht einen Men­schen auf die­ser Welt, außer Jesus Chris­tus, der nie falsch lie­gen wür­de, ob Old-Cal­vi­nist, Cal­vin selbst oder sonst wer.

    Die­ses Buch ist genau­so unnö­tig und nur für Gra­ben­kämp­fe geeig­net und dient nicht zu Erbau­ung, son­dern nur zum Unfrie­den. Wenn auch aus dem Kon­text geris­sen: Gala­ter 5,15 „Seht zu dass ihr nicht ein­an­der auf­fresst“.

    Ihr Lieben…wir kämp­fen alle gemein­sam für eine Sache. Die Gra­ben­kämp­fe brin­gen nicht wei­ter, nur Ver­druß. Vor allem berei­ten sie Gott Uneh­re.

    Got­tes Segen,
    Dani­el

  6. Sehr gut Dani­el. In mei­nen Augen bringst du die Sache voll auf den Punkt. Ich ken­ne die Argu­men­te derer, die dir wider­spre­chen wür­den. Dann heißt es: Aber es muss doch gewarnt wer­den. Wir müs­sen uns klar abgren­zen, usw. Aber ich ste­he voll hin­ter dem was du sagst: Wir kämp­fen alle gemein­sam für eine Sache.

  7. Ich ken­ne den Text des Buches im Eng­li­schen und fin­de die Art, wie der Autor argu­men­tiert, sehr ein­sei­tig. Es wird auch mit Unter­stel­lun­gen und ten­den­ziö­sen Bele­gen gear­bei­tet und dann bspw. mal geschwind John Piper ver­ris­sen und das in einer Art und Wei­se die sei­ner Per­son und sei­nem Werk nicht im Ansatz gerecht wer­den. Das ist mei­nes Erach­tens unred­lich und ich ver­ste­he nicht, wie man als Christ so vor­ge­hen kann. Wenn man selbst wert auf die eige­ne Wahr­haf­tig­keit legt, auf sau­be­re Argu­men­ta­ti­on und auf fai­re, ange­mes­se­ne Kri­tik ach­tet, soll­te man so ein Buch nicht schrei­ben.

    Es gibt mei­nes Erach­tens berech­tig­te Kri­tik an man­chen Din­gen, die z.B. Piper getan und gesagt hat, die gefal­len mir auch nicht, aber eini­ges, was der Autor schreibt, ist ein­fach auch nicht wahr und leicht zu wider­le­gen. Was soll man von einem Buch hal­ten, das so ein­sei­tig und irre­füh­rend mit sei­nen Quel­len und den dar­aus gezo­ge­nen Schluss­fol­ge­run­gen umgeht?

    LG
    Simon

  8. Eddi Klassen sagt

    @Rami A.: zu 1: Das stimmt, dass ich nicht kon­kre­te Bele­ge für die The­sen von E.S. Wil­liams anfüh­re. Einen kur­zen Ein­blick bekommt man in der Lese­pro­be auf cbuch.de Zu 2: Die Pro­ble­me von „drü­ben“ wür­den mich nicht inter­es­sie­ren, wenn es sie nicht auch bei uns gäbe. Kel­lers Bücher wer­den nach und nach über­setzt. „In wel­che Rich­tung geht das Buch „Sozia­le Gerech­tig­keit“? Wer „War­um Gott?“ anhand der Aus­füh­run­gen von E.S. Wil­liams über­prüft, wird fest­stel­len, dass der Zug in die fal­sche Rich­tung fährt. Muss nicht vor Kel­lers the­is­ti­schen Evo­lu­ti­on und sei­nen Vor­lie­ben zu katho­li­schen Auto­ren und Mys­ti­kern gewarnt wer­den. Noch vor eini­gen Jah­ren haben sich kon­ser­va­ti­ve Chris­ten in Deutsch­land von Bil­ly Gra­ham distan­ziert, wegen sei­ner Affi­ni­tät zu den Katho­li­ken. Dass Tim Kel­ler und auch Albert Moh­ler die­sen Weg gehen, nimmt man dage­gen ger­ne in Kauf. War­um?

    Von John Piper gibt es exzel­len­te Bücher. Aber eben auch „Sehn­sucht nach Gott“ mit dem „christ­li­chen Hedo­nis­mus“. Fällt den kon­ser­va­ti­ven Chris­ten nicht mehr auf, dass das Kon­zept des Hedo­nis­mus der Bibel dia­me­tral wider­spricht. Eine Umin­ter­pre­ta­ti­on zum christ­li­chen Hedo­nis­mus macht die Sache nicht bes­ser. Das Buch ent­hält vie­le wert­vol­le Gedan­ken, aber auch eini­ge, die ich nicht akzep­tie­ren kann. Lei­der…

    @Arthur W.: Die Bezeich­nung „Neue Cal­vi­nis­ten“ führt wahr­schein­lich auf Han­sens Buch „Young, Rest­less, Refor­med“ zurück. Sie bezeich­nen sich selbst auch so.

  9. Eddi Klassen sagt

    @Ron: Dan­ke für den Hin­weis auf dei­nen Auf­satz. Müss­te ich mir mal besor­gen. Dei­ner Bewer­tung von Wil­liams Kri­tik kann ich so nicht tei­len. Er hät­te sich zwar die ein oder ande­re Neben­be­mer­kung spa­ren kön­nen, aber die meis­ten Kri­tik­punk­te fin­de ich stich­hal­tig und berech­tigt. Es war nicht mei­ne Absicht jedes Argu­ment hier zu dis­ku­tie­ren und das wäre auch nicht sinn­voll. Aber die ein­zel­nen Gemein­den soll­ten es tun. Ich fin­de es gut, dass der Beta­ni­en Ver­lag die­se Schrift zu die­sem Zweck ver­öf­fent­licht hat.

    Pas­send dazu ist ein Arti­kel von D.A. Car­son: „Jetzt hab’ ich dich erwischt …!“ Über den Miss­brauch von Mat­thä­us 18 (http://clv-server.de/pdf/fut/312/fut312%20Bibelarbeit3.pdf)

    „Wenn Per­son A von Per­son B kri­ti­siert wird, weil A ein Buch geschrie­ben hat, in wel­chem sie Argu­men­te für eine Neu- und Umdeu­tung der Bibel anführt – mit ernst­haf­ten Irr­tü­mern und mög­li­cher­wei­se mit Irr­leh­ren – ist es nicht wei­se, sich über die Eng­stir­nig­keit von Per­son B zu mokie­ren und her­ab­las­send und abschät­zig einen sol­chen „Richt­geist“ zu belä­cheln. Dies mag bei sol­chen gut ankom­men, die glau­ben, dass die größ­te Tugend der Welt die Tole­ranz ist, aber das kann gewiss nicht der ehr­ba­re Pfad eines Chris­ten sein.
    Ech­te Häre­sie ist eine ver­ur­tei­lens­wer­te Sache, eine schreck­li­che Ange­le­gen­heit. Sie ent­ehrt Gott und führt Men­schen in die Irre. Sie stellt das Evan­ge­li­um falsch dar und ver­führt die Men­schen, unwah­re Din­ge zu glau­ben und auf eine tadelns­wer­te Wei­se zu han­deln. Natür­lich könn­te Per­son B sich voll­ends irren. Viel­leicht ist die Beschul­di­gung von Per­son B völ­lig irre­ge­lei­tet, oder sogar ver­dreht. In die­sem Fall soll­te man die Tat­sa­chen offen dar­le­gen und sich nicht hin­ter einer Pro­ze­dur ver­ste­cken.
    Aber wenn Per­son B ernst­haf­te bibli­sche Argu­men­te prä­sen­tiert, soll­ten die­se begut­ach­tet und nicht ver­wor­fen oder leicht­fer­tig abge­tan wer­den, indem man sich fälsch­li­cher­wei­se auf Mat­thä­us 18 beruft.“

  10. Eddi Klassen sagt

    @Simon: Wel­che Kri­tik­punk­te sind bei Wil­liams falsch und soll­ten wider­legt wer­den? John Piper wird auf ca. 2 Sei­ten behan­delt und man ehr­lich, wo wird er ver­ris­sen? Oder bin ich schon blind dafür?

  11. @Eddi: Hier mal zwei Bei­spie­le:

    Wil­liams nennt drei wich­ti­ge Leu­te, die Pipers Theo­lo­gie beein­flusst haben. Genannt wer­den Ful­ler, Pas­cal und Lewis. Jeder, der sich ein wenig mit Piper beschäf­tigt hat, weiß aber, dass er (jen­seits der Bibel) den stärks­ten Ein­fluss von Edwards erhal­ten hat. Er erleb­te sei­nen geist­li­chen Auf­bruch wäh­rend sei­ner Edwards-Stu­di­en.

    Wil­liams behaup­tet, dass Kel­ler die Fra­ge zum Uni­ver­sa­lis­mus beim Inter­view mit Bas­hir unbi­blisch beant­wor­te­te habe. Die Ant­wort von Kel­ler war unglück­lich (halt ein spon­ta­nes Inter­view). Aber Kel­ler hat sich für sei­ne Ant­wort ent­schul­digt und sie rich­tig­ge­stellt (Quel­le:http://thegospelcoalition.org/blogs/tgc/2011/09/13/keller-on-salvation-outside-of-christ/). Ist es inte­ger, das in einer Abhand­lung über Kel­ler zu ver­schwei­gen? Möch­test Du, dass man so mit Dir umgeht?

    Wir wis­sen, dass alle gro­ßen Refor­ma­to­ren oder allg. die Män­ner und Frau­en Got­tes gro­ße und klei­ne Feh­ler gemacht haben (dar­un­ter Cal­vin, Zwing­li, Luther, Bucer usw.). War­um erwar­ten wir von Brü­dern, die in der Gegen­wart an vor­ders­ter Front ste­hen, dass sie alles rich­tig machen? Anstatt sich auf jede Merk­wür­dig­keit zu stür­zen, soll­ten wir uns gegen­sei­tig hel­fen (auch, indem wir uns unter vier Augen ermah­nen) und schau­en, dass das Evan­ge­li­um läuft.

    Lie­be Grü­ße, Ron

  12. Eddi Klassen sagt

    @Daniel: Kennst du die Down-Gra­de-Kon­tro­ver­se zu Spu­ge­ons Zeit. Das war kein Gra­ben­kampf, son­dern ein ent­schie­de­nes Ein­tre­ten für die Wahr­heit der Bibel und die schmerz­vol­le Distan­zie­rung von dem Fal­schen und auch von den Per­so­nen, die es ver­tra­ten. Nach­zu­le­sen in „Spur­ge­on, wie ihn kei­ner kennt“. Viel­leicht begeg­net uns heu­te Ähn­li­ches…

  13. Ich muss mich Ron anschlie­ßen. Die Kri­tik ist äußerst unsach­lich, ja schon fast popu­lis­tisch und bou­le­var­desk. Obwohl ich im Grund­satz den Neu­en Cal­vi­nis­mus auch kri­tisch sehe, ist die Art und Wei­se, wie Wil­liams kri­ti­siert nicht ange­bracht. Die Kri­tik ist weder nüch­tern noch beson­nen und fast schon ver­leum­de­risch.

  14. @Ron, ich habe von E. S. Wil­liams: „Wer sind die Neu­en Cal­vi­nis­ten?“ aus der Sicht als refor­mier­ter Christ gele­sen. E. S. Wil­liams hat die­ses Buch als refor­mier­ter Theo­lo­ge geschrie­ben und es ist, so ver­ste­he ich es, als Mahn­ruf gedacht. Es gehört Mut dazu, auf Ent­wick­lun­gen die in der fal­schen Rich­tung lau­fen, hin­zu­wei­sen und das noch im eige­nen theo­lo­gi­schen Umfeld, den man sehr nahe steht. Ich fin­de nicht dass das Niveau die­ses Tex­tes so tief ist, dass es bes­ser nicht gedruckt wor­den wäre. Die­ser Satz von dir, ist ohne Niveau und zeigt mir, dass du zum The­ma Kri­tik ‚ein mehr als selt­sa­mes Ver­ständ­nis hast. Kri­tik, ja an den ande­ren und da ist man auch nicht gera­de zim­per­lich. Kri­tik oder das Hin­ter­fra­gen an der eige­nen Theo­lo­gie das ver­bit­tet man sich.

  15. Eddi Klassen sagt

    Lie­ber Ron, dan­ke für die zwei Hin­wei­se. 1. Zu Piper: Wahr­schein­lich hat sich Wil­liams auf Pipers Weg zum christ­li­chen Hedo­nis­mus aus sei­nem Buch „Sehn­sucht nach Gott“ ori­en­tiert. Piper schreibt dort, das Edwards erst ganz zum Schluss dazu kam. Sicher hat­te Edwards einen gro­ßen Ein­fluss auf ihn. Gott sei Dank! 2. Zu Kel­ler: Es wäre in der Tat bes­ser, auf die Rich­tig­stel­lung in der Bro­schü­re hin­zu­wei­sen. Aber mal ehr­lich, in dem Video sagt Kel­ler doch nur, dass nicht alle in den Him­mel kom­men. Es wer­den Men­schen in die Höl­le kom­men, weil Jesus von der Höl­le gepre­digt hat. Aber Kel­ler sagt nicht, dass Jesus ALLEIN der Weg zu Gott ist. War­um kei­ne kla­ren Wor­te? In dem Video hat­te er doch die Zeit und die Mög­lich­keit gehabt, sei­ne Wor­te klar aus­zu­drü­cken. Aber er tat es nicht. Das fin­de ich scha­de.

  16. Alexander sagt

    Um es vor­weg zu sagen: Ich habe bei Kel­ler auch eini­ge Bauch­schmer­zen, ins­be­son­de­re hin­sicht­lich sei­ner Nei­gung zur the­is­ti­schen Evo­lu­ti­on und sei­ne Pro­pa­gie­rung der Lec­tio divina. Mark Dris­coll ist nicht mein Typ und sei­ne Spra­che in der Tat nicht jeder­manns Sache. Und zu Pipers ‚Hedo­nis­mus‘ ist genug gesagt wor­den.
    Aber die Bro­schü­re von Wil­liams ist beck­mes­se­risch, unfair, hängt sich an Ein­zel­hei­ten auf, ver­all­ge­mei­nert die­se unzu­läs­sig und über­zieht die Kri­tik völ­lig. Das wird am deut­lichs­ten in den fünf Punk­ten, in denen die ‚Kri­tik‘ im Fazit gebün­delt wer­den. Es ist, um es ein­mal deut­lich zu sagen, nichts weni­ger als Unfug, Piper, Moh­ler und den New Cal­vi­nists gene­rell (zu denen ja bspw. auch Car­son, Ort­lund, R. C. Sproul etc. etc. zu zäh­len wären) eine „Ober­fläch­lich­keit in der Leh­re“ und eine „Nie­de­re Sicht der Schrift“ zu attes­tie­ren. Man fragt sich, ob Wil­liams deren Tex­te so gele­sen hat, wie man­che die Bibel lesen: Man pickt sich ein paar Ver­se her­aus, die einem gefal­len (bzw. in die­sem Fal­le miss­fal­len), klam­mert sich an denen fest und blen­det die rest­li­chen 95 – 98% aus.
    Die Art und Wei­se, wie Wil­liams gegen die ‚moder­ne welt­li­che Musik‘ wet­tert, fand ich übri­gens gera­de­zu amü­sant. Bachs Kan­ta­ten, die heu­te als Höhe­punk­te ‚geist­li­cher‘ Musik gel­ten, basie­ren auf zu sei­ner Zeit völ­lig welt­li­cher Musik, die ansons­ten aus­schließ­lich für die sog. Hof­mu­sik in Gebrauch war. Bach hat die glei­che Kri­tik erfah­ren, wie er es denn nur wagen kön­ne, sol­che Musik für geist­li­che Stü­cke zu ver­wen­den.
    Wil­liams zieht letzt­lich selbst nicht die Kon­se­quenz aus sei­ner refor­mier­ten Leh­re, denn die Refor­mier­ten haben immer aner­kannt, dass jeder Christ ein höchst unvoll­kom­me­nes Wesen bleibt. Das bewahrt vor Hel­den­ver­eh­rung, aber auch vor über­zo­ge­ner Kri­tik an den bedeu­ten­den Män­nern der Kir­chen­ge­schich­te. Cal­vin kämpf­te zeit­le­bens mit sei­nem Jäh­zorn, dazu war sei­ne Escha­to­lo­gie zu opti­mis­tisch; Luther lehr­te die Real­prä­senz im Abend­mahl; B.B. War­field neig­te zur the­is­ti­schen Evo­lu­ti­on; John Stott zum Uni­ver­sa­lis­mus. Wir haben alle unse­re Schat­ten­sei­ten. Aber das ist das Wesen des Rei­ches Got­tes, der in Sei­ner Gna­de höchst unvoll­kom­me­ne Leu­te in Sei­nen Dienst beruft.

  17. Hal­lo,
    ich fin­de es toll wie ange­regt die Dis­kus­si­on läuft (hat damit die Bro­schü­re nicht das bezweckt was sie soll­te?).

    Auf­fäl­lig fin­de ich wie abso­lut für oder gegen Wil­lims Aus­sa­gen argu­men­tiert wird. Mir scheint das gera­de die Geg­ner das tun was s sie Wil­liams vor­wer­fen: eini­ge Zita­te neh­men, die­se ver­rei­ßen und dann alle ande­ren Aus­sa­gen eben­so ver­wer­fen.

    Ande­rer­seits soll­te auch nichts was nicht den Tat­sa­chen ent­spricht oder undif­fern­ziert, unsach­lich und diff­ar­mie­rent ist hin­ge­nom­men wer­den.

    Ich stel­le hier kei­nes­wegs infra­ge, dass Kri­tik an Strö­mun­gen sinn­voll ist (ich den­ke es muss sein um die Gemein­de zu war­nen). Es muss auch in Klar­heit gesagt wer­den.

    Also schla­ge ich vor nicht Piper oder XY zu verteidigen/ anzu­grei­fen (dies scheint mir eher eine korin­thi­sche Denk­wei­se zu sein), son­dern eine Ande­re Rich­tung ein­zu­schla­gen.

    Ich wür­de mir eine sach­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Ten­den­zen die Wil­liams (in die­ser Strö­mung anhand der Per­so­nen) auf­zu­zei­gen ver­sucht wün­schen: Wie weit soll­ten wir Gläu­bi­gen (Cal­vi­nis­ten) Abstand zu welt­li­cher Unter­hal­tung (z.B. bets­imm­ten Musik­sti­len) neh­men? Wie wich­tig ist ein kla­res Bekennt­nis zu Chris­tus als allei­ni­gen Heils­brin­ger? Wie Zen­tral ist der Schöp­fungs­be­richt (ist er wört­lich zu neh­men)? Wie gehen wir mit ein­fluss­rei­chen Chris­ten um die die Nähe zu Macht­sys­te­men suchen und mit die­sen Koope­rie­ren? usw.

    Die­se Art der Dis­kus­si­on hal­te ich für ange­bracht und frucht­bar. Mir scheint das die Dis­kus­si­on indi­rekt so läuft. Eini­ge Mit­glie­der in die­ser Dis­kus­si­on deu­ten an, dass sie Pro­ble­me mit den Schluss­fol­ge­run­gen und der Grund­hal­tung von Wil­liams zu eini­gen Punk­ten haben.

  18. @Eddi, nur kurz zu den Punk­ten:

    „Fällt den kon­ser­va­ti­ven Chris­ten nicht mehr auf, dass das Kon­zept des Hedo­nis­mus der Bibel dia­me­tral wider­spricht. Eine Umin­ter­pre­ta­ti­on zum christ­li­chen Hedo­nis­mus macht die Sache nicht bes­ser.“

    Ich hat­te schon mal inten­si­ven Aus­tausch mit einem Kri­ti­ker dar­über und mir per­sön­lich fällt auf, dass der ‚christ­li­che Hedo­nis­mus‘ von Piper eher falsch ver­stan­den wird. Kurz gesagt ist nach Piper die Freu­de an Gott unse­re Stär­ke, auch zum Lei­den! Mit unse­rer Spaß­ge­sell­schaft hat sei­ne Leh­re — so wie ich sie ver­ste­he — nichts zu tun.

    „Muss nicht vor Kel­lers the­is­ti­schen Evo­lu­ti­on und sei­nen Vor­lie­ben zu katho­li­schen Auto­ren und Mys­ti­kern gewarnt wer­den.“

    Mei­nes Erach­tens nicht. Zur the­is­ti­schen Evo­lu­ti­on gibt es schon lan­ge ein gutes Buch von Prof. Gitt. Und in Bezug auf den Katho­li­zis­mus und die Mys­ti­ker reicht schon ein gesun­des Unter­schei­dungs­ver­mö­gen, ein­fa­ches Bibel­le­sen und die Nähe zum Hir­ten.

    „Noch vor eini­gen Jah­ren haben sich kon­ser­va­ti­ve Chris­ten in Deutsch­land von Bil­ly Gra­ham distan­ziert…“ Wer ist Gra­ham? Wer sind Kel­ler und Moh­ler? Die Leu­te sind nur so ein­fluss­reich und bekannt, wie wir sie machen. Wir kön­nen doch nicht zu jeder fal­schen Aus­sa­ge Stel­lung neh­men und, wie gesagt, haben wir viel grö­ße­re Pro­ble­me…

    Ich hof­fe, es wird in etwa deut­lich was ich mit mei­ner Kri­tik mei­ne. Die Zeit ist bes­ser inves­tiert, wenn wir uns auf das Rich­ti­ge kon­zen­trie­ren anstatt stän­dig gegen das Fal­sche zu kämp­fen. Und eigent­lich tut Ihr das ja auch, gera­de hier im Blog — macht wei­ter so!

    Wenn schon Kri­tik, dann nur noch sach­lich und kon­kret. Ich höre immer Piper, Gos­pel Coali­ti­on und „pro­fan“ in einem Satz. Wol­len wir sol­che Leu­te und Diens­te auf den rich­ti­gen Weg brin­gen so gleicht das m.E. dem Ver­such, Usain Bolt das Lau­fen bei­zu­brin­gen. Bezeich­nend auch, dass Du in der Dis­kus­si­on oben auf Car­son ver­weist… 😉

  19. Im Vor­wort des Bei­tra­ges vom 25. August 2012 bei http://www.distomos.blogspot.de steht: Dr. Wil­liams hielt an der Sum­mer School of Theo­lo­gy im Metro­po­li­tan Taber­na­cle, Lon­don, am 4. Juli 2012 zwei Vor­trä­ge über die Neu­en Cal­vi­nis­ten. Das Metro­po­li­tan Taber­na­cle ist jene geschichts­träch­ti­ge Gemein­de, in wel­cher Charles Spur­ge­on drei Jahr­zehn­te das Evan­ge­li­um ver­kün­dig­te. Seit 1970 steht Peter Mas­ters der Gemein­de im Metro­po­li­tan Taber­na­cle vor. Sowohl Peter Mas­ters als auch Dr. Wil­liams beken­nen sich zum refor­mier­ten Glau­ben. Die Kri­tik von Dr. Wil­liams an einer Rei­he von Ver­tre­tern des Neu­en Cal­vi­nis­mus ist somit eine Bewer­tung aus dem eige­nen refor­mier­ten Lager und soll­te bedacht wer­den, auch wenn man nicht allen Punk­ten zustim­men soll­te. Dr. Wil­liams ist Mit­glied des Metro­po­li­tan Taber­na­cle.
    @Alexander, ja Luther, Cal­vin, White­field, Spur­ge­on, B.B. War­field waren unvoll­kom­me­ne Leu­te im Reich Got­tes und sie waren sich die­ser Unvoll­kom­men­heit durch­aus bewusst. Aber das ist das Wesen des Rei­ches Got­tes, der in sei­ner Gna­de höchst unvoll­kom­me­ne Leu­te in sei­nem Dienst beruft. Die­ses hielt sie aber nicht davon ab, ihre Stim­me bei bestimm­ten Situa­tio­nen zu erhe­ben. Sie wur­den dabei recht deut­lich, ihre Spra­che war zum Teil grob und sie wur­den auch sehr deut­lich in ihren Argu­men­ten. Bei ihren Schrif­ten, ist auch eine gewis­se Pole­mik nicht zu über­le­sen. Sie waren also, wie du selbst schreibst, „beck­mes­se­risch, unfair, hängt sich an Ein­zel­hei­ten auf, ver­all­ge­mei­nert die­se unzu­läs­sig und über­zieht die Kri­tik völ­lig.“ In der jün­ge­ren Kir­chen­ge­schich­te trifft man genau das Gegen­teil an, bloß nicht Klar­text reden und nie­man­den auf den Fuß tre­ten, da wir ja alle Brü­der in Chris­to sind. Genau durch die­se Vor­ge­hens­wei­se sind Fehl­ent­wick­lun­gen z.b. in der Evan­ge­li­sa­ti­ons­be­we­gung und Hei­li­gungs­be­we­gung, trotz meh­re­rer War­nun­gen gedul­det worden.Der Ent­schluss auf die­se Ent­wick­lun­gen zu reagie­ren, kam lei­der viel zu spät. Die Fol­gen der Ent­schei­dun­gen der Brü­der zu der Zeit, man kann auch Mut­lo­sig­keit sagen, wir­ken sich bis heu­te in vie­len Gemein­den aus. Wenn ich heu­te die ver­schie­dens­ten Bei­trä­ge lese, die in der christ­li­chen Diplo­ma­ten­spra­che abge­fasst sind, schau­dert es mich, da find ich die Bei­trä­ge, die klar und direkt geschrie­ben sind, nach­voll­zieh­ba­rer. Ob ich sie tei­le oder nicht, ist da erst mal total neben­säch­lich, ich weiß aber wor­an ich bin! Bei den neu­en Cal­vi­nis­ten, ist die für mich ent­schei­den­de Fra­ge: Wie­so die­se sich nicht zu den alten (refor­mier­ten) Bekennt­nis­sen beken­nen, oder sogar wie Kel­ler, lie­ber neue wesent­lich offe­ne­re, wei­ter for­mu­lie­ren.

  20. Eddi Klassen sagt

    Lie­be Brü­der, ich bedan­ke mich für die rege Betei­li­gung an die­ser Dis­kus­si­on. Ich wer­de gleich die Kom­men­tar­funk­ti­on aus­schal­ten. Zuvor noch eini­ge Anmer­kun­gen:

    1. Ich habe die­se Bro­schü­re hier im Blog vor­ge­stellt, weil ich davon über­zeugt bin, dass die­ser Warn­ruf drin­gend not­wen­dig war. Wir sind bemüht hier im Blog unse­rer Mei­nung nach gute und wert­vol­le Lite­ra­tur vor­zu­stel­len. Dass die­se Bücher/Medien nicht allen gefal­len, davon gehen wir aus.

    2. Ich woll­te mit die­ser Bro­schü­re auf kei­nen Fall „Gra­benk­äp­fe“ pro­vo­zie­ren. Den­noch ruft uns die Bibel auf, zu prü­fen, zu unter­schei­den und eben auch zu war­nen. Dabei dür­fen auch Name genannt wer­den. Pau­lus tat es auch. Ich tei­le die tie­fe Sor­ge von E.W. Wil­liams und auch Peter Mas­ters um die sich stark ver­brei­ten­de Bewe­gung.

    3. Die Auf­re­gung in man­chen Kom­men­ta­ren kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Die Absicht des Beta­ni­en Ver­la­ges mit die­ser Bro­schü­re wird im letz­ten Zitat sehr deut­lich und klar zum Aus­druck gebracht. Ich ste­he voll und ganz hin­ter der sehr aus­ge­wo­ge­nen Aus­sa­ge. Die Grund­aus­sa­ge der Bro­schü­re ist nötig und längst über­fäl­lig. Scha­de, wenn die meis­ten nicht bereit sind, sich einer Prü­fung zu unter­zie­hen, son­dern über­mä­ßig scharf kri­ti­sie­ren — und das in einer Form, in der Wil­liams es nicht tut.

    4. Wer eng­lisch ver­steht, dem emp­feh­le ich fol­gen­des Video von Joel R. Bee­ke. Nicht nur Peter Mas­ters und E.S. Wil­liam sind tief besorgt über die­se Bewe­gung son­dern auch der unter den Neu­en Cal­vi­nis­ten bekann­te und geschätz­te Pro­fes­sor Joel R. Bee­ke. Er sprach übri­gens auf der Desi­ring God Pas­tors Con­fe­rence 2011. http://www.youtube.com/watch?v=pxf6Hx9TPfY

Kommentare sind geschlossen.