Jahr: 2020

„Lasset eure Bitte im Gebet vor Gott kundwerden“

In mei­ner Biblio­thek fin­det sich schon län­ger ein Band mit dem Titel „Seel­sor­ge“ vom bekann­ten Lie­der­dich­ter und Pfar­rer der würt­tem­ber­gi­schen Erwe­ckungs­be­we­gung Johann Chris­toph Blum­hardt. Tat­säch­lich habe ich mich bis­her gescheut zu die­sem Band zu grei­fen, weil ich eine „infla­tio­nä­re Ver­wen­dung schön­fär­be­ri­scher Adjek­ti­ve“, Sen­ti­men­ta­le Nost­al­gie oder über­schweng­li­che Begeis­te­rung fürch­te­te. Aber Blum­hardt redet Klar­text, ist super ver­ständ­lich und behält doch eine gewis­se Poe­sie in sei­nem Schreib­stil bei. Ein Aus­zug aus vie­len sehr guten Gedan­ken zum The­ma Gebet: „Nun heißt es aber wei­ter: Las­set eure Bit­te im Gebet und Fle­hen mit Dank­sa­gung vor Gott kund­wer­den. Das ist ein schö­nes Wort. Es gibt oft Leu­te, die beten so, als ob der lie­be Gott doch nichts nach ihnen fra­ge und sie im Stich lie­ße, daher mögen sie kei­ne beson­de­ren Bit­ten mehr aus­spre­chen und noch viel weni­ger eine Dank­sa­gung kund­wer­den las­sen. Das ist aber eine böse Sache, wenn der Herr nie hören darf, Er habe einem auch schon viel Gutes getan und wun­der­bar gehol­fen. Wenn die Wohl­ta­ten Got­tes über­se­hen wer­den vor lau­ter Bit­ten und Seuf­zen und Schrei­en, so gefällt das dem Heiland …

„Alle hoffen, dass der Teufel jenseits des Meeres ist und wir Gott in der Tasche haben“

Eigent­lich ist es eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung von Luthers rigo­ro­ser Ver­tei­di­gung von sola fide und sola gra­tia, dass man den Sinn des Geset­zes völ­lig in Fra­ge stellt. So tat es auf jeden Fall auch Johan­nes Agri­co­la, ein luthe­ri­scher Theo­lo­ge, auf den Luther so vie­le Hoff­nun­gen setz­te, dass er ihn in sei­nem Heim in Wit­ten­berg ließ, und sich von ihm selbst für Pre­dig­ten und Vor­le­sun­gen ver­tre­ten ließ. Agri­co­la war nun der Ansicht, dass die Pre­digt des Geset­zes für Chris­ten unnö­tig ist, da man nun im neu­en Bund, näm­lich im Bund der Gna­de lebt. Ent­spre­chend gehö­ren „das Gesetz Got­tes bzw. die Zehn Gebo­te aus der Kir­che (…) ver­sto­ßen und in das Rat­haus (…)ver­wie­sen;“ Wie aber soll­te die Pre­digt des Evan­ge­li­ums ohne Gesetz mög­lich sein? „Lie­ber Gott, kann man es denn nicht ertra­gen, dass die hei­li­ge Kir­che sich als Sün­de­rin erkennt, die an die Ver­ge­bung der Sün­den glaubt und dazu im Vater­un­ser um die Ver­ge­bung der Sün­den bit­tet? Woher weiß man aber, was Sün­de ist, wenn es das Gesetz und das Gewis­sen nicht gibt? Und woher will man ler­nen, was Chris­tus ist, …

„Der Fürst der Prediger“ in einer Biographie für Kinder und Teens

Der Lebens­lauf Spur­ge­ons wird regel­mä­ßig neu auf­ge­ar­bei­tet, was bei einem Pre­di­ger durch­aus über­ra­schend sein kann, da ein Pre­di­ger nun mal etwas nach­geht, dass jedem bekannt sein dürf­te, näm­lich der Pre­digt. Nichts im Ver­gleich zu den zahl­rei­chen Prü­fun­gen und Aben­teu­ern eines Mis­sio­nars, oder? Den­noch haben wir uns als Fami­lie an die­se Bio­gra­phie Spur­ge­ons in kinds­ge­rech­ter Spra­che gewagt und haben die Kapi­tel als mor­gend­li­che Früh­stücks­lek­tü­re genos­sen. Jedes der zehn Kapi­tel des Buches, das den ers­ten Band einer bereits vier­tei­li­gen Rei­he dar­stellt, liess sich dabei gut auf meis­tens zwei Lesun­gen auf­tei­len. Dadurch, dass gezielt Sta­tio­nen des Lebens Spur­ge­ons her­aus­ge­sucht wer­den (Bekeh­rung, ers­te Pre­digt, Hei­rat, Brand in der Music Hall etc…) wer­den die Kin­der nicht mit zahl­rei­chen Infor­ma­tio­nen über­häuft und kön­nen den­noch eine rote Linie in der Ent­wick­lung Spur­ge­ons ver­fol­gen. Sehr posi­tiv her­aus­zu­he­ben ist, dass kei­ne Hagio­gra­phie betrie­ben wird, son­dern ein Mensch aus Fleisch und Blut dar­ge­stellt wird, der eben­falls mit Zwei­feln, Ver­un­si­che­run­gen und Anfäch­tun­gen kämpft. Dadurch lässt sich gut ver­mit­teln, dass hier ein Stück Heils­ge­chich­te statt­fin­det, da Gott eingreift,rettet und dafür einen Men­schen mit sei­nen Schwä­chen benutzt. Dadurch …

Schwarzbrot für das Leben von O. Latzel

Wer heu­te Schwarz­brot zum Früh­stück ver­speist, der setzt auf Rog­gen­voll­korn­brot, um eine soli­de Grund­la­ge für den Tag zu legen. Gera­de in der Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums betont die Bibel die Auf­nah­me fes­ter Kost. Olaf Lat­zel, Pfar­rer der Sankt Mar­ti­ni Gemein­de in Bre­men, gehört zu den Ver­kün­di­gern, des­sen Pre­dig­ten glau­bens­stär­kend und ‑fes­ti­gend sind, um in den Tur­bu­len­zen der Zeit klar an Got­tes Wort aus­ge­rich­tet zu wer­den. Heut­zu­ta­ge ist man vie­ler­orts der irri­gen Ansicht, dass das kla­re Ver­kün­di­gen des Wor­tes Got­tes, die Kir­chen leert. Statt Bibel und Bekennt­nis, wird vie­ler­orts dem Trend ange­passt eine Bot­schaft wei­ter­ge­ge­ben, die aber wenig mit dem gemein hat, was die Bibel lehrt. Anders ist das im vor­lie­gen­den Schwar­z­­brot-Pre­­dig­t­­band. „Wo Lat­zel drauf­steht, steckt Klar­text für Jesus drin“. wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de

Handbook of Evangelical Theologians

Was bedeu­tet eigent­lich „evan­ge­li­kal“? Hier ein­fach auf die (ehe­mals) ein­heit­li­che Hal­tung zur Unfehl­bar­keit der Hei­li­gen Schrift zu ver­wei­sen, trifft nicht zu, da auch Zeu­gen Jeho­vas und Adven­tis­ten in die­ser Hin­sicht „bibel­treu“ sind. Es gibt auch die Mög­lich­keit „Evan­ge­li­kal“ als Syn­onym für den gan­zen Pro­tes­tan­tis­mus zu sehen, so wie es immer­hin nie­mand Gerin­ge­res als der Oxfor­der His­to­ri­ker Diar­maid Mac­Culloch in sei­ner Refor­ma­ti­ons­ge­schich­te tut. Hier tut die Spra­che ihr Übri­ges. Evan­ge­lisch ist im Eng­li­schen bekannt­lich auch „evan­ge­li­cal“. Doch wäre der gro­ße Vor­sit­zen­de des Rates der EKD Herr Bed­­ford-Strohm, so den­ke ich, alles ande­re als glück­lich dar­über, wenn man ihn als evan­ge­li­kal bezeich­nen wür­de.… In Deutsch­land ver­bin­det man Evan­ge­li­ka­lis­mus wie­der­um häu­fig mit einer bap­tis­ti­schen Tauf­pra­xis, dass wie­der­um vor allem dem angel­säch­si­schen kon­ser­va­ti­ven Evan­ge­li­ka­lis­mus, ja selbst dem Fun­da­men­ta­lis­mus nicht gerecht wird, wenn man hier an die Bedeu­tung des Pres­by­te­ria­nis­mus denkt. Ist es viel­leicht das Fest­hal­ten an einem Kurz-Zeit-Crea­­ti­o­­nis­­mus? Auch hier wür­de dann min­des­tens War­field, Packer und wahr­schein­lich auch Kel­ler aus dem Rah­men fal­len. So muss auch Elwell, der Her­aus­ge­ber des „Hand­books of Evan­ge­li­cal Theo­lo­gi­ans“ zuge­ben: „Was ist eigent­lich Evangelikalismus? (…) …

Guter Start

Durch einen Freund bin ich auf die­se Quar­tals­hef­te vom Bibellesebund(BLB) gesto­ßen. Es war genau das, was ich schon län­ger für unse­re ältes­te Toch­ter gesucht habe. Für jeden Tag fin­den sich dabei eine kur­ze Lesung eines Bibel­ab­schnitts. Dabei wagen sich die Autoren auch an her­aus­for­dern­de Tex­te, z.B. im aktu­el­len Heft an Hese­kiel. Gleich­zei­tig wer­den Kern­tex­te gewählt, mit denen bereits Kin­der klar kom­men. Unter jedem Text­ab­schnitt fin­det sich noch eine Auf­ga­be, eine kur­ze Erklä­rung und ein Impuls zum Nach­den­ken und. Manch­mal fin­den sich Ver­wei­se auf wei­te­re Aktio­nen, wie eine Chat-Mög­­li­ch­­keit, die Mög­lich­keit eine E‑mail zu schrei­ben und der Ver­weis auf wei­te­re erklä­ren­de Vide­os. Jede Lek­ti­on nimmt meist eine hal­be Sei­te ein und unse­re Toch­ter kann die­se in jeweils etwas mehr als 20 Minu­ten bear­bei­ten, eine idea­le Auf­nah­me­zeit. Sehr posi­tiv ist die Kon­zen­tra­ti­on auf den wirk­lich gele­se­nen Text zu unter­strei­chen. Gelo­ckert wird das Heft durch zahl­rei­che alters­ge­rech­te Illus­tra­tio­nen, eini­gen Rät­seln und einen Comic-Ein­sei­ter. Der BLB führt eine kon­se­quen­te Illus­tra­ti­on durch sei­ne Wer­ke durch, das bedeu­tet, dass jedes Bibel­buch mit einem Logo ver­se­hen ist, dass sowohl auf dem Bibel-Griffregister, …

Logos 9 ist da!

Unver­än­dert aus dem Ori­gi­nal­ar­ti­kel über­nom­men, mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Jakobs Blog — Mehr Infos über Logos 9 bekommst du hier. Seit 2015 bin ich begeis­ter­ter Logos-Nut­­zer. Seit ges­tern ist die mäch­tigs­te Bibel­soft­ware nun in einer neu­en Ver­si­on ver­füg­bar. Alle Neu­hei­ten kann man direkt hier ein­se­hen. Als Beta-Tes­­ter hat­te ich schon in den ver­gan­ge­nen Mona­ten Zugriff auf Logos 9 und habe mir etli­che neue Fea­tures bereits ange­schaut. Beson­ders das erwei­ter­te Fak­ten­buch ist her­vor­zu­he­ben, mit dem man The­men jetzt noch bes­ser recher­chie­ren kann. Ich freue mich außer­dem sehr, dass der Inter­­li­­ne­ar-Daten­­satz für die Elber­fel­der 2006 in Kür­ze erschei­nen wird. Er hat es nicht mehr recht­zei­tig zum Release geschafft, wird aber in Kür­ze nach­ge­lie­fert (zumin­dest zum NT, AT folgt 2021). So wird die wort­ge­treus­te deut­sche Über­set­zung noch nütz­li­cher, beson­ders als Aus­gangs­punkt für Wort­stu­di­en. Über­haupt gibt es zahl­rei­che neue deut­sche Res­sour­cen. Hin­zu­ge­kom­men ist außer­dem der Pre­digt­ka­len­der. Der Pre­dig­tedi­tor und auch der Noti­ze­di­tor wur­den ver­bes­sert. Ins­ge­samt ist vie­les über­sicht­li­cher und schö­ner gewor­den. Wer einen Ein­blick in die Fea­tures von Logos 9 bekom­men möch­te, schaut am bes­ten hier vor­bei. Links oben kann man auch nach neu­en und ver­bes­ser­ten Fea­tures in …

Wie können wir denn lesen?

Wenn ich von der Ethik des Lesens spre­chen soll, kann ich das nur als Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Wort Got­tes ver­ste­hen. Das bedeu­tet nicht, dass man nicht auch einen Roman oder ein Sach­buch lesen kann. Es bedeu­tet viel mehr, dass die Offen­ba­rung Got­tes in der Bibel die Grund­la­ge für das Ver­ständ­nis eines Sach­bu­ches oder eben eines Romans ist. Wenn ich mit den zahl­rei­chen aus­ge­feil­ten Per­so­nen­stu­di­en Dos­to­jew­skis in sei­nen Wer­ken kon­fron­tiert wer­de, dann ist die Bibel Grund­la­ge dafür, um die ein­zel­nen Cha­rak­te­re zu qua­li­fi­zie­ren, sie als gut und böse zu ver­ste­hen oder eben wie die Wahr­heit so oft ist: Als ein Gemisch von Gut und Böse. Ohne den abso­lu­ten Maß­stab des Wor­tes Got­tes besä­ße ich kei­ne ande­re Grund­la­ge für eine Qua­li­fi­zie­rung. Im  Fol­gen­den möch­te ich aus­ge­hend von Eph. 5,16 eini­ge Über­le­gun­gen über eine christ­li­che Kul­tur des Lesens ent­wi­ckeln: Fang jetzt an! Ich bin kein Idea­list. Ich weiß, dass vie­le Men­schen über­haupt nichts ande­res lesen, als Face­­book-Kom­­men­­ta­­re und ihre Whats­App-Nach­­­rich­­ten. Und das Jahr­ein, jahr­aus. Eine Buch­emp­feh­lung bekommt dabei stets das glei­che Urteil: „Gera­de habe ich kei­ne Zeit! Viel­leicht später …

Christentum und Gesellschaft

Ist die Fra­ge, ob Gott exis­tiert von Bedeu­tung? Heut­zu­ta­ge darf doch jeder nach sei­ner Façon glück­lich wer­den. Jochen Klein, Autor und Leh­rer, ist der Ansicht, „dass die Fra­ge nach Gott für einen Men­schen eine gro­ße Rol­le spielt. Des­halb legt er mit „Chris­ten­tum und Gesell­schaft“ eine knap­pe Über­blicks­dar­stel­lung vor. In den sechs Kapi­teln nimmt Klein sei­ne Leser mit auf einen Schnell­durch­lauf durch Kirchen‑, Phi­lo­so­phie und Gesell­schafts­ge­schich­te. Er möch­te auf­zei­gen, „wie und auf wel­chem Weg man Gott fin­den kann und wie Men­schen ihn im Lauf der Jahr­hun­der­te gefun­den haben“. Im ers­ten Kapi­tel stellt er die rasche Aus­brei­tung des Chris­ten­tums dar. Anschlie­ßend fokus­siert sich der Autor auf die Bedeu­tung der Bibel für das Volk. Bevor Mar­tin Luther sei­ne Bibel­über­set­zung auf den Markt brach­te, gab es bereits 18 gedruck­te deut­sche Bibeln und nach­weis­lich 60 Teil­bi­bel­ab­dru­cke. Doch dem Got­tes Wort stell­te sich das ein­zel­ne Indi­vi­du­um in den Weg… (wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de)

Visual Bible Guide

Heu­te sind Bil­der die neu­en Wor­te. Gott wähl­te aber den Weg, sich durch Wor­te dem Men­schen vor­zu­stel­len. Um nun die groß­ar­ti­ge Bot­schaft Got­tes neu zu ent­de­cken, haben sich Tim Chal­lies, Autor, Blog­ger und refor­mier­ter Theo­lo­ge und Josh Byers, Schrei­ber, Fil­me­ma­cher, Foto­graf und digi­ta­ler Illus­tra­tor dazu ent­schlos­sen, alles wich­ti­ge rund um die Bibel und Jesus im „Visu­al Bible Gui­de“ anschau­lich, anspre­chend und anre­gend auf­zu­ar­bei­ten. Die Bibel wird von vie­len Men­schen als ver­al­tet und ver­staubt betrach­tet, wes­halb ihr Inhalt als irrele­vant für das Leben im Hier und Heu­te abge­stem­pelt wird. Doch wer das vor­lie­gen­de Buch auf­schlägt merkt schnell, das die­sem Ste­reo­typ mutig ent­ge­gen­ge­tre­ten wer­den kann. Denn der Bible Gui­de ist eine ein­zig­ar­ti­ge Ein­füh­rung in die Leh­re von Gott sowie eine Anlei­tung für die christ­li­che Lebens­füh­rung. Die drei Tei­le tra­gen dazu bei, sich mit der Bibel ver­traut zu machen und laden zum Stu­di­um von Got­tes Wort ein. Zudem wird ein Streif­zug durch die Bibel ver­mit­telt, der kom­pakt, illus­ter und auf­schluss­reich ist. Her­vor­zu­he­ben ist dabei die Klar­heit der Tex­te. Anstatt sei­ten­wie­se Erläu­te­rung und Erklä­run­gen zu prä­sen­tie­ren, hat sich das …