Monate: August 2020

Standardwerk zur Heiligen Dreieinigkeit Gottes

Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Modell das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend einer Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu der nicht in irgend einer Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de. Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Modell endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die …

Monatliche Auslese

Jakob Had­dick ist Pas­tor und äußerst flei­ßi­ger Leser. Monat­lich ver­öf­fent­licht er Kurz-Rezen­­si­o­­nen auf gele­se­ne Bücher. Eine gute Quel­le um Impul­se für neu­es Lese­ma­te­ri­al zu fin­den. In Zukunft wol­len wir auf NIMM-LIES regel­mä­ßig auf sei­ne Hin­wei­se ver­wei­sen. Im Juli 2020 bestand sei­ne Lek­tü­re aus: Bern­hard Ott: Hand­buch Theo­lo­gi­sche Aus­bil­dung John Lennox: Vor­her bestimmt? Lau­ra Van­der­kam: Juliet’s School of Pos­si­bli­ties Bar­ba­ra Oak­ley: Minds­hift Zum Arti­kel geht es hier lang. 

Gottes Vorsehung im alltäglichen Leben

Gott sorgt sich umfas­send um sei­ne Schöp­fung. Alle unse­re Haa­re sind aktiv durch­num­me­riert und kein Sper­ling wird von einer Kat­ze gefres­sen, ohne dass Gott es will. Auf der einen Sei­te sehen wir also Got­tes aus­ge­zeich­ne­te und erst­klas­si­ge Für­sor­ge für sei­ne Schöp­fung. Zwei The­men auf unse­rer Sei­te drän­gen sich dann beim Nach­den­ken über Got­tes sou­ve­rä­ne Vor­se­hung auto­ma­tisch auf: Gebet und Leid. Wir beten, weil wir wis­sen, dass Gott uns hört, und doch weiß Gott, was wir bedür­fen, bevor wir ihn bit­ten. An vie­len Stel­len ermu­tigt uns die Schrift, auch in der bit­te­ren Vor­se­hung des Leids die lie­ben­de Hand Got­tes zu wis­sen. Und doch macht so vie­les an unse­rem Leid über­haupt kei­nen Sinn. Ent­spre­chend hat Car­son in bei­den Büchern ein sehr ähn­li­ches Kapi­tel dar­über, was er als Ver­ein­bar­keits­the­se bezeich­net. Car­son meint damit, dass fol­gen­de bei­de Aus­sa­gen wahr sind, auch wenn wir uns nicht erklä­ren kön­nen, wie sie mit­ein­an­der über­ein­stim­men kön­nen: „1. Der all­mäch­ti­ge Gott wal­tet sou­ve­rän und frei, doch wirkt sich sei­ne Herr­schaft nie­mals so aus, dass dabei die Ver­ant­wor­tung des Men­schen beschnit­ten, mini­miert oder gänz­lich auf­ge­ho­ben würde. …

Von Prinzessinnen, Prinzen und ihren Untertanen

Was für ein her­aus­for­dern­der Titel! Ich besit­ze das Vor­recht, Beat Tan­ner per­sön­lich zu ken­nen, einen Men­schen, der sich vor allem durch Freund­lich­keit und Mit­ge­fühl aus­zeich­net. Das er aber auch kla­re Töne fin­den kann, hat er nun mit die­sem hand­li­chen Rat­ge­ber bewie­sen. Gibt es aber nicht Erzie­hungs­rat­ge­ber, auch christ­li­che, in Hül­le und Fül­le? Sind wir nicht schon müs­sig gewor­den, die nächs­te neue Erzie­hungs­me­tho­de aus­zu­pro­bie­ren? Tan­ners Büch­lein erweist sich vor allem des­we­gen als erfri­schend, weil es wie­der ganz zurück, an den Anfang und Ursprung der Schrift führt. Die Lösung, die das Buch für das Gesell­schafts­phä­no­men Macht­um­kehr (zwi­schen Eltern und Kin­dern) anbie­tet, liegt in einer aus­führ­li­chen Bespre­chung von Eph. 6,1−4. Krei­send ent­wi­ckelt der Autor einen neu­en Zugang zu die­sen so alt­be­kann­ten aber wenig beach­te­ten Ver­sen. Wie oft hält man die­se Stel­le für ver­al­tet, und meint im gren­zen­lo­sen Wün­scheer­fül­len und Ver­wöh­nen der Kin­der einen bes­se­ren (und ein­fa­che­ren) Weg für die Erzie­hung gefun­den zu haben? Ich muss­te mich beim Lesen so oft an die eige­ne Nase packen, dass sie rot wur­de. Was bei den Kleins­ten noch als kon­trol­lier­bar erscheint, nimmt …

Christus ist das Haupt der Kirche, nicht Cäsar

Wil­fried Plock hat mich auf die­se legen­dä­re Akti­on von John F. MacAr­thur auf­merk­sam gemacht. Dan­ke dafür! Die Reak­ti­on der GCC (Grace Com­mu­ni­ty Church) ist ange­sichts der aktu­ell ver­an­lass­ten unbe­fris­te­ten und voll­stän­di­gen Ver­samm­lungs­ver­bo­te in Kali­for­ni­en nach­voll­zieh­bar: Das ers­te Ver­samm­lungs­ver­bot für Groß­ver­an­stal­tun­gen (ein­ge­schlos­sen Got­tes­diens­te) galt, ähn­lich wie in Deutsch­land, für April/Mai die­sen Jah­res. Dabei wur­de vor­aus­ge­setzt, dass die neu erlas­se­nen Rege­lun­gen zeit­lich befris­tet sind und schritt­wei­se gelo­ckert wer­den. Im Juni und zu Beginn des Juli konn­ten Got­tes­diens­te unter beson­de­ren Maß­nah­men wie­der statt­fin­den. Das nach­fol­gen­de State­ment bezieht sich auf eine erneu­te, zwei­te Sper­re, die im Juli erlas­sen wur­de und nun spe­zi­ell und unbe­fris­tet jeg­li­che Aus­übung von Reli­­­gi­ons-ver­­an­stal­­tun­­­gen, ein­schließ­lich Got­tes­diens­ten und ande­ren Gemein­de­ver­an­stal­tun­gen, in Kali­for­ni­en ver­bie­tet. Die GCC stellt in ihrer Stel­lungs­nah­me klar: „Die bibli­sche Ver­pflich­tung für unse­re Kir­chen offen zu blei­ben Chris­tus ist Herr über alles. Er ist das ein­zi­ge wah­re Haupt der Kir­che (Ephe­ser 1,22; 5,23; Kolos­ser 1,18). Er ist der König der Köni­ge — Herr­scher über jede irdi­sche Auto­ri­tät (1.Timotheus 6,15; Offen­ba­rung 17,14; 19,16). Die Grace Com­mu­ni­ty Church steht seit jeher uner­schüt­ter­lich auf die­sen bibli­schen Prin­zi­pi­en. Als sein Volk sind …

Wo ist bloß die Vorsehung hin?

Immer wenn ich ein sys­te­ma­ti­sches The­ma aus men­­no­­ni­­tisch-evan­­ge­­li­­ka­­ler Sicht betrach­ten möch­te, grei­fe ich zur  Bibli­schen Glau­bens­leh­re von Thies­sen. Kein Wun­der, ist doch die­ses Buch Pflicht­lek­tü­re auf dem Lai­en-Pre­­di­­ger Semi­nar einer recht gro­ßen evan­ge­li­ka­len Ver­ei­ni­gung (Stich­wort: Frie­dens­stim­me). So muss­te auch ich zu die­sem Werk grei­fen und (obwohl die Lai­en­kur­se eini­ge Jah­re her sind) erschüt­tert mich ein bestimm­ter Punkt an die­sem Werk in beson­de­rer Wei­se. Tat­säch­lich fin­de ich zahl­rei­che pro­ble­ma­ti­sche Punk­te in Thies­sens Sys­te­ma­tik, ob nun die ohne Bespre­chung ein­fach über­nom­me­ne Tri­cho­to­mie des Men­schen oder die doch aben­teu­er­li­chen Spe­ku­la­tio­nen über die End­zeit. Doch die­se Punk­te ver­blas­sen, wenn man rea­li­siert, dass der Autor ein­fach dar­auf ver­zich­tet, über Got­tes Vor­se­hung zu reden. Egal wie ich die Sache dre­he und betrach­te, ich kann mir ein­fach kei­nen Reim dar­über machen, wie Thies­sen in sei­ner Glau­bens­leh­re einen der­art wich­ti­gen Lehr­punkt wie die „Leh­re von der Vor­se­hung“ über­se­hen konn­te (Eine Defi­ni­ti­on von „Vor­se­hung“ fin­det sich in einem Essay von Paul Helm).

„Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur“

Leland Ryken ist Pro­fes­sor Emi­ri­tus am Wheaton Col­le­ge. Er ist Exper­te für Mil­ton, Puri­ta­ner und bri­ti­sche Lite­ra­tur. Er ist Autor zahl­rei­cher Wer­ke über das Stu­di­um klas­si­scher Lite­ra­tur aus christ­li­cher Per­spek­ti­ve und arbei­te­te an der Eng­lish Stan­dard Ver­si­on, einer eng­li­schen Bibel­über­set­zung mit. Bekannt ist er zudem als Lieb­ha­ber von Lewis, wie auch als Bio­graph von J.I.Packer. Pro­fes­sor Ryken hat sich freund­li­cher­wei­se bereit erklärt, unse­re Fra­gen aus­führ­lich zu beant­wor­ten. Wann begann Ihre Lei­den­schaft für Lite­ra­tur? Mei­ne Lei­den­schaft für Lite­ra­tur begann in der Kind­heit. Ich kom­me aus einer sehr ein­fa­chen Bau­ern­fa­mi­lie mit nie­der­län­di­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Kei­ner mei­ner Eltern hat die Grund­schu­le been­den kön­nen, weil sie auf dem Hof arbei­ten muss­ten. In mei­nen ers­ten Lebens­jah­ren waren Fern­se­her noch nicht üblich. Lesen war das ein­zi­ge Ver­gnü­gen und mei­ne Eltern und mei­ne älte­re Schwes­ter waren lei­den­schaft­li­che Leser, so dass ich ein­fach ihrem Bei­spiel folg­te. Bezüg­lich mei­ner nun fünf­zig­jäh­ri­gen Lauf­bahn als Lite­ra­turdo­zent wur­de ich ein­fach in die­se Rich­tung gezo­gen, weil mei­ne Schwes­ter geplant hat, Eng­lisch­leh­re­rin an einer High School zu wer­den. Ich kann mich nicht erin­nern, mich bewusst für eine Beru­fung ent­schie­den zu …