Monate: Juli 2020

Die Heilige Dreieinigkeit

Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Model das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend­ei­ner Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu, der nicht in irgend­ei­ner Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de. Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Model endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die Dreieinigkeit …

Fünf Finger zeigen zum Himmel

Seit Jahr­hun­der­ten tobt er, tau­sen­de von Sei­ten sind über ihn geschrie­ben und er war, ist und wird ein Dau­er­bren­ner unter Chris­ten blei­ben: Got­tes sou­ve­rä­ne Gna­den­wahl. Pfar­rer Cor­ne­li­us Son­ne­velt ist es in sei­nem Büch­lein „Fünf Fin­ger zei­gen zum Him­mel“ gelun­gen, klar und ein­fach die Tat­sa­chen der Bibel zu die­sem The­ma auf den Punkt zu brin­gen. Sonn­ne­velt behan­delt das soge­nann­te TULIP, die fünf zen­tra­len Punk­te des Cal­vi­nis­mus, und stellt die Leh­re von der frei­en und sou­ve­rä­nen Gna­de in kom­pri­mier­ter Form vor. Dies ist umso wich­ti­ger, denn „gera­de auch heu­te wird die bibli­sche Sicht über das sou­ve­rä­ne Heils­wir­ken Got­tes nicht gern gehört, sogar von Tei­len der evan­ge­li­schen Chris­ten­heit offen negiert“. Die Aus­füh­run­gen des Autoren sind anschau­lich, anspre­chend und vor allem ver­ständ­lich. Er argu­men­tiert immer aus­ge­hend von kla­ren Bibel­stel­len und scheut sich nicht, auch kri­ti­sche Anfra­gen an das „Lehr­sys­tem“ zuzu­las­sen. Ange­nehm emp­fand der Rezen­sent den Ton­fall, da er zwar bestim­mend, aber nicht ankla­gend oder ver­let­zen gegen­über ande­ren Sicht­wei­sen ist… Wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de

„Nicht den Gegenstand, der mir zum Falle wurde, nein, den Fall selbst liebte ich“

Auf die­sen Aus­zug aus den Bekennt­nis­sen von Augus­ti­nus bin ich durch eine sehr gelun­gen Pre­digt von Paul Koch aus der St. Mar­ti­ni Kir­che in Bre­men auf­merk­sam gewor­den. Die­ser Text fin­det sich im Vier­ten Kapi­tel des zwei­ten Buches. Die deut­sche Über­set­zung der Con­fes­sio­nes  fin­det man lizenz­frei im Inter­net. „Bekannt ist, dass dein Gesetz, o Herr, den Dieb­stahl bestraft, und zwar sogar das in die Her­zen der Men­schen ein­ge­gra­be­ne Natur­ge­setz, das nicht ein­mal ihre Bos­heit aus­zu­lö­schen ver­mag. Denn wel­cher Dieb ertrü­ge, auch wenn er begü­tert ist, gleich­mü­tig den Dieb­stahl eines, den Not dazu treibt? Ich aber woll­te einen Dieb­stahl bege­hen und habe ihn auch began­gen, nicht durch irgend­wel­che Not­wen­dig­keit ver­an­lasst: an Gerech­tig­keit fehl­te es mir, ja ich hat­te Ekel vor ihr, und vor Bos­heit erstick­te ich. Denn ich stahl, was ich im Über­fluß, ja noch viel bes­ser besaß. Auch woll­te ich nicht, was der Dieb­stahl mir ver­schaff­te, genie­ßen, son­dern den Dieb­stahl selbst und die Sün­de.  Nahe unserm Wein­berg stand ein Birn­baum mit zwar zahl­rei­chen, jedoch häß­li­chen und unschmack­haf­ten Früch­ten. Die­se abzu­schüt­teln und hin­weg­zu­schlep­pen, mach­ten wir jun­gen Leu­te uns ohne …

Allein Gnade!

Carl Tru­e­man hat einen Band zur fünf­bän­di­gen Rei­he „5 Solas Seri­es“ von Her­aus­ge­ber Mat­thew Bar­rett bei­getra­gen. Aktu­ell lässt sich „Grace Alo­ne — Sal­va­ti­on as a Gift of God“ sehr güns­tig als Logos-Buch erwer­ben. Wie kann das Heil gleich­zei­tig allein aus Gna­den und allein aus Glau­ben und allein in der Schrift zu fin­den sein? Ein span­nen­des State­ment dazu habe ich bei Donald Car­son in „Collec­ted Wri­tings on Scrip­tu­re“ gefun­den (im Essay: „Recent Deve­lo­p­ments in the Doc­tri­ne of Scrip­tu­re“):„Als ich ein Jun­ge war, habe ich mich immer gewun­dert wie die­se drei Aus­sa­gen (sola gra­tia, sola fide und sola scrip­tu­ra) logisch sein kön­nen, wenn jedes für sich einen Allein­sta­tus bean­sprucht, doch im Lau­fe der Zeit lern­te ich, dass die Gna­de der ein­zi­ge Grund für das Heil, der Glau­be das ein­zi­ge Mit­tel des Heils und die Schrift die ein­zi­ge Auto­ri­tät für Glau­ben und Leben ist“. Doch zurück zu Tru­e­man.  Der Autor über­zeugt neben guten Argu­men­ten auch durch eine fei­ne Aus­drucks­wei­se und bild­ge­la­de­ne Spra­che. Ich habe ver­sucht ein etwas län­ge­res Zitat zu über­set­zen: „Ent­ge­gen bil­li­ger Gefühls­du­se­lei ist die Gna­de Got­tes im Alten Testament …

Nicht wie bei Räubers!

Eines mor­gens wacht Tom im Königs­pa­last auf und kann es kaum fas­sen. Ges­tern war er noch Skla­ve einer unbarm­her­zi­gen Räu­ber­ban­de, heu­te aber wird er geba­det, bekommt fri­sche Klei­der und wird herz­lich in die Königs­fa­mi­lie auf­ge­nom­men, ein­schließ­lich Kro­ne. Er wur­de vom Königs­sohn mit dem Blut des­sel­ben frei­ge­kauft. Tom kann sein Glück (und sei­ne Erlö­sung) kaum fas­sen… bis er eine kost­ba­re Spiel­uhr zer­stört! Vol­ler Angst vor einer erbar­mungs­lo­sen Bestra­fung  flieht er aus dem Palast. Doch die Lie­be des könig­li­chen Vaters trägt wei­ter. In die Arme sei­nes Vaters kann sich Tom herz­lich fal­len las­sen. Sei­ne Lie­be und sein Ver­trau­en wach­sen in ihm, auch wenn er wei­ter­hin Fehl­trit­te begeht. Schon bald wird er für eine beson­de­re Mis­si­on aus­ge­rüs­tet: Die Befrei­ung des Räu­ber­dor­fes… Ich habe schon län­ger nach Mate­ri­al gesucht, dass das The­ma Kind­schaft (Adop­ti­on) kinds­ge­recht ver­ar­bei­tet und habe es in die­sem Buch gefun­den. Sehr behut­sam geht die Autorin damit um, was unse­re Iden­ti­tät in Chris­tus wirk­lich bedeu­tet: Wir sind als Kin­der Got­tes adop­tiert. Nun domi­nie­ren Lie­be und Ver­trau­en unser Ver­hält­nis zu Gott. The­men wie die Not­wen­dig­keit des Gebets und …

Vom Glück, selbstlos zu leben

Im kon­ser­va­ti­ven Milie­au ließt man Kel­ler natür­lich nur heim­lich. Jeder weiß dabei wohl wis­sent­lich, dass man „mit die­sem Pre­di­ger auf­pas­sen müs­se“. Man habe das ja in einem Arti­kel von Beta­ni­en gele­sen. Falls man jetzt denkt, dass das kei­ne sinn­vol­le Rezen­si­ons­ein­lei­tung ist; — auf­ge­passt! Ich erzäh­le regel­mä­ßig davon, dass ich Kel­lers Pre­dig­ten ger­ne höre und die Reak­ti­on von einem ganz bestimm­ten Typus Gesprächs­part­ner ist dabei immer iden­tisch (und so banal vor­her­sag­bar): „Was, Kel­ler? Ich habe da mal einen Arti­kel von Beta­ni­en gele­sen…“ Ich glau­be ich habe die­se Reak­ti­on schon ca. ein hal­bes Dut­zend mal erlebt. Ursprüng­lich ver­such­te ich zu argu­men­tie­ren, war­um ich Kel­ler den­noch für einen hilf­rei­chen Pre­di­ger und Autor hal­te, aber ich habe fest­ge­stellt, das sich die­se Ein­wän­de viel ein­fa­cher und ziel­füh­ren­der ent­kräf­ten las­sen, näm­lich durch die Fra­ge: „Was waren die genann­ten Ein­wän­de?“ Sie­he da! Kei­ner konn­te die­se wirk­lich nen­nen. Ich den­ke an die­ser Stel­le wird wirk­lich ein Pro­blem sicht­bar. Wir sind oft so not­geil dar­auf, Pro­ble­me und Schwie­rig­kei­ten der ande­ren zu erfah­ren und Feh­ler mit einem schwar­z­­licht-neon­­far­­be­­nen Glit­zer­stift zu mar­kie­ren, damit ja kei­ner die­se über­se­hen kann. …

H. Goerz: Die Molotschnaer Ansiedlung

Unter mei­nen Vor­fah­ren befin­den sich Men­no­ni­ten, die in der Molo­t­sch­na­er Ansied­lung in der Süd­ukrai­ne für zir­ka 100 Jah­re eine Hei­mat fan­den. Das war der Anlass für mich, die­ses Geschichts­buch über die Ent­ste­hung, Ent­wick­lung und den Unter­gang der deut­schen Kolo­nie zu lesen. Mei­ne Hoff­nun­gen waren einen Ein­blick in das gemeind­li­che und täg­li­che Leben zu gewin­nen, das mei­ne Vor­fah­ren von 1810 bis zir­ka 1920 geführt haben. Das Buch ist eine Neu­auf­la­ge und ist ursprüng­lich 1950 im Echo-Ver­­lag in Mani­to­ba (Kana­da) erschie­nen. Die Spra­che ist daher etwas gedie­gen und nicht immer ist ver­ständ­lich was gemeint ist. Der Autor hat selbst die blü­hen­de Pha­se der Molo­t­sch­na erlebt und schreibt daher nicht „nur als His­to­ri­ker“, son­dern auch als Zeit­zeu­ge. Er berich­tet auf 350 Sei­ten sys­te­ma­tisch und in zeit­li­cher und teil­wei­se the­ma­ti­scher Abfol­ge das Gesche­he­ne und hält sich mit Bewer­tun­gen meist zurück. Beim Lesen hat sich mir eine zu gro­ßen Tei­len unbe­kann­te Geschich­te eröff­net und hat mei­ne Iden­ti­tät als men­no­ni­ti­scher Christ gefes­tigt. Für Nach­fah­ren der Men­no­ni­ten der Molo­t­sch­na ist die­ses über­sicht­li­che Werk eine wert­vol­le Infor­ma­ti­ons­quel­le. Das Buch ist mit eini­gen Fotos …

Entlarve die Schönheitslüge

Die sozia­len Medi­en befeu­ern es, die Peer­group for­dert es und der Ein­zel­ne glaubt es: Schön­heit ist alles. An einem anspre­chen­den Aus­se­hen ist ja grund­sätz­lich nichts falsch, wenn aber das Schön­heits­ide­al zum Göt­zen wird, bestimmt der Zeit­geist uns mehr als wir mei­nen. Sarah Ivill, Schrei­be­rin, Lei­te­rin und Autorin von Bibel­stu­di­en für Frau­en, bringt es in ihrem Werk „Nie gut genug“ auf den Punkt, wenn sie meint, dass Aus­se­hen und Aner­ken­nung eine der größ­ten Lügen unse­rer Zeit dar­stel­len. „Zu dem The­ma Körperwahrnehmung und Erfolg lässt die Autorin uns in die­sem Buch teil­ha­ben an ihrem persönlichen Kampf mit der Abhängigkeit von Schlankheit/Ernährung und Fit­ness sowie Aner­ken­nung. Es geht dar­um die fal­schen Identitäten zu ent­tar­nen, denen wir uns zuwen­den, wenn wir nach Identität und Selbst­wert suchen – mit ande­ren Wor­ten: die Lügen, die wir über uns selbst glau­ben, und die Art und Wei­se, wie die­se uns in ihren Stru­del zie­hen. Dabei deckt sie fünf geläufige Lügen auf, denen man nur all­zu schnell Glau­ben schenkt, und führt zurück zu unse­rer Annah­me in Chris­tus, wo die wah­re Lösung in unse­rem Streben …

„Ungerechtigkeit irgendwo ist ein Angriff auf die Gerechtigkeit überall“

Durch eine Pre­digt von Tim Kel­ler bin ich auf einen offe­nen Brief von Mar­tin Luther King Jr. auf­merk­sam gewor­den, denn er am 16.04.1963 ver­fasst hat. Die­ser Brief ist eine Reak­ti­on auf einen Auf­ruf zur Ein­heit, den King ins Gefäng­nis geschmug­gelt bekom­men hat. Dort wur­de er auf­ge­for­dert, den Kampf für Bür­ger­rech­te aus­schließ­lich vor Gericht und nicht auf der Stra­ße zu füh­ren. Mehr zu den Hin­ter­grün­den fin­det sich auf Wiki­pe­dia. Der voll­stän­di­ge Brief fin­det sich hier. Ich habe eini­ge Aus­zü­ge die­ses Brie­fes über­setzt, mit dem King sei­nen Wider­stand begrün­det. Ich glau­be King bleibt für uns ein Lehr­meis­ter. Zunächst: King bleibt trotz Unver­ständ­nis und unter Druck sach­lich und freund­lich und doch bestimmt, wie die Ein­lei­tung sei­nes Brie­fes zeigt: „Mei­ne lie­ben Mit­pfar­rer: Wäh­rend mei­ner Ver­wah­rung hier im Gefäng­nis von Bir­ming­ham City, stieß ich auf eure kürz­li­che Aus­sa­ge, die mei­ne letz­ten Tätig­kei­ten als „unwei­se und  unpas­send ver­früht“ bezeich­net. Ich hal­te nur sel­ten inne um auf Kri­tik an mei­ner Arbeit und mei­nen Ideen ein­zu­ge­hen. Wenn ich ver­su­chen wür­de, alle Kri­tik zu beant­wor­ten, die an mei­nen Büro­tisch gelangt, hät­ten mei­ne Sekre­tä­re kaum noch …

Preis und Ehre dem dreieinigen Gott

Beim Lesen von Robert Lethams Werk über die Hei­li­ge Drei­ei­nig­keit Got­tes bin ich über die­sen Aus­zug des Pfingst­ge­bets der syrisch-ortho­­do­­xen Kir­che Süd­in­di­ens gesto­ßen. Die­se Chris­ten füh­ren ihre Grün­dung auf die Mis­si­ons­ar­beit von Tho­mas zurück! Die voll­stän­di­ge Lit­ur­gie zu Pfings­ten fin­det sich hier.  Typisch Ost­kir­che: „Gott, Erbar­me dich mei­ner!“. Auch Typisch Ost­kir­che (laut Letham): „Die Drei­ei­nig­keit ist zen­tra­ler für das Leben und die Anbe­tung der Gemein­de als im Wes­ten“. Die­ses Gebet bestä­tigt Lethams Annah­me: „Ehre sei Ihm, der unsicht­bar, ver­bor­gen und über allem mensch­li­chen Den­ken, Sin­nen und Ver­ständ­nis erha­ben ist. Er, selbst­exis­tent und selbst­ge­nüg­sam, Schöp­fer und Erhal­ter aller sicht­ba­ren und unsicht­ba­ren Din­ge hat kei­nen Anfang und wird immer­dar ohne Ende bestehen. Der ewi­ge, unver­gäng­li­che und uner­gründ­li­che eine wah­re Gott. Ein Wesen, eine Auto­ri­tät und ein Wil­le des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. In ihm ist kein Name ohne eine Per­son und kei­ne Per­son ist jün­ger oder älter als die ande­re Per­son, noch gibt es einen Wan­del oder eine Ver­än­de­rung einer Per­son, ob zum Wachs­tum oder zur Ernied­ri­gung. Kein Name und kei­ne Per­son ist jünger …