Monate: September 2019

„Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten.“

Beeindruckt bin ich von der mystischen Erfahrung Pascals, die er in einem Memorial festhielt, welches er in das Futter seines Rockes eingenäht hatte. Erst nach seinem Tode, entdeckte ein Diener diese zufällig: „Jahr der Gnade 1654 Montag, den 23. November, Tag des heiligen Klemens, Papst und Märtyrer, und anderer im Martyrologium. Vorabend des Tages des heiligen Chrysogonos, Märtyrer, und anderer. Seit ungefähr abends zehneinhalb bis ungefähr eine halbe Stunde nach Mitternacht Feuer Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Empfinden: Freude, Friede. Der Gott Jesu Christi. Deum meum et Deum vestrum. Dein Gott ist mein Gott. Vergessen der Welt und aller, nur Gottes nicht. Er ist allein auf den Wegen zu finden, die das Evangelium lehrt. Größe der menschlichen Seele Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich. Freude, Freude, Freude, Freudentränen. Ich habe mich von ihm getrennt. Dereliquerunt me fontem aquae vivae. Mein Gott, wirst du mich verlassen? Möge ich nicht auf ewig von ihm getrennt sein. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, …

Verlegene Verleger

„Bei erneuter Durchsicht habe ich jetzt den Text für diese vierte Auflage gekürzt, weil wir uns in unserer schnelllebigen Zeit von knapp gefaßten Aussagen eher ansprechen lassen“ (Vorwort von Gerda Zottmaier zur vierten revidierten Auflage von „Durch den Glauben“ von Ernst Modersohn) „…(Seine Werke) sind so vertraut, dass ich meine, ihn selbst noch zu hören, wenn ich mich in seine Werke vertiefe und sie so für den Druck vorbereite, dass nur herausgenommen wird, was noch zu sehr dem Stil des Entstehungsjahres (1910) entspricht und darum manchem heute nicht mehr ganz verständlich ist. “ (Erneut ein Vorwort von Gerda Zottmaier, diesmal zur 3. Auflage des Werkes „Ein gesegnetes Leben“ von Ernst Modersohn“) Nun, ehrlich gesagt ist es durchaus tröstlich zu hören, dass selbst seine größten Förderer Modersohn für einen eher langweilige Autor hielten. Jetzt weiß ich auch endlich, warum keine seiner Werke mehr aufgelegt werden. Die Zeit ist noch schnelllebiger geworden, und nun wurde sein Werk so weit gekürzt, dass nichts mehr übrig bleibt. Dabei würde der interessierte Leser ja durchaus wissen wollen, was den „zu …

Wilhelm Busch über Christus im AT

Erneut erschüttert las ich vor kurzem zum wiederholten Male diesen Text von Wilhelm Busch! Welch harter Kampf hier stattfand! Wie kämpfen wir heute um die Kraft des übenatürlichen Wortes Gottes? Als ich – ein junger Theologe – die Universität verließ, hatte ich in den Vorlesungen über das Alte Testament gelernt, dass man in den fünf Büchern Mose verschiedene Quellen feststellen könne: den Jahwist und den Elohist … Ich hatte älteste und jüngere Bestandteile unterscheiden gelernt … Ich hatte gehört, dass es einen ersten und einen zweiten Jesaja gäbe … Man hatte  mir  gezeigt,  wie  man  die  »unterchristliche Frömmigkeit« des Alten Testaments von der »Lehre Jesu« unterscheiden könne … Kurz  –  das  Alte  Testament  war  ein  höchst zweifelhaftes  Erzeugnis  religiöser  jüdischer Literatur.  So  entließ  mich  die  Universität  in eine große Gemeinde als »Prediger des Wortes Gottes«. »Wort Gottes«?! War das Alte Testament »Wort Gottes«? Man hatte uns gesagt, das Alte Testament sei für uns gültig, »soweit es Christum treibe«.  Nun  schön!  Aber  –  was  »trieb  denn hier Christum«? Selbst das große Kapitel Jesaja 53 war ja – wie man uns gesagt hatte – gar nicht eine messianische Verheißung, sondern es wurde hier »die Idee des stellvertretenden Leidens« ausgesprochen.

10+1 Fragen an Bernhard Kaiser

Dr. habil., D.Th. (Univ. Stellenbosch) Bernhard Kaiser ist Gründer und langjähriger Leiter des Instituts für Reformatorische Theologie. Zudem ist er Autor zahlreicher Werke, darunter Christus Allein und Reformatorisch Glauben. 2014 erschien der erste Band seiner Christlichen Ethik.  Zehn Fragen an Dr. habil., D.Th. Bernhard Kaiser 1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben? Es gehört zur Aufgabe eines akademischen Lehrers, Bücher zu publizieren, und ich freue mich, dass ich es tun darf. 2. Ist aktuell ein Buchprojekt geplant? Ja, Band 2 der Christlichen Ethik 3. Nennen Sie uns ihre 3 Lieblingsbücher (neben der Bibel)? Luther: Vom unfreien Willen Augustin: Bekenntnisse Klepper: Der Vater 4. Welche Bücher / Welches Buch würden Sie nicht noch einmal lesen? Unter vielen anderen: Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit 5. In welchem Bereich sehen Sie die größte Not in der heutigen Christenheit und  wie könnte man da am besten einschreiten?

Verlag: Voice of Hope

Ich staune darüber in welch kurzer Zeit sich der Voice of Hope Verlag (im Folgenden VoH) zu einem soliden Lieferanten reformatorischer Literatur entwickelt hat. Für alle, die VoH noch nicht kennen, ein kurzer Überblick: Audio-Material: Ich denke VoH schafft es eine Stärke des russlanddeutschen evangelikalen Erbes zu bewahren, nämlich die Musik-Arbeit. Jeder, der Lieder die vor allem von Content geprägt sind, sucht, wird hier schnell fündig. Für Zweifler besteht die Möglichkeit zu ausführlichen Hörproben, z. B. hier. Auch auf Spotify habe ich die Produktionen von VoH in meiner Playlist. Es ist bewundernswert welche Qualität die meisten Musikstücke aufweisen, wenn man bedenkt, dass die meisten Musiker und Sänger Laien sein werden. Das Audiomaterial wird in letzter Zeit zudem zunehmend um Hörbücher erweitert (z. B.: Serie Glaubensvorbilder). Offensichtlich ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher reformatorisch zu denken, wenn man John mit Vornamen heißt. unabhängig davon, legte VoH in Kurzer Zeit klassische Werke wie „Was jeder Christ wissen muss“ von John Owen ( Zum Größten Teil der Text von „Mortification of Sin“) oder „Gnade im Überfluss“ von John Bunyan …