Monate: April 2019

„Lerne Christus, und zwar den Gekreuzigten“

Zahlreich sind die Briefe Luthers, die zu einem beachtlichen Teil auch noch erhalten sind. Hier einige Kostproben. 8 April 1516 an Georg Spenlein. Ein Trostbrief an einen Bruder: Daher, mein lieber Bruder, lerne Christus, und zwar den gekreuzigten, lerne ihm zu singen und an Dir selbst verzweifelnd zu ihm zu sprechen: Du, Herr Jesus, bist meine Gerechtigkeit, ich aber bin deineSünde; du hast das Meine auf dich genommen und mir das Deine gegeben; du hast angenommen, was du nicht warst, und mir gegeben, was ich nicht war. Hüte Dich, daß Du niemals nach einer so großen Reinheit trachtest, daß Du Dir nicht als Sünder erscheinen oder gar kein Sünder sein willst. Denn Christus wohnt nur in Sündern.    31. Oktober 1517 an Erzbischof Albrecht von Mainz. Bekümmert über den Zustand des Evangeliums (Am selben Tag wie der Thesenanschlag. Inhalt deutet Programm der Reformation bereits an): So sind auch die Werke der Frömmigkeit und Nächstenliebe unendlich viel besser als der Ablaß. Und doch werden diese weder mit großer Pracht noch mit so großem Eifer gepredigt. Ja, …

Lesen?

Jeder, der etwas über das Thema „Lesen“ lernen möchte, hat man mit Hanniel Strebel einen geeigneten Lehrmeister gefunden. Bereits fast 700 Rezensionen finden sich von ihm auf Amazon.de, zumeist über Bücher! Entsprechend passend wurde nun in der Reihe „Alltag aus christlicher Weltsicht“ das Thema Lesen vom langjährigen Blogger besprochen.  Nun, bereits der Untertitel ist Programm: Ist Lesen wirklich noch Alltag? Hat Lesen gegen die Dauer-Berieselung „beweglicher Medien“ noch eine Chance. Der Autor setzt dem entgegen, dass wir mehrfach aufgerufen werden, Gott auch mit dem Verstand zu lieben! Ich gehe von einem persönlich-unendlichen Gott aus. Das heißt: Er ist Person und sucht die Beziehung zu mir als Mensch. Und er ist gleichzeitig unendlich erhaben.Unser Denken ist kein Selbstzweck, sondern Mittel, um Gott und Menschen zu lieben. Gott mit dem Verstand zu lieben bedeutet, die Fülle des von Gott geschenkten Reichtums wahrzunehmen und auszudrücken. Eine wichtige Art um zu denken geschieht durch Lesen. Wer liest, muss denken. (Kap.2) Dabei geht es nie darum, bloße Daten zu sammeln, sondern, wie es der Autor nennt, darum „ein Buch zu erobern“ …

Licht und Recht

Eher zufällig bin ich über diese wunderbare und liebevoll zusammengestellte Sammlung an reformierter Literatur aus deutschen Kreisen des 19ten Jahrhunderts gestoßen. Gibt es wirklich Zufälle, ich meine natürlich, dass Gott es so führte und mich reich beschenkte mit diesem guten Material! Andreas Gramlich, von dem auf TheoBlog ein umfangreiches Interview zu finden ist, sammelte und bereitete Unmengen an hilfreichem Material von H.F. Kohlbrügge, Adolf Zahn, J. Wichelhaus, Eduard Böhl und vielen weiteren Reformierten Theologen auf. Eine kleine Auswahl: Christologie des Alten Testaments von Eduard Böhl Streifzüge durch das Gebiet der reformierten Dogmatik von Eduard Böhl Zwölf messianische Psalmen von Eduard Böhl Calvins Urteile über Luther von Adolph Zahn Betrachtungen über das zwölfte Kapitel des Römerbriefes von Adolph Zahn Das dritte Kapitel des ersten Buches Mose von H.F. Kohlbrügge Schließlich darf die Dogmatik von Eduard Böhl nicht unerwähnt bleiben. Ich habe mich gleich ins Lesen gestürzt. Vor allem die Christologie in Böhls Dogmatik beeindruckte mich sehr. Darüber erfolgt hier demnächst ein eigener Beitrag.    

Chestertons Orthodoxie als Bilderbuch

Chestertons Orthodoxie ist eine humorvolle, ja geradezu fröhliche Abrechnung mit dem Atheismus, Rationalismus und sonstigen Schreckgespenstern des frühen 20ten Jahrhunderts. Philipp Keller, der auf seiner Homepage vor allem mit einer schonungslosen Analyse über das Thema Smartphone zu hören ließ, brachte nun bereits vor einigen Jahren ein Bilderbuch zu Chestertons Orthodoxie heraus. Die zahlreichen Bon-Mots Chesterton laden ja geradezu ein, so suchte Philipp Keller sich 16 Zitate aus, die er zudem mit Erklärungen versah. Neben einer animierten Variante existiert auch eine PDF-Version zum freien Download.

Tipp: Die große Hörbibel

Richtig aufmerksam wurde ich auf diese Hörbibelvariante durch den ERF. Hier wird meistens der Bibeltext zu einer Predigt aus dieser Hörbibel vorgetragen. Was soll ich sagen, die ständig wechselnde Rednerstimmen wecken einen immer wieder zum Zuhören auf. Das als lebendig inszeniertes Hörbuch realisierte Projekt hat mir gleich zugesagt. Die Wahl der Luther 1984- Revision ist ebenfalls sinnvoll und sagt mir als Luther-Bibel-Liebhaber sowieso besonders zu. Wie höre ich? Nun, ich habe angefangen zur Arbeit zu radeln und habe so die Möglichkeit zum hören! Jeweils etwas mehr als 40 Minuten am Tag. Dadurch hört man in kürzester Zeit die Evangelien durch. Das sehe ich als einen besonderen Vorteil, dass diese Hörbibel auf Kapitel und Versangaben verzichtet, dadurch ist man geradezu gezwungen die Bibel am Stück zu hören. entsetzt und getröstet Das zeigte auch bald Frucht. Zunächst war ich neu entsetzt über die unfassbar harten Reden Jesu. Einer der ständig von Sünde, Verderben und Hölle sprach, der völlig erbarmungslos mit Heuchelei und Menschenfurcht ins Gericht zog. Der zu einer bedingungslosen Nachfolge aufrief, der nicht Nettigkeit und ein …

The Difficult Doctrine of the Love of God

Das war das erste Buch Carsons was ich bisher gelesen habe und  es hat mich in mehrfacher Hinsicht von der Qualität Carsons als Bibellehrer überzeugt. In vier Kapiteln zeigt er eine hohe Qualität als Ausleger auf, erhält den Lesefluss durch eine klare Argumentation aufrecht, verknüpft auch (heute) kompliziert gewordene Doktrin mit einer Lebensnähe und argumentiert dabei immer mit einem großen Verständnis für alternative Verständnisse. Nicht umsonst führt zeltmacher aus: Carson ist unstreitig einer der führenden Theologen unserer Zeit, seine Reputation herausragend. Seine Bücher lohnen sich, sein Leben ist mehr als nur ein Vorbild. Zunächst unterscheidet Carson zwischen fünf Arten über die Liebe Gottes zu reden: die innertrinitäre Liebe in Gott die Liebe in der Vorsehung zur Schöpfung Gottes Erlöserliebe zu seiner gefallenen Welt Gottes bestimmte und effektive Liebe zu seinen Erwählten Gottes Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist Carson führt  aus, dass die ausschließliche Fixierung auf eine dieser Komponenten schädlich ist: If the love of God is exclusively portrayed as an inviting, yearning, sinner-seeking, rather lovesick passion, we may strengthen the hands of Arminians, semi-Pelagians, Pelagians, …