Monate: Januar 2019

Tipp: Wann ist ein Christ ein Christ?

„In der Tat hör­te man im Jahr 2017 nicht vie­le Stim­men, die sich zur Recht­fer­ti­gung aus Glau­ben, dem eigent­li­chen Kern­the­ma der Refor­ma­ti­on, zu Wort mel­den.“ Die­se Aus­sa­ge von Wolf­gang Nest­vo­gel auf dem Klap­pen­text sei­nes Buches ver­an­lass­te ihn, das The­ma zum 500-jäh­­ri­­gen Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um auf­zu­grei­fen und den aktu­el­len Kampf um die Recht­fer­ti­gung aus bibli­schem Ver­ständ­nis zu beleuch­ten und um zu ermu­ti­gen, sich damit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Das gut geglie­der­te Buch legt in Kapi­tel 1 und 2 dar, wie Luther und die ande­ren Refor­ma­to­ren die im dunk­len Mit­tel­al­ter lan­ge ver­lo­re­ne Wahr­heit der Recht­fer­ti­gung allein aus Gna­de ohne Wer­ke (sola gra­tia), allein durch Glau­ben (sola fide), allein durch Chris­tus (solus Chris­tus) und allein auf der Grund­la­ge der Schrift (sola scrip­tu­ra) – all dies zur Ehre Got­tes (soli Deo glo­ria) – wie­der neu ent­deck­ten. Die­se fun­da­men­ta­le Wahr­heit der Schrift ist die Offen­ba­rung Got­tes durch sein Wort, das er den Apos­teln durch sei­nen Geist ins Herz leg­te. Dass die Wahr­heit Got­tes im All­ge­mei­nen und das Herz des Evan­ge­li­ums, die Recht­fer­ti­gung des Sün­ders durch den ewi­gen Gott der Gna­de, umkämpft war und nie­mals unwi­der­spro­chen blei­ben wird, ist …

Die Bibelnot

Gemäß der Leh­re der Bibel ist nur eine Sache von Wich­tig­keit, und das ist die Wahr­heit. Der Hei­li­ge Geist wird nichts ande­res ehren als die Wahr­heit, sei­ne Wahrheit.1 Mar­tyn Lloyd-Jones Gemein­de Jesu: Die Her­aus­ge­ru­fe­ne aus der Welt Katho­li­sche Autoren haben den Pro­tes­tan­tis­mus und damit die pro­tes­tan­ti­sche Bewe­gung als Gan­zes mit sei­nen unzäh­li­gen Strö­mun­gen oft als Spalt­pilz beschrie­ben. Wäh­rend Katho­li­ken argu­men­tie­ren, allei­ne die Pro­tes­tan­ten sei­en für die kon­fes­sio­nel­le Auf­spal­tung ver­ant­wort­lich, ent­geg­nen Pro­tes­tan­ten, dass es um der Wahr­heit wil­len zwin­gend not­wen­dig war, das reli­giö­se Den­ken von katho­li­schem Aber- und Unglau­ben zu befrei­en. Sola Scrip­tu­ra, allein die Schrift, die­sen Wahl­spruch hat­ten sich alle Refor­ma­to­ren auf ihre Fah­nen geschrie­ben. Wer allein der Schrift folgt, kann im kon­fes­sio­nel­len Mit­ein­an­der gera­de nicht in jenem Punkt Kom­pro­mis­se machen, die zum urei­gent­li­chen pro­tes­tan­ti­schen Kern­an­lie­gen zählt. Mit ande­ren Wor­ten, die Auto­ri­tät der Hei­li­gen Schrift ist ein höhe­res Gut als die öku­me­ni­sche Gemein­schaft. Ein wei­te­res Mot­to der Refor­ma­to­ren, das man fälsch­li­cher­wei­se Mar­tin Luther zuschreibt, lau­te­te: Eccle­sia sem­per refor­man­da est – die Kir­che muss sich stän­dig refor­mie­ren. Tat­säch­lich han­delt es sich bei die­sem grund­le­gen­den Anlie­gen, dass die …

ceBooks.de veröffentlicht 300. eBook

Der christ­li­che eBook-Ver­­lag ceBooks.de (Fol­gen Ver­lag) hat das 300. eBook ver­öf­fent­licht. Es han­delt sich um Band 2 der Rei­he „All­tag aus christ­li­cher Welt­sicht“ von Han­ni­el Stre­bel (hanniel.ch) für eine Erzie­hung, die sich am Wort Got­tes und nicht am Kon­sum­zeit­al­ter ori­en­tiert. Das eBook ist bei ceBooks.de erhält­lich. In der Rei­he „All­tag aus christ­li­cher Welt­sicht“ gehe ich Tätig­kei­ten nach, die bedeu­ten­den Raum ein­neh­men. Vie­le Chris­ten, und mögen sie das frömms­te Bekennt­nis haben, wer­den durch zwei gesell­schaft­li­che Wand­lun­gen „ein­ge­sackt“: Die por­no­gra­fi­sche Epi­de­mie und die in jeden Win­kel unse­res Lebens vor­drin­gen­de Web­tech­no­lo­gie. In der vor­lie­gen­den Abhand­lung geht es um unse­ren Umgang mit der Sexua­li­tät in ver­schie­de­nen Lebens­pha­sen. Heu­te wird so viel von Sex und so wenig über Sex gespro­chen. Men­schen sind weni­ger an Selbst­be­herr­schung und viel mehr an unmit­tel­ba­rer Lust­be­frie­di­gung inter­es­siert. Chris­ten ken­nen den Begrün­der der Sexua­li­tät per­sön­lich. Er ihnen alles mit­ge­ge­ben, was sie zu einem erfül­len­den Leben vor Ihm benö­ti­gen – also auch im Umgang mit ihrer Sexua­li­tät. Es geht dabei um viel­mehr als den Geschlechts­akt, näm­lich um Ehe, Fami­lie, Kin­der, aber auch um Geschlech­ter­rol­len, Geburt und Tod. Jeder Abschnitt kann in einem …

Aktualisiert(14.01.2019): Im Vogelflug durch die Bücher der Bibel

Ich bin Han­ni­el Stre­bel dank­bar für sei­ne Pre­digt­rei­he „Im Vogel­flug durch…“. Prin­zi­pi­ell den­ke ich, dass Ein­füh­run­gen zur Bibel zunächst gar nicht so ein­fach zu erstel­len sind, und sind sie erst ein­mal da, wer­den sie auch wenig gele­sen oder gehört. Nun gibt es Ein­lei­tun­gen in Buch­form, akus­tisch war das bis­her aber ein eher ver­wehr­tes Ver­gnü­gen. Mit den Bei­trä­gen von Han­ni­el wird eine Lücke geschlos­sen. Ver­öf­fent­licht sind bis­her Bei­trä­ge zu die­sen Bibel­bü­chern: Das AT ist nun fer­tig­ge­stellt. Anfän­ge, Bund & Torah: Gene­sis: Teil 1: Wie alles begann und war­um es nicht mehr ide­al ist (33 Minu­ten), Teil 2: Die Lini­en des Glau­bens und des Unglau­bens (32 Minu­ten), Teil 3: Abra­ham und die Linie der Ver­hei­ßung (41 Minu­ten), Teil 4: Gott gedach­te es gut zu machen (54 Minu­ten) Exo­dus: Aus­zug aus Ägyp­ten in die Wüs­te (43 Minu­ten) Levi­ti­cus: Seid hei­lig, denn ich bin hei­lig(41 Minu­ten) Nume­ri: Mur­rend durch die Wüs­te(48 Minu­ten) Deu­te­ro­no­mi­um: Teil 1: Aus­le­gung des Geset­zes vor der Land­nah­me(28 Minu­ten), Teil 2: Das gute Leben durch ein erneu­er­tes Herz(28 Minu­ten), Teil 3: Geret­tet, um Ihn zu lie­ben (28 Minu­ten) Land­nah­me und Ver­lust: Josua: Josua führt Got­tes Volk in die Ruhe ein (50 Minu­ten) Rich­ter: Die Sack­gas­se des Unge­hor­sams(45 Minu­ten) Ruth: Zuflucht und …

Tipp: Susanna Wesley

Nun, eine „Mut­ter des Metho­dis­mus“, wie Susan­na Wes­ley auch genannt wird, stellt man sich sicher wohl orga­ni­siert, fein und gut behü­tet vor. Die Rea­li­tät sah jedoch auch bei Susan­na Wes­ley viel rau­er aus: Bereits als Teen­ager ist sie im Kon­flikt mit ihrem Vater und ver­lässt sei­ne puri­ta­ni­sche Gemein­de. Mit 19 hei­ra­tet sie einen Pas­tor, der jedoch lie­ber Poli­tik treibt, statt sich um sei­ne Schäf­chen zu küm­mern, stän­dig ver­schul­det ist, und bei einer Ehe­strei­tig­keit auch mal ein Jahr fort bleibt. Neun ihrer Neun­zehn Kin­der verster­ben bereits im Klein­kind­al­ter. Als Susan­na Wes­ley mit 73 ver­stirbt, leben nur noch 8 ihrer Kin­der. In all die­sem Tumult schafft sie es ihre Kin­der zu erzie­hen und zu bil­den. Es wird deut­lich, dass dabei eine ganz­heit­li­che Bil­dung ange­strebt wird. Susan­na Wes­ley war ein Kind ihrer Zeit und doch auch ein Kind Got­tes, wel­ches an ihre Platz für ihren Herrn leuch­te­te. Die von mir gele­se­ne Bio­gra­phie von Dal­li­mo­re ist nur noch anti­qua­risch erhältlich.

Verfolgt im Atheismus

Das Mis­si­ons­werk Frie­dens­stim­me hat 2018 aus einer rus­si­schen, bereits etwas ver­al­te­ten Vor­la­ge meh­re­re Bio­gra­phien über­setzt und durch neue­re ergänzt. Her­aus­ge­kom­men ist ein Band mit zwan­zig beein­dru­cken­den Bio­gra­phien: Die Erzäh­lun­gen machen deut­lich, dass den Chris­ten in der Sowjet­uni­on bra­chi­als­te Gewalt und Ver­fol­gung ent­ge­gen ström­te, die über Jahr­zehn­te unge­bro­chen anhielt: Chris­ten wur­den von ihren Arbeits­stel­len ent­las­sen, inhaf­tiert, in Straf­la­ger ver­setzt und auch sonst durch Pres­se und Gerüch­te ver­un­glimpft und dis­kri­mi­niert. Das Buch kon­zen­triert sich auf drei The­men­be­rei­che: Ver­fol­gung um die Zeit des zwei­ten Welt­krie­ges: Hier war es bra­chia­le Gewalt und die Käl­te Sibi­ri­ens mit denen die Chris­ten aus­ge­löscht wer­den soll­ten. Doch der ent­ge­gen­ge­setz­te Effekt trat ein. Das Evan­ge­li­um erreich­te Gefäng­nis­se und ent­fern­te Ecken der Sowjet­uni­on Ab Ende der Fünf­zi­ger Jah­re scheint die Stra­te­gie umzu­schla­gen. Man dräng­te die Gemein­den zu einer „staat­lich aner­kann­ten Regis­trie­rung“. Fast alle der Bap­tis­ten­ge­mein­den waren (zumin­dest anfangs) damit ein­ver­stan­den, obwohl die „Regis­trie­rung“ vor­sah, dass Kin­der kei­nen Got­tes­dienst mehr besu­chen konn­ten. Ab den 60ern ent­stand jedoch ein Wider­stand in den eige­nen Krei­sen, der zu einer Abspal­tung einer Grup­pe führ­te, die die­se Ver­mi­schung von Staat und …

Reading the Word of God in the Presence of God

Ich war schon län­ger auf der Suche nach einem hilf­rei­chen Buch für her­me­neu­ti­sche Fra­gen und griff zunächst zu Berk­hof. Doch sein wirk­lich hoch­wer­ti­ges Werk war ein­fach zu schwer und zu her­aus­for­dernd für mich. Eine geeig­ne­te Ergän­zung und einen pas­sen­de­ren Ein­stieg in die Her­me­neu­tik fand ich in die­sem Buch von Vern S. Poy­th­ress, der am WTS unter ande­rem auch Her­me­neu­tik unter­rich­tet. Eini­ge gelern­te Lek­tio­nen: Gesamt­auf­bau: Die über 30 Kapi­tel des Buches wen­det er immer am sel­ben Text von 1 Sam 22,1−2 an: David ver­steckt sich in der Höh­le Adullam. Ich fin­de die Text­wahl sehr tref­fend, ist doch der ers­te Impuls, dass es zu die­sem Text nichts zu sagen und zu ler­nen gebe. Vor allem gelingt es Poy­th­ress den Scha­den einer rein his­to­ri­schen Betrach­tung des AT auf­zu­zei­gen! Drei ein­fa­che Schrit­te zum bes­se­ren Text­ver­ständ­nis Poy­th­ress liest sich unge­mein leicht und er schreibt sehr ver­ständ­lich. Ich ken­ne kaum einen Autor, der sich der­art flüs­sig und ange­nehm liest. Man kommt wirk­lich sehr schnell vor­an. Sei­ne Agen­da ist sehr klar und gut vor­be­rei­tet. So auch in die­sem Buch. Da sich der Schwie­rig­keits­le­vel von …