Jahr: 2017

Tipp: Diashow „Das Leben der Schafe“

Die Her­aus­ge­ber der christ­li­chen Kin­der­zeit­schrift bio­tee­ny (Inter­view: Bei Kin­dern Neu­gier­de für Got­tes Schöp­fung wecken) haben recht­zei­tig vor Weih­nach­ten die zwei­te Dia­show ver­öf­fent­licht. Ging es in der ers­ten Dia­show um das größ­te Raub­tier Deutsch­lands, die Kegel­rob­be, zeich­net die neue DVD das Leben der eher scheu­en Scha­fe nach. Kin­der gewin­nen in der 27 Minu­ten lan­gen Dia­show einen umfas­sen­den Ein­blick in das Leben der Scha­fe, und war­um Gott den Men­schen in der Bibel aus­ge­rech­net mit die­sem Tier ver­gleicht. Die Pro­duk­ti­on besticht durch exklu­siv für die Dia­show erstell­te Fotos und einen pro­fes­sio­nel­len Spre­cher. Vor­aus­ge­gan­gen war unter ande­rem eine Expe­di­ti­on in das wil­de ost­eu­ro­päi­sche Land Rumä­ni­en, in dem 4000 Wöl­fe zu den größ­ten natür­li­chen Fein­den der Scha­fe gehö­ren … Die Dia­show eig­net sich sehr gut für die Kin­der­stun­de und zum gemein­sa­men Anse­hen in der Fami­lie für Kin­der ab 4 Jah­re. Bestell­bar ist die DVD für 10 EUR direkt beim Kinderlesebund. 

„Frieden im Klassenzimmer“

„Päd­ago­gisch wert­voll“, „wer­be­frei“, „emp­foh­len von der Stif­tung Lesen“ sind nur eini­ge der Lobes­hym­nen, mit der die Kin­der­zeit­schrift „Ben­ni“ bewor­ben wird. In der Tat ist die Auf­ma­chung gelun­gen, das Maga­zin ist durch­aus kon­ser­va­tiv ange­legt und ich habe ein Exem­plar in einer katho­li­schen Kir­che bekom­men. Eine Recher­che zeigt auch die Her­kunft des Maga­zins aus dem Welt­bild-Ver­lag. Was natür­lich jedem sofort klar wird, wenn er sich säku­la­re Kin­der­zeit­schrif­ten anschaut, wie „Geo­li­no“, „Dein Spie­gel“ etc., ist die unglaub­li­che Mei­nungs­be­vor­mun­dung in die­sen Zeit­schrif­ten. Man gehe nur mal in die Biblio­thek und mache sich selbst ein Bild davon. Die The­ma­ti­ken sind vor­ge­ge­ben. Es wird in den bes­ten Tönen von einem wach­sen­den Euro­pa geschrie­ben, in „Dein Spie­gel“ las ich vor eini­ger Zeit, wie schäd­lich und töricht doch der Bre­x­it sei, und eini­ge Poli­ti­ker wol­len sich total gegen jede Logik einer wach­sen­den Glo­ba­li­sie­rung stel­len. Vege­ta­ris­mus ist total in, Pro­tek­tio­nis­mus defi­ni­tiv out. Eine libe­ra­le, freie Gesell­schaft ist total toll, vor allem wenn Euro­pa noch mehr zusam­men­wächst usw. Neu­tra­le Bericht­erstat­tung wird ja immer sel­te­ner, in Kin­der­ma­ga­zi­nen gehört die­se längst der Ver­gan­gen­heit an. Die Zie­le sind …

Zehn Fragen an Andreas Münch

Wie kamst du dazu schrift­stel­le­risch aktiv zu wer­den? Ich hat­te schon immer eine Schwä­che dafür, mir Geschich­ten aus­zu­den­ken und habe wäh­rend mei­ner Kind­heit auch das ein oder ande­re zu Papier gebracht. Schon mit zwölf woll­te ich ger­ne Roma­ne schrei­ben, aber bis über die ers­ten 5 Sei­ten habe ich es nie geschafft. Mit der wach­sen­den Freu­de an Got­tes Wort und dem Stu­di­um der Theo­lo­gie ver­band sich der Wunsch, selbst Bücher zu schrei­ben, die ande­ren dabei hel­fen sol­len, Got­tes Wort bes­ser zu ver­ste­hen. So ent­stand aus einer Bibel­stun­den­rei­he über das Wesen Got­tes mein Buch Der wah­re Gott der Bibel – Ein Stu­di­en­buch über Got­tes Wesen und Wer­ke. Ist aktu­ell ein Buch­pro­jekt geplant? Ideen habe ich eini­ge. Kon­kret schrei­be ich gera­de an einem Andachts­buch, also eine täg­li­che Lese, die sich auf Ver­se aus den 5 Büchern Mose beschränkt (inzwi­schen im Herold Ver­lag erschie­nen). Ansons­ten habe ich ein fer­ti­ges Roman­ma­nu­skript in der Schub­la­de, dass ich nun, nach eini­gen Rück­mel­dun­gen von Test­le­sern, erneut über­ar­bei­ten möch­te – sofern ich die Zeit dafür fin­de. Ob das aber jemals ver­öf­fent­licht wird ist fraglich.

Buchbesprechung: The Reformers and Their Stepchildren

In den 60er Jah­ren des letz­ten Jahr­hun­derts spon­ser­te die ame­ri­ka­ni­sche Cal­vin Foun­da­ti­on eine Rei­he von Bei­trä­gen zum The­ma „Die Refor­ma­to­ren und ihre Stief­kin­der“ (The Refor­mers and Their Step­child­ren). Ziel dabei war die Aus­wer­tung der zahl­rei­chen Quel­len zur Bezie­hung zwi­schen den Refor­ma­to­ren und dem „lin­ken“ Flü­gel, den Radi­ka­len der Refor­ma­ti­on. Der Autor stellt sich klar auf die Sei­te des lin­ken Flü­gels. Ver­du­in bekennt (S. 276): In die­sem Band bekom­men die Radi­ka­len der Refor­ma­ti­on eine freund­li­che­re Behand­lung, als sie es ins­be­son­de­re in der refor­ma­to­ri­schen Tra­di­ti­on gewohnt sind. Es gibt zwei Grün­de für die­se sym­pa­thi­sie­ren­de Behand­lung: Einer davon ist, dass vie­le Posi­tio­nen der Stief­kin­der der Refor­ma­ti­on mit der Zeit in die refor­mier­te Bewe­gung auf­ge­nom­men wur­den. Zudem kann man sehr gut von ihnen reden, bis man eben­so eines Vor­be­halts schul­dig wird, wie die­se, die böse von ihnen spra­chen (eige­ne Zusam­men­fas­sung). Stief­kin­der der Refor­ma­ti­on, die­sen Titel gibt der Autor den „ket­ze­ri­schen“ und „schwär­me­ri­schen“ (hier sind die Anfüh­rungs­zei­chen bewusst gesetzt, da bei­de Begrif­fe denun­zie­rend ver­wen­det wur­den) Strö­mun­gen in der Refor­ma­ti­ons­zeit. Kin­der der Refor­ma­ti­on waren die­se inso­weit, dass sie mit den Prin­zi­pi­en und …

Über 4600 Texte von Spurgeon auf Deutsch

Mit gro­ßer Freu­de bin ich seit vie­len Jah­ren ein Nutz­nie­ßer von Spur­ge­ons Pre­dig­ten. Ich habe vie­le auf Deutsch erhält­li­chen Bücher von Spur­ge­on gele­sen. Zusätz­lich habe ich immer wie­der auf sei­ne eng­li­schen Pre­dig­ten bei spurgeongems.org  zurück­ge­grif­fen. Hier im Blog haben wir schon seit 2012 eine umfang­rei­che Biblio­gra­fie zu C.H. Spur­ge­on mit meist deut­schen Wer­ken, die von Ser­gej Pau­li erstellt wur­de und gepflegt wird. Doch gibt es noch ande­re Spur­­ge­on-Lie­b­ha­­ber, die in ihrem Kata­log über 4600 Pre­dig­ten und ande­re Buch­aus­zü­ge von Spur­ge­on digi­ta­li­siert und kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt haben. Ich kann nur erah­nen, wie viel Arbeit dahin­ter steckt. Es ist auf jeden Fall eine sehr wert­vol­le „Schatz­kam­mer“ aus Spur­ge­ons Feder. Und das in deut­scher Spra­che. Wenn ich das rich­tig sehe, dann stammt in die­sem Archiv die ers­te Pre­digt von Spur­ge­on aus dem Jahr 2007. Das sind also 10 Jah­re flei­ßi­ger Arbeit. An die­ser Stel­le einen herz­li­chen Glück­wunsch und vie­len Dank für die­se über­aus wert­vol­le Arbeit.

Calwer Luther Ausgabe in 10 Bänden

Auf die­se nur noch anti­qua­risch erhält­li­che Aus­wahl der Wer­ke Luthers bin ich lei­der erst vor kur­zem auf­merk­sam gewor­den. Wahr­schein­lich soll­te ich anfan­gen öfter mal ein paar Ver­lags­ka­ta­lo­ge durch­zu­schau­en. Um sich einen Ein­blick in das Werk Luthers zu ver­schaf­fen, scheint mir die Aus­wahl recht gelun­gen zu sein. Es folgt ein kur­zer Über­blick über die ein­zel­nen Bän­de. Band 1 fängt mit der klas­sisch luthe­ri­schen Leh­re mit dem gro­ßen Kate­chis­mus an. Die­ser ist neben dem klei­nen Kate­chis­mus eine der bei­den Gele­gen­hei­ten, die Luther wahr­nahm um ein Über­blick über die pro­tes­tan­ti­sche Leh­re zu geben. Im Grun­de liegt hier eine klei­ne Dog­ma­tik vor. In vie­len Punk­ten ein­fach gehal­ten, waren doch auch Geist­li­che jener Zeit oft­mals nicht für star­ke Spei­se reif. Die Schmal­kal­di­schen Arti­kel wie­der­spie­geln das­sel­be The­ma, aber eher aus einem apo­lo­ge­ti­schen Anlie­gen, näm­lich in der Abgren­zung gegen­über Schwär­mern und Katho­li­ken. Die Anfän­ge der Refor­ma­ti­on rei­ßen einen Pre­di­ger mit­ten aus der Lehr­stu­be und von der Kan­zel hin­ein in das Welt­ge­sche­hen. Ent­spre­chend beinhal­tet Band 2 Pre­dig­ten und Aus­le­gun­gen Luthers. Zen­tral an die­sem Band ist die Wucht­schrift “ Von der Frei­heit eines Chris­ten­men­schen“. Die Aus­le­gung des …

Das Problem mit dem Kanon…

Die Pro­blem­stel­lung ist ein­fach: Offen­sicht­lich schrieb der Bischof Atha­na­si­us 367 einen Oster­brief, in wel­chem er die 27 Bücher des NT defi­nier­te. Die Fra­gen lie­gen auf der Hand. War also fast 350 Jah­re Unklar­heit dar­über, wel­che Bücher inspi­riert waren und wel­che nicht? Konn­te, als die Kir­che bereits ver­staat­licht wur­de (313 wur­de Kon­stan­tin der Gro­ße Ober­haupt der Kir­che), meh­re­re aria­ni­sche Kai­ser geherrscht haben, und die Urkir­che am Abklin­gen war, fest­ge­stellt wer­den, wel­che Schrif­ten inspi­riert sind? Wer gibt dann Gewähr, dass Atha­na­si­us in die­sem Punkt recht hat­te. Selbst wenn man auf den Kon­zil von Nizäa ver­wei­sen möch­te, wird die Ange­le­gen­heit nicht bes­ser. Und im Ernst, schon der Titel „Bischof“ macht einen skep­tisch. Im Übri­gen nutzt die katho­li­sche Kir­che genau die­se The­se, um zu unter­mau­ern, dass kirch­li­che Auto­ri­tät und Schrift gemein­sam Hand in Hand gehen. Die Grö­ße­re Hand hat dabei natür­lich die Kir­che. Sie­he hier einen zuge­ge­be­ner­ma­ßen wir­ren Arti­kel der Pius­brü­der. Lan­ge blieb es für mich ein Rät­sel, wie man die­sen Kno­ten löst. Nicht das Zwei­fel an der Auto­ri­tät des Wor­tes auf­ka­men, aber ein selt­sa­mes Gefühl, sei­ne gan­ze Hoff­nung doch nicht …

Rezension: Dein Wort war mir zu mächtig — Die Bekenntnisse des Propheten Jeremia

Hel­mut Lam­par­ter (1912−1991) war ein evan­­ge­­lisch-luthe­­ri­­scher Theo­lo­ge der Nach­kriegs­zeit. Neben sei­nem Jere­­mia-Kom­­men­­tar „Pro­phet wider Wil­len“ in der Rei­he „Die Bot­schaft des Alten Tes­ta­ments“ beleuch­tet er mit die­sem Buch auf knap­pen 79 Sei­ten in all­ge­mein­ver­ständ­li­cher Spra­che die soge­nann­ten Bekennt­nis­se oder Kla­gen des Pro­phe­ten Jere­mia. Die ver­schrift­lich­ten Aus­le­gun­gen der Bekennt­nis­se wur­den ursprüng­lich auf einer Stu­di­en­ta­gung für Vika­re der Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­kir­che als Andacht gehal­ten und sind als Buch ein Jahr spä­ter her­aus­ge­ge­ben wor­den, mit dem Ziel, die­je­ni­gen, „die als Pre­di­ger in ihrem Amt ver­za­gen, eine Ermu­ti­gung und Hil­fe“ (S. 6) zu sein. Außer­dem will der Autor anhand der Bekennt­nis­se zei­gen, dass „zum Boten- und Zeu­gen­dienst für den leben­di­gen Gott die Anfech­tung wesens­mä­ßig hin­zu­ge­hört und wie schwer die­se Anfech­tung wer­den kann“ (S. 16). Das Buch ist in neu­en Kapi­tel geglie­dert, wobei die ers­ten bei­den Kapi­tel auf die Beru­fung des Pro­phe­ten ein­ge­hen und die wei­te­ren sie­ben Kapi­tel die Bekennt­nis­se aus­le­gen. Die Kapi­tel wer­den mit einer Anwen­dung auf heu­ti­ge Pre­di­ger abge­run­det und enden jeweils mit einem Lied­vers aus dem evang. Kir­chen­ge­sang­buch. Lam­par­ter nimmt in sei­nen Aus­füh­run­gen zu den sonst übli­chen fünf Bekenntnissen, …

Was die Reformatoren nicht zu Ende dachten

Die Fünf­­hun­­­dert-Jahr-Fei­er zur Refor­ma­ti­on habe ich per­sön­lich genutzt, um mich aus­führ­li­cher mit ver­schie­de­nen Posi­tio­nen Luthers und auch ande­rer Refor­ma­to­ren zu befas­sen. Luther ist in der Tat in vie­len Fra­gen als Pio­nier zu sehen, ande­rer­seits jedoch sind von ande­ren Streit­ge­nos­sen noch weni­ger Schrif­ten ver­füg­bar. Gene­rell will unse­re Zeit sich nicht all­zu viel von den Refor­ma­to­ren rein­re­den las­sen. Nun habe ich mich auch lan­ge genug vor einer inten­si­ven Befas­sung mit der Refor­ma­ti­on gescheut, da man tief in sei­nem Inne­ren eine Angst spürt, Ant­wor­ten zu hören, die einem nicht gefal­len könn­ten. Posi­tio­nen, die einem nicht gefal­len könn­ten, hat man ja an Luther genug, der (angeb­li­che) Anti­se­mi­tis­mus Luthers wur­de ja in den Medi­en pas­send zur Jahr­hun­d­er­fei­er oft genug erwähnt. Viel­leicht ist auch eine typisch frei­kirch­li­che Hal­tung in mir tief schlum­mernd, die gene­rell sich hütet, all­zu vie­len Fra­gen nach­zu­ge­hen. Eine Hal­tung übri­gens, die ich natür­lich immer ver­wer­fen wür­de, die aber doch im Stil­len mit­klingt, auch in Gesprä­chen mit ande­ren. Jedoch hal­te ich an einem fest, näm­lich dem, dass es kei­ne Fra­ge geben kann, die nicht in einen Bezug oder Zusammenhang …

Tipp: Als Fremdling in des Vaters Welt

Die­ses eBook ent­hält über 50 Bei­trä­ge, die zuerst auf mei­nem Blog erschie­nen sind. Hin­ter die­sen kur­zen Auf­sät­zen steht das andau­ern­de Bewusst­sein einer Grund­span­nung, in der ich mich befin­de: Ich bewe­ge mich in der Welt mei­nes Vaters. Er hat alles gemacht, es gehört Ihm. So sagt es schon David in Psalm 24,1−2. Die­se Erkennt­nis stimmt mich äußerst zuver­sicht­lich. Gleich­zei­tig wan­de­re ich als „Pil­ger“ durch die­se Welt. Das heißt, ich bin auf der Durch­rei­se zur „ewi­gen Selig­keit“. Das Grund­ge­fühl, in die­ser Zeit nur „Fremd­ling“ zu sein, bewahrt mich davor, zu stark im Hier und Jetzt auf­zu­ge­hen bzw. die Erfül­lung im Dies­seits zu suchen. Han­ni­el Stre­bel Fol­gen Ver­lag, als eBook 3,99 EUR, ePub/Mobi, erhält­lich bei: ceBooks.de